Was ist generative KI?
Generative KI ist eine Form der künstlichen Intelligenz, die in der Lage ist, völlig neue Inhalte wie Texte, Bilder, Musik und sogar Videos zu erschaffen, indem sie die zugrunde liegenden Muster aus bestehenden Datenbeständen erlernt.
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Generative KI einfach erklärt
Generative KI ist eine Form der KI, die Inhalte kreiert, indem sie zunächst die Muster in bestehenden Daten verinnerlicht, um daraufhin neue Inhalte zu erschaffen, die an diese Strukturen angelehnt sind.
Auf diese Weise kann generative KI eine Kurzgeschichte im Stil einer bestimmten Autorin verfassen, ein realistisches Bild einer fiktiven Person erzeugen, eine Symphonie im Stil eines berühmten Komponisten komponieren oder auf Grundlage einer einfachen Textbeschreibung einen Videoclip erstellen.
Generative KI im Vergleich zu anderen Formen der KI
Generative KI unterscheidet sich grundlegend von anderen KI-Formen durch die Art und Weise, wie sie auf Basis identifizierter Muster in Datensätzen völlig neue Kombinationen erschafft. Dies gelingt ihr, indem sie beispielsweise die statistischen Beziehungen zwischen Wörtern erlernt, um vorherzusagen, welcher Begriff als Nächstes folgt.
So schlägt generative KI die Brücke zu anderen KI-Formen (und grenzt sich von ihnen ab):
Generative KI vs. traditionelle KI
Als traditionelle KI werden KI-Systeme bezeichnet, die bestimmte Aufgaben nach vorgegebenen Regeln oder Algorithmen abarbeiten. Das sind in erster Linie regelbasierte Systeme, die ohne direktes Eingreifen des Menschen nicht aus Daten lernen oder sich im Laufe der Zeit verbessern können. Generative KI hingegen kann aus Daten lernen und daraus völlig neue Formen erschaffen.
Generative KI vs. Machine Learning
Machine Learning oder maschinelles Lernen befähigt ein System dazu, statt durch explizite Programmierung direkt aus Daten zu lernen. Mit anderen Worten: Machine Learning ist der Prozess, bei dem sich ein Computerprogramm an neue Daten anpasst und selbstständig daraus lernt und so die Entdeckung von Trends und Erkenntnissen ermöglicht. Bei der generativen KI kommen Machine-Learning-Techniken zum Einsatz, um aus Daten zu lernen und neue Daten zu erzeugen.
Generative KI vs. dialogorientierte KI
Dialogorientierte KI versetzt Maschinen in die Lage, menschliche Sprache zu erfassen und darauf in einer menschlichen Art und Weise zu antworten. Auch wenn generative KI und dialogorientierte KI auf den ersten Blick ähnlich erscheinen – vor allem, wenn generative KI zur Erzeugung menschenähnlicher Texte verwendet wird –, liegt ihr wesentlicher Unterschied in ihrem jeweiligen Einsatzzweck. Dialogorientierte KI dient dazu, interaktive Systeme zu schaffen, die einen menschenähnlichen Dialog führen können, während generative KI einen breiteren Ansatz verfolgt und die Erschaffung verschiedenster Inhalte über Texte hinaus ermöglicht.
Generative KI vs. künstliche allgemeine Intelligenz
Künstliche allgemeine Intelligenz (Artificial General Intelligence, AGI) beschreibt hochgradig autonome – derzeit noch hypothetische – Systeme, die den Menschen bei den meisten wertschöpfenden Aufgaben übertreffen können. Im Falle ihrer Realisierung wäre eine AGI in der Lage, Informationen über ein breites Spektrum an Funktionen hinweg zu erfassen, dazuzulernen, sich anzupassen und erworbenes Wissen praktisch umzusetzen. Generative KI kann zwar ein Bestandteil solcher Systeme sein, ist aber nicht mit AGI gleichzusetzen. Bei generativer KI liegt der Schwerpunkt auf der Schaffung neuer Dateninstanzen, während AGI ein größeres Maß an Autonomie und Fähigkeiten bezeichnet.
Was unterscheidet generative KI von anderen KI-Formen?
Generative KI hat einen tiefgreifenden Einfluss auf Geschäftsanwendungen, indem sie die Ideenfindung beschleunigt, hochgradig maßgeschneiderte Erlebnisse schafft und Arbeitsabläufe durch die Reduzierung des manuellen Aufwands optimiert.
Einige Beispiele für Aufgaben, die durch generative KI beschleunigt werden:
Innovation
- Schnelles Prototyping: Das zügige Erstellen vielfältiger Designkonzepte unterstützt Designer und Ingenieure bei der iterativen Weiterentwicklung ihrer Entwürfe.
- Erstellung kreativer Inhalte: KI unterstützt Autoren, Künstler und Musiker durch automatisierte Entwürfe dabei, neue Stile oder Ideen zu erkunden.
- Wissenschaftliche Entdeckungen: Das Erzeugen neuer Molekülstrukturen durch das Erlernen von Mustern aus bestehenden Datenbanken ermöglicht es Wissenschaftlern, chemische Eigenschaften bereits vor der tatsächlichen Synthese vorherzusagen.
- Produktentwicklung: KI kann Nutzerfeedback oder Marktreaktionen auf neue Konzepte bereits vor der Markteinführung simulieren.
Personalisierung
- Benutzerdefinierte Inhalte: KI-gestützte Systeme versenden individuell zugeschnittene E-Mails, Werbeanzeigen oder Produktempfehlungen, die exakt auf das Verhalten des jeweiligen Nutzers abgestimmt sind.
- Adaptives Lernen: KI erstellt Unterrichtseinheiten oder Tests, die individuell auf das Lerntempo und den persönlichen Stil eines Schülers zugeschnitten sind.
- Gesundheitswesen: KI erstellt personalisierte Behandlungspläne oder liefert medizinische Erkenntnisse, die auf der Analyse individueller Patientendaten basieren.
- Unterhaltung: KI passt Handlungsstränge oder visuelle Darstellungen in Spielen an, um sie optimal auf die Vorlieben der Nutzer abzustimmen.
Automatisierung
- Erstellung von Inhalten: KI unterstützt Kreative bei der Ideenfindung, indem sie bei der Bildgenerierung, beim Videoschnitt und vielen weiteren Aufgaben assistiert.
- Kundensupport: KI unterstützt menschliche Mitarbeitende bei der Bearbeitung von Anfragen. KI-Chatbots helfen Kunden dabei, Probleme eigenständig zu lösen. Gelingt dies nicht, werden die Probleme an Fachabteilungen weitergeleitet.
- Code-Generierung: KI automatisiert wiederkehrende Programmieraufgaben oder erzeugt grundlegenden Standardcode (Boilerplate).
- Dokumentverarbeitung: KI fasst umfangreiche Texte zusammen, übersetzt diese oder extrahiert gezielt die wichtigsten Informationen aus großen Datenmengen.
Wie generative KI funktioniert
Generative KI basiert auf den grundlegenden Prinzipien des maschinellen Lernens. Anders als die traditionellen Machine-Learning-Modelle, die Muster erkennen und auf der Grundlage dieser Muster Vorhersagen oder Entscheidungen treffen, geht die generative KI einen Schritt weiter und lernt nicht nur aus Daten, sondern erzeugt auch neue Dateninstanzen, welche die Eigenschaften der Eingabedaten imitieren.
Der Grundpfeiler der generativen KI ist das Deep Learning, eine Art des maschinellen Lernens, die bei der Datenverarbeitung und Mustererstellung zur Entscheidungsfindung die Funktionsweise des menschlichen Gehirns imitiert. Dies wird durch künstliche neuronale Netzwerke erreicht, die aus vielen miteinander verbundenen Schichten bestehen, die Informationen verarbeiten und übertragen und so Neuronen im menschlichen Gehirn nachahmen.
Hier ein allgemeiner Arbeitsablauf für den Einsatz generativer KI:
Lernen aus Daten
Generative KI-Modelle beginnen damit, gewaltige Datenmengen aufzunehmen – seien es Texte, Bilder, Audioaufnahmen oder andere Formate. Während des Trainings identifiziert die KI statistische Muster und Strukturen innerhalb dieser Daten, welche das Fundament für ihre Fähigkeit bilden, neue Inhalte zu generieren.
Erkennen von Mustern und Zusammenhängen
Sobald die KI trainiert ist, erkennt sie komplexe Beziehungen zwischen den einzelnen Elementen in den Daten. In Sprachmodellen umfasst dies beispielsweise das Verständnis von Grammatik, Kontext, Tonalität und sogar der zugrunde liegenden Absicht. Bei Bildmodellen kann dies das Erkennen von Formen, Texturen und räumlichen Anordnungen beinhalten.
Verwenden von Prompts zum Generieren neuer Inhalte
Die generative KI reagiert auf Prompts – also Benutzereingaben, welche die KI bei der Erstellung neuer Inhalte steuern. Diese Prompts können aus Fragen, Anweisungen oder Beispielen bestehen. Basierend auf den gelernten Mustern erzeugt die KI Ergebnisse, die kohärent sowie kontextbezogen relevant sind und sich oft nicht mehr von menschengemachten Inhalten unterscheiden lassen.
Wie Menschen mit generativer KI arbeiten
Je nach angestrebtem Ziel und gewählten Tools gestaltet sich die Interaktion zwischen Mensch und generativer KI sehr unterschiedlich:
- Schreiben und Kommunizieren: Tools wie Grammarly und ChatGPT unterstützen beim Verfassen von E-Mails, beim Verfeinern der Tonalität, beim Korrigieren der Grammatik und beim Generieren von Inhaltsideen. Ganz gleich, ob Sie einen Bericht schreiben oder einen Social-Media-Post verfassen – diese Werkzeuge helfen dabei, den Prozess zu optimieren und die Klarheit zu verbessern.
- Programmierung: GitHub Copilot unterstützt Entwickler aktiv, indem die KI Code-Fragmente vorschlägt, Bugs im Quelltext identifiziert und sogar komplette Funktionen eigenständig generiert.
- Produktivität und Organisation: KI-Assistenten entlasten ihre Nutzer durch sofortige Antworten auf komplexe Fragen, übernehmen Routineaufgaben (wie Terminplanung oder Datenerfassung) und unterstützen bei der Entscheidungsfindung. Joule von SAP kann beispielsweise den Nutzern fundierte Einblicke auf Basis des jeweiligen Geschäftskontexts liefern und wiederkehrende Aufgaben, wie etwa den Rechnungsabgleich, vollständig automatisieren. Tatsächlich haben Nutzer die Möglichkeit, Joule individuell auf die eigene spezifische Rolle und eigene Verantwortungsbereiche zuzuschneiden – vom Rechnungs- über das Personalwesen bis hin zu vielen weiteren Unternehmensbereichen.
- Forschung und Lernen: Studierende und Fachkräfte nutzen KI-Produktivitätsassistenten, um sich komplexe Themen erklären zu lassen, Fachartikel zusammenzufassen oder neue Ideen zu entwickeln.
Indem sie routinemäßige und mühsame Aufgaben übernehmen, schaffen generative KI-Tools freie Kapazitäten, damit sich Menschen mit strategisch wichtigeren Dinge befassen können.
Arten von generativer KI
Modelle der generativen KI unterscheiden sich sowohl in ihrem Funktionsumfang als auch in ihrer Bauweise. Ihre spezifischen Stärken und die jeweiligen Fähigkeiten zur Problemlösung hängen maßgeblich von der zugrunde liegenden Architektur ab. Diese Unterschiede sind von großer Bedeutung, da sie maßgeblich beeinflussen, wie die KI in praxisnahen Szenarien agiert – angefangen beim Texten und Programmieren bis hin zur Erstellung von Bildern.
Grob betrachtet lassen sich GenAI-Modelle in verschiedene Kategorien unterteilen, von denen jede ihren eigenen Ansatz verfolgt, um Daten zu analysieren und neue Inhalte zu erzeugen:
- Transformer-basierte Modelle: Modelle, die auf Transformer-Architekturen aufbauen, nutzen sogenannte Aufmerksamkeitsmechanismen (Attention Mechanisms), um die Beziehungen zwischen Wörtern oder Tokens über lange Sequenzen hinweg zu verstehen. Auf diese Weise können Dialog- und Assistenz-KIs kohärente und kontextbezogene Texte generieren – selbst über mehrere Absätze oder ganze Dokumente hinweg.
- Generative Adversarial Networks (GANs): GANs bestehen aus zwei neuronalen Netzen – einem Generator und einem Diskriminator. Der Generator erschafft neue Daten, während der Diskriminator diese bewertet, um deren Echtheit zu bestimmen. Im Laufe der Zeit führt diese wettbewerbsorientierte Beziehung zu einer stetigen Ergebnisverfeinerung. Ein Beispiel hierfür sind Werkzeuge zur digitalen Bilderstellung, welche GANs nutzen, um visuelle Inhalte zu generieren und zu manipulieren.
- Variations-Autoencoder (VAEs): VAEs werden unter anderem für das Komponieren von Musik eingesetzt. Das Prinzip beruht auf einem Encoder, der Informationen in einen sogenannten latenten Raum verdichtet, und einem Decoder, der diese Daten daraus wieder zusammensetzt. Weil der Decoder hierbei gezielt Zufallswerte einstreut, entstehen variantenreiche Ergebnisse. Vereinfacht gesagt: Tools zur Komposition von Musik analysieren Audioaufnahmen und versuchen, diese anhand der identifizierten Abfolgen und Strukturen zu rekonstruieren.
- Autoregressive Modelle: Diese Modelle erzeugen Daten Schritt für Schritt, indem sie das nächste Element basierend auf den zuvor generierten Elementen vorhersagen. Dieser Ansatz wird häufig in der Sprachmodellierung verwendet, wobei jedes Wort oder Token nacheinander generiert wird. Mehrere bekannte Tools der generativen KI basieren auf der Leistungsfähigkeit autoregressiver Modelle.
- Normalisierende Flussmodelle: Diese Klasse generativer Modelle transformiert einfache Wahrscheinlichkeitsverteilungen mithilfe einer Serie von umkehrbaren Funktionen in komplexe Verteilungen. Sie sind besonders nützlich für Aufgaben, bei denen eine exakte Schätzung der Wahrscheinlichkeitsdichte entscheidend ist, wie beispielsweise bei der Bildgenerierung.
Beispiele und Anwendungsfälle generativer KI
Durch ihre einzigartige Fähigkeit, neue Inhalte zu erschaffen, ermöglicht die generative KI eine breite Palette an vielfältigen und interessanten Anwendungsmöglichkeiten.
Anwendungsfälle in Unternehmen
Generative KI transformiert verschiedene Branchen, indem sie Arbeitsabläufe optimiert und Innovationen ermöglicht.
- Personalwesen: Generative KI automatisiert Aufgaben wie das Entwerfen von Stellenbeschreibungen und das Erstellen maßgeschneiderter Interviewfragen auf Basis von Bewerberprofilen. Beispielsweise nutzt der indische Autobauer Mahindra & Mahindra generative KI, um fundiertere Einstellungsentscheidungen in kürzerer Zeit zu treffen.
- Lieferkettenmanagement: Das Computertechnologie-Unternehmen AMD entwickelte ein KI-gesteuertes Fehlersuche-Tool, das Kundenauftragsbestätigungen analysiert, Zuweisungsprobleme erkennt und Bestandsengpässe identifiziert. Die Mitarbeitenden kommunizieren mit dem Tool über einen Chatbot in natürlicher Sprache, wodurch komplexe Dateneinblicke leichter zugänglich und direkt umsetzbar werden. Dies verdeutlicht, wie generative KI intelligentere Entscheidungen fördert und zu effizienteren Betriebsabläufen beiträgt.
- Dienstleistungsbranche: Durch das Aufzeigen wichtiger Kennzahlen macht generative KI die Nutzer auf Risiken aufmerksam und untermauert Berichte mit datengestützten Erkenntnissen. Bei Accenture hat KI die Finanzteams gestärkt, indem ihre Arbeitsbelastung reduziert wurde und man mit dieser KI-Unterstützung nun schneller und fundierter entscheiden kann.
Text- und dialogorientierte KI
Generative KI revolutioniert die Kommunikation, indem sie Texte auf menschlichem Niveau generiert, die die Interaktion mit den Nutzern auf eine völlig neue Ebene heben. Sie bildet das Herzstück moderner Chatbots und virtueller Assistenten, die dadurch in der Lage sind, absolut natürliche, fließende Dialoge zu führen. Diese Systeme reagieren deutlich feinfühliger und kontextbewusster als frühere Generationen – das macht sie zu unverzichtbaren Wegbegleitern im Kundenservice, als persönliche Assistenten und darüber hinaus.
Zudem helfen Tools wie Schreibassistenten den Menschen dabei, sich klarer und selbstbewusster auszudrücken. Ob beim Entwerfen von E-Mails, beim Zusammenfassen komplexer Dokumente oder beim Generieren kreativer Inhalte: Diese Texterzeugungswerkzeuge liefern schlüssige, relevante und grammatikalisch einwandfreie Formulierungen entsprechend der jeweiligen Prompts.
Bilder und Design
In kreativen Berufsfeldern erweist sich generative KI als leistungsstarkes Tool für visuellen Variantenreichtum (Iteration). Im Grafikdesign und in der Architektur unterstützt sie Experten dabei, auf Basis von Trainingsdaten in rasantem Tempo einzigartige Designkonzepte und effiziente Grundrisse zu entwerfen. In der Kunst verwandeln Kreativ-Tools (spezialisierte Portale) nutzerbasierte Bilder in Kunstwerke im Stil berühmter Maler. Zudem können bildverarbeitende Netzwerke (neuronale Faltungsnetze) surreale, traumähnliche Visualisierungen erschaffen und so die Grenzen der digitalen Kreativität verschieben.
Musik und Video
Fortschrittliche Modelle sind heute in der Lage, Musik über eine enorme Bandbreite an Genres hinweg zu komponieren. Dabei simulieren sie verschiedenste Instrumente und Stilrichtungen mit beeindruckender Stimmigkeit und emotionaler Tiefe.
In der Videoproduktion können wegweisende generative KI-Systeme mittlerweile sogar kurze, realistische Clips erstellen – inklusive synchronisierter Tonspur, atmosphärischen Umgebungsgeräuschen und sogar Dialogen. Diese Modelle beherrschen sowohl filmische als auch animierte Stile und nutzen nutzerbasierte Referenzen, um Szenen zu personalisieren – etwa indem sie das Ebenbild einer Person in ein generiertes Video einfügen. Dank physikalisch präziser Bewegungsabläufe und lebensnaher Bildsynthese eröffnen diese Tools völlig neue Horizonte für Musikvideos, Kurzfilme und hautnahe digitale Erlebnisse.
Hürden und Risiken bei der Implementierung generativer KI
Die Hürden und Risiken bei der Einführung generativer KI erstrecken sich über ein breites Spektrum technischer, organisatorischer und ethischer Fragen, denen sich Führungskräfte im Zuge der technologischen Entwicklung stellen müssen. Im Folgenden beleuchten wir einige der zentralen Herausforderungen und zeigen Strategien auf, wie Unternehmen diese erfolgreich meistern können.
- Datenanforderungen: Generative KI-Modelle benötigen eine gewaltige Menge hochwertiger, vielfältiger und relevanter Daten, um effektiv trainiert werden zu können. Die Beschaffung solcher Daten kann sich als schwierig erweisen, insbesondere in Bereichen, in denen Daten rar gesät, sensibel oder geschützt sind, wie etwa im Gesundheitswesen oder im Finanzsektor. Zudem ist es eine komplexe Aufgabe, die Vielfalt und die Genauigkeit der Stichproben sicherzustellen, um verzerrte Ergebnisse (Bias) in der KI-Ausgabe zu vermeiden. Ein Lösungsansatz hierfür ist der Einsatz synthetischer Daten – also künstlich erzeugter Daten, die die Eigenschaften realer Informationen exakt widerspiegeln. Immer mehr spezialisierte Datenanbieter konzentrieren sich darauf, diese künstlichen Trainingsdaten zu generieren, damit KI-Systeme lernen können, während Privatsphäre und Vertraulichkeit gewahrt bleiben.
- Komplexität des Trainings: Das Training generativer KI-Modelle – insbesondere bei hochkomplexen Architekturen wie GANs oder transformatorbasierten Systemen – ist rechenintensiv, zeitaufwändig und teuer. Dieser enorme Bedarf an Ressourcen und spezialisiertem Fachwissen stellt oft eine hohe Hürde für kleinere Unternehmen oder KI-Neueinsteiger dar. Abhilfe schafft hier das verteilte Training, bei dem der Lernprozess auf mehrere Rechner oder Grafikprozessoren (GPUs) aufgeteilt wird, um den Vorgang spürbar zu beschleunigen. Eine weitere effiziente Strategie ist das Transferlernen: Dabei nehmen Entwickler ein bereits vortrainiertes Modell als Basis und unterziehen es einem „Feinschliff“ für eine spezifische Aufgabe. Diese Technik reduziert sowohl die Komplexität des Trainings als auch den Bedarf an wertvollen Ressourcen.
- Kontrolle der Ergebnisse: Generative Modelle neigen mitunter dazu, Inhalte zu erzeugen, die ungenau, irrelevant oder schlicht unpassend sind. Ein Hebel, um dieses Problem in den Griff zu bekommen, ist die Optimierung des Trainings durch vielfältigere und repräsentativere Daten. Zusätzlich hilft die Implementierung von Kontrollmechanismen wie Filtersystemen und Rückkopplungsschleifen (Feedback-Loops), um die Ergebnisse fortlaufend zu überwachen und zu verfeinern. Erklärbarkeit und Fairness direkt in das Modelldesign einzubetten, ist unabdingbar – nur so entstehen Vertrauen und echte Relevanz.
- Ethische Bedenken: Generative KI wirft mehrere ethische Bedenken auf, insbesondere wenn es um die Echtheit und Integrität der erzeugten Inhalte geht. So genannte „Deepfakes“, die durch spezialisierte Netzwerke (Generative Adversarial Networks, GANs) erstellt werden, können gezielt Fehlinformationen verbreiten und Betrugsversuche erleichtern. Auch generative Textmodelle werden mitunter missbraucht, um irreführende Nachrichtenartikel oder gefälschte Rezensionen zu verfassen. Die Formulierung strikter ethischer Leitlinien für den Einsatz generativer KI ist von entscheidender Bedeutung. Technologien wie digitale Wasserzeichen oder Blockchain können helfen, KI-generierte Inhalte zu kennzeichnen und deren Ursprung nachzuweisen. Auch die Vermittlung von KI-Kenntnissen in der Öffentlichkeit kann dazu beitragen, die Risiken durch Manipulation oder Täuschung abzufedern.
- Gesetzliche Hürden: Bislang fehlt es an klaren gesetzlichen Leitplanken für den Einsatz generativer KI. Die rasante Entwicklung der KI führt zu Unsicherheiten und potenziellen Rechtsstreitigkeiten, weil Gesetze und Vorschriften nicht Schritt halten.
Um eine verantwortungsvolle Nutzung sicherzustellen, ist eine strategische Zusammenarbeit zwischen Technologieexperten, politischen Entscheidungsträgern, Juristen und der breiten Öffentlichkeit unerlässlich. Diese Allianz muss die Entwicklung tragfähiger Governance-Strukturen, ethischer Standards und klarer gesetzlicher Vorgaben vorantreiben, die mit dem technologischen Fortschritt Schritt halten.
Ebenso wichtig ist die Datenreife. Unternehmen müssen den Reifegrad ihrer Daten kritisch prüfen – sie müssen sicherstellen, dass diese „sauber“, konsistent und kontextbezogen sind – und eine Infrastruktur aufbauen, die dies trägt. Ideale Lösungen sollten Daten systemübergreifend integrieren und dabei gleichzeitig strenge Governance-Strukturen wie auch den Schutz der Privatsphäre gewährleisten.
Geschichte der generativen KI
Die Geschichte der generativen KI wurde durch mehrere wichtige Entwicklungen und Meilensteine geprägt.
Bereits in den 1980er-Jahren legten Datenwissenschaftler den Grundstein für den generativen Ansatz: Auf der Suche nach Wegen, die starren Regeln und vordefinierten Algorithmen der traditionellen KI zu überwinden, entwickelten sie den Naive-Bayes-Klassifikator.
Später, in den 1980er und 1990er Jahren, wurden Modelle wie Hopfield-Netze und Boltzmann-Maschinen eingeführt, um neuronale Netze zu schaffen, die in der Lage sind, neue Daten zu erzeugen. Doch die Skalierung auf große Datensätze erwies sich als schwierig. Insbesondere technische Hürden wie das Verschwinden des Gradienten (das sogenannte Vanishing Gradient Problem) bremsten das Training tiefer neuronaler Netze massiv aus.
Ein Durchbruch gelang im Jahr 2006 mit den Restricted Boltzmann Machines (RBM), die es ermöglichten, die einzelnen Schichten eines tiefen neuronalen Netzes schrittweise vorzutrainieren. Diese RBMs lösten nicht nur das Problem des verschwindenden Gradienten, sondern ebneten auch den Weg für die Entwicklung sogenannter Deep Belief Networks.
2014 hielten die ersten Generative Adversarial Networks (GANs) Einzug und sorgten mit ihrer Fähigkeit, verblüffend realistische Daten – vor allem Bilder – zu erzeugen, für Aufsehen. Etwa zeitgleich präsentierte die Forschung Variational Autoencoder. Dieser wahrscheinlichkeitsbasierte Ansatz bot Autoencodern eine methodisch fundierte Grundlage für die Generierung von Daten.
In den späten 2010ern eroberten Transformer-Modelle wie GPT und BERT die Bühne und definierten die Verarbeitung natürlicher Sprache durch die Erzeugung menschenähnlicher Texte völlig neu.
Heute sprengen generative KI-Modelle immer wieder neue Grenzen. Im Zuge dessen rücken die ethische Verantwortung und die präzise Kontrollierbarkeit zunehmend in den Mittelpunkt.
Die Geschichte der generativen KI spiegelt den rasanten Fortschritt in Theorie und Anwendung wider und bietet wertvolle Erkenntnisse darüber, wie sich ihr kreatives Potenzial verantwortungsbewusst ausschöpfen lässt.
Die Zukunft generativer KI
Generative KI - was früher als reine Science-Fiction galt, ist in kürzester Zeit zu einem festen Bestandteil unseres Alltags und der Arbeitswelt geworden. Anders als die klassische KI, deren Schwerpunkt darauf liegt, aus Daten zu lernen und Entscheidungen zu automatisieren, bringt die generative KI eine entscheidende Fähigkeit mit: das Erschaffen von Inhalten. Dieser Sprung ermöglicht Anwendungen, die zuvor unvorstellbar waren – von der Erzeugung realistischer Bilder über das Schreiben von Programmcode bis hin zur Produktion synthetischer Trainingsdaten.
Die generative KI läutet zudem eine neue Ära der Business-KI für Unternehmen ein. Direkt in die Kernprozesse eingebettet, unterstützt sie Organisationen dabei, Workflows zu automatisieren, die Interaktion mit Kunden zu verbessern und die operative Effizienz zu steigern.
Generative KI entwickelt sich stetig weiter – und so auch ihr Potenzial zur Steigerung menschlicher Kreativität und Produktivität – vorausgesetzt, sie unterliegt einer durchdachten Governance und der Verpflichtung zu einer ethischen Nutzung. Unternehmen müssen diese Technologien ethisch, transparent und regelkonform einsetzen und dabei globale Regulierungen einhalten.
SAP-Lösung
Aktuelles zu generativer KI erfahren
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FAQ
Das Potenzial von KI ausschöpfen
Bringen Sie Ihr Unternehmen mit diesen Strategien zur KI-Implementierung auf die Erfolgsspur. Schlagen Sie den Bogen von der Bewertung Ihrer Einsatzbereitschaft über die Risikominimierung bis hin zur Messung des ROI.