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Vorgehensweise

Unsere Ausgangssituation: Bewertung nichtfinanzieller Kennzahlen

Um zu zeigen, wie bestimmte nichtfinanzielle Kennzahlen unser Betriebsergebnis beeinflussen, quantifizieren wir bei SAP diesen Einfluss monetär. Hierbei verwenden wir beispielsweise Kennzahlen, die messen, wie gut wir unsere Mitarbeiter für unser Unternehmen, unser Unternehmensziel und unsere Strategie begeistern und ihnen ein gesundes Arbeitsumfeld bieten oder wie erfolgreich wir unsere CO2-Emissionen senken.

Um dies darlegen zu können, haben wir Ursache-Wirkungs-Ketten erstellt. Diese zeigen, wie spezielle Maßnahmen der SAP Verhaltensänderungen bewirken. Die Änderungen beeinflussen wiederum unser Geschäft und wirken sich letztendlich auch finanziell aus.

Wir haben damit aber mehr als nur einen Zusammenhang zwischen nichtfinanziellen und finanziellen Kennzahlen hergestellt. Wir zeigen auch, warum und wie ein Faktor wie das Mitarbeiterengagement letztlich zu einer Verbesserung oder Verschlechterung der Unternehmensleistung führt. Solche Erkenntnisse sind unserer Ansicht nach eine Voraussetzung dafür, um die finanziellen Auswirkungen von nichtfinanziellen Faktoren in ihrer Gesamtheit darstellen zu können.

Dimension der finanziellen Auswirkungen
Von 2014 bis 2018 haben wir mit Verfahren wie der linearen Regressionsanalyse die finanziellen Auswirkungen der vier nichtfinanziellen Kennzahlen Betrieblicher Gesundheitskulturindex (BHCI), Mitarbeiterengagement-Index, Mitarbeiterbindung und CO2-Emissionen ermittelt. Bei jeder Kennzahl haben wir dabei untersucht, wie sich eine Abweichung um einen Prozentpunkt (Pp) (oder um 1 % im Fall von CO2-Emissionen) auf unser Betriebsergebnis auswirken würde. Die Ergebnisse für 2018 haben beispielsweise gezeigt, dass eine Änderung von 1 Pp beim Betrieblichen Gesundheitskulturindex unser Betriebsergebnis in einer Größenordnung zwischen 90 Mio. € und 100 Mio. € (Non-IFRS) beeinflusst hat. Nachdem wir diese Auswirkungen mit konkreten Zahlen dargestellt haben, befassen wir uns nun mit unseren Auswirkungen im weiteren Sinne (siehe beispielsweise Unser Beitrag zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele und Der nächste logische Schritt). Wir sind nach wie vor fest von den grundlegenden Schlussfolgerungen unserer Analyse überzeugt, sehen jedoch keine Notwendigkeit, die einzelnen monetären Werte der bereits erfassten Wirkungszusammenhänge kontinuierlich zu aktualisieren, da die Werte im Laufe der Jahre keinen großen Schwankungen unterlagen, sondern wie erwartet stetig gestiegen sind. 

Was wir erreicht haben: Verwendung von Nachhaltigkeitskennzahlen zur Steigerung der finanziellen Leistung

Die Dokumentation der finanziellen Auswirkungen von nichtfinanziellen Kennzahlen hat uns dabei geholfen, unseren Nachhaltigkeitszielen ein Stück näherzukommen. Wir begnügen uns nicht mehr nur mit der Feststellung, dass gesellschaftlicher und ökologischer Wandel wirtschaftlich sinnvoll sind, sondern haben auch die Zahlen, um dies zu belegen.

Unsere Erkenntnisse haben uns eine neue Argumentationsgrundlage gegenüber Führungskräften, Investoren, Mitarbeitern und anderen wichtigen Stakeholdern geliefert. Denn sie haben eindeutig gezeigt, dass nichtfinanzielle Kennzahlen entscheidend zu unserem finanziellen Erfolg beitragen. Deshalb können Maßnahmen zur Verbesserung des Mitarbeiterengagements oder zur Senkung von Emissionen nicht mehr länger als optional gelten, sondern als unabdingbar für eine erfolgreiche Unternehmensstrategie.

Wir berücksichtigen diese Kennzahlen bei unseren Entscheidungsprozessen und unseren Quartalsanalysen, sodass neben Faktoren wie Umsatz und Gewinn auch die Nachhaltigkeitsleistung bei der Steuerung unseres Unternehmens eine wichtige Rolle spielt. Unser Ziel ist es, dass alle Führungskräfte und Experten der SAP erkennen – und auch daran gemessen werden –, dass eine Verbesserung von Kennzahlen wie dem Mitarbeiterengagement auch für die finanzielle Leistung des Unternehmens förderlich ist.

Berücksichtigung nichtfinanzieller Kennzahlen in unseren Lösungen
Wir werden unseren Ansatz und unsere Methode auch weiterhin unseren Kunden vorstellen, um ihnen damit zu mehr Wettbewerbsfähigkeit zu verhelfen. Wir sind überzeugt, dass Unternehmen höhere Gewinne erzielen (durch mehr Kosteneffizienz und Umsatzwachstum), wenn sie wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Aspekte ganzheitlich und integriert berücksichtigen. Noch bedeutsamer ist aber, dass solche Unternehmen besser für die Zukunft gerüstet sind, da sie sich mit den drängenden Fragen der heutigen Zeit auseinandersetzen und zu einem langfristigen nachhaltigen Wandel beitragen.
Mithilfe unseres Modells über die Wirkungszusammenhänge ist es uns gelungen, nichtfinanzielle Kennzahlen in unsere Lösungen zu integrieren, beispielsweise in den SAP Digital Boardroom. So können nicht nur wir, sondern auch unsere Kunden von der Verknüpfung der finanziellen und nichtfinanziellen Leistung profitieren.

Ein neuer und weiter gefasster Fokus

Bisher standen bei unserem Modell über die Wirkungszusammenhänge primär die Ursache-Wirkungs-Ketten bei der SAP im Vordergrund. Wir arbeiten jedoch an der Erweiterung unseres Modells und möchten auch gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Auswirkungen einbeziehen, die beim Einsatz von SAP-Software und -Services bei unseren Kunden entstehen. 2017 führten wir ein Forschungsprojekt durch, um anhand von Beispielen relevante externe (gesellschaftliche) Einflüsse entlang der gesamten Wertschöpfungskette der SAP zu ermitteln und zu messen. Nach unseren Schätzungen entstanden beispielsweise durch unseren Einkauf von Waren und Dienstleistungen 120.000 Arbeitsplätze bei unseren Lieferanten im Jahr 2017 (umgerechnet in Vollzeitbeschäftigte). Zudem verursachten die CO2-Emissionen in unserer Lieferkette 2017 jährlich kumulierte Kosten für die Gesellschaft in Höhe von schätzungsweise rund 160 Mio. €.

Der nächste logische Schritt

Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung in der Verknüpfung finanzieller und nichtfinanzieller Kennzahlen und der Dokumentation ihrer Auswirkungen auf die Unternehmensführung war es ein logischer nächster Schritt, gemeinsam mit anderen Unternehmen im Juni 2019 die „Value Balancing Alliance (VBA)“ zu gründen.

Zu den Gründern gehören die acht international tätigen Unternehmen BASF, Bosch, Deutsche Bank, LafargeHolcim, Novartis, Philip Morris International, SAP und SK. Unterstützt wird die Allianz von Deloitte, EY, KPMG, PwC, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie führenden Universitäten und Interessenvertretern von Regierungen, Nichtregierungs- und Normungsorganisationen. Die VBA wird die Ergebnisse ihrer Arbeit der Öffentlichkeit zugänglich machen, um möglichst viele Unternehmen für die Mitwirkung in der Organisation zu gewinnen.

Ziel der Allianz ist es, einen Standard zu erarbeiten, der den ökologischen, humanitären, gesellschaftlichen und finanziellen Beitrag von Unternehmen messbar macht und Regeln für die Berichterstattung festlegt.

Die Mitgliedschaft in dieser Allianz bietet der SAP die Möglichkeit, mit gleichgesinnten Unternehmen die Grundlage für eine neue Methode zu schaffen, mit der Unternehmen ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft, Abhängigkeiten in der Wertschöpfungskette und den monetären Effekt auf den Unternehmenswert messen und bewerten. Die Allianz ist ein weiterer Schritt zur Umsetzung unseres Ziels, die Abläufe der weltweiten Wirtschaft und das Leben von Menschen zu verbessern.

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