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Die Zukunft der Arbeit wird von zwei großen Trends bestimmt, die die Arbeitsplätze, die Belegschaften und die Art der Arbeit in den 2020er-Jahren verändern. Der erste Trend ist der zunehmende Einsatz von Technologien, wie künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen und Robotik am Arbeitsplatz. Der zweite Trend ist die sich verändernde räumliche Verteilung der Arbeitskräfte und die Zunahme von externen Mitarbeitern und Mitarbeitern, die im Homeoffice arbeiten.

 
Vieles was als Zukunft der Arbeit galt, wurde beschleunigt und ist heute für einen Großteil der Unternehmen Realität geworden, da COVID-19 eine rasche Umstrukturierung der Arbeitsplätze erforderlich machte. Veränderungen in der Arbeitswelt waren jedoch bereits lange vor der Pandemie in vollem Gange. In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der Mitarbeiter, die außerhalb des Unternehmens arbeiten, laut einem FlexJobs-Bericht von 2019 um 91 % an. Auch die Zahl der externen Mitarbeiter nimmt stetig zu und hat laut einem ADP-Bericht aus dem Jahr 2020 seit dem Jahr 2010 um über 15 % zugenommen. Die Einführung von KI am Arbeitsplatz ist ein weiterer deutlich zunehmender Trend. Laut einer Deloitte-Umfrage von 2020 planen 71 % der Führungskräfte, im kommenden Jahr mehr für KI auszugeben.  
41 %

Gartner zufolge werden 2020 41 % der Arbeitnehmer weiterhin auf unbestimmte Zeit remote arbeiten, gegenüber weniger als 30 % vor COVID-19. 

Arbeitsplatz und Belegschaft transformieren

In den letzten hundert Jahren hat sich die Arbeitswelt kontinuierlich weiterentwickelt. Der stetige technologische Fortschritt und das Aufkommen des digitalen Arbeitsplatzes haben nicht nur die Art und Weise und den Ort unserer Arbeit geprägt, sondern auch die Rollen und Fähigkeiten, die in einer hochdynamischen Arbeitskultur erforderlich sind. Die Arbeitswelt entwickelt sich stetig weiter und verlangt von Führungskräften die Suche nach innovativen Lösungen für die Arbeitsplätze und Belegschaften der Zukunft. 

  • Wie und wo wir arbeiten: Bis vor kurzem war ein mobiles Gerät einfach nur ein Telefon – heute werden Smartphones von den Arbeitnehmern jedoch als Portale für immer ausgefeiltere Software und Werkzeuge zur Datenverwaltung genutzt. In einer kürzlich durchgeführten Studie waren 87 % der Unternehmen darauf angewiesen, dass ihre Mitarbeiter über ihre Geräte Zugang zu mobilen Geschäftsanwendungen haben. Wenn mobile Geräte wie Laptops und Handys um KI ergänzt und mit modernen digitalen Systemen verbunden werden, sinkt die Bindung der Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz. Sie können arbeiten, wo auch immer sie sind – und sich mehr auf Lösungen und Innovationen konzentrieren und weniger auf sich wiederholende Aufgaben.
  • Wechselnde Rollen in der Belegschaft: In dem Maße, wie der Einsatz von KI am Arbeitsplatz zunimmt, steigt auch die Nachfrage nach vorwiegend wissensbasierten und kognitiven Rollen. Und trotz der Befürchtungen, dass Menschen durch KI und Roboter aus der Arbeitswelt verdrängt werden, ist die Prognose in Wirklichkeit viel rosiger, als viele annehmen. So stellte beispielsweise ein WEF-Bericht im Jahr 2018 fest, dass die Digitalisierung der Arbeitswelt zwar einige traditionellere Rollen überflüssig macht, dass sie aber auch auf dem besten Wege ist, bis 2022 bis zu 133 Millionen neue Rollen zu schaffen – Tätigkeiten, die es so vorher noch nicht gab. Diese neuen Rollen werden 2022 voraussichtlich bis zu einem Drittel der Beschäftigten großer Unternehmen weltweit ausmachen.
  • Nachfrage nach neuen Kompetenzen am Arbeitsplatz der Zukunft: So wie der digitale Arbeitsplatz den Bedarf an Arbeitskräften vor Ort verringert, erhöht er gleichzeitig den Bedarf an wissensintensiven Aufgaben. Von 2000 bis 2019 stieg der Anteil der Beschäftigten mit Hochschulabschluss von 24 % auf 42 %. Auch andere Studien und Statistiken zeigen, dass die Zahl der Arbeitsplätze, die Fähigkeiten zu komplexer Problemlösung und innovativem Denken erfordern, in den letzten zehn Jahren um fast 20 % gestiegen ist. Und natürlich ist ein hohes Maß an Computer- und Softwarekenntnissen für die Arbeitskräfte der Zukunft von grundlegender Bedeutung.

Sechs Trends, die die Zukunft der Arbeit prägen

Resilienz und Agilität ist zuletzt für viele Unternehmen in den Vordergrund gerückt und bei Arbeitsabläufen wurde zunehmend auf Effizienz, Personalisierung und Flexibilität geachtet. Die sechs Trends, die die Zukunft der Arbeit entscheidend prägen, sind:

  1.  Die verteilte Belegschaft: Externe Mitarbeiter, Remote-Mitarbeiter und hochspezialisierte Berater bilden in den letzten zehn Jahren einen immer größeren Teil der Belegschaft. Tatsächlich zeigen aktuelle Statistiken, dass die Gig Economy dreimal schneller wächst als der traditionelle Arbeitsmarkt in den USA. Die Pandemie hat Unternehmen maßgeblich zu einem schnellen Ausbau der verteilten Belegschaft gezwungen. Dadurch wurden Erkenntnisse über dieses Beschäftigungsmodell generiert, für die man sonst Jahre gebraucht hätte. Anstatt Mitarbeiter mit generalistischen Fähigkeiten einzustellen, die sich physisch und dauerhaft in einem zentralen Büro aufhalten, geht der Trend verstärkt dahin, dynamische Teams auf der Grundlage aufgabenorientierter Fähigkeiten zu bilden und diese Teams in einer viel weniger zentralisierten und hierarchischen Struktur anzusiedeln.  
  2.  KI am Arbeitsplatz: Durch die Automatisierung von Aufgaben und die Minimierung von Fehlern können alltägliche und sich wiederholende Aufgaben im gesamten Unternehmen über künstliche Intelligenz erledigt werden. Das gibt den Mitarbeitern die Flexibilität, sich auf die Problemlösung sowie kreativere und interessantere Aufgaben zu konzentrieren. KI-gestützte Systeme können Big Data und sehr unterschiedliche Datensätze analysieren und interpretieren und liefern äußerst genaue und aussagekräftige Erkenntnisse. Dies unterstützt nicht nur Initiativen für das Wohlbefinden der Mitarbeiter, sondern auch mehr Innovation und eine souveränere Entscheidungsfindung in allen Unternehmensbereichen. 
    Superteams sind ein wachsender Trend bei der Belegschaft der Zukunft. Die Integration künstlicher Intelligenz in bereits erfahrene und talentierte Teams kann zu besseren Ergebnissen führen – verbunden mit den Vorteilen von fortschrittlichen Analysen, maschinellem Lernen und Big-Data-Management. 
  3.  Vielfalt und Inklusion: Vielfalt am Arbeitsplatz ist nicht mehr nur eine Frage der Compliance und des Abhakens. Unternehmen beweisen zunehmend, dass Vielfalt in der Belegschaft zu einem höheren Maß an Innovation, Erfolg und Mitarbeiterzufriedenheit führt. In einer kürzlich durchgeführten McKinsey-Studie schnitten Unternehmen, die sich hinsichtlich Vielfalt im obersten Viertel des Landes befanden, im Durchschnitt um 36 % besser ab als ihre Wettbewerber. Mitarbeiter, die Teil einer vielfältigen und integrativen Belegschaft sind, profitieren von einem breiteren Spektrum an kulturellen und persönlichen Erfahrungen. Ergänzt durch fortschrittliche Analysen und die Fähigkeiten von KI erlangen solche Teams einen kompetitiven und kreativen Vorteil in einem Markt und einer Wirtschaft, die sich rasant verändern.
  4.  Generationenübergreifende Belegschaft: Bis vor kurzem war die vorherrschende Arbeitskultur von der Babyboomer-Generation geprägt und basierte auf deren generationsspezifischen Erfahrungen. Ein Trend – und eine Herausforderung – am Arbeitsplatz der Zukunft wird darin bestehen, die sich ändernden Generationsunterschiede am modernen Arbeitsplatz sowie die speziellen Bedürfnisse und Erwartungen einer Vielzahl von Altersgruppen voraussagen und zu verstehen. Die jüngsten Verschiebungen in der Belegschaft haben auch zu einer erheblichen Abwanderung von Mitarbeitern geführt. Dies hat neue Möglichkeiten geschaffen, aber auch den Bedarf an verstärkter Entwicklung, Karriereplanung, Talentmanagement und damit verbundenen Initiativen erhöht. Moderne HR-Technologien und durch KI unterstützte Instrumente tragen zu Lösungen für diese komplexen Herausforderungen bei. Sie helfen Führungskräften, Einblicke in die besonderen Bedürfnisse jeder Generation zu gewinnen. Dies bedeutet, dass Lern- und Arbeitspräferenzen berücksichtigt werden können – und dass sich Arbeitgeberleistungen und Gesundheitsangebote an die Bedürfnisse aller Altersgruppen innerhalb der Belegschaft anpassen lassen.
  5.  Weiterbildung: Die Integration immer komplexerer KI- und digitaler Lösungen in die Arbeitswelt erfordert spezielle Schulungen. Neue Formen der Arbeit mit verteilten Belegschaften haben auch eine Lernkurve, da sie komplexere Kommunikationsprozesse und Remote-Arbeitstechnologien erfordern. Da die Einführung künstlicher Intelligenz und neuer Technologien jedoch einen Bedarf an digitaler Weiterbildung und Umschulung mit sich bringt, bietet sie auch innovative Lösungen für die Durchführung dieser Schulungen. Beispielsweise kann KI-gestützte virtuelle Realität (VR) Schulungen personalisieren, und Bots können von ihren Benutzern lernen, um immersive Umgebungen zu schaffen, die auf die individuellen Anforderungen und Lernpräferenzen jedes Benutzers zugeschnitten sind.
  6.  Mitarbeiterengagement und Wohlbefinden: Noch nie war es für Unternehmen so wichtig wie heute, innovativ zu sein und schnell mit der Zeit gehen zu können. Eine breit angelegte Umfrage im Jahr 2020 unter 17.000 Beschäftigten in mehr als 20 Branchen zeigt, wie wichtig es ist, dem Engagement der Belegschaft Priorität einzuräumen, um widerstandsfähigere und leistungsstärkere Unternehmen aufzubauen.
    Bei zunehmend verteilten und räumlich getrennten Belegschaften kann es jedoch eine Herausforderung sein, Mitarbeiterzufriedenheit und ein hohes Maß an Mitarbeiterengagement zu erreichen. Moderne HR-Führungskräfte wenden sich KI und neuen HR-Technologien zu, um die dafür notwendigen erweiterten Erfahrungen und Big-Data-Analysen bereitzustellen.
    Wie das Forbes-Magazin bereits 2019 feststellte, „weisen hoch engagierte Teams eine um 21 % höhere Rentabilität auf“. Nachfolgend sehen Sie nur einige Beispiele für die vielen innovativen Möglichkeiten, wie KI und digitale Lösungen eingesetzt werden können, um Mitarbeiter zu unterstützen und ihr Engagement und ihre Erfahrungen am Arbeitsplatz zu verbessern:
  • Gesundheitsempfehlungssysteme, mit denen Unternehmen maßgeschneiderte Vorsorgepläne erstellen können, die den Gesundheitszustand, die Krankengeschichte und frühere Behandlungen der Mitarbeiter berücksichtigen
  • Tools zur Echtzeitkommunikation, die Fragen beantworten und Unterstützung und Anleitung in der Muttersprache der Mitarbeiter bieten
  • Sensoren und Wearables, die Bewegung, Körperhaltung und Handlungen überwachen können, um festzustellen, wann Mitarbeiter mit Frustration oder negativen Emotionen zu kämpfen haben – und um sicherzustellen, dass sie schnellstmöglich Unterstützung erhalten
  • Individuelle Gesundheits- und Fitnesspläne, die die Vorlieben, Persönlichkeiten und Fitnessniveaus der Mitarbeiter berücksichtigen, um Programme und Routinen zu entwickeln, die Spaß bereiten und die Gesundheit fördern
  • Blockchain-Sicherheitslösungen, die sicherstellen, dass die vertraulichen persönlichen Informationen und medizinischen Daten der Mitarbeiter privat und geschützt bleiben
21 %

Hoch engagierte Teams weisen eine um 21 % höhere Rentabilität auf.

Die Zukunft der Arbeit ist angebrochen

Der Ausbruch der COVID-19-Pandemie hat der Welt deutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, sich auf das Unerwartete einzustellen. Um Resilienz zu erreichen, brauchen Unternehmen Mitarbeiter, die stark und qualifiziert sind – und die sich geschätzt und unterstützt fühlen. Und Mitarbeiter, die mit Technologien und Lösungen vertraut sind, um effizient und souverän zu arbeiten. Die Arbeit der Zukunft wird für viele Unternehmen, die innovative Ideen und Lösungen zur Umgestaltung ihrer Arbeitsplätze, Belegschaften und der Art der Arbeit einsetzen, schnell Realität. 

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