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(3) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

(3a) Grundlagen der Bewertung

Der Konzernabschluss wurde bis auf folgende Ausnahmen auf der Grundlage historischer Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgestellt:

  • Derivative Finanzinstrumente, zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für anteilsbasierte Vergütungen mit Barausgleich werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
  • Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen werden zu Stichtagskursen umgerechnet.
  • Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden gemäß IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) bewertet. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Textziffer (18a).

Angaben zu den Methoden und Annahmen, die wir bei der Ermittlung der jeweiligen Bewertungsgrundlagen anwenden, sind gegebenenfalls in den Erläuterungen zu dem jeweiligen Vermögenswert oder der Verbindlichkeit zu finden.

(3b) Angewandte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Umgliederungen

Im Rahmen des „ONE Service“-Konzepts haben wir Premium-Support-Leistungen und Beratungsleistungen zu einem umfassenden Serviceangebot zusammengeführt. Diese Zusammenführung hat zu Veränderungen unserer Go-to-Market-Methode für Services und der zugehörigen Umgebung geführt, die in einer organisatorischen Trennung zwischen dem Vertrieb von Services und der Erbringung von Services resultierte. Infolge dieser Änderungen klassifizieren wir alle Vertriebskosten im Zusammenhang mit unseren Serviceangeboten, die zuvor als Servicekosten erfasst wurden, als Vertriebs- und Marketingkosten. Wir sind der Ansicht, dass dieser Ansatz verlässlichere und relevantere Informationen vermittelt, weil Vertriebs- und Marketingkosten in Bezug auf unser gesamtes Produkt- und Serviceangebot nunmehr einheitlich klassifiziert werden.

Der neue Ansatz wurde rückwirkend auf die dargestellten vergangenen Berichtsperioden angewendet. Im Geschäftsjahr 2015 führte dies zu einem Anstieg der Vertriebs- und Marketingkosten sowie zu einem entsprechenden Rückgang der Servicekosten um insgesamt 381 Mio. € (2014: 290 Mio. €).

Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwerte

Wir entscheiden für jede Transaktion, ob wir den nicht beherrschenden Anteil am erworbenen Unternehmen mit dem beizulegenden Zeitwert oder mit dem entsprechenden Anteil am identifizierbaren Nettovermögen des erworbenen Unternehmens bewerten. Angefallene Erwerbsnebenkosten erfassen wir als Aufwand in den Perioden, in denen die Kosten anfallen und die Dienstleistungen empfangen werden. Diese Erwerbsnebenkosten werden in den allgemeinen Verwaltungskosten ausgewiesen.

Währungsumrechnung

Erträge und Aufwendungen sowie Mittelzu- oder -abflüsse aus der betrieblichen Tätigkeit der ausländischen Tochterunternehmen, die jeweils auf eine andere funktionale Währung lauten als Euro, rechnen wir zu Durchschnittskursen um, die jeweils auf monatlicher Basis ermittelt werden. Währungseffekte aus Fremdwährungstransaktionen erfassen wir in den sonstigen Aufwendungen und Erträgen, netto.

Die Wechselkurse der für den Konzernabschluss wesentlichen Währungen haben sich wie folgt verändert:

Wechselkurse

Gegenwert von 1 € Mittelkurs am 31. Dezember Jahresdurchschnittskurs
2016 2015 2016 2015 2014
US-Dollar USD 1,0541 1,0887 1,1045 1,1071 1,3198
Britisches Pfund GBP 0,8562 0,7340 0,8206 0,7255 0,8037
Japanischer Yen JPY 123,40 131,07 119,77 134,12 140,61
Schweizer Franken CHF 1,0739 1,0835 1,0886 1,0688 1,2132
Kanadischer Dollar CAD 1,4188 1,5116 1,4606 1,4227 1,4645
Australischer Dollar AUD 1,4596 1,4897 1,4850 1,4753 1,4650

Umsatzrealisierung

Klassen von Umsatzerlösen

Unsere Umsatzerlöse stammen aus Gebühren, die wir unseren Kunden berechnen für (a) die Nutzung unserer Cloud-Angebote, (b) Lizenzen an unseren On-Premise-Softwareprodukten und (c) standardisierte und Premium-Supportleistungen, Beratungsleistungen, Vereinbarungen über die Entwicklung kundenspezifischer On-Premise-Software sowie Schulungs- und sonstige Serviceleistungen.

Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellten Cloud- und Softwareerlöse setzen sich aus den Erlösen aus Cloud-Subskriptionen und -Support, den Softwarelizenzerlösen und den Softwaresupporterlösen zusammen.

  • Die Umsatzerlöse aus Cloud-Subskriptionen und -Support verkörpern die Erlöse aus folgenden Leistungen:
    • Software-as-a-Service (SaaS), das heißt die Einräumung eines Rechts auf Nutzung von Softwarefunktionen in einer von der SAP bereitgestellten, cloudbasierten Infrastruktur (Hosting). Dabei hat der Kunde kein Recht, den Hosting Vertrag zu kündigen und die Software auf eigenen Systemen oder durch einen dritten Hosting-Anbieter in Betrieb zu nehmen, ohne eine signifikante Vertragsstrafe zahlen zu müssen, oder
    • Platform-as-a-Service (PaaS), das heißt die Bereitstellung eines Zugangs zu einer cloudbasierten Infrastruktur, um Anwendungen zu entwickeln, zu betreiben und zu verwalten, oder
    • Infrastructure-as-a-Service (IaaS), das heißt Hosting-Services für Software, bei denen die Software von der SAP gehostet wird und der Kunde das Recht hat, den Vertrag zu kündigen und die Software jederzeit auf eigenen Systemen in Betrieb zu nehmen, ohne eine signifikante Vertragsstrafe zahlen zu müssen, sowie damit verbundene Application Management Services, oder
    • zusätzlicher Premiumsupport für Cloud-Subskriptionen, der über den regulären, in den Entgelten für Cloud-Subskriptionen enthaltenen Support hinausgeht, oder
    • Business Network Services, das heißt die Vernetzung von Unternehmen in einer cloudbasierten Umgebung zwecks Durchführung von Geschäftsprozessen zwischen den vernetzten Unternehmen.
  • Die Softwarelizenzerlöse ergeben sich aus den Lizenzgebühren, die wir aus dem Verkauf oder der Lizenzierung von Software an Kunden zur Nutzung auf deren eigener Hardware erzielen. Mit anderen Worten: Der Kunde hat das Recht, die Software auf eigenen Systemen zu installieren (On-Premise-Software). Die Softwarelizenzerlöse umfassen Umsatzerlöse aus dem Verkauf unserer Standard-Softwareprodukte sowie aus Vereinbarungen über die Entwicklung kundenspezifischer On-Premise-Software.
  • Softwaresupporterlöse verkörpern den Umsatz, den wir durch standardisierte Supportleistungen, das heißt nicht spezifizierte künftige Softwareupgrades, -updates und ‑erweiterungen sowie durch technische Produktsupportleistungen für On-Premise-Software generieren. Technischen Produktsupport sowie nicht spezifizierte Softwareupgrades, ‑updates und ‑erweiterungen verkaufen wir nicht separat. Dementsprechend unterscheiden wir innerhalb der Softwaresupporterlöse beziehungsweise innerhalb der Softwaresupportkosten nicht zwischen den Komponenten technischer Support und nicht spezifizierte Softwareupgrades, ‑updates und ‑erweiterungen.

Die in unserer Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung dargestellten Serviceerlöse verkörpern die Erlöse aus folgenden Leistungen:

  • Beratungserlöse, die sich im Wesentlichen auf die Installation und Konfiguration unserer Cloud-Subskriptionsangebote und unserer On-Premise-Softwareprodukte beziehen,
  • Premium-Support-Leistungen, das heißt High-End-Support-Leistungen, die speziell auf die individuellen Kundenanforderungen zugeschnitten sind,
  • Schulungsleistungen,
  • Messaging-Services (überwiegend die Übermittlung elektronischer Textnachrichten zwischen verschiedenen Mobilfunkanbietern) und
  • Zahlungsdienstleistungen im Zusammenhang mit unseren Angeboten im Bereich Reise- und Reisekostenmanagement.

Auslagen, die unseren Kunden in Rechnung gestellt und von diesen getragen werden, sind in den ausgewiesenen Erlösen aus Cloud-Subskriptionen und -Support, Softwaresupporterlösen oder Serviceerlösen enthalten. Für die Zuordnung ausschlaggebend ist die Art der Leistungen, für die Auslagen angefallen sind.

Zeitpunkt der Umsatzrealisierung

Wir erfassen Umsatzerlöse aus Vereinbarungen mit Kunden nicht bevor nachweislich ein Vertrag vorliegt, die Höhe der Erlöse und die zugehörigen Kosten verlässlich bestimmt werden können, der Zahlungseingang für die entsprechende Forderung wahrscheinlich ist und die Lieferung erfolgt ist beziehungsweise die Leistung erbracht worden ist. Wenn die Höhe des Umsatzes aus unseren Produkten oder Dienstleistungen bei Vertragsabschluss nicht verlässlich bestimmt werden kann, schließen wir daraus, dass der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens aus der Transaktion nicht wahrscheinlich ist. In diesem Fall realisieren wir den Umsatz erst, wenn die Gebühr fällig wird. Falls der Zahlungseingang bei Vertragsabschluss nicht hinreichend wahrscheinlich ist, schließen wir daraus, dass der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens aus der Transaktion nicht wahrscheinlich ist. In diesem Fall realisieren wir den Umsatz erst, wenn der Zahlungseingang wahrscheinlich wird oder die Zahlung eingegangen ist. Dabei ist der frühere Zeitpunkt maßgebend. Wurde zu einem späteren Zeitpunkt für einen Kunden eine Einzelwertberichtigung gebildet, wird in der Folge nur für bereits eingegangene Zahlungen von dem betreffenden Kunden ein Umsatz erfasst.

Grundsätzlich stellen wir Gebühren für Standardsoftware bei Vertragsabschluss und nach erfolgter Lieferung in Rechnung. Regelmäßige, feste Gebühren für Leistungen im Zusammenhang mit Cloud-Subskriptionen und Softwaresupportleistungen stellen wir in der Regel jährlich oder vierteljährlich im Voraus in Rechnung. Gebühren für Cloud-Subskriptionen, die auf den tatsächlichen Transaktionsvolumina basieren, sowie Gebühren, die für nicht regelmäßige Services berechnet werden, stellen wir nach Erbringung der Leistungen in Rechnung.

Erlöse aus Cloud-Subskriptionen und -Support erfassen wir, sobald die Leistungen erbracht wurden. Wenn für das Recht auf kontinuierlichen Zugriff auf und Nutzung von Cloud-Diensten über einen bestimmten Zeitraum eine regelmäßige, feste Gebühr vereinbart wurde, wird diese ratierlich über den Zeitraum erfasst, auf den sich die Gebühr bezieht. Gebühren, die auf tatsächlichen Transaktionsvolumina beruhen, werden bei Durchführung der Transaktion erfasst. Üblicherweise beinhalten unsere Cloud-Subskriptionsverträge bestimmte Set-up-Aktivitäten. Wenn diese Set-up-Aktivitäten einen eigenständigen Wert haben, bilanzieren wir sie als einzeln abgrenzbare Teilleistungen. Die jeweiligen Umsatzerlöse werden als Serviceerlöse klassifiziert und im Zuge der Durchführung der Set-up-Aktivitäten erfasst. Wenn wir feststellen, dass solche Set-up-Aktivitäten keine einzeln abgrenzbaren Teilleistungen darstellen, bilanzieren wir sie nicht separat.

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Softwarelizenzen für unsere Standard-Softwareprodukte erfassen wir nach erfolgter Lieferung der Software, das heißt, wenn der Kunde Zugriff auf die Software hat. In einzelnen Vertragsverhältnissen räumen wir unseren Kunden ein zeitlich begrenztes Recht zur Nutzung der On-Premise-Software ein. Umsatzerlöse aus Verträgen mit kurzer Laufzeit, die in der Regel auch Supportleistungen beinhalten, realisieren wir ratierlich über die Vertragslaufzeit. Bei zeitlich begrenzten Verträgen mit mehrjährigen Laufzeiten, die Supportleistungen beinhalten – unabhängig davon, ob diese separat berechnet werden oder nicht –, werden die zugehörigen Umsätze ebenfalls ratierlich über die Vertragslaufzeit erfasst, sofern die Verträge keine wesentliche Gebühr für die Verlängerung der Supportvereinbarung enthalten. Ist eine solche wesentliche Gebühr vereinbart, realisieren wir den Softwarelizenzerlös getrennt von dem Supporterlös nach der Residualmethode, sobald die oben genannten Kriterien erfüllt sind.

Unsere Lizenzvereinbarungen für On-Premise-Software enthalten grundsätzlich weder Abnahmebestimmungen noch Rechte zur Rückgabe der Software. Ist im Softwarevertrag ausnahmsweise eine Abnahme der Software durch den Kunden vereinbart, werden Umsätze erst dann erfasst, wenn entweder die Abnahme erfolgt oder die Abnahmefrist abgelaufen ist. Wird im Softwarevertrag ausnahmsweise ein Recht zur Rückgabe der Software eingeräumt, erfassen wir Softwarelizenzerlöse erst mit dem Ablauf des Rückgaberechtes.

Umsätze aus On-Premise-Software, die über indirekte Vertriebskanäle verkauft wird, erfassen wir erst zu dem Zeitpunkt, an dem uns ein Nachweis über einen Lizenzvertrag zwischen dem Vertriebspartner und dem Endkunden vorliegt, da es nicht wahrscheinlich ist, dass der SAP der wirtschaftliche Nutzen aus dem Vertrag vor dem Abschluss eines solchen Lizenzvertrags mit einem Endkunden zufließt.

Die Softwarelizenzerlöse aus Vereinbarungen über die Entwicklung kundenspezifischer On-Premise-Software, bei denen eine Umsatzrealisierung anhand des Fertigstellungsgrads der Auftragserfüllung erfolgt, erfassen wir nach der Methode der Teilgewinnrealisierung (Percentage of Completion Method). Basis hierfür bildet das Verhältnis der bislang angefallenen Auftragskosten zu den geschätzten Gesamtkosten, die erforderlich sind, um die Entwicklung abzuschließen.

Bei unseren standardisierten Supportleistungen erstreckt sich unsere Leistungsverpflichtung darauf, Ressourcen bereitzuhalten, um bei Bedarf des Kunden technischen Produktsupport erbringen zu können und je nach Verfügbarkeit nicht spezifizierte Updates, Upgrades und Erweiterungen bereitzustellen. Somit erfassen wir Umsätze ratierlich über die Laufzeit des Supportvertrags.

Serviceerlöse erfassen wir in dem Maße, in dem die Leistungen erbracht wurden. Beratungsverträge und Verträge über Premium-Support-Leistungen beinhalten in der Regel keine erheblichen Modifikationen oder sonstigen wesentlichen funktionalen Änderungen und Erweiterungen der Software. Die daraus erzielten Umsatzerlöse werden nach der Methode der Teilgewinnrealisierung erfasst, wenn die Leistungen erbracht wurden. Den Leistungsfortschritt von Messaging-Services messen wir auf der Grundlage der Anzahl der erfolgreich verarbeiteten und übermittelten Textnachrichten. Davon abweichend erfassen wir Erlöse aus Messaging-Vereinbarungen auf Festpreisbasis ratierlich über die Vertragslaufzeit. Erlöse aus Schulungsleistungen erfassen wir, wenn der Kunde die jeweilige Präsenzschulung besucht. Für On-Demand-Schulungen, bei denen unsere Leistungsverpflichtung darin besteht, dem Kunden kontinuierlichen Zugang zu den Schulungskursen und Lerninhalten zu ermöglichen, erfassen wir Erlöse ratierlich über die Vertragslaufzeit.

Bemessung der Umsatzerlöse

Umsatzerlöse werden abzüglich Retouren, Skonti, Preisnachlässen, Kundenboni und Rabatten ausgewiesen.

Zuschüsse an unsere Vertriebspartner, die diesen qualifizierte und genehmigte Marketingtätigkeiten ermöglichen, werden mit dem Umsatz verrechnet, es sei denn, wir erhalten einen eigenständigen identifizierbaren Nutzen für unseren Beitrag, dessen beizulegender Zeitwert in angemessener Weise bestimmt werden kann.

Mehrkomponentenverträge

Wir fassen zwei oder mehr Verträge mit demselben Kunden zusammen und bilanzieren diese Verträge als einen einzelnen Vertrag, wenn die Einzelverträge als Paket ausgehandelt werden oder auf andere Art und Weise verbunden sind.

Die unterschiedlichen Produkte und Dienstleistungen, deren Lieferung beziehungsweise Leistung im Rahmen unserer Kundenverträge zugesagt wird, erfassen wir als separate Bilanzierungseinheiten (einzeln abgrenzbare Teilleistungen), es sei denn:

  • Der Vertrag beinhaltet erhebliche Modifikationen oder sonstige wesentliche funktionale Änderungen und Erweiterungen der Cloud-Subskription- oder On-Premise-Software und
  • die Dienstleistungen können nicht durch einen Drittanbieter erbracht werden, weshalb sie als essenziell für die Cloud-Subskription- oder On-Premise-Software angesehen werden.

Produkte und Dienstleistungen, die nicht als einzeln abgrenzbare Teilleistungen eingestuft werden können, werden in einer Bilanzierungseinheit zusammengefasst (kombinierte Teilleistungen).

Der Teil des Transaktionspreises, der einer einzeln abgrenzbaren Teilleistung zugeordnet wurde, wird gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für die betreffende Teilleistung gesondert in den Umsatzerlösen erfasst. Bei kombinierten Teilleistungen, die aus Cloud-Angeboten oder On-Premise-Software und anderen Dienstleistungen bestehen, erfassen wir den hierfür zugeordneten Teil des Transaktionspreises, wie oben erläutert, nach der Methode der Teilgewinnrealisierung oder gegebenenfalls über die Laufzeit der Cloud-Subskription, je nachdem, welcher Leistungszeitraum länger ist.

Das Gesamtentgelt für einen Kundenvertrag teilen wir auf die einzeln abgrenzbaren Teilleistungen auf der Grundlage ihrer jeweiligen beizulegenden Zeitwerte auf. Diese Aufteilung richtet sich nach dem Verhältnis der individuellen beizulegenden Zeitwerte der separaten Teilleistungen, es sei denn, es wird, wie nachfolgend erläutert, die Residualmethode angewendet. Wir ermitteln den beizulegenden Zeitwert auf Basis unternehmensspezifischer Standardpreise. Diese entsprechen den Preisen, zu denen die Lieferungen und Leistungen regelmäßig auch einzeln von uns angeboten werden. Für Lieferungen und Leistungen, die bislang nicht einzeln von uns angeboten wurden, wird ein vom Management festgesetzter Preis verwendet, sofern es wahrscheinlich ist, dass sich dieser Preis bis zu jenem Zeitpunkt, zu dem das Produkt erstmals gesondert verkauft wird, nicht mehr ändern wird. Wenn unternehmensspezifische Standardpreise und Veräußerungspreise von Dritten aufgrund fehlender Einzeltransaktionen oder fehlender einheitlicher Preisgestaltung nicht festgestellt werden können, greifen wir zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes einer einzeln abgrenzbaren Teilleistung auf ihren geschätzten Einzelveräußerungspreis zurück. Unternehmensspezifische Standardpreise und geschätzte Einzelveräußerungspreise (EVP) für unsere wichtigsten Produkte und Dienstleistungen ermitteln wir wie folgt:

  • Die unternehmensspezifischen Standardpreise für unsere verlängerbaren Supportleistungen ermitteln wir anhand der Preise für die jährliche Verlängerung von Supportverträgen nach Ablauf einer anfänglichen Laufzeit. Verlängerungen der Supportverträge erfolgen grundsätzlich zu einem festen Prozentsatz der Nettolizenzgebühr. Die weit überwiegende Mehrheit unserer Kunden verlängert ihren jährlichen Supportvertrag zu diesen Preisen.
  • Die unternehmensspezifischen Standardpreise für unsere Serviceangebote ermitteln wir auf Basis der in der Vergangenheit konstant bepreisten Beratungsverträge.
  • Für unsere Cloud-Subskriptionen können unternehmensspezifische Standardpreise grundsätzlich nicht ermittelt werden. Die geschätzten Einzelveräußerungspreise für diese Cloud-Subskriptionen bestimmen wir auf der Grundlage der mit den einzelnen Kunden vertraglich vereinbarten Entgelte bei Verlängerung des Subskriptionsvertrags. Wir ermitteln geschätzte Einzelveräußerungspreise unter Berücksichtigung mehrerer Faktoren, darunter insbesondere der folgenden:
    • in Verträgen über Cloud-Subskriptionen vereinbarte wesentliche Gebühren für eine Verlängerung des Vertrags und
    • erwartete Bruttomargen und erwartete interne Kosten für das jeweilige Cloud-Geschäftsmodell.
  • Bei unseren Angeboten im Bereich der On-Premise-Software können unternehmensspezifische Standardpreise grundsätzlich nicht ermittelt werden, und aus vergangenen Transaktionen lassen sich keine repräsentativen Einzelveräußerungspreise ableiten. Deshalb wenden wir für Mehrkomponentenverträge mit On-Premise-Software die Residualmethode an. Nach der Residualmethode wird der Transaktionspreis allen noch nicht erbrachten Teilleistungen in Höhe ihrer jeweiligen beizulegenden Zeitwerte zugerechnet. Der Restbetrag des vertraglich vereinbarten Gesamtentgelts wird der bereits erbrachten Teilleistung zugeordnet. Mit dieser Vorgehensweise folgen wir dem vom Financial Accounting Standards Board (FASB) verabschiedeten Accounting Standards Codification ASC Subtopic 985–605 „Software Revenue Recognition“, dessen Anwendung gemäß IAS 8 (Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler) in geeigneten Fällen erlaubt ist.

Für die Bilanzierung von Optionen, die den Kunden berechtigen, in Zukunft weitere On-Premise-Software oder Services zu erwerben, wenden wir ebenfalls FASB ASC 985–605 an. Sofern wir Kunden eine Option einräumen, noch nicht lizenzierte On-Premise-Software zu einem Rabatt zu beziehen, der höher ist als der bei der ursprünglichen Softwarelizenzvereinbarung gewährte Rabatt, grenzen wir Umsatzerlöse in Höhe des gewährten Rabatts aus gegenwärtigen Leistungen ab. Entsprechendes gilt, falls wir dem Kunden das Recht einräumen, Serviceleistungen zu geringeren Preisen zu beziehen oder zu erneuern als zu den beizulegenden Zeitwerten, die für diese Leistungen ermittelt wurden. Ebenso evaluieren wir, ob Kaufoptionen im Rahmen von Cloud-Subskriptionsverträgen ein wesentliches Recht darstellen, für das Umsatz abzugrenzen ist.

Cloud- und Softwarekosten

Die Cloud- und Softwarekosten umfassen die Kosten, die im Zusammenhang mit der Herstellung der Produkte beziehungsweise Erbringung der Leistungen anfallen, mit denen wir Cloud- und Softwareerlöse erzielen. Somit enthält dieser Posten hauptsächlich hiermit verbundene Personalaufwendungen, planmäßige Abschreibungen auf erworbene immaterielle Vermögenswerte, Gebühren für Lizenzen Dritter, Kosten für die Auslieferung und den Anlaufprozess der Produkte sowie planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen.

Servicekosten

Die Servicekosten umfassen die Kosten für die Erbringung der Leistungen, mit denen wir Serviceerlöse erzielen. Zu diesen Leistungen gehören Beratungs- und Schulungsdienstleistungen, Messaging-Services sowie bestimmte Formen von Hosting-Lösungen für unsere Kunden und unsere Partner.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Zu den Forschungs- und Entwicklungskosten zählen Kosten, die im Zusammenhang mit der Entwicklung unserer Softwarelösungen (neue Produkte, Updates und Erweiterungen) anfallen, einschließlich der Personal- und Hardwarekosten für die Entwicklungssysteme.

Die Kriterien für den Ansatz von selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten aus der Softwareentwicklung sind bei uns erst kurz vor der Marktreife der Produkte vollständig erfüllt. Entwicklungskosten, die nach der Erfüllung der Aktivierungskriterien entstehen, sind unwesentlich. Demzufolge erfassen wir Forschungs- und Entwicklungskosten zum Zeitpunkt ihres Anfalls als Aufwand.

Vertriebs- und Marketingkosten

Die Vertriebs- und Marketingkosten umfassen Kosten für die Vertriebs- und Marketingaktivitäten im Zusammenhang mit unseren Software- und Cloud-Lösungen sowie mit unserem Serviceportfolio.

Allgemeine Verwaltungskosten

Die allgemeinen Verwaltungskosten beinhalten die Kosten für unsere Finanz- und Verwaltungsfunktionen, das Personalwesen und die allgemeine Betriebsführung, sofern diese nicht einer der anderen Kategorien der operativen Aufwendungen direkt zugeordnet werden können.

Bilanzierung von Unsicherheiten bei Ertragsteuern

Wir bewerten laufende und latente Steuerverbindlichkeiten und -forderungen für Unsicherheiten bei Ertragsteuern mit dem nach unserer Einschätzung wahrscheinlichen Erfüllungsbetrag, den wir an die Finanzverwaltungen zahlen müssen oder erstattet bekommen. Dabei gehen wir davon aus, dass die Finanzverwaltungen die zugrunde liegenden Sachverhalte untersuchen werden und umfassendes Wissen bezüglich der Sachverhalte haben.

Anteilsbasierte Vergütungen

Anteilsbasierte Vergütungen für unsere Mitarbeiter umfassen Vergütungspläne mit Barausgleich sowie Vergütungspläne, deren Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente erfolgt. Die zugehörigen Aufwendungen erfassen wir als Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer. Wir klassifizieren diese Aufwendungen in unserer Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach den Tätigkeiten der Mitarbeiter, denen die Vergütungen gewährt wurden.

Im Rahmen von bestimmten Vergütungsplänen gewähren wir unseren Mitarbeitern Rabatte für den Erwerb von SAP-Aktien. Da diese Rabatte nicht von den künftig erbrachten Leistungen unserer Mitarbeiter abhängen, werden sie zum Zeitpunkt ihrer Gewährung als Aufwand erfasst.

In den Fällen, in denen wir unsere Risikoposition in Bezug auf Vergütungen mit Barausgleich abgesichert haben, erfassen wir die Änderungen des beizulegenden Zeitwertes der jeweiligen Sicherungsinstrumente ebenfalls erfolgswirksam im Rahmen der Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer. Die beizulegenden Zeitwerte von Sicherungsinstrumenten basieren auf Marktdaten und spiegeln somit die allgemeinen aktuellen Markterwartungen wider.

Weitere Informationen zu unseren anteilsbasierten Vergütungen finden Sie unterTextziffer (27).

Finanzielle Vermögenswerte

Zu unseren finanziellen Vermögenswerten gehören Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (liquiditätsnahe Vermögenswerte, deren ursprüngliche Fälligkeit maximal drei Monate beträgt), Kredite und Forderungen, erworbene Eigenkapital- und Schuldinstrumente sowie derivative Finanzinstrumente (Derivate) mit positivem beizulegendem Zeitwert. Finanzielle Vermögenswerte werden nur dann als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte klassifiziert, wenn sie zu Handelszwecken gehalten werden, da wir keine finanziellen Vermögenswerte als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designieren. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte werden als Kredite und Forderungen klassifiziert, wenn wir sie nicht als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte designieren.

Marktübliche Käufe und Verkäufe werden zum Handelstag bilanziert.

Neben den weiteren, in IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) genannten Anhaltspunkten für eine Wertminderung gehören bei Anlagen in Eigenkapitalinstrumenten eine erhebliche (mehr als 20 %) oder längerfristige (länger als neun Monate) Abnahme des beizulegenden Zeitwertes zu objektiven Hinweisen für eine Wertminderung. Wertminderungsaufwendungen für finanzielle Vermögenswerte werden im Finanzergebnis, netto, erfasst. Bei zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten, bei denen es sich um nicht derivative finanzielle Vermögenswerte handelt, die nicht als Kredite und Forderungen oder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte eingestuft wurden, mindern Wertminderungsaufwendungen direkt den Buchwert eines Vermögenswertes, wohingegen Wertminderungen auf Kredite und Forderungen in einem Wertberichtigungskonto gebucht werden. Diese Wertberichtigungskonten werden stets zusammen mit den Forderungskonten, in denen die Anschaffungskosten der betreffenden Vermögenswerte enthalten sind, in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Wir buchen Forderungen gegen das entsprechende Wertberichtigungskonto aus, wenn sämtliche Möglichkeiten zum Eintreiben der Forderungen erschöpft und diese als uneinbringlich zu betrachten sind.

Derivate

Derivate, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert wurden

Viele Transaktionen stellen wirtschaftliche Absicherungen dar und tragen somit effektiv zur Absicherung finanzieller Risiken bei, ohne jedoch die Bedingungen für die Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 zu erfüllen. Zur Absicherung von Kursänderungsrisiken angesetzter monetärer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen designieren wir unsere zu Handelszwecken gehaltenen derivativen Finanzinstrumente nicht als Teil einer Sicherungsbeziehung, da die Gewinne/Verluste der zugrunde liegenden Transaktionen in denselben Perioden erfolgswirksam erfasst werden wie die Gewinne/Verluste aus den Derivaten.

Darüber hinaus haben wir gelegentlich Verträge mit eingebetteten Fremdwährungsderivaten, die separat bilanziert werden müssen.

Derivate, die als Sicherungsinstrumente designiert wurden

Wir setzen Derivate zur Absicherung von Währungs- oder Zinsrisiken ein und designieren sie als Absicherung von Zahlungsströmen oder Absicherung von beizulegenden Zeitwerten, wenn die Bedingungen für die Bilanzierung einer Sicherungsbeziehung gemäß IAS 39 erfüllt sind. Nähere Informationen zu unseren Sicherungsgeschäften finden Sie unterTextziffer (25).

a) Absicherung von Zahlungsströmen
Grundsätzlich bilanzieren wir Absicherungen von Zahlungsströmen im Zusammenhang mit dem Währungsrisiko von hochwahrscheinlich erwarteten Transaktionen sowie dem Zinsrisiko aus variabel verzinslichen finanziellen Verbindlichkeiten.

In Bezug auf das Währungsrisiko bezieht sich die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen auf den Kassapreis und die inneren Werte der Derivate, die zur Absicherung von Zahlungsströmen designiert sind und die Bedingungen für eine Klassifizierung als solche erfüllen. Dagegen werden Gewinne/Verluste aus der Zinskomponente sowie aus denjenigen Zeitwerten, die aus der Sicherungsbeziehung ausgeschlossen sind, sowie der ineffektive Teil der Gewinne oder Verluste zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst.

b) Absicherung von beizulegenden Zeitwerten
Bestimmte fest verzinsliche finanzielle Verbindlichkeiten bilanzieren wir nach den Kriterien für eine Absicherung von beizulegenden Zeitwerten.

Bewertung und Beurteilung der Effektivität

Die Effektivität der Sicherungsbeziehung wird sowohl prospektiv als auch retrospektiv beurteilt. Die prospektive Beurteilung basiert bei unseren Währungssicherungen auf der Critical-Terms-Match-Methode, da Währungen, Laufzeiten und Beträge für die geplanten Geschäftsvorfälle oder für die Kassakomponente des Devisentermingeschäfts beziehungsweise für den inneren Wert der Devisenoption identisch sind. Bei Zinsswaps wenden wir ebenfalls die Critical-Terms-Match-Methode an, da die Nominalbeträge, die Währungen, die Laufzeiten, die Basis der variablen oder fixen Seite, die Zinsanpassungstermine sowie die Termine der Zins- und Tilgungszahlungen für die Schuldtitel und die entsprechenden Zinsswaps identisch sind. Über die Laufzeit des Sicherungsinstruments gleichen daher die Änderungen der Cashflows der in die Sicherungsbeziehung einbezogenen Komponenten den Effekt aus Schwankungen der zugrunde liegenden geplanten Geschäftsvorfälle aus.

Die Methode für eine retrospektive Beurteilung der Effektivität hängt von den nachstehend beschriebenen Arten des Sicherungsgeschäfts ab.

a) Absicherung von Zahlungsströmen
Die retrospektive Beurteilung der Effektivität erfolgt auf kumulierter Basis unter Anwendung der Dollar-Offset-Methode mithilfe der hypothetischen Derivate-Methode. Bei diesem Ansatz wird die Veränderung des beizulegenden Zeitwertes eines konstruierten hypothetischen Derivats mit Parametern, die denen des jeweiligen Grundgeschäfts entsprechen, mit der Veränderung des beizulegenden Zeitwertes des Sicherungsinstruments verglichen. Die Absicherung gilt als hocheffektiv, wenn die Ergebnisse im Bereich zwischen 80 % und 125 % liegen.

b) Absicherung von beizulegenden Zeitwerten
Die retrospektive Beurteilung der Effektivität basiert auf statistischen Methoden in Form einer Regressionsanalyse, mit der die Stichhaltigkeit und der Umfang der Beziehung zwischen der Änderung des Wertes des gesicherten Grundgeschäfts als unabhängiger Variable und der Änderung des beizulegenden Zeitwertes der Derivate als abhängiger Variable ermittelt werden. Das Sicherungsgeschäft wird als hocheffektiv eingestuft, wenn das Bestimmtheitsmaß zwischen den gesicherten Grundgeschäften und den Sicherungsinstrumenten größer als 0,8 ist und der Neigungskoeffizient in einer Spanne von –0,8 bis –1,25 liegt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen weisen wir in Höhe des fakturierten Betrags abzüglich Erlösschmälerungen und Wertberichtigungen aus. Diese Erlösschmälerungen und Wertberichtigungen werden auf Basis einer Analyse der wesentlichen ausstehenden Rechnungen verbucht. Die folgenden Faktoren beziehen wir in die Analyse der Werthaltigkeit unserer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ein:

  • Zuerst betrachten wir die Zahlungsfähigkeit einzelner Kunden und verbuchen eine Wertberichtigung für einzelne Kundensalden, wenn es wahrscheinlich erscheint, dass wir die vertraglich vereinbarte Forderung nicht erhalten werden.
  • Zweitens bilden wir für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Wertberichtigungen auf Basis homogener Forderungsklassen. Basis hierfür bildet das mit ihnen verbundene Ausfallrisiko, das sich nach dem Alter der Forderungen, den in der Vergangenheit festgestellten Forderungsausfällen, aber auch nach den allgemeinen Marktbedingungen richtet. Wir bilden eine pauschalierte Wertberichtigung zur Berücksichtigung von Wertminderungen für ein Forderungsportfolio, wenn wir der Ansicht sind, dass das Alter der Forderungen einen Anhaltspunkt dafür liefert, dass es wahrscheinlich ist, dass ein Verlust eingetreten ist oder die ausstehenden Zahlungen nicht oder nicht vollständig einbringlich sind.

Wir buchen Forderungen gegen Wertberichtigungen aus, wenn sämtliche Möglichkeiten zum Eintreiben der Forderungen erschöpft und diese als uneinbringlich zu betrachten sind.

Aufwendungen aus der Erfassung von Wertberichtigungen auf Basis homogener Forderungsklassen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen, netto, in unserer Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Aufwendungen aus der Erfassung von Wertberichtigungen für einzelne Kunden werden hingegen in den Cloud- und Softwarekosten und den Servicekosten erfasst, jeweils in Abhängigkeit vom zugrunde liegenden Geschäftsvorgang. Erlösschmälerungen werden mit dem entsprechenden Erlösposten in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung verrechnet.

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind auch nicht fakturierte Leistungen aus Beratungsprojekten auf Festpreisbasis sowie auf Zeit- und Materialbasis enthalten.

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte setzen wir zu fortgeführten Anschaffungskosten an. Wesentlicher Bestandteil der aktivierten Auftragskosten sind direkte und zusätzliche Kosten, die im Rahmen der Auftragserlangung für Cloud- Subskriptionen anfallen. Diese Vermögenswerte werden linear über den Zeitraum verteilt, in dem die korrespondierenden Cloud-Subskriptionen abgewickelt werden.

Geschäfts- oder Firmenwert und immaterielle Vermögenswerte

Wir klassifizieren immaterielle Vermögenswerte gemäß ihrer Art und ihrer Verwendung in unserem Geschäftsbetrieb. Software- und Datenbanklizenzen dienen überwiegend dem internen Gebrauch. Erworbene Technologie besteht neben gekaufter Software, die in unsere Projekte einfließt, aus erworbenen, aber noch nicht abgeschlossenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Bei Kundenbeziehungen und übrigen immateriellen Vermögenswerten handelt es sich vor allem um Kundenverträge und erworbene Markenrechte.

Alle unsere erworbenen immateriellen Vermögenswerte, mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten, haben begrenzte Nutzungsdauern. Sie werden zu Anschaffungskosten angesetzt und in Folgeperioden entweder über die voraussichtliche Dauer des Verbrauchs des wirtschaftlichen Nutzens oder linear über ihre geschätzte Nutzungsdauer von zwei bis 20 Jahren abgeschrieben.

Die Abschreibung von erworbenen, aber noch nicht abgeschlossenen Forschungs- oder Entwicklungsprojekten, die als Vermögenswerte aktiviert wurden, beginnt, wenn die Entwicklungsprojekte beendet wurden und die entwickelte Software vermarktungsfähig ist. Wir schreiben diese immateriellen Vermögenswerte üblicherweise über einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren ab.

Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte werden je nach ihrer Nutzung in den Funktionsbereichen als Cloud- und Softwarekosten, Servicekosten, Forschungs- und Entwicklungskosten, Vertriebs- und Marketingkosten sowie allgemeine Verwaltungskosten klassifiziert.

Der jährliche Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte wird auf der Ebene unserer Geschäftssegmente durchgeführt, da es bei der SAP keine niedrigeren Ebenen gibt, auf denen Geschäfts- oder Firmenwerte für interne Managementzwecke überwacht werden. Der Werthaltigkeitstest wird für alle Geschäftssegmente zur selben Zeit durchgeführt.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzüglich des beizulegenden Zeitwertes der möglicherweise im Abgangszeitpunkt zu erwartenden Abbruchkosten, sofern diese verlässlich geschätzt werden können, und abzüglich der kumulierten Abschreibungen bewertet.

Sachanlagen schreiben wir im Regelfall linear über ihre erwartete Nutzungsdauer ab.

Nutzungsdauer der Sachanlagen

Gebäude im Wesentlichen
25 bis 50 Jahre
Mietereinbauten in Abhängigkeit von der Laufzeit des Mietvertrags
Hardware 3 bis 5 Jahre
Büro- und Geschäftsausstattung 4 bis 20 Jahre
Kraftfahrzeuge 4 bis 5 Jahre

Wertminderungen vom Geschäfts- oder Firmenwert und von langfristigen Vermögenswerten

Etwaige Wertminderungsaufwendungen werden erfolgswirksam in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen, netto, erfasst.

Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten

Zur Gruppe der finanziellen Verbindlichkeiten gehören Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, emittierte Anleihen, Privatplatzierungen und sonstige Finanzverbindlichkeiten, die derivative und nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten umfassen. Sie werden als zu fortgeführten Anschaffungskosten und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten klassifiziert. Letztere beinhalten nur diejenigen finanziellen Verbindlichkeiten, die als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert werden, da wir keine finanziellen Verbindlichkeiten als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert designieren.

Verbindlichkeiten aus der Abwicklung des Zahlungsverkehrs von Kunden sind Gelder, die wir von unseren Kunden erhalten und mit denen wir in ihrem Namen Spesen von Mitarbeitern, damit verbundene Kreditkartenzahlungen sowie Lieferantenverbindlichkeiten begleichen. Wir weisen diese Gelder in unseren Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten aus und erfassen entsprechende Verpflichtungen aus Kostenerstattungen und Zahlungen im Namen unserer Kunden als Verbindlichkeiten aus der Abwicklung des Zahlungsverkehrs von Kunden.

Aufwendungen beziehungsweise Gewinne und Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten hauptsächlich Zinsaufwendungen, die wir nach der Effektivzinsmethode erfassen.

Rückstellungen

Die Rückstellungen für personalbezogene Verpflichtungen umfassen unter anderem langfristige Leistungen an Arbeitnehmer. Sie sind durch verpfändete Rückdeckungs­versicherungsansprüche gesichert und werden mit dem Erfüllungsbetrag der gesicherten Verpflichtung verrechnet.

Verpflichtungen aus Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Die zur Abzinsung verwendeten Zinssätze, die wir zur Bewertung unserer Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Leistungen nach Beendigung des Anstellungsverhältnisses verwenden, leiten wir von Unternehmensanleihen mit sehr guter Bonität und Staatsanleihen ab, bei denen Laufzeit und Auszahlungen kongruent zu unseren Pensionsplänen sind. Die Rechnungsgrundlagen für die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen sowie des Pensionsaufwands finden Sie unter Textziffer (18a). Der Nettozinsaufwand und andere Aufwendungen im Zusammenhang mit leistungsorientierten Pensionsplänen werden in den Aufwendungen für Leistungen an Arbeitnehmer erfasst. Wir klassifizieren diese Aufwendungen in unserer Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung nach den Tätigkeiten der Mitarbeiter, denen die Vergütungen gewährt wurden.

Da unsere deutschen leistungsorientierten Pensionspläne größtenteils aus einem mitarbeiterfinanzierten Plan bestehen, der durch qualifizierende Versicherungsverträge finanziert ist, kann der Dienstzeitaufwand rechnerisch einen Ertrag ergeben, der aus der Anpassung des Buchwertes der leistungsorientierten Pensionsverpflichtung an den beizulegenden Zeitwert des Planvermögens der qualifizierenden Versicherungsverträge resultiert. Diese Anpassung ist im Dienstzeitaufwand berücksichtigt.

Passive Rechnungsabgrenzungsposten

Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden je nach Abgrenzungsgrund als Erlöse aus Cloud-Subskriptionen und ‑Support, Softwarelizenzerlöse, Supporterlöse, Beratungserlöse oder als sonstige Serviceerlöse erfasst, sobald die grundlegenden Kriterien der Umsatzrealisierung erfüllt sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Leistungen erbracht oder die Rabatte, die dem Kunden im Rahmen einer Kaufoption als wesentliches Recht eingeräumt wurden, in Anspruch genommen wurden.

(3c) Ermessensausübungen des Managements und Quellen von Schätzungsunsicherheiten

Die Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und die Bewertung von Vermögenswerten, Verbindlichkeiten, Erträgen und Aufwendungen sowie die Angabe von Eventualforderungen und -verbindlichkeiten bei der Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS sind mit bestimmten Ermessensausübungen, Schätzungen und Annahmen des Managements verbunden.

Unsere Ermessensausübungen, Schätzungen und Annahmen beruhen auf historischen Informationen und Plandaten sowie Informationen über wirtschaftliche Rahmenbedingungen in den Branchen oder Regionen, in denen wir oder unsere Kunden tätig sind. Deren Veränderung könnte sich nachteilig auf unsere Schätzungen auswirken. Wenngleich wir der Auffassung sind, dass unsere Schätzungen über die künftige Entwicklung der zugrunde liegenden Ungewissheiten angemessen sind, können wir nicht garantieren, dass die finanziellen Auswirkungen dieser Angelegenheiten den in unseren Vermögenswerten, Verbindlichkeiten, Erträgen und Aufwendungen berücksichtigten Annahmen entsprechen werden. Die tatsächlichen Ergebnisse können von den ursprünglich von uns getroffenen Schätzungen und Annahmen abweichen.

Die nachfolgende Aufzählung zeigt die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die am häufigsten mit Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen unsererseits verbunden und daher für eine Beurteilung unserer Ertragslage entscheidend sind:

  • Umsatzrealisierung
  • Bewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
  • Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen
  • Bilanzierung von Ertragsteuern
  • Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen
  • Folgebilanzierung von Geschäfts- oder Firmenwerten und sonstigen immateriellen Vermögenswerten
  • Bilanzierung von rechtlichen Unsicherheiten
  • Ansatz von selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten im Rahmen von Entwicklungsaktivitäten

Diese wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden von unserem Management gemeinsam mit dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig erörtert.

Umsatzrealisierung

Ausführliche Informationen zur Umsatzrealisierung finden Sie unterTextziffer (3b). Wie in dieser Textziffer dargelegt erfassen wir Umsatzerlöse nicht, bevor die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann, der Zahlungseingang für die entsprechende Forderung wahrscheinlich ist und die Lieferung erfolgt ist beziehungsweise die Leistung erbracht worden ist. Die Beurteilung, ob die Höhe der Erlöse verlässlich bestimmt werden kann oder der Zahlungseingang hinreichend wahrscheinlich ist, ist naturgemäß mit Ermessensausübungen verbunden, da Schätzungen erforderlich sind, ob und in welchem Umfang dem Kunden nachträgliche Zugeständnisse gewährt werden und ob der Kunde die vertraglich vereinbarten Gebühren den Erwartungen entsprechend zahlen wird. Die zeitliche Verteilung sowie die Höhe der realisierten Umsätze können je nach getroffener Einschätzung unterschiedlich ausfallen.

Nach der Methode der Teilgewinnrealisierung müssen wir die voraussichtlichen Umsatzerlöse, die Gesamtkosten zur Fertigstellung des Projekts sowie den Fertigstellungsgrad abschätzen. Annahmen, Schätzungen und Unsicherheiten, die mit der Bestimmung des Fertigstellungsgrads einhergehen, haben Auswirkungen auf die Höhe und die zeitliche Verteilung der realisierten Umsätze.

Bei der Bilanzierung unserer Mehrkomponentenverträge müssen wir folgende Faktoren bestimmen:

  • Welche Verträge mit einem bestimmten Kunden als ein Gesamtvertrag zu bilanzieren sind;
  • Welche Teilleistungen eines Gesamtvertrags einzeln abgrenzbar und daher separat zu bilanzieren sind;
  • Wie das Gesamtentgelt für einen Gesamtvertrag auf seine Teilleistungen zu verteilen ist.

Die Bestimmung, ob unterschiedliche Verträge mit demselben Kunden als ein Gesamtvertrag zu bilanzieren sind, ist mit erheblichen Ermessensausübungen verbunden, da wir beurteilen müssen, ob die Verträge gemeinsam ausgehandelt wurden oder auf andere Weise miteinander verknüpft sind. Die zeitliche Verteilung sowie die Höhe der realisierten Umsätze können unterschiedlich ausfallen, je nachdem, ob zwei Verträge separat oder als Bilanzierungseinheit bilanziert werden.

Bei einem Mehrkomponentenvertrag, der Cloud-Subskriptionen oder On-Premise-Software und andere Teilleistungen enthält, realisieren wir die jeweiligen Umsätze nicht separat, wenn eine der anderen Teilleistungen (zum Beispiel Beratungsleistungen) als wesentlich für die Funktionalität der Cloud-Subskription oder On-Premise-Software angesehen wird. Die Bestimmung, ob eine für die Funktionalität essenzielle Leistung gegeben ist, ist mit Ermessensausübungen verbunden. Die zeitliche Verteilung und die Höhe der realisierten Umsätze können davon abhängen, ob eine Leistung als wesentlich für die Funktionalität angesehen wird, da Erlöse unter Umständen über einen längeren Leistungszeitraum realisiert werden müssen.

Im Rahmen der Aufteilung des Transaktionspreises auf die unterschiedlichen Teilleistungen des jeweiligen Kundenvertrags ist die Bestimmung einer angemessenen Bewertung zum beizulegenden Zeitwert mit Ermessensausübungen verbunden, die die zeitliche Verteilung und die Höhe der realisierten Umsätze beeinflussen könnten, und zwar abhängig davon,

  • ob eine angemessene Bewertung zum beizulegenden Zeitwert für noch nicht erbrachte Teilleistungen nachgewiesen werden kann und
  • welche Ansätze für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes angewendet werden.

Außerdem würde sich die Höhe unserer ausgewiesenen Umsatzerlöse für Verträge über On-Premise-Software erheblich ändern, wenn wir für die Umsatzaufteilung eine andere Methode als die Residualmethode anwenden würden.

Bewertung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Ausführliche Informationen zur Bilanzierung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen finden Sie unterTextziffer (3b). Wie in dieser Textziffer dargelegt, berücksichtigen wir Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch Erfassen von Erlösschmälerungen sowie von Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen. Dies gilt sowohl für einzelne Forderungen als auch für das gesamte Portfolio. Die Beurteilung der Einbringlichkeit einer Forderung ist naturgemäß mit Ermessensausübungen verbunden und erfordert Annahmen über Forderungsausfälle, die sich erheblich ändern können. Ermessensausübungen sind erforderlich, wenn wir die verfügbaren Informationen über die finanzielle Situation eines bestimmten Kunden beurteilen, um festzustellen, ob ein Forderungsausfall wahrscheinlich ist, die Höhe eines solchen Forderungsausfalls verlässlich geschätzt werden kann und somit eine Wertberichtigung für den betreffenden Kunden notwendig ist. Auch die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung für die restlichen Forderungen auf der Grundlage der in der Vergangenheit festgestellten Forderungsausfälle ist mit Ermessensausübungen verbunden, da die Vergangenheit möglicherweise nicht repräsentativ für die künftige Entwicklung ist. Änderungen unserer Schätzungen in Bezug auf die Wertberichtigung auf zweifelhafte Forderungen könnten wesentliche Auswirkungen auf unsere ausgewiesenen Vermögenswerte und Aufwendungen haben. Überdies könnte unser Konzernergebnis nachteilig beeinflusst werden, wenn die tatsächlichen Forderungsausfälle wesentlich höher sind als von uns angenommen.

Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen

Bei der Schätzung der beizulegenden Zeitwerte unserer anteilsbasierten Vergütungen greifen wir auf bestimmte Annahmen zurück, die sich unter anderem auf die erwartete Volatilität des Aktienkurses und die erwartete Laufzeit der Optionen (diese stellt unsere Schätzung des durchschnittlich verbleibenden Zeitraums bis zur Ausübung oder zum Verfall der Optionen dar) beziehen. Darüber hinaus hängt die Höhe des endgültigen Auszahlungsbetrags für diese Vergütungen von dem Erreichen von Kennzahlen sowie vom Kurs der SAP-Aktie an den jeweiligen Ausübungszeitpunkten ab. Änderungen dieser Annahmen und Ergebnisse, die von diesen Annahmen abweichen, könnten zu erheblichen Anpassungen des Buchwertes der Verbindlichkeiten führen, die wir für diese anteilsbasierten Vergütungen erfasst haben.

Unserer Ansicht nach ist für die Schätzung des beizulegenden Zeitwertes unserer Aktienoptionen die erwartete Volatilität die kritischste Annahme. Für die künftigen Auszahlungen aus unseren Programmen mit Barausgleich ist der Kurs der SAP-Aktie der wichtigste Faktor. Änderungen dieser Faktoren könnten die anhand des Optionspreismodells ermittelten Schätzungen der beizulegenden Zeitwerte und die künftigen Auszahlungen wesentlich beeinflussen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unterTextziffer (27).

Bilanzierung von Ertragsteuern

Aufgrund unserer international ausgerichteten Geschäftstätigkeit unterliegen wir den sich ändernden Steuergesetzen der jeweiligen Rechtsordnungen. Unsere gewöhnliche Geschäftstätigkeit umfasst zudem Transaktionen, bei denen die letztendlichen steuerlichen Folgen aufgrund unterschiedlicher Auslegungen von Steuergesetzen ungewiss sind, zum Beispiel hinsichtlich Umsatzaufteilungs- und Kostenumlageverträgen zwischen den SAP-Konzerngesellschaften. Darüber hinaus sind die von uns gezahlten Ertragsteuern grundsätzlich Gegenstand von laufenden Betriebsprüfungen in- und ausländischer Steuerbehörden. Daher sind Ermessensausübungen für die Bestimmung unserer weltweiten Ertragsteuerrückstellungen erforderlich. Wir schätzen die Entwicklung der ungewissen Steuerfestsetzungen auf der Basis der derzeitigen Steuergesetze und unserer Auslegungen derselben. Änderungen dieser Annahmen, die diesen Schätzungen zugrunde liegen, und Ergebnisse, die von diesen Annahmen abweichen, könnten erhebliche Anpassungen des Buchwertes unserer Ertragsteuerrückstellungen zur Folge haben.

Die Beurteilung, ob ein latenter Steueranspruch wertgemindert ist, erfordert Ermessensausübungen des Managements, da wir zukünftiges zu versteuerndes Einkommen schätzen müssen, um zu bestimmen, ob die Nutzung des latenten Steueranspruchs wahrscheinlich ist. Bei der Beurteilung unserer Fähigkeit, unsere latenten Steueransprüche zu nutzen, berücksichtigen wir sämtliche verfügbaren Informationen, einschließlich des in der Vergangenheit erzielten zu versteuernden Einkommens und des prognostizierten zu versteuernden Einkommens in den Perioden, in denen sich die latenten Steueransprüche voraussichtlich realisieren. Unsere Beurteilung des zukünftigen zu versteuernden Einkommens basiert auf Annahmen über die zukünftigen Marktbedingungen und die zukünftigen Gewinne der SAP. Änderungen dieser Annahmen sowie Ergebnisse, die von diesen Annahmen abweichen, könnten erhebliche Anpassungen des Buchwertes unserer latenten Steueransprüche zur Folge haben.

Weitere Informationen zu Ertragsteuern finden Sie unterTextziffer (10).

Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen

Im Rahmen der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen sind Ermessensausübungen bei der Beurteilung erforderlich, ob ein immaterieller Vermögenswert identifizierbar ist und separat vom Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt werden sollte. Darüber hinaus ist die Schätzung der beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren erworbenen Aktiva und übernommenen Passiva zum Erwerbszeitpunkt mit erheblichen Ermessensausübungen des Managements verbunden. Die erforderlichen Bewertungen basieren auf den zum Erwerbszeitpunkt verfügbaren Informationen sowie auf den nach Ansicht des Managements angemessenen Erwartungen und Annahmen. Diese Ermessensausübungen, Schätzungen und Annahmen können unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unter anderem aus folgenden Gründen wesentlich beeinflussen:

  • Die beizulegenden Zeitwerte, die den planmäßig abzuschreibenden Vermögenswerten zugewiesen werden, beeinflussen die Höhe der planmäßigen Abschreibungen, die in den Perioden nach der Akquisition im Betriebsergebnis erfasst werden.
  • Spätere nachteilige Veränderungen der geschätzten beizulegenden Zeitwerte der Vermögenswerte könnten zu zusätzlichen Aufwendungen aufgrund von Wertminderungen führen.
  • Spätere Veränderungen der geschätzten beizulegenden Zeitwerte von Verbindlichkeiten und Rückstellungen könnten zu zusätzlichen Aufwendungen (bei einer Erhöhung der geschätzten beizulegenden Zeitwerte) oder zusätzlichen Erträgen (bei einer Verringerung der geschätzten beizulegenden Zeitwerte) führen.

Folgebilanzierung vom Geschäfts- oder Firmenwert und von sonstigen immateriellen Vermögenswerten

Ermessensausübungen sind erforderlich:

  • bei der Bestimmung der Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswertes, da wir hier den Zeitraum schätzen, in dem der immaterielle Vermögenswert uns voraussichtlich einen wirtschaftlichen Nutzen bringt;
  • bei der Bestimmung der Abschreibungsmethode, da gemäß IFRS Vermögenswerte linear abzuschreiben sind, es sei denn, wir können den Verbrauch des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens durch SAP verlässlich bestimmen.

Sowohl der Abschreibungszeitraum als auch die Abschreibungsmethode haben Auswirkungen auf die in den einzelnen Perioden erfassten Aufwendungen für planmäßige Abschreibungen.

Die Beurteilung von Wertminderungen unserer Geschäfts- oder Firmenwerte und immateriellen Vermögenswerte ist in hohem Maße abhängig von Annahmen des Managements über zukünftige Cashflows und wirtschaftliche Risiken, die mit erheblichen Ermessensausübungen und Annahmen hinsichtlich künftiger Entwicklungen verbunden sind. Sie können durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden, zum Beispiel durch:

  • Änderungen der Geschäftsstrategie
  • interne Prognosen
  • Schätzungen unserer gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC)

Änderungen der Annahmen, die unseren Beurteilungen von Wertminderungen unserer Geschäfts- oder Firmenwerte und immateriellen Vermögenswerte zugrunde liegen, könnten erhebliche Anpassungen des Buchwertes unserer erfassten Geschäfts- oder Firmenwerte und immateriellen Vermögenswerte sowie der Höhe der erfolgswirksam erfassten Wertminderungsaufwendungen zur Folge haben.

Das Ergebnis der Werthaltigkeitstests für Geschäfts- oder Firmenwerte hängt möglicherweise auch von der Zuordnung der Geschäfts- oder Firmenwerte zu unseren Geschäftssegmenten ab. Diese Zuordnung ist mit Ermessensausübungen verbunden, da sie auf unseren Schätzungen dahingehend basieren, welche Geschäftssegmente voraussichtlich von den Synergien von Unternehmenszusammenschlüssen profitieren.

Weitere Informationen zu Geschäfts- oder Firmenwerten und immateriellen Vermögenswerten finden Sie unterTextziffer (15).

Bilanzierung von rechtlichen Unsicherheiten

Wir sind derzeit in verschiedene Ansprüche und Gerichtsverfahren involviert. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie unterTextziffer (23). Wir überprüfen den Status jedes wesentlichen Sachverhalts mindestens auf vierteljährlicher Basis und beurteilen das potenzielle finanzielle und geschäftliche Risiko in Bezug auf solche Sachverhalte. Bei der Bestimmung, ob eine Rückstellung zu bilden ist, sowie bei der Ermittlung des angemessenen Rückstellungsbetrags sind erhebliche Ermessensausübungen erforderlich, insbesondere bei:

  • der Bestimmung, ob eine Verpflichtung besteht,
  • der Bestimmung, inwieweit der Abfluss eines wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist,
  • der Bestimmung, ob die Höhe der Verpflichtung verlässlich geschätzt werden kann, und
  • der Schätzung der Höhe der Abflüsse, die zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung erforderlich sind.

Aufgrund der Unsicherheiten in Bezug auf diese Sachverhalte basieren die Rückstellungen auf den bestmöglichen Informationen, die zum jeweiligen Zeitpunkt verfügbar sind.

Am Ende eines Berichtszeitraums nehmen wir eine Neubeurteilung der potenziellen Verpflichtungen aus Ansprüchen und anhängigen Gerichtsverfahren vor und passen unsere jeweiligen Rückstellungen zur Berücksichtigung der gegenwärtig bestmöglichen Schätzung an. Außerdem überwachen und evaluieren wir neue Informationen, die wir nach Ende des jeweiligen Berichtszeitraums, aber vor Freigabe des Konzernabschlusses zur Veröffentlichung erhalten. Dabei soll festgestellt werden, ob diese Informationen zusätzlichen Aufschluss über Sachverhalte geben, die am Ende des Berichtszeitraums schon bestanden. Änderungen dieser Schätzungen und Annahmen, die unserer Bilanzierung von rechtlichen Unsicherheiten zugrunde liegen, sowie Ergebnisse, die von diesen Schätzungen und Annahmen abweichen, könnten erhebliche Anpassungen der Buchwerte der zugehörigen bereits erfassten Rückstellungen sowie die Erfassung zusätzlicher Rückstellungen zur Folge haben. Weitere Informationen zu rechtlichen Unsicherheiten finden Sie unterTextziffer (18b) undTextziffer (23).

Ansatz von selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten im Rahmen von Entwicklungsaktivitäten

Wir sind der Auffassung, dass die Bestimmung, ob während der Entwicklungsphase eines Projekts selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte als immaterielle Vermögenswerte anzusetzen sind, mit erheblichen Ermessensausübungen verbunden ist, insbesondere in den folgenden Bereichen:

  • Die Bestimmung, ob die Aktivitäten als Forschungs- oder als Entwicklungsaktivitäten einzustufen sind.
  • Die Bestimmung, ob die Ansatzkriterien für immaterielle Vermögenswerte erfüllt sind, erfordert Annahmen über Marktbedingungen, Kundennachfrage und andere Entwicklungen in der Zukunft.
  • Der Begriff „technische Realisierbarkeit“ ist in den IFRS nicht definiert. Daher erfordert die Beurteilung, ob die Fertigstellung eines Vermögenswertes technisch realisierbar ist, einen unternehmensspezifischen Ansatz, der zwangsläufig mit Ermessensausübungen verbunden ist.
  • Die Bestimmung, ob der zu entwickelnde Vermögenswert in der Zukunft genutzt oder verkauft werden kann, und die Bestimmung, ob aus dieser Nutzung oder diesem Verkauf wahrscheinlich zukünftige Vorteile entstehen werden.
  • Die Bestimmung, ob bestimmte Kosten direkt oder indirekt einem immateriellen Vermögenswert zuzurechnen sind und ob Kosten für die Fertigstellung des Entwicklungsprojekts erforderlich sind.

Diese Ermessenausübungen wirken sich auf den Gesamtbetrag der immateriellen Vermögenswerte, die wir in unserer Bilanz ausweisen, sowie auf den Zeitpunkt der erfolgswirksamen Erfassung von Entwicklungsaufwendungen aus.

(3d) Anwendung neuer Rechnungslegungsvorschriften

Keine der im Jahr 2016 erstmals angewendeten Rechnungslegungsvorschriften hatte eine wesentliche Auswirkung auf unseren Konzernabschluss. Wir haben die Änderungen an IAS 7 (Kapitalflussrechnungen) vorzeitig angewendet. Diese Änderungen zielen darauf ab, den Abschlussadressaten bessere Informationen über die Finanzierungsaktivitäten eines Unternehmens zur Verfügung zu stellen. Außerdem erweitern sie die Angaben zur Nettoverschuldung.

(3e) Neue, noch nicht in Kraft getretene Rechnungslegungsvorschriften

Die (für den Konzern relevanten) Standards und Interpretationen, die herausgegeben wurden, aber zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Konzernabschlusses noch nicht in Kraft getreten sind, sind nachstehend aufgeführt. Der Konzern beabsichtigt, diese Standards, sofern zutreffend, im Zeitpunkt ihres Inkrafttretens anzuwenden:


Am 28. Mai 2014 hat das IASB IFRS 15 (Erlöse aus Verträgen mit Kunden) herausgegeben. Der neue Standard zur Umsatzrealisierung gilt für uns ab dem 1. Januar 2018. Wir beabsichtigen keine vorzeitige Anwendung von IFRS 15. Der Standard sieht zwei mögliche Übergangsmethoden zur Umsetzung der neuen Regelungen vor: (1) rückwirkende Anwendung für jede gemäß IAS 8 (Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler) dargestellte vergangene Berichtsperiode oder (2) rückwirkende Anwendung mit einer Erfassung der kumulierten Anpassungsbeträge aus der erstmaligen Anwendung des Standards zum Zeitpunkt der Erstanwendung ("Cumulative Catch-up"-Methode). Derzeit beabsichtigen wir, den neuen Standard mittels "Cumulative Catch-up"-Methode anzuwenden.
Wir entwickeln zurzeit unsere zukünftig geltenden Bilanzierungsrichtlinien zur Umsatzrealisierung gemäß IFRS 15 und sind dabei, die relevanten Geschäftsprozesse an die neuen Bilanzierungsrichtlinien anzupassen. Diesbezüglich haben wir ein alle operativen Segmente umfassendes Projekt gestartet. Das Projekt erstreckt sich auf die Einführung der neuen SAP-basierten Lösung für die Bilanzierung und Berichterstattung von Umsatzerlösen sowie auf die Entwicklung der neuen Bilanzierungsrichtlinie zur Umsatzrealisierung. Darüber hinaus haben wir ein globales Rollout- und Schulungskonzept für alle relevanten Stakeholder innerhalb unseres Unternehmens entwickelt. Im Rahmen dieser Maßnahmen haben wir mehrere Unterschiede zwischen den derzeitigen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und den zukünftigen auf IFRS 15 basierenden Methoden (soweit diese bereits entwickelt wurden) identifiziert. Anhand unserer bislang durchgeführten Analysen ergeben sich unter anderem die folgenden Unterschiede:

 
  • Wenn die Höhe des Umsatzes aus unseren Produkten oder Dienstleistungen bei Vertragsabschluss nicht verlässlich bestimmt werden kann, schließen wir nach unseren derzeit verwendeten Methoden daraus, dass der Zufluss eines wirtschaftlichen Nutzens aus der Transaktion nicht wahrscheinlich ist. In diesem Fall realisieren wir den Umsatz erst, wenn das Vertragsentgelt fällig wird. Gemäß IFRS 15 schätzen wir bei Vertragsabschluss die potenziellen Auswirkungen von Unsicherheiten in der Bewertung von Umsatzerlösen sowie von Unsicherheiten bezüglich der Einbringlichkeit auf den Transaktionspreis und erfassen die verbleibenden Umsatzerlöse zu einem früheren Zeitpunkt als derzeit.
  • IFRS 15 führt zu Änderungen an der Methode, wie wir einen Transaktionspreis auf einzelne Leistungsverpflichtungen aufteilen. Dies kann sich sowohl auf die Klassifizierung der Umsatzerlöse als auch auf ihre zeitliche Verteilung auswirken. Zu diesen Unterschieden gehören auch Änderungen in der Anwendung des Residualwertansatzes gemäß IFRS 15 und der Residualmethode, die wir derzeit anwenden. Während die Residualmethode, die wir derzeit anwenden, darauf abzielt, das Vertragsentgelt auf die  vertraglichen Liefer- und Leistungsverpflichtungen aufzuteilen, dient der Residualwertansatz dazu, den Einzelveräußerungspreis von Leistungsverpflichtungen zu schätzen und lässt es grundsätzlich nicht zu, einer Leistungsverpflichtung keinen oder nur einen geringen Teil des Transaktionspreises zuzuordnen Diese Unterschiede können dazu führen, dass ein höherer Anteil des Transaktionspreises zu On-Premise-Software-Leistungsverpflichtungen zugeordnet wird und somit bestimmte Teile des Transaktionspreises früher im Umsatz erfasst werden.
  • Wir rechnen mit Änderungen des Umsatzrealisierungsmusters bei Subskriptionsverträgen für On-Premise-Software, bei denen die Lieferung der Software und die Erbringung von Supportleistungen mit der Verpflichtung, zukünftig nicht spezifizierte Softwareprodukte zu liefern, verknüpft ist. Nach unseren derzeitigen Umsatzrealisierungsmethoden erfassen wir das entsprechende Vertragsentgelt ratierlich über die Laufzeit des Subskriptionsvertrags. Gemäß IFRS 15 würden wir einen Teil des Transaktionspreises bereits bei der Lieferung der Software, und damit bei Vertragsabschluss erfassen.
  • Nach unseren derzeitigen Umsatzrealisierungsmethoden berücksichtigen wir keine Optionen, die es dem Kunden ermöglichen, zusätzliche Kopien eines bereits lizenzierten On-Premise-Softwareprodukts zu erwerben, als separaten Vertragsbestandteil. Dagegen ist gemäß IFRS 15 eine Bilanzierung solcher Optionen als separate Leistungsverpflichtung vorgesehen, sofern sie ein wesentliches Recht darstellen. In solchen Fällen ordnen wir gemäß IFRS 15 künftig einen Teil des Transaktionspreises solchen Optionen zu, die ein wesentliches Recht darstellen. Dieser Teil wird bei Ausübung oder Verfall der Optionen erfasst. Der Zeitpunkt hierfür kann nach dem Zeitpunkt liegen, zu dem heute die Umsatzrealisierung erfolgt.
  • Wir aktivieren bereits jetzt Kosten der Auftragserlangung. Wir gehen davon aus, dass sich der Aktivierungsbetrag gemäß IFRS 15 erhöhen wird, da nun mehr Kostenkomponenten für die Auftragserlangung aktiviert werden können.
 

Neben den Auswirkungen auf unsere Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung rechnen wir auch mit Änderungen in unserer Konzernbilanz (insbesondere aus dem Wegfall von Rechnungsabgrenzungsposten für nicht realisierte Umsätze, dem Ansatz von aktiven und passiven Vertragsposten, der Abgrenzung zwischen den aktiven Vertragsposten und den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie aus den Auswirkungen auf die Gewinnrücklagen infolge der erstmaligen Anwendung von IFRS 15) sowie mit zusätzlichen quantitativen und qualitativen Anhangsangaben. Wir kennen zurzeit weder die quantitativen Auswirkungen von IFRS 15 auf unseren Konzernabschluss 2018, noch können wir diese Auswirkungen verlässlich schätzen, da wir

 
  • die Analyse des bei Umsetzung von IFRS 15 bestehenden Auftragsvolumens, das von den verschiedenen Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aus der Anwendung von IFRS 15 betroffen sein wird, noch nicht abgeschlossen haben,
  • noch nicht die potenziellen Änderungen der Geschäftspraktiken abgeschätzt haben, die sich aus der Anwendung der neuen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ergeben werden,
  • noch nicht vollumfänglich diejenigen Aufträge identifiziert haben, die bis Ende 2017 noch nicht abgeschlossen sein werden und die wir deshalb gemäß der  "Cumulative Catch-up"-Methode, die wir für den Übergang auf IFRS 15 anwenden wollen, neu bewerten müssen,
  • unsere Bilanzierungs- und Bewertungsmethode für die Kostenkomponenten, die in die Vertragserfüllungskosten gemäß IFRS 15 einzubeziehen sind, noch nicht finalisiert haben.
 

Wir werden weiterhin die Auswirkungen untersuchen, die die Anwendung von IFRS 15 im Zeitraum der erstmaligen Anwendung auf unseren Konzernabschluss haben wird. Das hängt im Wesentlichen auch von unserer Geschäftstätigkeit und unserer Marktstrategie im Jahr 2017 ab. Wir werden die Auswirkungen, sofern wesentlich, offenlegen. Hierzu werden auch Angaben gehören, ob und wie wir die im Standard vorgesehenen Ausnahmeregelungen anwenden.


Am 13. Januar 2016 hat der IASB IFRS 16 (Leasingverhältnisse) herausgegeben. Der Standard ist ab dem Geschäftsjahr 2019 anzuwenden, eine frühere Anwendung ist für Unternehmen, die auch IFRS 15 umsetzen, zulässig. Der neue Standard stellt eine umfassende Überarbeitung der Bilanzierung von Leasingverhältnissen dar. Während die Bilanzierung beim Leasinggeber weitgehend unverändert bleibt, wird sich die Abbildung von Leasingverhältnissen beim Leasingnehmer signifikant ändern, weil alle Leasingverhältnisse in der Bilanz als Vermögenswerte oder Schulden anzusetzen sind. Für die SAP wird der weitaus größte Teil der Auswirkungen voraussichtlich bei unseren angemieteten Immobilien entstehen. Wir analysieren derzeit die Effekte aus der Anwendung des Standards und ob diese Effekte wesentlich sein werden oder nicht. Außerdem beurteilen wir zurzeit, inwieweit wir von den im Standard vorgesehenen Ausnahmeregelungen Gebrauch machen wollen. Die finanziellen Auswirkungen der Umsetzung des neuen Standards hängen von den Leasingverträgen ab, die im Zeitpunkt der Anwendung des Standards bestehen. Unser Betriebsergebnis wird sich voraussichtlich erhöhen, da Kosten, die in der Vergangenheit als Mietaufwendungen ausgewiesen wurden, nunmehr als Zinsaufwendungen erfasst werden. Wir gehen ferner davon aus, dass die Bilanzsumme steigen wird, da für Sachverhalte, die sich zuvor nicht in der Bilanz niedergeschlagen haben, Vermögenswerte aus einem Nutzungsrecht beziehungsweise Leasingverbindlichkeiten bilanziert werden müssen. Aufgrund der noch laufenden Beurteilung der Auswirkungen des IFRS 16 kennen wir die Auswirkungen auf unseren Konzernabschluss noch nicht und können sie auch nicht verlässlich schätzen.


Am 24. Juli 2014 hat der IASB die vierte und letzte Fassung von IFRS 9 (Finanzinstrumente) herausgegeben, die für das Geschäftsjahr 2018 verpflichtend anzuwenden sein wird, wobei eine frühere Anwendung zulässig ist. Wir planen, den neuen Standard ab dem vorgeschriebenen Zeitpunkt des Inkrafttretens anzuwenden.
Unsere vorläufigen Einschätzungen könnten Änderungen unterliegen, da wir unsere Analyse noch nicht abgeschlossen haben und deshalb die Auswirkungen auf unseren Konzernabschluss noch nicht abschließend ermittelt haben.
(a) Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte
Nach unseren derzeitigen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden klassifizieren wir unsere Schuld- und Eigenkapitaltitel mehrheitlich als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte. Wir erwarten, dass die Mehrzahl unserer Schuldtitel gemäß IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, da wir diese halten, um vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen. Eigenkapitaltitel können entweder als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis oder als aufwands- oder ertragswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert werden. In dieser Hinsicht haben wir noch keine Entscheidung getroffen. Deshalb können wir die Auswirkungen der Einführung von IFRS 9 auf die Bilanzierung unserer Eigenkapitaltitel noch nicht verlässlich schätzen.
Wir halten Ausleihungen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und andere finanzielle Forderungen sowie aktive Vertragsposten, um vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen. Somit gehen wir davon aus, dass diese Instrumente weiterhin zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden.
Derivate werden weiterhin aufwands- oder ertragswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.
Allerdings werden wir die Charakteristika der vertraglichen Zahlungsströme aller zulässigen Instrumente und das zugehörige Geschäftsmodell eingehender analysieren, bevor wir die Klassifizierung nach IFRS 9 abschließend festlegen.
(b) Finanzielle Verbindlichkeiten
Wir haben bislang keine finanziellen Verbindlichkeiten als aufwands- oder ertragswirksam zum beizulegenden Zeitwert designiert und beabsichtigen dies nach derzeitigem Stand auch zukünftig nicht zu tun. Somit glauben wir, dass sich im Zusammenhang mit finanziellen Verbindlichkeiten keine wesentlichen Auswirkungen ergeben werden. Denn aus IFRS 9 ergibt sich als einzige wesentliche Änderung für die Bilanzierung von finanziellen Verbindlichkeiten, dass Änderungen im beizulegenden Zeitwert, die auf Änderungen des Ausfallrisikos dieser Verbindlichkeit zurückzuführen sind, bei Verbindlichkeiten, die aufwands- oder ertragswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, im sonstigen Ergebnis auszuweisen sind.
(c) Wertminderungen
Wir beabsichtigen derzeit, das vereinfachte Wertminderungsmodell des IFRS 9 anzuwenden und die über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verluste aus allen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und aktiven Vertragspositionen zu erfassen. Die finanziellen Auswirkungen der Umsetzung des neuen Standards hängen von den Finanzinstrumenten ab, die im Zeitpunkt der Anwendung des Standards erfasst sind. Auf der Grundlage des derzeitigen Stands unserer Analyse rechnen wir mit gegenläufigen Effekten, das heißt mit Erhöhungen und Verringerungen von Wertminderungen nach IFRS 9 und dabei insgesamt nicht mit wesentlichen Auswirkungen. Diese Einschätzung könnte sich auf der Grundlage der Ergebnisse der durchgeführten detaillierteren Analyse (die alle verfügbaren/belegbaren Informationen, einschließlich zukunftsbezogener Informationen, berücksichtigt) ändern.
(d) Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen
Wir sind der Ansicht, dass alle bestehenden Sicherungsbeziehungen, die wir zurzeit als wirksam designiert haben, auch künftig die Bedingungen für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehung erfüllen. Deshalb rechnen wir nicht mit wesentlichen Auswirkungen aus der Anwendung von IFRS 9. Im Gegensatz zu IAS 39, gemäß dem Änderungen des beizulegenden Zeitwertes im Zusammenhang mit der Zinskomponente direkt aufwands- oder ertragswirksam erfasst werden, ist nach IFRS 9 eine Erfassung dieser Sicherungskosten im sonstigen Ergebnis zulässig. Wir haben noch keine Entscheidung bezüglich der Bilanzierung der Zinskomponente getroffen. Erst nach dieser Entscheidung können wir die Auswirkungen dieser neuen Anforderungen auf unseren Konzernabschluss verlässlich abschätzen.

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