Unified Commerce – Definition
Unified Commerce verknüpft alle kundenorientierten Systeme und Backend-Prozesse in einer einzigen, durchgängigen Plattform.
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Durch die Vernetzung verschiedener Kanäle wie Online-Shop, Filiale, Apps und Social Media mit den Backend-Systemen für Bestand, Zahlungen und Kundendaten entsteht eine ganzheitliche Commerce-Lösung. So erhalten Unternehmen eine vollständige Sicht auf ihre Kunden und Abläufe.
Wie funktioniert Unified Commerce?
Unified-Commerce-Plattformen basieren auf einem zentralen Datenmodell, das Informationen in Echtzeit über alle Kanäle, Systeme und Teams hinweg synchronisiert.
So können Kunden nahtlos zwischen den verschiedenen Kanälen wechseln, z. B. einen Artikel online kaufen und ihn in der Filiale zurückgeben. Doch das ist nur ein Beispiel. Die folgenden vier Bausteine zeigen, wie Unified Commerce in der Praxis eingesetzt werden und sein volles Potenzial entfalten kann.
- Digitaler Handel
Die digitale Präsenz einer Marke – ob Website, App oder Marktplatz – wird immer wichtiger. In einem Unified-Commerce-Modell sind diese digitalen Kanäle direkt mit den Backend-Systemen synchronisiert. So werden Preise, Produktverfügbarkeit und Kundendaten überall konsistent angezeigt. Unternehmen können dadurch personalisierte Erlebnisse schaffen und in Echtzeit auf Kundenverhalten, Trends und Nachfrage reagieren. - Point of Sale (POS)
Moderne POS-Systeme sind längst mehr als Kassen. Sie fungieren als intelligente, vernetzte Schnittstellen, die Online- und Offline-Erlebnisse miteinander verbinden. Unified-Commerce-Plattformen verknüpfen POS-Systeme direkt mit Informationen zu Beständen, Kundenprofilen und Aktionen. So können alle Mitarbeitenden im Unternehmen Services personalisieren und dank der zur Verfügung stehenden, präzisen Einblicke fundierte Entscheidungen treffen. Ob sie Lagerbestände standortübergreifend prüfen oder Treuevorteile anwenden – mit Unified Commerce wird der POS zu einer wichtigen strategischen Ressource. - Auftragsverwaltung
Zentralisierte Systeme für die Auftragsnachverfolgung dienen als zentrale Datenquelle für alle Transaktionen. Bei Lösungen für die Auftragsverwaltung innerhalb der Unified-Commerce-Plattform werden Online-, In-Store- und Partnerbestellungen in einem zentralen System gebündelt. Dieser konsolidierte Ansatz ermöglicht Aktualisierungen in Echtzeit, flexible Optionen für die Auftragsabwicklung und eine schnellere Problemlösung – selbst bei komplexen logistischen Abläufen wie Teillieferungen oder Verkäufen ins Ausland. Kunden profitieren von nahtlosen Transaktionen und einer Reduzierung von Fehlern, was die Kundenzufriedenheit deutlich steigert. - Bestandsführung
Eine zuverlässige Bestandsführung ist eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Unified-Commerce-Strategie. Werden Bestände kanal- und standortübergreifend synchronisiert, erhalten Unternehmen eine vollständige Sicht auf Lagerbestände, Warenbewegungen und Bedarf. Das sorgt für intelligentere Prognosen, verhindert Überbestände und unterstützt die Art der Auftragsabwicklung, die Kunden heutzutage erwarten, z. B. eine Lieferung am selben Tag. Gleichzeitig ermöglichen Echtzeitbestandsdaten eine dynamische Preisgestaltung, gezielte Aktionen und eine konsistente Auftragsabwicklung über alle Kanäle und Regionen hinweg.
Unified Commerce und Omnichannel-Commerce im Vergleich
Omnichannel- und Unified Commerce hängen eng zusammen, unterscheiden sich jedoch in einigen Punkten.
Während Unified Commerce alle Kanäle auf einer zentralen Plattform bündelt – vergleichbar mit einem Orchester, das nach einer Partitur spielt – setzt Omnichannel-Commerce auf die Abstimmung verschiedener separater Systeme. Es ähnelt eher einer Jazzband, in der jedes Instrument einer eigenen Melodie folgt.
Unternehmen, die ihre Unified-Commerce-Strategie klar definieren, profitieren bei einem vollständig integrierten Ansatz von Echtzeitdaten und einem durchgängig stimmigen Kundenerlebnis. Werden hingegen einzelne Systeme lediglich über Omnichannel-Lösungen und Middleware miteinander verbunden, werden Daten und Prozesse nicht immer vollständig synchronisiert. Es entstehen Datensilos, die Kunden und interne Teams ausbremsen und unnötig frustrieren können.
Während Omnichannel-Commerce vor allem die Konsistenz bei Frontend-Prozessen verbessert, optimieren Unified-Commerce-Lösungen sowohl Frontend- als auch Backend-Abläufe. Das ermöglicht eine präzise Bestandsführung in Echtzeit, personalisierte Customer Journeys und eine bessere Entscheidungsfindung. Hinzu kommt: Omnichannel-Ansätze erfordern häufig zahlreiche Integrationen und kostenpflichtige Abonnements, während in eine Unified-Commerce-Plattform nur einmal investiert werden muss.
Vorteile von Unified Commerce
Mit dem Unified-Commerce-Modell können Unternehmen intelligentere Entscheidungen treffen und sich ihren Kunden über alle Kontaktpunkte hinweg einheitlich präsentieren.
Aber wie gelingt das? Bei einer Unified-Commerce-Strategie greifen Frontend- und Backend-Prozesse nahtlos ineinander, Customer Journeys werden klar erkennbar, Silos verschwinden und Entscheidungen basieren auf Echtzeitdaten.
Doch wer profitiert am meisten von einer konsequent umgesetzten Unified-Commerce-Strategie?
Kunden
Unified Commerce rückt den Kunden in den Mittelpunkt jeder Interaktion. Ganz gleich, ob online, in der Filiale oder per App – die Customer Experience bleibt konsistent. Personalisierte Empfehlungen und flexible Lieferoptionen, wie z. B. „Online bestellen, im Laden abholen“, beschleunigen, vereinfachen und personalisieren den Kaufprozess unabhängig vom verwendeten Endgerät oder Standort.
Einheitliche Profile, in denen Präferenzen, Kaufhistorie und Treuevorteile über alle Kanäle hinweg nachverfolgt werden, sorgen dafür, dass Kunden bessere Empfehlungen erhalten, frustrierende Erfahrungen vermieden werden und der Weg von der ersten Inspiration bis zur Lieferung spürbar reibungsloser verläuft.
Unternehmen
Für Unternehmen verbindet Unified Commerce operative Effizienz mit strategischer Agilität. Wenn Daten aus allen Systemen zentral gebündelt werden, erhalten die Teams einen Echtzeitüberblick über Bestände, Bestellungen und Kundenverhalten. Es werden also weniger Vermutungen angestellt und fundiertere Entscheidungen getroffen. Durch die Automatisierung werden manuelle Aufgaben reduziert, und integrierte Workflows sorgen für effiziente Abläufe von der Auftragsabwicklung bis zum Kundenservice.
Unified Commerce legt zudem den Grundstein für skalierbares Wachstum. Mit einer einheitlichen Basis können Unternehmen einfacher neue Märkte erschließen, zusätzliche Kanäle aufbauen und schneller auf sich wandelnde Kundenerwartungen reagieren, ohne ihre Technologiearchitektur komplett umstrukturieren zu müssen.
E-Commerce-Verantwortliche
Unified Commerce bietet Führungskräften wichtige strategische Vorteile. Die Verwaltung von Aktionen, Beständen und Produkteinführungen über verschiedene Regionen hinweg wird durch die Echtzeitsynchronisierung von Lagerbeständen und Preisen deutlich einfacher. Gleichzeitig sorgen einheitliche Daten und Abläufe für reibungslose Prozesse bei der Abwicklung von Retouren und einen effizienten Kundenservice.
Durch die standardisierten Tools und Prozesse von Unified-Commerce-Lösungen können Mitarbeitende einfacher geschult und eingearbeitet werden. Zudem erhalten die Verantwortlichen detaillierte Einblicke und können entsprechend schneller reagieren und ihre Teams leichter auf gemeinsame Ziele einstimmen. Dies stärkt letztendlich den Umsatz, den Customer Lifetime Value und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit.
Herausforderungen von Unified-Commerce-Plattformen
Die Vorteile von Unified Commerce liegen auf der Hand, stellen sich jedoch nicht von selbst ein. Unternehmen, die den Umstieg wagen, stehen häufig vor folgenden Herausforderungen:
- Altsysteme: Viele Unternehmen nutzen noch eine veraltete IT-Landschaft, die Integrationen und damit auch eine nahtlose Customer Experience erschwert.
- Datensilos und Fragmentierung: Isolierte Systeme erhöhen das Risiko von Dateninkonsistenz, mangelnder Transparenz und operativer Ineffizienz.
- Fehlende Echtzeitsynchronisation: Ohne konsolidierte Datenbasis sind zuverlässige Bestandsinformationen, korrekte Preise und ein konsistenter Kundenservice kaum möglich.
- Kosten und Ressourcen: Der Umstieg auf Unified Commerce erfordert Investitionen in Technologie, Schulungen und ein aktives Change Management.
Natürlich ist eine system- und kanalübergreifende Integration mit einigen Stolpersteinen verbunden. Doch mit der richtigen Strategie und innovativen KI-gestützten Lösungen lassen sich selbst komplexe E-Commerce-Herausforderungen erfolgreich meistern.
Best Practices für eine erfolgreiche Unified-Commerce-Strategie
Um technische, operative und strategische Hürden zu überwinden, die die Einführung von Unified Commerce verlangsamen oder verkomplizieren können, sollten Führungskräfte folgende Best Practices berücksichtigen:
- Führen Sie ein umfassendes System-Audit durch, um Silos und Ineffizienzen zu ermitteln.
- Priorisieren Sie die Integration von zentralen Systemen wie POS, OMS und CRM.
- Etablieren Sie einheitliche Daten, Workflows und Ziele für alle Teams.
- Führen Sie den Ansatz schrittweise ein, um Unterbrechungen zu minimieren.
Wenn der Informationsaustausch nahtlos funktioniert und Teams auf gemeinsame Ziele hinarbeiten, lassen sich einfacher Strategien optimieren, Abläufe skalieren und fundierte Entscheidungen treffen, die das Wachstum nachhaltig unterstützen.
Die KI-Revolution im Unified Commerce
KI wird zunehmend zur Grundlage für moderne Unified-Commerce-Lösungen. Immer mehr Unternehmen setzen KI ein, um ihre Kunden besser zu verstehen und gezielter anzusprechen und zugleich interne Abläufe über Teams und Kanäle hinweg zu optimieren.
Sind Daten innerhalb einer Unified-Commerce-Plattform miteinander verknüpft, zentral gebündelt und synchronisiert, unterstützen moderne KI-Tools eine fundierte Entscheidungsfindung, personalisierte Erlebnisse und leistungsstarke, automatisierte E-Commerce-Prozesse.
Und das ist erst der Anfang. Die KI-Funktionen im Unified Commerce entwickeln sich in rasantem Tempo weiter und bieten Unternehmen neue Möglichkeiten:
- individuellere Personalisierung durch Echtzeitempfehlungen und eine dynamische Preisgestaltung, basierend auf einer direkten Analyse von Kundenverhalten, Präferenzen und bisherigen Käufen
- vorausschauende Analysen, die Führungskräften dabei helfen, strategische Entscheidungen auf Grundlage einheitlicher Daten und Erkenntnisse aus vergangenen Ergebnissen zu treffen
- automatisierte Bestandsführung, die Nachfrageprognosen genauer macht, Produkte rechtzeitig nachbestellt und Lagerbestände optimiert
- intelligenter Kundenservice, bei dem digitale Agenten Aufgaben wie Preisanpassungen, Sendungsumleitungen oder die Bearbeitung komplexer Anliegen autonom erledigen
So wählen Sie die richtige Unified-Commerce-Lösung
Die Auswahl der richtigen Unified-Commerce-Lösung beginnt damit, klar zu definieren, was Erfolg für Ihr Unternehmen bedeutet.
Wenn wichtige Kennzahlen wie ROI, Kundenzufriedenheit oder operative Effizienz klar festgelegt sind, können Führungskräfte leichter beurteilen, ob eine Plattform tatsächlich den erwarteten Mehrwert liefert. Eine gute Unified-Commerce-Lösung sollte mindestens den manuellen Aufwand senken, die Konversionsraten steigern, die Auftragsabwicklung verbessern und gleichzeitig das Kundenerlebnis spürbar aufwerten.
Um diese Ergebnisse in Ihrem Unternehmen zu erreichen, sollten Sie Plattformen in Betracht ziehen, die Folgendes bieten:
- Echtzeiteinblicke in die Performance über alle Kanäle hinweg
- offene APIs und vorkonfigurierte Konnektoren
- eine offene, modulare Architektur
- Echtzeitsynchronisation
- eine skalierbare Infrastruktur, die globale Abläufe unterstützt
Machen Sie den nächsten Schritt in Richtung Unified Commerce
Unified Commerce ist nicht einfach ein technisches Upgrade oder ein neuer Ansatz. Diese Geschäftsstrategie bildet das Fundament für den zukunftsorientierten Einzelhandel.
Um personalisierte Erlebnisse zu schaffen, Abläufe kanalübergreifend zu optimieren und auf Basis datengestützter Erkenntnisse intelligent zu wachsen, benötigen Sie eine Unified-Commerce-Plattform, die B2B-, B2C- und B2B2C-Prozesse zentral bündelt.
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FAQs
Unified Commerce basiert auf vier zentralen Bausteinen, die zusammen ein nahtloses, skalierbares und kundenorientiertes Erlebnis über alle Kanäle hinweg ermöglichen. Der digitale Handel umfasst dabei Online-Storefronts wie Websites, mobile Apps und Marktplätze.
POS-Systeme sind direkt in die zentrale Plattform integriert und verknüpfen Transaktionen in den Filialen mit Online-Daten. Über die Auftragsverwaltung werden Käufe kanalübergreifend in einem zentralen System nachverfolgt und abgewickelt. Selbst komplexe Szenarien der Auftragsabwicklung werden dabei unterstützt. Gleichzeitig wird mithilfe der Bestandsführung sichergestellt, dass Lagerbestände über alle Standorte und Kanäle hinweg jederzeit korrekt und aktuell sind.
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