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Mann in einem Büro, der ein Laptop in den Händen hält

Was sind vorausschauende Analysen?

Bei Predictive Analytics oder vorausschauenden Analysen handelt es sich um einen Teilbereich der erweiterten Analytik, bei dem mithilfe von historischen Daten, statistischen Algorithmen und maschinellem Lernen zukünftige Ergebnisse vorhergesagt werden.

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Predictive Analytics im Überblick

Predictive Analytics sind ein zentraler Bestandteil fundierter Entscheidungsprozesse in der modernen Geschäftswelt. Dabei werden moderne Verfahren, wie z. B. statistische Modelle und maschinelles Lernen, für die Analyse historischer Daten verwendet, um die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Entwicklungen zu prognostizieren. Vereinfacht gesagt ermöglichen Predictive Analytics es Unternehmen, zukünftige Ergebnisse vorherzusagen, anstatt nur vergangene Ereignisse zu betrachten.

Predictive Analytics: Definition

Predictive Analytics verwenden historische Daten, statistische Modelle und maschinelles Lernen, um Prognosen für zukünftige Ergebnisse, Trends und Verhaltensmuster zu erstellen.

Angesichts der zahlreichen Umbrüche und Veränderungen in den vergangenen Jahren und des zunehmenden Wettbewerbsdrucks überrascht es kaum, dass Predictive Analytics für Unternehmen weltweit zu einem unverzichtbaren Instrument geworden sind. Als wichtiges Element moderner Entscheidungsprozesse kommen Predictive Analytics bzw. vorausschauende Analysen in vielen Branchen und Unternehmensbereichen zum Einsatz, z. B. im Finanzwesen, im Marketing, im Gesundheitswesen, bei Umsatzprognosen oder in der strategischen Unternehmensplanung. Doch wie läuft der Predictive-Analytics-Prozess im Detail ab?

Predictive-Analytics-Prozess

Bei Predictive Analytics werden historische Daten ausgewertet, Muster und Zusammenhänge identifiziert und diese Erkenntnisse genutzt, um Prognosen über zukünftige Entwicklungen zu erstellen. Der Predictive-Analytics-Prozess umfasst in der Regel die folgenden Schritte:

  1. Datenerfassung: Sammeln Sie relevante historische Daten aus unterschiedlichen Quellen, z. . aus Kundendatenbanken, Patientenakten, Sensorablesungen, Transaktionsprotokollen oder sozialen Medien.
  2. Datenaufbereitung: Bereiten Sie die Rohdaten auf, indem Sie sie bereinigen, vorbereiten und vereinheitlichen. Dazu gehört in der Regel das Entfernen von Fehlern und Duplikaten, der Umgang mit fehlenden Werten sowie die Vereinheitlichung zu einem konsistenten, nutzbaren Datenformat.
  3. Modellauswahl und -training: Wählen Sie geeignete Predictive-Analytics-Methoden sowie passende Machine-Learning-Algorithmen und wenden Sie diese auf die aufbereiteten Daten an, um ein Modell zu entwickeln und zu trainieren. Während des Trainingsprozesses analysiert das Modell historische Daten von bekannten Ergebnissen und ermittelt, welche Faktoren diese Ergebnisse wie und in welchem Maße beeinflusst haben.
  4. Modellvalidierung: Um die Genauigkeit des Modells zu überprüfen, testen die Analysefachkräfte es mit historischen Datensätzen, die dem Modell zuvor nicht vorlagen, deren Ergebnisse jedoch bekannt sind. Anhand verschiedener Kennzahlen wird bewertet, wie zuverlässig das Modell arbeitet. Erfüllt es die gewünschten Qualitätskriterien, kann es produktiv eingesetzt werden.
  5. Prognose: Anschließend wird das trainierte Modell auf neue Daten angewendet, für die es noch keine Ergebnisse gibt. Anhand der zuvor erkannten Muster erstellt es Prognosen zu wahrscheinlichen Ergebnissen.

Wie geht es nach der Modellentwicklung weiter?

Sind die Modelle einmal bereitgestellt und im Einsatz, ist noch lange nicht Schluss. Die Modelle werden kontinuierlich überwacht und weiterentwickelt, sobald neue Daten hinzukommen oder sich Rahmenbedingungen verändern. In manchen Fällen müssen sie eventuell sogar erneut trainiert werden, um einen Modellverfall zu vermeiden. Die gewonnenen Erkenntnisse und Prognosen aus den vorausschauenden Analysen müssen nun aktiv genutzt werden: Sie unterstützen fundierte Entscheidungen, liefern Impulse für strategische Überlegungen, können zum Optimieren von Abläufen genutzt werden, helfen beim Erkennen neuer Geschäftschancen und weisen frühzeitig auf Risiken hin, die vermieden oder gemindert werden sollten. Nachdem wir uns den Predictive-Analytics-Prozess angesehen haben, werfen wir einen Blick auf einige der häufigsten Anwendungsfälle.

Arten von Predictive-Analytics-Modellen

Predictive Analytics umfassen unterschiedliche Verfahren, darunter Regression, Klassifizierung, Clustering, Entscheidungsbäume, neuronale Netze, Zeitreihenanalysen und Anomalieerkennung. Viele dieser Verfahren werden auch im Data Mining eingesetzt. Der zentrale Unterschied zwischen Data Mining und Predictive Analytics ist die Zielsetzung: Während Data Mining häufig explorativ vorgeht, sind Predictive Analytics stärker auf das Ziel ausgerichtet und darauf ausgelegt, bestimmte Ergebnisse vorherzusagen.

Predictive-Analytics-Modelle helfen dabei, konkrete Fragen zu zukünftigen Entwicklungen zu beantworten. Data Mining hingegen kann auch Erkenntnisse liefern, nach denen ursprünglich gar nicht gesucht wurde, oder unerwartete Zusammenhänge und Muster in den Daten aufzeigen.

Predictive Analytics und Prescriptive Analytics

Der zentrale Unterschied zwischen Predictive Analytics und Prescriptive Analytics liegt in ihrem Umfang und ihrem Zweck. Um diesen Unterschied besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die vier zentralen Analysearten der erweiterten Analytik: Descriptive Analytics, Diagnostic Analytics, Predictive Analytics und Prescriptive Analytics.

Vereinfacht gesagt dienen Descriptive Analytics dazu, den aktuellen Zustand zu bewerten oder zu verstehen, was bereits passiert ist, z. B. für monatliche Verkaufsberichte oder Kundendemografien. Diagnostic Analytics gehen einen Schritt weiter und untersuchen, warum ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist und welche Faktoren den aktuellen Zustand beeinflusst haben, z. B. warum die Verkaufszahlen in einem bestimmten Monat zurückgegangen sind. Predictive Analytics wiederum nutzen historische Daten, maschinelles Lernen und KI, um zukünftige Ergebnisse vorherzusagen. Ein Beispiel für Predictive Analytics ist die Prognose, wie sich eine bestimmte Entscheidung auf den Umsatz auswirken könnte. Prescriptive Analysen gehen noch einen Schritt weiter: Sie geben auf der Grundlage der Prognose konkrete Handlungsempfehlungen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen, z. B. Empfehlungen für Marketingstrategien zur Senkung der Kosten für die Kundenakquise.

Folgende Fragen werden mit diesen verschiedenen Analysearten beantwortet:

Predictive Analytics und Anwendungsfälle in der Praxis

Predictive Analytics werden in der Wirtschaft sehr häufig eingesetzt, und es gibt nahezu endlich viele Anwendungsfälle, nicht nur in Unternehmen. Bevor wir uns einige branchenspezifische Beispiele für den Einsatz von Predictive Analytics genauer ansehen, werfen wir zunächst einen Blick auf die häufigsten branchenübergreifenden Anwendungsfälle.

Typische Einsatzbereiche für Predictive Analytics sind unter anderem:

Vertrieb

Predictive-Analytics-Modelle werden häufig genutzt, um Umsatzprognosen zu erstellen und Veränderungen im Kundenverhalten oder bei der Nachfrage zu erkennen. Unternehmen setzen Predictive Analytics z. B. ein, um vielversprechende potenzielle Kunden zu identifizieren, die Budgetplanung zu unterstützen und Vertriebsstrategien zu optimieren. Dazu modellieren sie die Auswirkungen möglicher strategischer Anpassungen, bevor sie sie umsetzen.

Marketing

Bestimmte Modellierungstechniken für Predictive Analytics können für Marketingverantwortliche von unschätzbarem Wert sein, wenn es darum geht, Kundenpräferenzen besser zu verstehen und die Kommunikation mit Kunden zu personalisieren. Predictive Analytics helfen ihnen dabei, Werbung präziser auszurichten, Kunden zu segmentieren und Angebote an die jeweilige Phase der Customer Journey sowie an weitere relevante Faktoren anzupassen.

Personalwesen

Predictive Analytics sind ein wirkungsvolles Instrument zur Optimierung der Personalplanung, insbesondere in Bereichen, in denen der Personalbedarf saisonal oder situativ stark schwanken kann. Im Gastgewerbe kann z. B. die Analyse historischer Personal- und Geschäftsdaten Personalverantwortlichen dabei helfen, den zukünftigen Personalbedarf besser einzuschätzen und rechtzeitig Aushilfskräfte für Hochsaisonzeiten oder Stoßzeiten einzuplanen.

Supply Chain Management

Die Einsatzmöglichkeiten von Predictive Analytics im Lieferkettenmanagement sind vielfältig und hängen von der Branche ab. In nahezu allen Branchen ist es jedoch wichtig, Störungen der Lieferkette frühzeitig zu erkennen und sich auf Engpässe, Lieferverzögerungen und Preisschwankungen vorzubereiten. So können Hersteller z. B. historische Bedarfsmuster, Lieferzeiten und Transportdaten auswerten, um den zukünftigen Materialbedarf zu prognostizieren und die Beschaffungsplanung rechtzeitig anzupassen.

Geschäftsentwicklung und -strategie

Genauere, datengestützte Prognosen helfen Führungskräften dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen und das Unternehmen in die richtige Richtung zu lenken. Ob bei der Marktanalyse vor einer Expansion in einen neuen Geschäftsbereich oder bei der Bewertung regionaler Vorschriften und Wettbewerbsbedingungen vor dem Eintritt in einen neuen Markt – Predictive Analytics liefern eine Grundlage für strategische Geschäftsentscheidungen.

Operativer Betrieb

Unabhängig von der Branche trägt ein besseres Verständnis möglicher zukünftiger Probleme dazu bei, Geschäftsabläufe gezielt zu optimieren. Von der Vorhersage von Anlagenausfällen über eine effizientere Ressourcenzuordnung bis hin zum frühzeitigen Erkennen möglicher Lieferverzögerungen helfen Predictive Analytics Unternehmen dabei, reibungslose und unterbrechungsfreie Prozesse sicherzustellen.

Kundenbetreuung

Mit Predictive-Analytics-Modellen können Unternehmen Kundenbedürfnisse vorhersehen und mögliche Probleme lösen, bevor sie sich negativ auf die Kundenzufriedenheit auswirken. Der Wechsel von reaktiver Problemlösung zu proaktivem Support verbessert nicht nur das Kundenerlebnis, sondern trägt langfristig auch dazu bei, die Ressourcen im Support zu schonen.

Beispiele für den Einsatz von Predictive Analytics in der Praxis

Nachdem Sie nun einen allgemeinen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten von Predictive Analytics in Unternehmen erhalten haben, schauen wir uns nun einige praktische Beispiele aus verschiedenen Branchen an.

Finanz- und Bankwesen

Die Einsatzmöglichkeiten von Predictive Analytics im Finanzsektor sind vielfältig. Zum einen kommen die Modelle häufig bei Börsenprognosen, Bonitätsprüfungen und Risikobewertungen zum Einsatz, z. B. um vor einer Investition die Wahrscheinlichkeit eines Kursanstiegs abzuschätzen. Zum anderen spielen Predictive Analytics auch eine wichtige Rolle bei der Betrugserkennung und ‑prävention, der Unterstützung von Cybersicherheitsmaßnahmen und der Ermittlung potenzieller Schwachstellen.

Gesundheitswesen

Modellierungsverfahren für Predictive Analytics können Gesundheitsorganisationen dabei unterstützen, den Ausbruch und die Ausbreitung von Krankheiten im Voraus zu erkennen. Gesundheitsdienstleister nutzen Predictive Analytics, um Patient:innen mit erhöhtem Risiko für bestimmte Erkrankungen zu ermitteln und Präventionsmaßnahmen oder rechtzeitige Vorsorgeuntersuchungen vorzuschlagen. Durch die Analyse von Zusammenhängen zwischen Lebensstil und bestimmten Diagnosen bei Patientengruppen lassen sich zudem Personen erkennen, bei denen eine gezielte Untersuchung oder Empfehlungen zur Anpassung ihres Lebensstils sinnvoll sein könnten.

Fertigung

Hersteller setzen Predictive Analytics ein, um Anlagenausfälle zu verhindern, die Instandhaltung zu optimieren, Lieferketten vor Unterbrechungen zu schützen und Änderungen bei Rohstoff- und Energiepreisen vorhersagen zu können. Durch die Auswertung historischer Instandhaltungsdaten können sie z. B. erkennen, dass Anlagen häufiger ausfallen, wenn die Abstände zwischen manuellen Inspektionen zu groß sind. Gleichzeitig verlängert sich die Lebensdauer der Anlagen nicht übermäßig, wenn die Anzahl an Inspektionen verdoppelt wird. Dank Predictive Analytics können Unternehmen das Trial-and-Error-Prinzip hinter sich lassen und effizienter einen optimalen Instandhaltungsrhythmus bestimmen. So können sie Ausfälle reduzieren, ohne unnötig Ressourcen einsetzen zu müssen.

Einzelhandel und E-Commerce

Einzelhandelsunternehmen setzen Predictive Analytics in großem Umfang ein, z. B. für Bedarfsprognosen, Bestandsführung, dynamische Preisgestaltung und personalisiertes Marketing. Anhand von Ausgabemustern und Kaufhistorie lassen sich Kunden beispielsweise in Segmente einteilen. Anschließend können die Einzelhändler ermitteln, welche Kunden noch keine Produkte bestellt haben, die bereits von anderen Kunden in diesem Segment mit ähnlichem Kaufverhalten gekauft wurden, und sie gezielt mit personalisierten Angeboten ansprechen. Wenn z. B. viele Kunden, die regelmäßig Hundespielzeug kaufen, auch Hundeleckerlis bei diesem Händler erwerben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Käufer, die bisher nur das eine Produkt gekauft haben, auf einen personalisierten Rabattcode oder ein zeitlich begrenztes Angebot reagieren. Für den einzelnen Kunden bedeutet dies relevantere Empfehlungen und ein besseres Einkaufserlebnis und für das Unternehmen insgesamt bessere Verkaufschancen.

Telekommunikation

Telekommunikationsanbieter nutzen Predictive Analytics unter anderem, um die Kundenabwanderung zu reduzieren, die Kundenbindung zu stärken und Vertragsverlängerungen zu forcieren. Mithilfe entsprechender Verfahren können sie Kunden ermitteln, bei denen die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie ihren Vertrag kündigen oder nicht verlängern. Anhand dieser Erkenntnisse können die Unternehmen dann z. B. mit personalisierten Angeboten oder Informationsmaßnahmen, die den Mehrwert des Angebots verdeutlichen und Kunden zum Bleiben bewegen, reagieren. Das ist besonders wichtig, wenn die Neukundengewinnung mit hohen Kosten verbunden ist: Rechtzeitig zu reagieren, wenn die Abwanderung von Bestandskunden droht, ist extrem wichtig für die Rentabilität.

Diese Beispiele für Predictive Analytics stellen nur einen kleinen Ausschnitt der möglichen Einsatzbereiche dar. Heutzutage lassen sich die Verfahren in nahezu jeder Branche sinnvoll nutzen. Entscheidend ist vor allem die Erkenntnis, dass für viele Unternehmen der Einsatz von Predictive Analytics inzwischen unerlässlich ist, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Die Vorteile von Predictive Analytics

Das hier beschriebene breite Anwendungsspektrum macht deutlich, wie wichtig Predictive Analytics inzwischen für Unternehmen sind. Über alle Branchen und Einsatzbereiche hinweg haben sie eines gemeinsam: Sie verschaffen Unternehmen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Zu den wichtigsten Vorteilen von Predictive Analytics gehören:

Risikominderung: Von der Betrugsbekämpfung über die Vermeidung von riskanten Investitionen bis zur Reduzierung möglicher Lieferkettenunterbrechungen – Predictive Analytics helfen Unternehmen dabei, Risiken zu senken.

Effizienz: Mithilfe von Predictive Analytics können Unternehmen ihre Leistung durch minimale Anpassungen maximieren. Indem mögliche Auswirkungen modelliert werden, bevor eine Veränderung tatsächlich umgesetzt wird, lassen sich Störungen im Betrieb und Ressourcenverschwendung vermeiden.

Bessere Entscheidungsfindung: Einer der größten Vorteile von Predictive Analytics liegt darin, dass sie konkrete, datengestützte Erkenntnisse liefern, die als Grundlage für Entscheidungen dienen. Selbst erfahrene Fachleute profitieren davon, wenn ihre Expertise und Intuition durch belastbare Daten untermauert wird. Zudem lassen sich strategische Entscheidungen, die anhand von Daten getroffen wurden, intern leichter vermitteln.

Optimierte Customer Experience: In vielen Fällen profitieren nicht nur die Unternehmen von Predictive Analytics, sondern auch ihre Kunden. Vorteile wie personalisierte Empfehlungen und Angebote, proaktiver Support oder eine angepasste Kommunikation verbessern das Kundenerlebnis. Ein positives Kundenerlebnis wirkt sich wiederum auf Faktoren wie Kundenbindung, Vertrauen, Ausgabeverhalten, Customer Lifetime Value und teilweise auch auf die Kosten der Neukundengewinnung aus.

Wettbewerbsvorteil: Predictive Analytics geben Unternehmen die nötige Weitsicht, um kostspielige Fehlentscheidungen zu vermeiden, Störungen zu reduzieren, Markttrends vorherzusehen, neue Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen und schneller auf Veränderungen zu reagieren. Kurz gesagt: Sie helfen Unternehmen dabei, der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein.

Angesichts der Vorteile von Predictive Analytics stellt sich die Frage, warum nicht jedes Unternehmen weltweit bereits die Möglichkeiten vorausschauender Analysen nutzt. Zwar erkennen immer mehr Unternehmen das Potenzial und die Bedeutung von Predictive Analytics, dennoch gibt es weiterhin einige Herausforderungen und Einschränkungen, die Unternehmen noch zögern lassen.

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Herausforderungen von Predictive Analytics und Best Practices zu deren Bewältigung

Die Herausforderungen von Predictive Analytics lassen sich grob in drei Kategorien einteilen, die sich an den zentralen Elementen des Predictive-Analytics-Prozesses orientieren: Daten, Menschen und Modelle. Datenbezogene Einschränkungen von Predictive Analytics betreffen vor allem Aspekte wie Datenqualität, ‑Governance und ‑verfügbarkeit. Herausforderungen auf menschlicher Ebene entstehen häufig durch menschliche Fehler und Verzerrungen in den verschiedenen Phasen des Predictive-Analytics-Prozesses oder durch Widerstand gegen die Einführung neuer Technologien. Auch die Modelle können Schwierigkeiten mit sich bringen, etwa durch Modellverfall. Werfen wir daher einen genaueren Blick auf einige der häufigsten Herausforderungen bei Predictive Analytics und darauf, wie Sie diese erfolgreich bewältigen können.

Eingeschränkte Datenverfügbarkeit

Herausforderung: Predictive Analytics basieren auf Daten. Wenn nur wenige Datenquellen zur Verfügung stehen, wird es schwierig, zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Tatsächlich ist bereits das Training von Predictive-Analytics-Modellen ohne ausreichende und ausgewogene Datensätze eine Herausforderung.

Best-Practice-Ansatz: Setzen Sie auf IoT-Hardware und Softwarelösungen, die hochwertige Daten in nutzbaren Formaten liefern. Je nach Branche und Geschäftsbereich kann dies Investitionen in eine zuverlässige Kundendatenplattform, die Installation von Sensoren und Trackern oder auch die Anpassung interner Verfahren erfordern. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, über den Tellerrand hinauszuschauen und auf externe Datenquellen zuzugreifen, solange sie öffentlich zugänglich sind und ihre Nutzung rechtlich zulässig ist und den geltenden Vorschriften entspricht.

Schlechte Datenqualität

Herausforderung: Predictive Analytics benötigen saubere, vollständige und relevante Daten, um zuverlässige Ergebnisse zu liefern. Fehlende, inkonsistente oder veraltete Datensätze können zu ungenauen Vorhersagen führen.

Best-Practice-Ansatz: Etablieren Sie robuste Prozesse für die Daten-Governance und Datenbereinigung. Hierfür eignen sich Softwarelandschaften, in denen Systeme nahtlos zusammenarbeiten und Daten standardmäßig vereinheitlicht werden. Alternativ können Unternehmen mehr Zeit oder zusätzliche Analysefachkräfte für die Bereinigung und Aufbereitung der Daten einplanen. Dieser Schritt gehört ohnehin zum Predictive-Analytics-Prozess, mit einer leistungsstarken, einheitlichen IT-Umgebung läuft dieser jedoch deutlich einfacher und schneller ab.

Bias

Herausforderung: Von Daten abgeleitete und KI-generierte Erkenntnisse gelten oft als besonders objektiv und unvoreingenommen, da sie von Modellen und nicht von Menschen generiert werden und es somit keinen Grund für Voreingenommenheit gibt. In der Praxis kommt Voreingenommenheit bei KI und Modellen, auch Bias genannt, jedoch vor. Diese Verzerrungen entstehen häufig bei der Auswahl oder Aufbereitung der Trainingsdaten.

Best-Practice-Ansatz: Um Modellverzerrungen wirksam zu vermeiden, sollten Unternehmen an zwei Stellen im Predictive-Analytics-Prozess ansetzen. Bereits bei der Aufbereitung und Auswahl der Daten ist es wichtig, auf ausgewogene Datensätze ohne historische Verzerrungen zu achten. Nach dem Training sollten die Modelle regelmäßig überprüft werden, um mögliche Verzerrungen sowie Unteranpassung (Underfitting) oder Überanpassung (Overfitting) frühzeitig zu erkennen.

Modellverfall

Herausforderung: Die Bedingungen in der realen Welt verändern sich ständig, teilweise sehr schnell. Ein Modell, das mit veralteten Daten trainiert wurde, kann deshalb im Laufe der Zeit an Genauigkeit verlieren, selbst wenn es ursprünglich sehr zuverlässig war. Ein gutes Beispiel ist die Betrugserkennung: Da sich die Betrugsmethoden ständig verändern, erkennt ein Modell, das mit den Daten des vergangenen Jahres trainiert wurde, neue Betrugsmuster aus dem aktuellen Jahr möglicherweise nicht.

Best-Practice-Ansatz: Entscheidend ist eine kontinuierliche Pflege der Modelle. Dazu gehören regelmäßige Validierungen und eine laufende Überwachung der Modellleistung. Es kann zudem erforderlich sein, Modelle mit aktualisierten Daten neu zu trainieren.

Probleme bei der Mitarbeiterakzeptanz

Herausforderung: Es kann frustrierend sein, wenn leistungsfähige Predictive-Analytics-Tools, in die viel Zeit und Ressourcen investiert wurden, kaum genutzt werden. Auch wenn Veränderungen selten vollständig reibungslos umgesetzt werden können, stoßen Unternehmen gerade bei der Einführung komplexer Technologien häufig auf Probleme.

Best-Practice-Ansatz: Der erste Schritt besteht darin, die Ursachen für den Widerstand zu verstehen. Fehlt es an Know-how, sodass die Predictive-Analytics-Tools als zu komplex wahrgenommen werden? Oder besteht ein generelles Misstrauen gegenüber Automatisierung? Sobald die Gründe klar sind, können Sie gezielte Maßnahmen ergreifen, z. B. den geschäftlichen Mehrwert kommunizieren, Schulungen anbieten oder spezialisierte Fachkräfte einbinden, um eine Brücke zwischen Technologie und nicht-technischen Stakeholdern zu schlagen.

Best Practices: Predictive-Analytics-Checkliste

Moderne Predictive Analytics: KI, maschinelles Lernen und Automatisierung

Predictive Analytics haben sich in den letzten Jahren dank verschiedener innovativer Technologien wie maschinellem Lernen, neuen KI-Funktionen, Cloud Computing und Automatisierung erheblich weiterentwickelt. Mithilfe dieser Technologien können Unternehmen riesige Datenmengen in nahezu Echtzeit analysieren, verborgene Muster ermitteln und präzise Prognosen zu zukünftigen Ergebnissen erstellen. Dadurch lassen sich leichter Veränderungen im Kundenverhalten antizipieren, neue Markttrends erkennen und betriebliche Anforderungen nachvollziehen. KI-gestützte Predictive-Analytics-Tools helfen Personen mit Entscheidungsbefugnis dabei, erfolgreich von reaktiven Maßnahmen – um mit Chancen und Herausforderungen Schritt zu halten – hin zu proaktiven, datengestützten Strategien überzugehen.

Ein wesentlicher Treiber dieser Transformation ist der Aufstieg KI-gestützter Cloud-Plattformen. Sie ermöglichen es Unternehmen jeder Größe, ihre Daten für moderne Predictive Analytics, Funktionen des maschinellen Lernens und leistungsfähige Planungswerkzeuge zu nutzen. KI unterstützt Echtzeitanalysen mit einer Geschäftsdaten-Cloud (Business Data Cloud), um diese zugänglicher und intuitiver zu machen. Durch die Automatisierung von Routineaufgaben wie die Berichterstattung können sich Teams besser auf Veränderungen bei Prognosen, mögliche Störungen und neue Geschäftschancen konzentrieren.

Predictive Analytics sind in Unternehmen ein zentraler Bestandteil der umfassenderen Data-Science-Landschaft. Hier werden Geschäftsdaten, statistische Modelle und KI miteinander verknüpft, um verwertbare Erkenntnisse zu gewinnen. Durch den Einsatz von Predictive Analytics können immer mehr Unternehmen agiler reagieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Mit Predictive Analytics sorgt Data Science dafür, dass Unternehmen aus Erkenntnissen konkrete Prognosen ableiten können – eine Fähigkeit, die für Unternehmen zunehmend zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor wird.

FAQs

Wofür werden Predictive Analytics verwendet?
Im Rahmen von Predictive Analytics werden durch die Analyse historischer Daten mögliche zukünftige Ergebnisse vorhergesagt. Diese Prognosen werden anschließend verwendet, um fundierte Entscheidungen zu unterstützen, Impulse für strategische Überlegungen zu liefern, Abläufe zu optimieren, neue Geschäftschancen zu erkennen und frühzeitig auf Risiken hinzuweisen, die vermieden oder gemindert werden sollten.
Wie funktionieren Predictive Analytics vereinfacht ausgedrückt?
Vereinfacht gesagt werden bei Predictive Analytics vergangene Ereignisse anhand historischer Daten analysiert, um daraus Prognosen für zukünftige Ereignisse abzuleiten. Dazu werden Predictive-Analytics-Modelle mit Informationen aus der Vergangenheit trainiert, bei denen sowohl die Einflussfaktoren als auch die tatsächlichen Ergebnisse bekannt sind. Nachdem das Modell gelernt hat, welche Faktoren in früheren Fällen zu bestimmten Ergebnissen geführt haben, kann es bei der Analyse neuer Daten, bei denen nur die Faktoren, nicht aber die Ergebnisse bekannt sind, wahrscheinliche Entwicklungen vorhersagen.
Welche Vorteile bieten Predictive Analytics?
Zu den wichtigsten Vorteilen von Predictive Analytics zählen unter anderem die Minderung von Risiken, eine höhere operative Effizienz, eine bessere Entscheidungsfindung, eine optimierte Customer Experience, Wettbewerbsvorteile sowie präzisere und zuverlässigere Prognosen.
Was sind Beispiele für Predictive Analytics in der Praxis?
Beispiele für den Einsatz von Predictive Analytics finden sich in nahezu allen Branchen und Unternehmensbereichen, z. B. im Vertrieb, beim Marketing, in der Lieferkette und Logistik, im Personalmanagement, im Kundensupport oder im operativen Betrieb. Marketingteams nutzen Predictive Analytics beispielsweise, um das Kundenverhalten besser vorhersagen zu können, Gesundheitsdienstleister, um Risikopatienten zu ermitteln, Finanzverantwortliche, um fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen, und Hersteller, um mögliche Anlagenausfälle im Voraus zu erkennen.
Welche Herausforderungen gibt es bei Predictive Analytics?
Zu den größten Herausforderungen bei Predictive Analytics zählen unter anderem eine eingeschränkte Datenverfügbarkeit, unzureichende Datenqualität, Verzerrungen, Underfitting, Overfitting, Modellverfall sowie Probleme mit der Mitarbeitakzeptanz.
Predictive Analytics und Prescriptive Analytics: Was ist der Unterschied?
Der Hauptunterschied zwischen Predictive Analytics und Prescriptive Analytics ist, dass Predictive Analytics historische Daten, maschinelles Lernen und KI einsetzen, um mögliche zukünftige Entwicklungen vorherzusagen. Prescriptive Analytics verwenden diese Prognosen und schlagen konkrete Maßnahmen vor, mit denen sich gewünschte Ergebnisse erreichen lassen, wie z. B. Empfehlungen für Vertriebsstrategien zur Steigerung der Lead-Konversionsrate.