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Geschäftstreffen in einem Büroflur

Was ist die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR)?

Die erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) veranlasst Unternehmen dazu, Produkte und Verpackungen so zu gestalten, dass Kosten, CO2-Bilanz, Compliance und Recyclingfähigkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg optimiert werden.

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Übersicht: erweiterte Herstellerverantwortung

Die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) ist eine entscheidende unternehmerische Kompetenz für das Management regulatorischer, ökologischer und finanzieller Risiken in zunehmend komplexen globalen Lieferketten. Moderne Hersteller müssen dynamische regulatorische Anforderungen marktübergreifend bewältigen und die Einhaltung der Vorschriften direkt in das Produktdesign, die Planung, die Beschaffung und die Abwicklung der Lieferkette integrieren. Produktdesigner stehen also unter enormem Druck: Es muss schnell gehen, soll individuell und nicht zu teuer sein – und natürlich umweltschonend.

Für Unternehmen wird es von Jahr zu Jahr – wenn nicht von Monat zu Monat – schwieriger, ihre nachhaltigen Verfahren fortzuführen und zu verbessern und außerdem im Blick zu behalten, welche Regeln oder Umweltvorschriften die derzeit aktuellen sind. Das gesamte Umfeld wird immer komplexer, weshalb immer mehr Unternehmen nach passenden technologischen und strategischen Lösungen suchen, um ihre nachhaltigen Design- und Fertigungsprozesse zu optimieren. Da die EPR-Vorschriften weltweit zunehmen, müssen Unternehmen von reaktiver Compliance zu einer proaktiven, KI-gestützten Entscheidungsfindung in Bezug auf Produkte, Verpackungen und Lieferketten übergehen.

Im Autonomous Enterprise wird die EPR nicht mehr durch manuelle Berichterstattung verwaltet, sondern ist in Entscheidungen auf Transaktionsebene eingebettet, wodurch sichergestellt wird, dass Compliance, Kostenkontrolle und Nachhaltigkeitsziele in Echtzeit umgesetzt werden.

Bedeutung: erweiterte Herstellerverantwortung

EPR ist ein Rahmenwerk für das Lebenszyklusmanagement, das Produktdesign, Lieferkettenabläufe und die Entsorgung am Ende der Lebensdauer miteinander verbindet und so Nachhaltigkeitsverpflichtungen in messbare Geschäftsentscheidungen umwandelt. Dies erfordert von Unternehmen, dass sie Produkte und Verpackungen von Anfang an so gestalten, dass sie den regulatorischen, kostenbezogenen und Kreislaufwirtschaftsanforderungen entsprechen. Um die Vorschriften einzuhalten, müssen Unternehmen überprüfbare, datengestützte Nachweise für die Kreislaufwirtschaft über Produkte, Lieferanten, Verpackungen und Materialflüsse hinweg vorlegen – einschließlich Rücknahmelogistik, Produktrücknahme, Recycling und geschlossener Lieferkettenprozesse. EPR verlagert Kosten und Verantwortung auf die Hersteller und macht Nachhaltigkeit zu einer finanziellen, betrieblichen und lieferkettenbezogenen Entscheidungsvariable, die direkt mit Margen, Risiken und Compliance verbunden ist – und zwar über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg, von der Materialbeschaffung über die Produktion und den Vertrieb bis hin zum Lebenszyklusmanagement am Ende der Nutzungsdauer.

Die Dringlichkeit und der Druck zur Umsetzung der EPR-Konformität sind auf die alarmierende Menge an Abfällen zurückzuführen, die in zahlreichen Großstadtgebieten zu verzeichnen ist. Der exponentielle Anstieg des E-Commerce und die wachsenden Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich Auswahl und schneller Lieferung haben den Anstieg des kommunalen Abfallaufkommens beschleunigt, das bis 2050 weltweit schätzungsweise auf 3,40 Milliarden Tonnen ansteigen wird – was strengere EPR-Vorschriften nach sich zieht, die Unternehmen dazu verpflichten, die Auswirkungen des Produktlebenszyklus in großem Maßstab zu verfolgen, zu dokumentieren und zu optimieren. Obwohl heute bereits 80 % des auf Deponien entsorgten Mülls recycelbar ist, werden nur 20 % davon tatsächlich recycelt.

Die immer größeren Mengen an Industrie- und gefährlichen Abfällen machen das Ganze nur noch schlimmer und zwingen sowohl Unternehmen als auch Regierungen dazu, komplett umzudenken und eine grundlegende Neuausrichtung zu fordern, wie Produkte verwendet und hergestellt werden. Zukunftsorientierte Unternehmen überarbeiten daher ihre Produktdesignprozesse, entscheiden sich für umweltfreundliche Materialien und nachhaltige Verpackungen und nutzen Kreislaufmodelle, um staatliche Interventionen umzusetzen (und ihnen vorzugreifen).

Von der Linearwirtschaft zum Design für die Kreislaufwirtschaft

Jeden Tag implementieren ambitionierte Unternehmen umweltfreundlichere Prozesse in ihre gesamten nachhaltigen Lieferketten. Dies umfasst in der Regel eine Reduzierung des Erdöl- und Energieverbrauchs, weniger Verpackungen, eine ethische Rohstoffbeschaffung sowie Kampagnen, die Kunden davon überzeugen sollen, Produkte wiederzuverwenden und zu recyceln. Doch die Einsicht, dass zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen das Produktdesign eine essenzielle Rolle spielt, setzt sich erst seit Kurzem durch.

Bisher ging es beim Produktdesign darum, Waren zu entwickeln, die am besten zu den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden passen. Was mit diesen Produkten nach der Nutzung durch den Kunden geschieht, wurde im Produktdesign nicht berücksichtigt– ein Grund, warum sich das lineare Designmodell so lange gehalten hat. Viele Unternehmen beginnen nun, ihre vorhandenen Produkte und Prozesse anzupassen – und stellen Designer und Hersteller vor die Aufgabe, sie umweltfreundlicher zu gestalten. Das funktioniert mal mehr, mal weniger gut. Eine vollständige Circular Economy und Lieferkette lassen sich nur erreichen, wenn Produkte von Anfang an unter Berücksichtigung kreislaufwirtschaftlicher Prinzipien entwickelt werden.

Was ist ein Design für die Kreislaufwirtschaft?

Zu einem Design für die Kreislaufwirtschaft gehören Produktentwicklungen, bei denen vom Rohstoff bis hin zur Verpackung speziell auf einfaches Recycling und Wiederverwendung geachtet wird. Produktdesigner sind in der Regel kreative, einfallsreiche und innovative Menschen. Die besten Ideen und Ansätze zur Nachhaltigkeit entstehen deshalb häufig am Zeichenbrett und nicht in Vorstandssitzungen. Wie lässt sich ein Design für die Kreislaufwirtschaft erreichen? Im Folgenden finden Sie einige Grundlagen.

Tipps für nachhaltigeres Produktdesign

„Wie isst man einen Elefanten?“ lautet ein Sprichwort. Die Antwort darauf: „Stück für Stück“. Dies ist auch der beste Ansatz für die Umsetzung von EPR- und Umweltinitiativen. Nachfolgend sehen wir uns Richtlinien an, die bei EPR-konformen Produkten im Produktdesign angestrebt werden sollten. Viele Unternehmen berücksichtigen derzeit unter Umständen nur einen oder zwei dieser Grundsätze bei ihren Designprozessen – und daran ist nichts auszusetzen. Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut worden. Ziel ist es, engagiert daran zu arbeiten, in möglichst kurzer Zeit eine praktikable und praxisnahe Strategie für EPR und Nachhaltigkeit zu entwickeln.

Umweltfreundliche Produkte: Der Anspruch, es richtig zu machen

Die Entwicklung umweltfreundlicher Produkte kennt nur Gewinner: Unternehmen, Verbraucherinnen und Verbraucher und den Planeten. Unternehmen, die die Verbrauchernachfrage nach nachhaltigen Produkten bedienen, erzielen hohe Umsätze und Markentreue. 2019 führte die NYU Stern School of Business den Sustainable Market Share Index™ ein. Dies ist eine tiefgehende Analyse der Konsumentenkäufe, die für ihre nachhaltigen Eigenschaften vermarktet wurden. Die Studie ergab, dass der Anteil der im Hinblick auf Nachhaltigkeit vermarkteten Produkte zwar nur 16 % des Marktes betrug, aber fast 55 % des Marktwachstums bei abgepackten Verbrauchsgütern (CPG) von 2015 bis 2019 ausmachte – trotz der COVID-Pandemie.

Der Anteil der im Hinblick auf Nachhaltigkeit vermarkteten Produkte betrug zwar nur 16 % des Marktes, aber er machte fast 55 % des Marktwachstums bei Konsumgütern (CPG) von 2015 bis 2019 aus.

Sustainable Market Share Index™

Diese CPG-Produkte wurden im Vergleich zu konventionell vermarkteten Produkten mit um 39,5 % höheren Preisen veräußert. Diese beeindruckenden Zahlen sollten Anreize für Unternehmen schaffen, die befürchten, dass die Umstellung auf „grüne Produkte“ kostspielig sein wird.

Unternehmen, die im Rahmen ihrer sozialen Verantwortung umweltfreundliche Produkte entwickeln, verzeichnen enorme Steigerungen ihrer Reputation und haben die Möglichkeit, Fördermittel abzuschöpfen (und müssen keine Strafen zahlen). Kurz gesagt: Unternehmen, die EPR- und Designs für die Kreislaufwirtschaft anwenden, erhöhen ihre Resilienz und Effizienz in der gesamten Wertschöpfungskette. Und alle anderen profitieren ebenfalls von den umweltfreundlicheren Praktiken.

Kunststoffsteuer und kostspielige Fehler

Die weltweite Kunststoffproduktion beträgt im Durchschnitt mehr als 300 Millionen metrische Tonnen pro Jahr. 1950 waren es noch 1,5 Millionen metrische Tonnen. 45 % davon sind Verpackungsmaterialien. Neben anderen schockierenden Statistiken über die weltweite Kunststoffverschmutzung hat die National Geographic Research mehr als 5,25 Billionen Kunststoffteilchen in unseren Ozeanen gefunden. Ein Großteil davon sind giftige Mikropellets, die bei der eigentlichen Herstellung der Kunststoffe freigesetzt wurden. Um diesem globalen Problem zu begegnen, beginnen Regierungen auf der ganzen Welt zunehmend mit der Einführung von Strafabgaben für Kunststoffe (Kunststoffsteuer). Die Verpackungsabgabe der Europäischen Union gilt beispielsweise in allen EU-Mitgliedsstaaten und berechnet ihnen 0,80 € pro Kilogramm Kunststoffverpackungsabfall, das nicht recycelt wird.

Im April 2022 hat Großbritannien seine Kunststoffverpackungssteuer überarbeitet, sodass Unternehmen, deren Produkte weniger als 30 % recycelte Kunststoffe enthalten, eine Geldstrafe zahlen müssen. In den USA ist der Break Free From Plastic Pollution Act aus dem Jahr 2021 derzeit Gesetzesvorlage und würde bei Verabschiedung bestimmten Herstellern von Kunststoffprodukten für das Sammeln, Verwalten und Recycling von Produkten nach der Verwendung durch den Verbraucher eine Steuer auferlegen.

Unterstützung von EPR mit intelligenter Technologie

Um EPR und andere Nachhaltigkeitsbemühungen zu unterstützen, müssen Hersteller Unmengen von Daten und Informationen sammeln, verwalten und analysieren – von der Sicherstellung der Herkunft von Rohstoffen bis hin zum Informieren der Kunden über umweltfreundliche Initiativen und Recyclingoptionen. Compliance muss gewährleistet sein, Prozesse müssen optimiert und automatisiert werden, und Produktdesign und Fertigung müssen in Echtzeit kommunizieren und zusammenarbeiten.

Um die zur Erreichung der EPR- und Nachhaltigkeitsziele erforderliche Geschwindigkeit, Transparenz und Differenziertheit zu erhalten, setzen Unternehmen auf cloudvernetzte, KI-gesteuerte Softwarelösungen, die in ihre vorhandenen Systeme integriert werden können, um das Potenzial von Daten zu nutzen.

Diese intelligenten Systeme helfen Unternehmen wie folgt:

Erweiterte Herstellerverantwortung für Führungskräfte in der Lieferkette

Führungskräfte in der Lieferkette müssen Kosten, Compliance und Resilienz in Einklang bringen. Bei der Umsetzung mit KI und Automatisierung liefert EPR messbaren geschäftlichen Nutzen durch:

KI-gestütztes EPR-Management ermöglicht es Unternehmen, regulatorische Kosten zu senken, Entscheidungen zu Verpackungen und Materialien zu optimieren und die Einhaltung von Vorschriften in globalen Lieferkettennetzwerken sicherzustellen.

So funktioniert die EPR-Ausführung in einem Autonomous Enterprise:

In einem Autonomous Enterprise wird EPR mithilfe eingebetteter KI und Agenten direkt im Geschäftsablauf umgesetzt. Intelligente Systeme bewerten kontinuierlich Kosten-, CO2- und Compliance-Abwägungen in den Bereichen Beschaffung, Produktion und Verpackung und verhindern so nicht konforme Produkte, Lieferanten und Lieferungen, bevor diese Risiken oder Kosten verursachen.

1. Erkennen (Informationen): Produkt-, Verpackungs-, Lieferanten- und Regulierungsdaten verknüpfen
2. Steuern (Optimierung): Abwägungen zwischen Kosten, CO₂-Ausstoß und Compliance simulieren
3. Umsetzen (Autonomie): Einhaltung der EPR-Vorschriften, Berichterstattung und die Umsetzung von Entscheidungen innerhalb von Workflows automatisieren

Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) – sind Sie bereit für die Zukunft?

Führende Unternehmen wandeln EPR von einer Berichtspflicht in eine strategische, KI-gestützte Lieferkettenkompetenz um, indem sie vernetzte Unternehmensdaten, Entscheidungsintelligenz und autonome Ausführung nutzen, um die Compliance zu skalieren und gleichzeitig die Kosteneffizienz zu verbessern sowie Risiken zu reduzieren. Je unvorhersehbarer und komplexer Compliance-Probleme (und Verbraucher) werden, desto flexibler und effizienter muss sich Ihr Unternehmen aufstellen, um wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein. Intelligente Softwarelösungen für die Lieferkette und Fertigung tragen entscheidend dazu bei, Ihre Ziele zu erreichen. Trotzdem stehen die Menschen immer an erster Stelle. Lieferanten, Produktdesigner und Marketingteams – jede und jeder Einzelne in Ihrem Unternehmen kann etwas zur Nachhaltigkeit, Compliance und Kundenzufriedenheit beitragen. Dazu sind zunächst eine starke Kommunikationsstrategie, die Beseitigung von Datensilos und der Austausch von Ideen erforderlich. Das Ganze ist ein laufender Prozess, der Ihr Unternehmen Schritt für Schritt in eine vollständig nachhaltige Zukunft bringt.

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