Strategien für den Umgang mit Störungen in der Lieferkette
Der entscheidende Erfolgsfaktor im Umgang mit Störungen in der Lieferkette ist der Einsatz moderner Technologien, die Ihnen dabei helfen, Unterbrechungen der Lieferkette zu vermeiden, deren Auswirkungen zu mindern und sich schnell zu erholen.
default
{}
default
{}
primary
default
{}
secondary
Was sind Störungen in der Lieferkette: Definition und potenzielle Auswirkungen von Unterbrechungen der Lieferkette
Eine Störung in der Lieferkette bezeichnet ein einzelnes Ereignis oder eine Abfolge von Ereignissen, die den reibungslosen Fluss von Materialien, Dienstleistungen oder Waren beeinträchtigen, die für den laufenden Geschäftsbetrieb erforderlich sind. Solche Störungen können sich auf das gesamte Unternehmen auswirken und eine Vielzahl negativer Folgen nach sich ziehen, darunter:
- Umsatzverluste und höhere Ausgaben
- Verzögerungen, Stillstände oder Engpässe in der Produktion
- Verzögerungen oder Störungen in der Logistik
- Beeinträchtigung der Kundenzufriedenheit und von Partnerschaften
- Belastung der Beziehungen zu Lieferanten und Händlern
- höherer Verschleiß oder zunehmender Ausfall von Geräten
Warum sollten sich Unternehmen auf Störungen in der Lieferkette vorbereiten?
Eine gezielte Vorbereitung auf Störungen in der Lieferkette ist für Unternehmen unerlässlich, weil das Supply Chain Management (SCM) die Grundlage für einen effizienten Geschäftsbetrieb bildet. Wird eine Unterbrechung der Lieferkette nicht rechtzeitig erkannt und abgefangen, kann sie sich schnell auf das gesamte Unternehmen auswirken. Heute sind die Lieferketten der meisten Unternehmen global vernetzt mit diversen Abhängigkeiten. Diese Komplexität erhöht die Anfälligkeit für Störungen – ausgelöst durch interne und externe Faktoren, wie z. B. wirtschaftliche Veränderungen, globale und regionale Handelsunterbrechungen, sowie unvorhersehbare Ereignisse wie Pandemien und Naturkatastrophen.
Um eine widerstandsfähige Lieferkette aufzubauen, benötigen Unternehmen eine proaktive Strategie für den Umgang mit lokalen, regionalen und globalen Unterbrechungen, ergänzt durch die passenden Technologien für eine erfolgreiche Umsetzung. Ziel ist es, die Lieferkette schlank und flexibel zu gestalten. So erhalten SCM-Verantwortliche die notwendigen Einblicke und Möglichkeiten, um Störungen nicht nur frühzeitig vorherzusagen und zu verhindern, sondern auch die Auswirkungen unvorhersehbarer und unvermeidbarer Unterbrechungen zu minimieren.
Was sind die Ursachen für Störungen in der Lieferkette?
Die Ursachen für Störungen in der Lieferkette sind vielfältig. Entscheidend ist jedoch die Unterscheidung zwischen internen und externen Auslösern, da beide unterschiedliche Herangehensweisen erfordern. Im Zusammenspiel bilden diese Ansätze eine ausgewogene und wirksame Strategie für den Umgang mit Unterbrechungen der Lieferkette. Schauen wir uns das im Detail an.
Interne Ursachen für Störungen in der Lieferkette: Beispiele
Interne Ursachen für Störungen in der Lieferkette entstehen in der Regel im Unternehmen, z. B. in Prozessen, Systemen oder operativen Abläufen. Zu den typischen internen Ursachen für Störungen in der Lieferkette zählen unter anderem:
- Ausfall von Anlagen
Fällt beispielsweise eine Fertigungsmaschine aus, kann eine Komponente, die für nachgelagerte Produktionsschritte benötigt wird, nicht mehr hergestellt werden. - Nicht optimierte Logistik
Unzureichend geplante Logistikrouten führen zu Leistungseinbußen, verzögern die Anlieferung kritischer Materialien und verschieben den gesamten Produktionszeitplan. - Ungenaue Prognosen und Planung
Unrealistische, fehlerhafte Berechnungen oder eine mangelhafte Bestandsführung können zu Bestandslücken oder ‑überschüssen führen. - Unzureichende Kommunikation mit Lieferanten
Missverständnisse mit Lieferanten führen dazu, dass Unternehmen nicht rechtzeitig auf Materialengpässe vorbereitet sind. Fehlt zudem ein breit aufgestelltes Lieferantennetzwerk, findet sich eventuell nicht schnell genug eine Alternative. Die Folge sind Produktionsverzögerungen und Umsatzverluste.
Es gibt unzählige weitere Beispiele für interne Ursachen von Störungen in der Lieferkette. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie weitgehend im Einflussbereich des Unternehmens liegen. Da sie vorhersehbar sind, lassen sie sich vermeiden oder zumindest frühzeitig abmildern, bevor es zu gravierenden Unterbrechungen kommt. Der entscheidende Hebel dafür sind Transparenz und fundiere Einblicke – ermöglicht durch umfassende Daten und leistungsstarke Technologien. Diese Erkenntnis ist zentral für den effizienten Umgang mit Störungen in der Lieferkette.
Externe Ursachen für Störungen in der Lieferkette: Beispiele
Typische externe Ursachen für Störungen in der Lieferkette sind unter anderem:
- Plötzliche Veränderungen der Verbrauchernachfrage
Ein unerwarteter Anstieg der Kundennachfrage kann erheblichen Druck auf die Produktentwicklung ausüben: Für neue Produkte oder zusätzliche Funktionen werden eventuell andere Materialien und Komponenten benötigt, was zu unerwarteten Engpässen führen kann. In extremen Fällen konkurriert die Verbrauchernachfrage sogar mit dem Bedarf von Unternehmen. Ein Beispiel dafür lieferte die Anfangsphase der COVID-19-Pandemie: Die stark gestiegene Nachfrage nach Handdesinfektionsmitteln wirkte sich auch auf die Preise und Verfügbarkeit für Unternehmen aus, die diese Produkte für den regulären Betrieb benötigen wie Restaurants und Krankenhäuser. Bemerkenswert war zugleich, dass zahlreiche Brennereien und Brauereien kurzfristig ihr Geschäftsmodell umstellten und ihre Alkoholbestände für die Produktion von Handdesinfektionsmitteln nutzten. - Politische Veränderungen
Handelspolitische Störungen wirken sich vielfältig auf lokale und globale Lieferketten aus. Zölle, die im Zuge von Handelskonflikten, isolationistischen Tendenzen oder protektionistischen Maßnahmen eingeführt werden, können dafür sorgen, dass sich Preisprognosen erheblich verschieben, zu Lieferengpässen führen oder die Produktion vollständig zum Erliegen bringen, wenn essenzielle Komponenten nicht mehr importiert werden können und keine inländischen Alternativen existieren. Doch auch für Waren, die nicht direkt betroffen sind, spüren Unternehmen die Folgen der gestiegenen Volatilität in den Handelsbeziehungen: Lieferanten passen ihre Preise häufig vorsorglich an, um sich gegen Unsicherheiten abzusichern. Ein Teil dieser Kostenlast wird unweigerlich auch Ihre Lieferkette tragen müssen. - Rasante demografische Veränderungen
Schnelle Veränderungen bei der Personalverfügbarkeit – ausgelöst durch politische Entscheidungen oder einschneidende Ereignisse wie Kriege – können ebenfalls zu erheblichen Störungen in der Lieferkette führen. Personalmangel beeinträchtigt die Produktivität von Lieferanten und kann mittelfristig Engpässe bei bestimmten Materialien nach sich ziehen. Ein weiterer Effekt: Fehlt qualifiziertes Wartungspersonal, steigt das Risiko für Geräteverschleiß und ‑ausfälle, was die Beschaffung zusätzlich unter Druck setzt, da sie kurzfristig Ersatz organisieren muss. - Plötzliche Energie- und Rohstoffknappheit
Regionale Konflikte in rohstoffreichen Gebieten, die Folgen des Klimawandels oder unerwartete Naturereignisse können die Verfügbarkeit kritischer Rohstoffe und Energien, die sich nur schwer oder gar nicht ersetzen lassen, massiv einschränken. Ein Beispiel: Weltweit verfügen nur wenige Länder über nennenswerte Vorkommen bestimmter Platinmetalle. Wird eines dieser Länder durch einen Krieg in seiner Förderleistung oder Logistik beeinträchtigt, kann dies schwer zu kompensierende Unterbrechungen in der Lieferkette für Fertigungsunternehmen verursachen, die auf diese Materialien angewiesen sind. Obwohl die landwirtschaftliche Produktion heute deutlich weniger wetterabhängig ist und besser gegen Pflanzen- und Tierkrankheiten geschützt werden kann als früher, können extreme Dürren oder Seuchen weiterhin die Versorgung beeinträchtigen, was zu Engpässen und Preisanstiegen führen kann. Darüber hinaus werden bestimmte Energie- und Warentypen häufig über starre Logistikrouten befördert, die leicht gestört und nur schwer umzuleiten sind. Wird beispielsweise eine Gasleitung beschädigt oder eine wichtige Seeroute blockiert, müssen Unternehmen entweder höhere Kosten für alternative Transportwege in Kauf nehmen oder flexibel genug sein, um kurzfristig auf einen anderen Lieferanten auszuweichen, dessen Logistik nicht beeinträchtigt ist.
Was hat in den letzten Jahren zu Unterbrechungen der Lieferkette geführt?
Die oben genannten Beispiele kommen Ihnen wahrscheinlich bekannt vor, schließlich haben wir alle die verheerenden Auswirkungen dieser Ereignisse auf die Lieferketten miterlebt.
Ein aktuelles Beispiel ist der jüngste Ausbruch der Vogelgrippe in den USA, der zu einer zeitweisen Verknappung von Eiern führte. Die Folgen reichten von unzufriedenen Verbrauchern, steigenden Preisen bis hin zu Störungen in den Lieferketten zahlreicher Unternehmen, darunter Restaurants, Bäckereien und Betrieben in der Lebensmittelverarbeitung.
Gerade als sich die Weltwirtschaft von den unerwarteten pandemiebedingten Störungen in den Lieferketten erholt hatte, führte der Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu einer neuen, weitreichenden Welle von Unterbrechungen. Dieses einzelne Ereignis löste zahlreiche Folgen aus: Sanktionen gegen Russland als zentralen Lieferanten natürlicher Ressourcen und von Energie, ein drastischer Produktivitätsrückgang in der Ukraine als wichtigem Exporteur von Waren und Rohstoffen und Hauptakteur in der Energielogistik, die Zerstörung kritischer Energieinfrastruktur sowie zeitweilige Blockaden im Schwarzen Meer, die die Lieferung essenzieller Agrargüter wie Getreide behinderten. Hinzu kamen erhebliche demografische Verschiebungen, die sich auf die Verfügbarkeit von Arbeitskräften und Produktivität von Lieferanten in bestimmten Branchen auswirkten, sowie eine grundlegende Neuordnung logistischer Handelsrouten. Die langfristigen Auswirkungen dieser durch den Krieg ausgelösten Lieferkettenunterbrechungen sind bis heute nur schwer vollständig zu messen.
Risiken für Störungen in der Lieferkette sind schwer vorherzusagen
Aus diesen Beispielen für Störungen in der Lieferkette lassen sich zwei wichtige Erkenntnisse ableiten:
- Es braucht keine komplexen Analysen, um zu erkennen, dass bestimmte Risiken für Unterbrechungen der Lieferkette schlicht unvermeidbar sind und viele sich nicht vorhersagen lassen. Nur wenige hatten mit einer globalen Pandemie gerechnet, und selbst als der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bereits begonnen hatte, waren die konkreten Auswirkungen auf die weltweiten Lieferketten kaum genau abzuschätzen.
- In der heutigen vernetzten, zugleich aber volatilen Weltwirtschaft braucht es leistungsfähige Technologien und durchdachte Strategien, um Störungen in der Lieferkette abzumildern. Eine wirksame Strategie für den Umgang mit Störungen in der Lieferkette muss daher sowohl die Vorhersage und Reduzierung von Risiken beinhalten als auch die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette und die Fähigkeit, sich flexibel an neue Herausforderungen anzupassen, fördern.
Wie Sie Störungen in der Lieferkette verhindern oder sich auf Störungen vorbereiten, die Sie nicht verhindern können
Der Umgang mit Störungen in der Lieferkette basiert auf zwei zentralen Säulen des Risikomanagements: Prävention – also der Versuch, Störungen von vornherein zu vermeiden – und Minderung, die darauf abzielt, die Auswirkungen eingetretener Störungen so gering wie möglich zu halten. Beides erfordert klare Führung, proaktive Herangehensweisen und den gezielten Einsatz moderner Technologien.
Wie bereits erwähnt, entstehen vermeidbare Risiken für Störungen in der Lieferkette häufig durch menschliche Fehler oder mangelnde Transparenz. Dies trifft vor allem auf interne Störungen zu. Die Lösung liegt in einer besseren Überwachung von Anlagen und Systemen, einer digitalisierten Bestandsführung, datengestützter Prognose und Planung, Echtzeiteinblicken für fundierte Entscheidungen sowie KI-gestützten Analysen – kurz gesagt: in Technologien, die Transparenz und durchgängige Einblicke bieten. Selbst die kompetentesten SCM-Analysefachkräfte oder ‑Führungskräfte erzielen mit den richtigen Tools noch bessere Ergebnisse.
Das letzte entscheidende Element ist die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette, also ihre Fähigkeit, sich nach Störungen zu erholen, sich flexibel anzupassen und die Auswirkungen unvermeidbarer oder sogar unvorhersehbarer Unterbrechungen zu minimieren. Ein zentraler Punkt dabei: Da Unsicherheiten nie vollständig auszuschließen sind, müssen sich Lieferkettenverantwortliche proaktiv auf Störungen vorbereiten. Das bedeutet jedoch nicht, sich strikt für eine Just-in-Case-Strategie (JIC) mit hohen Beständen oder für ein schlankes Just-in-Time-Modell (JIT) entscheiden zu müssen. Eine widerstandsfähige Lieferkette aufzubauen heißt vielmehr:
- ein umfangreiches Lieferantennetzwerk aufzubauen, um schnell zwischen alternativen Bezugsquellen wechseln zu können.
- Lieferkettenprozesse zu optimieren und zu verknüpfen sowie Finanzmanagement und Lieferkettenplanung zu synchronisieren, um flexibel auf Störungen reagieren zu können.
- möglichst viele Bereiche der Lieferkette zu digitalisieren und IoT-Sensoren und -Tracker einzusetzen, um maximale End-to-End-Transparenz für strategische Entscheidungen mit Lieferkettenbezug zu schaffen.
- moderne Technologien zu nutzen, die mit datengestützten Einblicken, Echtzeitanalysen, zeitsparender Automatisierung, KI-basierten Prognosen und weiteren intelligenten Funktionen die Resilienz der Lieferkette und die Handlungsfähigkeit von Lieferkettenverantwortlichen erhöhen.
- Echtzeitdaten zu Betrieb, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu integrieren, damit jede Entscheidung in der Lieferkette auf Basis aktueller Informationen und im richtigen Geschäftskontext getroffen wird.
Wenn Ihnen die Absicherung Ihrer Lieferkette gegen Störungen sehr komplex erscheint, dann deshalb, weil sie es tatsächlich ist. Doch zugleich stehen Ihnen leistungsfähigere Tools denn je zur Verfügung. Genau deshalb ist der Einsatz dieser Technologien längst kein optionaler Wettbewerbsvorteil mehr, sondern Voraussetzung für den Aufbau einer widerstandsfähigen Lieferkette.
SAP-Lösung
SAP Supply Chain Management
Lernen Sie effektive, von Unternehmen getestete SCM-Lösungen für den Aufbau einer resilienten Lieferkette kennen.
Mithilfe von Technologie Störungen in der Lieferkette verhindern und abfangen: 10 Tipps für mehr Resilienz
Angesichts der zunehmenden Komplexität und Vernetzung globaler Lieferketten ist es nicht einfach, dafür zu sorgen, dass diese bei Störungen resilient bleiben. Die ständige Gefahr von Unterbrechungen sowie vielfältige Unsicherheiten und Risiken führen dazu, dass Supply-Chain-Teams verstärkt auf moderne Technologien setzen. Hier finden Sie zehn praktische Tipps für den Einsatz moderner Technologien und den Aufbau einer widerstandsfähigen Lieferkette:
Tipp 1: Analysieren Sie die aktuellen Risiken und den Informationsfluss in Ihrer Lieferkette.
Nehmen Sie eine gründliche Analyse Ihrer aktuellen Prozesse, Workflows und Assets vor. Bilden Sie die Rollen, Workflows und den Bestell- und Warenfluss in Ihrer Lieferkette von Anfang bis Ende ab, angefangen bei den Rohstoffproduzenten und ‑lieferanten über die Hersteller, Versender, Händler, den Vertrieb und das Marketing bis hin zu den Kunden selbst. Beurteilen Sie ehrlich, wie viel Transparenz und Kontrolle Sie tatsächlich über Ihre Lieferkette haben:
Identifizieren Sie alle Datenquellen: Gibt es IoT-Sensoren oder andere Überwachungsgeräte, die Daten generieren? Verwenden Sie SCM-Software, die Daten sammelt oder verarbeitet? Nutzen Sie ein zentrales Dashboard, das alle Daten übersichtlich bündelt, oder sind die Daten über verschiedene Altsysteme mit eingeschränkter Transparenz verteilt? Sind die Planungstools für Ihre Geschäftsprozesse nahtlos in die digitale Lieferkette integriert? Erfolgen die Informationsbeschaffung und das Reporting automatisiert oder müssen Sie Ihre Zeit damit verbringen, Erkenntnisse manuell zusammenzutragen?
Überprüfen Sie Ihre Prozesse für Risikomanagement und Bestandsführung: Hatten Sie bei den jüngsten Störungen, mit denen Sie konfrontiert waren, Zugriff auf Informationen, die frühzeitiges Erkennen ermöglicht hätten, oder trafen Sie die Unterbrechungen völlig überraschend und ohne Vorwarnung?
Sprechen Sie mit den Mitarbeitenden: Erhalten die Teams, die Lieferkettenrisiken bewerten, wirklich die Einblicke, die sie für präzise Finanz- und Supply-Chain-Prognosen benötigen? Falls nicht, was sind die Ursachen dafür? Fehlen Daten? Bietet das Dashboard nicht genügend Informationen? Oder erschweren isolierte Prozesse und Bereiche einen durchgängigen Informationsfluss und funktionsübergreifende Zusammenarbeit? Nutzen Ihre Teams die richtigen Algorithmen, Machine-Learning-Modelle oder KI-Funktionen, um den Planungsprozess und Prognosen zu verbessern?
Nehmen Sie Ihre Supply-Chain-Assets und die Logistik unter die Lupe: Wie viel Kontrolle haben Sie über Flotten, Fertigungsmaschinen, automatisiertes Equipment? Wie können Sie feststellen, ob diese Anlagen möglichst effizient und sicher arbeiten? Verfügen Sie über die notwendige Software und Hardware, um Ihre Logistik in Echtzeit zu überwachen? Gibt es bei Störungen passende Algorithmen, um Prognosen und Zeitpläne für alle von der Logistik abhängigen Elemente in der Lieferkette neu zu synchronisieren und zu kalibrieren?
Tipp 2: Entscheiden Sie, wie Sie Technologie für die Transformation der Lieferkette nutzen können.
Jetzt, da Sie wissen, wo Sie stehen, ist es an der Zeit zu entscheiden, wohin der Weg gehen soll. Wenn Sie die Lücken und Schwachstellen in Ihrer Lieferkette ermittelt haben, entscheiden Sie, mit welchen Tools und Prozessanpassungen Sie diese wirksam beseitigen können.
Hier ist eine allgemeine Checkliste mit Technologien, die für Sie relevant sein könnten:
- Für durchgängige Transparenz: IoT-Sensoren und -Tracker, KI-gestützte Funktionen für die visuelle Prüfung, datengestützte Analysetools mit übersichtlichen Dashboards und verschiedenen integrierten Datenquellen sowie eine robuste Infrastruktur für die SCM-Daten-Cloud, die saubere, kontrollierte Daten für Analysen und Echtzeiteinblicke bereitstellt
- Für präzise Prognosen und eine zuverlässige Lieferkettenplanung: Cloud-Computing-Funktionen, die skalierbare Echtzeitanalysen ermöglichen, Softwarelösungen für das Finanzmanagement für eine Synchronisierung mit Planungs- und Prognosetools für die Lieferkette sowie eine solide, vertrauenswürdige Datenbasis als Fundament
- Für optimierte, flexible Abläufe: eine leistungsstarke Business-Suite oder -Plattform, die Anwendungen, Daten und KI-Technologie verknüpft und integriert, um Agilität und Skalierbarkeit zu erhöhen, Softwarelösungen für das Handels- und Steuermanagement, die die damit verbundenen Abläufe automatisiert – vor allem für global ausgerichtete Lieferketten relevant
- Für eine präzise Bedarfsplanung: KI-gestützte Anwendungen für die Modellierung von Was-wäre-wenn-Szenarien sowie Machine-Learning-Algorithmen, die eine zuverlässige Bedarfsermittlung unterstützen
- Für eine koordinierte Planung und durchgängige Workflows: eine integrierte Business-Technology-Plattform, die das Lieferkettenmanagement mit anderen Unternehmensbereichen verknüpft, eine nahtlose Zusammenarbeit ermöglicht und Silos auflöst
- Zur Optimierung des Lebenszyklusmanagement von Anlagen: Lösungen für das unternehmensweite Lebenszyklusmanagement von Anlagen, die über einen einheitlichen digitalen Thread vollständige Transparenz über den gesamten Lebenszyklus schaffen, KI zum Gewinnen von Erkenntnissen und für die Automatisierung von Aufgaben nutzen und ein durchgängiges Anlagenmanagement mit geschlossenen Prozessen sicherstellen
- Zur Minderung plötzlicher Störungen in der Lieferkette: ein breit aufgestelltes Lieferantennetzwerk, das flexible Anpassungen ermöglicht, wenn bestehende Lieferanten ausfallen oder selbst von Störungen betroffen sind, inklusive der Möglichkeit, bei Planung, Bestandsführung und Qualitätsmanagement eng mit Handelspartnern zusammenzuarbeiten oder bei Bedarf neue Lieferanten für Produkte und Services zu identifizieren
Diese Liste ist bei weitem nicht vollständig. Es gibt zahlreiche Technologien, die Unternehmen beim Umgang mit Störungen in der Lieferkette unterstützen. Welche Tools für Sie sinnvoll sind, hängt von Ihren spezifischen Abläufen und Herausforderungen ab. Sicher ist jedoch: Für nahezu jedes Szenario gibt es mittlerweile eine passende Lösung.
Tipp 3: Stellen Sie das richtige Team für eine Optimierung Ihrer Prozesse für das Lieferkettenmanagement zusammen.
In dieser Phase ist es wichtig, den Bedarf und die Lücken bei Fähigkeiten und Führung zu ermitteln, die Sie für die Transformation Ihrer Lieferkette benötigen. Im Rahmen einer soliden Strategie für das Änderungsmanagement sollten Sie die Mitglieder Ihres HR-Teams frühzeitig mit ins Boot holen. Sie können Ihnen dabei helfen, Beschäftigte ausfindig zu machen, die am effizientesten weitergebildet oder umgeschult werden können. Sie sind auch am besten in der Lage, Sie bei der Erstellung von Profilen und Stellenbeschreibungen für Neueinstellungen zu unterstützen, die Sie zur Unterstützung neuer Abläufe oder Technologien benötigen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, eine Lösung einzusetzen, die KI nahtlos in die täglichen Arbeitsabläufe integriert: KI-gestützte Empfehlungen oder ein Copilot mit Agentic-AI-Funktionen können Mitarbeitende dabei unterstützen, Wissenslücken schneller zu schließen und die Software besser zu nutzen.
Tipp 4: Reduzieren Sie die Abhängigkeit und das Risiko von Lieferanten.
Ein erheblicher Anteil der Störungen in der Lieferkette hat seinen Ursprung bei Lieferanten der unteren Ebene, insbesondere wenn mit wachsender geografischer Entfernung die Transparenz leidet. Natürlich müssen sich Unternehmen darauf verlassen können, dass ihre Lieferanten konstante Preise und zuverlässige Mengen liefern, aber das ist nur ein Teil des Risikomanagements. Lieferkettenverantwortliche müssen sich voll und ganz auf die Herkunft der Waren in ihrer Lieferkette verlassen können – von der Beschaffung und Handhabung von Rohstoffen bis hin zu den ethischen Grundsätzen und Arbeitsbedingungen ihrer Lieferanten. Cloudbasierte Tools für die Lieferkette und die integrierte Geschäftsabwicklung sind in der Lage, ein Netzwerk von Lieferanten in Echtzeit zu verbinden. Das bedeutet, dass vernetzte Lieferketten nicht nur transparenter sind, sondern es Unternehmen zudem ermöglichen, ein breiter diversifiziertes Lieferantennetzwerk aufzubauen – sodass bei einem Ausfall eines Lieferanten schnell auf andere zurückgegriffen werden kann.
Tipp 5: Optimieren Sie Ihre Bestandsführung.
Eine grundlegende Herausforderung für jede Führungskraft in der Lieferkette ist der Spagat zwischen Fehl- und Überbestand. In der Vergangenheit war dies eine weitgehend rückwärtsgewandte Aufgabe: Analysten versuchten, frühere Markt- und Kundenaktivitäten zu analysieren, um ein optimales Bestandsgleichgewicht vorherzusagen. Heute haben Unternehmen Zugang zu Echtzeit- und vorausschauenden Analysen, mit denen sie genauere Prognosen erstellen und die Lieferkette transparenter gestalten können. Viele Unternehmen haben Fachkräfte für Bedarfsprognosen in ihren Teams, deren Instinkt und Erfahrung von unschätzbarem Wert sind. Technologien zur Bedarfsprognose und Bestandsoptimierung, die künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning und hochentwickelte Analysen nutzen, können die Fähigkeiten dieser spezialisierten Fachkräfte ergänzen.
Tipp 6: Entwerfen Sie überall, produzieren Sie überall.
Die Abhängigkeit von einem oder zwei Partnern für Design und Produktion trägt zur Anfälligkeit der Lieferkette bei. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer resilienteren Lieferkette besteht darin, intelligente Technologien wie KI, Machine Learning und hochentwickelte Analysen zu nutzen, um ein inländisches und globales Netzwerk von Design- und Produktionspartnern zu koordinieren. Die bedarfsorientierte Elastizität von Design und Produktion verringert nicht nur das Risiko und die Anfälligkeit von Lieferketten, sondern ermöglicht es Unternehmen auch, ein größeres Netz von talentierten Designern und Produzenten weltweit zu nutzen.
Tipp 7: Ziehen Sie Nearshoring in Betracht, um Störungen in der Lieferkette zu verhindern.
Politische, wirtschaftliche, gesetzliche und umweltbezogene Faktoren machen es schwieriger, bewährte globale Lieferketten aufrechtzuerhalten. In der Vergangenheit bedeutete das wirtschaftliche Gefälle zwischen Ländern wie den USA und China, dass die Bezugsquellenfindung und Fertigung im Inland einfach nicht konkurrenzfähig war. Die Herausforderung bestand darin, Wege zu finden, um die Kostenspannen so weit zu verringern, dass ein Nearshoring realistisch ist. Durch den Einsatz intelligenter Lieferkettentechnologien können Unternehmen ihren Produktionsbedarf effizienter und genauer einschätzen, IoT-Lösungen zur Optimierung von Maschinen und Anlagen nutzen und Ausschuss deutlich reduzieren. Andere Innovationen wie bedarfsorientierter 3D-Druck können dazu beitragen, die Kosten durch „virtuelle Bestände“ zu senken. Und der Zugang zu flexiblen Produktdesign- und Fertigungsnetzen kann die Realisierbarkeit des Nearshoring bei vielen wichtigen untergeordneten Lieferkettenfunktionen weiter erhöhen. Es ist vielleicht keine einfache Lösung, aber schon bei einzelnen Störungen in regionalen oder globalen Lieferketten kann es sich als lohnenswert erweisen.
Tipp 8: Lassen Sie eine elastische Logistik für sich arbeiten.
Transportmanagement und Logistik sind seit Jahrtausenden das Rückgrat einer jeden Lieferkette – und zugleich einer ihrer größten Ausgabenposten und Schwachstellen. Herkömmliche Logistikoperationen sind kostspielig und limitiert, da sie in der Regel eine unternehmenseigene Flotte und/oder feste Verträge mit einem oder mehreren externen Logistikdienstleistern umfassen. Elastische Logistik bezeichnet ein skalierbares On-Demand-Logistiknetzwerk, das sich nach Bedarf ausdehnen und verkleinern kann.
Tipp 9: Priorisieren Sie die Lieferkettenplanung.
Jede Lieferkette besteht aus geschäftskritischen Funktionen, die jedoch allzu häufig isoliert sind. Dazu gehören unter anderem:
- Sales and Operations Planning (S&OP)
- Prognose und Bedarf
- Reaktions- und Lieferplanung
- Bedarfsorientierte Wiederbeschaffung
- Bestandsplanung
Cloud-Konnektivität, intelligente Technologien und solide Strategien zur Supply-Chain-Planung können diese Funktionen integrieren, um die Analyse und Nutzung von Daten und Erkenntnissen aus dem gesamten Unternehmen zu unterstützen. Die Zielsetzungs- und Selbstprüfungsprozesse in der obigen „frühen Vorbereitungsphase“ können dazu beitragen, in Ihrer gesamten Lieferkette eine Kultur der besseren Kommunikation und Reaktionsfähigkeit aufzubauen. Und Softwarelösungen, die diese Geschäftsplanungsfunktionen integrieren, sind das Herzstück für die heutige Agilität und Resilienz in der Lieferkette. Technologien wie KI, Machine Learning, modernste Analytik und IoT bieten leistungsstarke und schnelle Funktionen für die Supply-Chain-Plannung.
Tipp 10: Bereiten Sie sich jetzt auf Unterbrechungen der Lieferkette vor.
Die Optimierung der oft jahrzehntealten Lieferketten mag als gewaltige Aufgabe erscheinen, muss aber nicht in einem großen Schritt erfolgen. Jeder kleine Schritt, den Sie in Richtung einer strategischeren und transparenteren Lieferkette gehen, lässt Sie resilienter werden. Ein guter Anfang kann darin bestehen, die Teamverantwortlichen dazu zu bringen, miteinander zu reden. Erfahren Sie aus erster Hand, wo die am leichtesten zu behebenden Probleme liegen und wo die am einfachsten zu erzielenden Erfolge warten, um Ihre Lieferkette schnell und einfach zu transformieren. Am besten beginnen Sie jetzt damit, denn vielleicht gibt es schon morgen die nächste Unterbrechung Ihrer Lieferkette.
FAQs
SAP-Lösung
Vorbereitung auf Störungen in der Lieferkette
Erfahren Sie mehr über die richtigen Tools und Strategien, um Störungen in der Lieferkette zu mindern oder ganz zu verhindern.