Zweistufiges ERP: Strategischer Vorteil für eine komplexe Geschäftslandschaft
Bewahren Sie einen zentralen Kern aus Geschäftswissen und ‑funktionen und integrieren Sie angepasste Lösungen für verschiedene Geschäftsbereiche.
Teil 1 einer dreiteiligen Beitragsreihe
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Da Unternehmen heutzutage in unterschiedlichen Regionen, Geschäftsbereichen und regulatorischen Umfeldern tätig sind, benötigen sie zunehmend möglichst flexible und anpassungsfähige Technologien. Es war lange eine Herausforderung, in allen Tochtergesellschaften und an allen Standorten mit einem zentralen ERP-System alle lokalen Anforderungen zu erfüllen. Mit einem zweistufigen ERP-Ansatz lässt sich das System jedoch an die spezifischen Bedürfnisse einzelner Geschäftsbereiche anpassen, während ein zentraler Kern Shared Services und eine einheitliche Berichterstattung ermöglicht.
Was ist ein zweistufiges ERP?
Das zweistufige ERP ist eine Strategie, bei der ein Unternehmen verschiedene ERP-Systeme auf zwei verschiedenen Ebenen des Unternehmens betreibt. Ein System dient als stabiles Grundgerüst, während das andere auf unabhängigen und oft integrierten ERP-Systemen läuft (siehe Abbildung).
Quelle: SAP
Die erste Ebene besteht aus einem zentralen, stabilen ERP-System, das als Grundgerüst dient. Es steuert zentrale Funktionen wie Finanzen, Personalwesen und Lieferkettenmanagement. Auf der zweiten Ebene kommen ein oder mehrere unabhängige ERP-Systeme zum Einsatz, die auf die spezifischen Anforderungen einzelner Geschäftsbereiche oder Tochtergesellschaften zugeschnitten sind und so zusätzliche Flexibilität und Agilität ermöglichen.
Einer der wichtigsten Vorteile eines zweistufigen ERP-Systems ist die Fähigkeit, die unterschiedlichen Anforderungen einzelner Geschäftsbereiche zu erfüllen. Dadurch können Unternehmen separate ERP-Systeme an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen, z. B. durch spezifische Funktionen und Anwendungen, die für einen effizienten Betrieb notwendig sind, und eine höhere Effizienz, Produktivität und Kundenzufriedenheit erreichen.
Warum Unternehmen sich für eine zweistufige ERP-Strategie entscheiden
Unternehmen, die zweistufiges ERP einführen, sind häufig mit komplexen organisatorischen Rahmenbedingungen konfrontiert. Bei Fusionen, Übernahmen oder Veräußerungen müssen beispielsweise Systeme nahtlos integriert oder vollständig getrennt werden. In anderen Szenarien muss sich das gesamte Unternehmen an ein neues Geschäftsmodell anpassen oder unterschiedliche regulatorische und branchenspezifische Anforderungen erfüllen.
Es gibt viele Gründe, warum Unternehmen eine zweistufige ERP-Strategie verfolgen. Letztlich lassen sich diese jedoch zu fünf zentralen Gründen zusammenfassen:
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Dringlichkeit: In Situationen, in denen eine schnelle ERP-Implementierung erforderlich ist, z. B. bei Fusionen oder Übernahmen, ermöglicht ein zweistufiger Ansatz eine schrittweise Bereitstellung und minimiert so Betriebsunterbrechungen.
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Anpassung: Mit einem zweistufigen ERP-System können Unternehmen Lösungen und Funktionen einführen, die zu ihren spezifischen Geschäftsanforderungen passen, und so die operative Effizienz steigern.
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Unabhängigkeit: Trotz der Befürchtung, Autonomie zu verlieren, kann ein zweistufiges ERP-System, wenn es entsprechend integriert und gesteuert wird, ein ähnliches Maß an Unabhängigkeit bieten wie ein separates ERP-System.
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Geopolitik: Regulatorische Anforderungen unterscheiden sich häufig von Region zu Region. Bei zweistufigem ERP können diese verschiedenen Vorschriften mithilfe von regionsspezifischen ERP-Systemen eingehalten werden.
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Übernahmen: Neue Tochtergesellschaften bringen häufig eigene ERP-Systeme mit, die sich vom System des übernehmenden Unternehmens unterscheiden. Ein zweistufiger Ansatz erleichtert die Integration der unterschiedlichen ERP-Systeme, wodurch eine einheitliche IT-Landschaft entsteht.
Mit zweistufigem ERP komplexe Geschäftslandschaften vereinfachen
Hier einige Beispiele dafür, wie ein zweistufiges ERP-System dabei helfen kann, komplexe Geschäftslandschaften zu vereinfachen:
Fusionen, Übernahmen und Veräußerungen
Bei Fusionen oder Übernahmen erleichtern zweistufige ERP-Systeme eine enge und reibungslose Integration über mehrere Systeme hinweg. Durch die nahtlose Zusammenarbeit von Daten, Anwendungen und Schnittstellen lassen sich Störungen im Kerngeschäft weitgehend vermeiden.
Ebenso vereinfacht ein zweistufiger ERP-Ansatz bei einer Veräußerung die Trennung des betroffenen Geschäftsbereichs. Durch die klare Abgrenzung der ERP-Systeme und Daten vom Hauptunternehmen bleiben sowohl die Datenintegrität als auch die Betriebskontinuität gewahrt.
Neue oder angepasste Geschäftsmodelle
Wenn sich Unternehmen weiterentwickeln und auf neue Marktchancen ausrichten, müssen sie häufig neue Märkte erschließen oder innovative Geschäftsmodelle einführen, die spezialisierte ERP-Lösungen erfordern.
Ein zweistufiges ERP-System bietet die dafür notwendige Flexibilität, um neue ERP-Lösungen einzuführen, die gezielt auf die Anforderungen dieser Initiativen zugeschnitten sind, während das bestehende Kern-ERP-System erhalten bleibt. So können Unternehmen Innovationen vorantreiben und wachsen, ohne ihre gesamte ERP-Infrastruktur grundlegend umstrukturieren zu müssen.
Expansion in neue Märkte und Joint Ventures
Bei der Expansion in neue Märkte oder der Gründung von Joint Ventures stehen Unternehmen häufig vor besonderen regulatorischen Anforderungen und operativen Herausforderungen. Eine zweistufige ERP-Strategie vereinfacht diese komplexen Vorgänge, da sie die Implementierung von ERP-Systemen ermöglicht, die gezielt auf regionale Anforderungen zugeschnitten sind.
So werden nicht nur lokale Vorschriften eingehalten, sondern auch marktübergreifend effiziente Abläufe gewährleistet. Gleichzeitig ermöglicht es dieser Ansatz Unternehmen, Übergänge reibungsloser zu gestalten und ihre Prozesse besser an lokale Gegebenheiten anzupassen.
Weitere Informationen zu zweistufigem ERP
Sehen Sie sich den On-Demand-Webcast „Einheitenübergreifende ERP-Integrationen in zwei Stufen bewältigen“ an.
Wenn Technologie auf Geschäftsoptimierung trifft
Die Einführung des zweistufigen ERP-Ansatzes bietet erhebliche strategische Vorteile wie mehr Flexibilität, eine höhere operative Effizienz und die Fähigkeit, unterschiedliche Geschäftsanforderungen zu erfüllen. Noch wichtiger ist jedoch, dass Unternehmen damit maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Geschäftsbereiche integrieren können und gleichzeitig ein robuster, zentraler Kern aus Geschäftswissen und ‑kompetenzen erhalten bleibt.
Mit zweistufigem ERP können Unternehmen nicht nur aktuelle Herausforderungen bewältigen, sondern auch die Grundlage für langfristigen Erfolg in einem zunehmend komplexen und dynamischen Geschäftsumfeld schaffen. Im Zuge der technologischen Weiterentwicklung unterstützt ein zweistufiges ERP-System Unternehmen dabei, agil und wettbewerbsfähig zu bleiben und neue Chancen zu nutzen.