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Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen

  • Auch 2015 haben wir ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen genutzt.
  • Zur Kompensation der CO2-Emissionen unserer Geschäftsflüge haben wir Emissionsausgleiche eingeführt.
  • Wir haben unser Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 auf weitere Standorte ausgeweitet.

2015 konnten wir erhebliche Fortschritte bei der Umsetzung unserer Ziele zur Verringerung unserer Treibhausgasemissionen verzeichnen. Zu diesem Erfolg beigetragen haben insbesondere Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung und umweltfreundliche Technologie, die umwälzende Veränderungen für die globale Wirtschaft mit sich bringen und mit denen Unternehmen ihren Energieverbrauch und ihre Treibhausgasemissionen erheblich verringern können. Wir nutzen diese Entwicklungen für unser eigenes Unternehmen und helfen auch unseren Kunden, in ihren Unternehmen von diesen Trends zu profitieren. Beispielsweise unterstützen wir Unternehmen bei der Umgestaltung ihrer Geschäftsmodelle auf der Grundlage von technischen Entwicklungen wie intelligenten Stromnetzen und dem Internet der Dinge. Auf diese Weise leisten wir einen Beitrag zur Verringerung des CO2-Gesamtausstoßes von Unternehmen, die über digitale Geschäftsnetzwerke miteinander vernetzt sind.

Ausbau unserer grünen Cloud

Wir wissen, dass der Energieverbrauch in den Rechenzentren eng mit Innovationen und der Nutzung unserer Lösungen durch unsere Kunden zusammenhängt. Mit der beschleunigten Verlagerung unseres Geschäfts in die Cloud haben wir deshalb unsere Unternehmensstrategie eng mit unserer Umweltstrategie verzahnt. So haben wir eine grüne (das heißt klimaneutrale) Cloud bei SAP geschaffen, die zu 100 % mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben wird und in der Emissionen über Emissionszertifikate ausgeglichen werden. Im Rahmen der Bewertung unserer Umweltauswirkungen untersuchen wir vor allem unseren Energieverbrauch im gesamten Unternehmen und die Treibhausgasemissionen entlang unserer Wertschöpfungskette.

Senkung der Treibhausgasemissionen

Es ist unser erklärtes Ziel, die Netto-Treibhausgasemissionen aus unseren Unternehmensaktivitäten bis 2020 auf das Niveau des Jahres 2000 zu reduzieren. Dieses Ziel beinhaltet alle direkten und indirekten Emissionen aus unserem Geschäftsbetrieb (Scope 1 und 2 des Greenhouse Gas Protocol) sowie in begrenztem Umfang auch weitere indirekte Emissionen (Scope 3). Wir berücksichtigen in unserem Ziel nicht alle indirekten Emissionen nach Scope 3, da wir uns auf die Reduzierung der Emissionen konzentrieren möchten, die wir direkt steuern oder beeinflussen können. Wir möchten jedoch unternehmensweit eine ganzheitliche CO2-Strategie umsetzen und arbeiten deshalb verstärkt an einer Senkung unserer vor- und nachgelagerten Emissionen.

Zur Verringerung unserer Emissionen verfolgen wir drei grundlegende Ansätze: Wir steigern die Effizienz unserer Abläufe in Verbindung mit der Erarbeitung zukunftsweisender Konzepte, erwerben Grünstromzertifikate mit hohen Qualitätsstandards und investieren in hochwertige Emissionszertifikate.

Neben unserem langfristigen Ziel für das Jahr 2020 haben wir uns auch jährliche Ziele für die Steuerung unserer internen Abläufe gesetzt. Obwohl wir 2015 andere Unternehmen übernommen und in unseren Konzern integriert haben, sind unsere Nettoemissionen von 500 Kilotonnen CO2 im Vorjahr auf 455 Kilotonnen gesunken. Dieser Rückgang ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass wir die Zahl unserer Geschäftsflüge verringern und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen durch Emissionszertifikate ausgleichen konnten. Emissionen, die durch die Systeme unserer Kunden entstehen, können wir durch die Verlagerung dieser Systeme in unsere grüne Cloud wirkungsvoll neutralisieren. Angesichts des beträchtlichen CO2-Gesamtausstoßes unserer Kunden und unserer Wachstumspläne im Cloud-Geschäft sehen wir sowohl auf Seiten unserer Kunden als auch bei uns ein deutliches Verbesserungspotenzial im Hinblick auf unsere Umweltauswirkungen.

Seit Anfang 2008 konnten wir dank unserer Maßnahmen zur Emissionsverringerung Kosten in Höhe von 346 Mio. € vermeiden (verglichen mit den hochgerechneten Kosten, die ohne diese Maßnahmen entstanden wären). In den vergangenen drei Jahren wurden auf diese Weise Kosten in Höhe von 124 Mio. € vermieden, von denen allein 39,8 Mio.  auf das Jahr 2015 entfallen.

Investition in Innovationen im Umweltbereich

Im Spannungsfeld zwischen geschäftlichem Wachstum und der angestrebten Emissionsverringerung verfolgen wir neue Strategien, um diese beiden Ziele miteinander in Einklang zu bringen. So haben wir 2015 unter anderem Emissionsausgleiche für Geschäftsflüge eingeführt. Neben Maßnahmen, mit denen wir Geschäftsflüge vermeiden beziehungsweise die Zahl dieser Flüge insgesamt verringern möchten, haben wir im zweiten Halbjahr 2015 damit begonnen, die Emissionen bestimmter Geschäftsflüge in den USA durch Emissionszertifikate zu kompensieren (an unseren Standorten in den USA ist die Zahl der Geschäftsflüge am höchsten). Durch diesen Emissionsausgleich konnten wir 35 Kilotonnen COkompensieren.

Durch weitere Investitionen in Technologien für die virtuelle Zusammenarbeit möchten wir die Zahl der Geschäftsreisen unserer Mitarbeiter verringern. Wir haben deshalb unsere bestehenden TelePresence- und Videokonferenz-Systeme um neue Collaboration Rooms auf Basis der Kommunikationsplattform Skype for Business ergänzt, in denen die Mitarbeiter über Landesgrenzen und Zeitzonen hinweg zusammenarbeiten können. Unternehmensweit wurden bereits mehr als 100 dieser Collaboration Rooms eingerichtet; weitere sollen 2016 folgen. Da immer mehr Mitarbeiter per Video-Chat kommunizieren, wurden außerdem über 1.200 Besprechungsräume mit 360-Grad-Kameras ausgestattet, um auch zugeschaltete Teilnehmer an anderen Standorten interaktiv einzubinden. Über Skype for Business können die Mitarbeiter zudem über ihren PC oder Laptop per Video-Chat mit Kollegen kommunizieren.

Um die durch unsere Firmenwagen verursachten Emissionen weiter zu verringern, haben wir uns vorgenommen, den Anteil von Elektroautos (oder alternativer Fahrzeugtechnologien) in unserem Fuhrpark von derzeit 1 % bis zum Jahr 2020 auf 20 % zu erhöhen. Zum Jahresende 2015 umfasste der Fuhrpark in unserer Zentrale in Walldorf bereits 55 rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge, die an insgesamt 57 Ladestationen aufgeladen werden können, global sind es circa 300 Fahrzeuge. Mit unseren Elektroauto-Initiativen möchten wir einem Dilemma begegnen, das sich in den letzten Jahren verschärft hat: Durch das Wachstum unseres Unternehmens ist auch jedes Jahr die Anzahl der SAP-Mitarbeiter gestiegen, die Anspruch auf einen Firmenwagen haben. Wir möchten jedoch erreichen, dass wir unseren Effizienzgewinnen nicht durch unseren wachsenden Fuhrpark entgegenwirken.

Wie bereits in unseren Gebäuden und Rechenzentren setzen wir deshalb auch an den Ladestationen für die Elektroautos in unserem Fuhrpark zu 100 % auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Für unsere Mitarbeiter in Deutschland beispielsweise schaffen wir Anreize für den Umstieg auf Elektroautos, indem wir durch die weitgehende Übernahme der Batteriekosten dazu beitragen, dass den Mitarbeitern durch Nutzung eines Elektroautos keine höheren Kosten als bei herkömmlichen Fahrzeugen entstehen. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir mit unseren Initiativen im Bereich Elektroautos einen entscheidenden Beitrag zur Umsetzung unserer Reduktionsziele für das Jahr 2020 leisten können.

Im Jahr 2015 verursachte der Einsatz von SAP-Produkten bei unseren mehr als 300.000 Kunden beinahe 15-mal mehr Emissionen als die SAP alleine. Dabei wurden ungefähr 6.800 Kilotonnen CO2 ausgestoßen. Mit der Nutzung von 100 % erneuerbarem Strom weiten wir unser Engagement für Nachhaltigkeit maßgeblich aus und verzahnen es eng mit unserer Cloud-Strategie, da für den Einsatz unserer Cloud-Produkte keine CO2-Emissionen entstehen.

Auch 2015 konnten wir mit unserer Investition in den Livelihoods Fund positive Ergebnisse erzielen. Die Erträge dieses Investmentfonds bestehen aus hochwertigen Emissionsgutschriften. Vor einigen Jahren haben wir uns dazu verpflichtet, 3 Mio. € über 20 Jahre in diesen Fonds zu investieren, der eine nachhaltige landwirtschaftliche Produktion und Flächennutzung in der ganzen Welt unterstützt. Mit dem Fonds werden vor allem Projekte zur Wiederherstellung des ökologischen Gleichgewichts in der Landwirtschaft, dem Waldfeldbau und der ländlichen Energieversorgung gefördert. So wurden mit den Mitteln des Fonds beispielsweise in Dörfern im Osten Indiens Obstbäume angepflanzt, um zusätzliche Nahrungsquellen für die Bewohner zu schaffen und der übermäßigen Nutzung von Anbauflächen entgegenzuwirken. Mit unserer langfristigen Beteiligung investieren wir gezielt in Projekte, von denen die Gesellschaft, die Umwelt und letztlich auch die SAP profitieren. 2015 haben wir Emissionsgutschriften aus dem Fonds erhalten, mit denen wir unseren CO2-Ausstoß um weitere 23 Kilotonnen ausgleichen konnten.

Eine wichtige Initiative war 2015 außerdem die Umsetzung der Norm ISO 14001 an weiteren SAP-Standorten auf der ganzen Welt. An 32 unserer weltweiten Standorte verfügen wir nun über ein allgemein anerkanntes Umweltmanagementsystem. Hierzu gehören neben unserer nordamerikanischen Zentrale in Newtown Square, Pennsylvania und unseren Standorten in Palo Alto, San Francisco, Sunnyvale und Dublin, Kalifornien (USA) Niederlassungen in verschiedenen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Israel, Italien, Kanada, Österreich, Südafrika und der Tschechischen Republik. 2015 wurden mit Singapur, der Schweiz sowie Rio de Janeiro und São Paulo in Brasilien weitere Standorte zertifiziert. Eine Vorlage für die Implementierung eines einheitlichen Umweltmanagementsystems soll uns eine schnellere Einführung von ISO 14001 in weiteren Niederlassungen ermöglichen. Auf diese Weise entsteht ein globales Netzwerk, über das die unterschiedlichen Standorte zusammenarbeiten und Best Practices austauschen können. Durch die laufende Zertifizierung weiterer Niederlassungen möchten wir erreichen, dass 70 % unserer Vollzeitbeschäftigten bis zum Jahr 2018 an nach ISO 14001 zertifizierten Standorten arbeiten. Ende 2015 hatte die SAP in 15 Ländern und an 32 einzelnen Standorten ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001. Die entspricht einem Anteil von 22,2 % unserer Vollzeitbeschäftigten.

Messung unseres Energieverbrauchs

Da die von uns verbrauchte Energie Treibhausgase verursacht, stellt der gesamte Energieverbrauch eine der wichtigsten Kennzahlen unseres Energie- und Emissionsmanagements dar. Diese Kennzahl bezeichnet die Energiemenge, die unser Unternehmen für den Verbrauch in unseren Gebäuden, Rechenzentren, durch unsere Firmenwagen und unsere firmeneigenen Flugzeuge selbst produziert oder zukauft. Unser Energieverbrauch stieg von insgesamt 920 Gigawattstunden (GWh) im Jahr 2014 auf 965 Gigawattstunden im Jahr 2015 an.

Dieser Anstieg ist auf das Wachstum unserer Mitarbeiterzahl und unseres Unternehmens im vergangenen Jahr zurückzuführen. Da wir darüber hinaus zunehmend Anwendungen in die Cloud verlagern, betreiben wir immer mehr Kundensysteme in unseren Rechenzentren und anderen Einrichtungen, in denen wir Serverkapazität anmieten. Dieses zusätzliche Cloud-Geschäft sowie die für den Betrieb der Cloud-Lösungen benötigten Server und Gebäude führen zu einem höheren Energieverbrauch. Zugleich entsteht für unsere Kunden jedoch genau der gegenteilige Effekt: Mit dem Umstieg auf die Cloud nutzen sie unsere Infrastruktur und sind so in der Lage, ihre IT-Landschaften zu vereinfachen und Strom zu sparen. Da unser Cloud-Betrieb sehr energieeffizient ist, sinkt somit trotzdem der gesamte Energieverbrauch, der durch den Einsatz von Hardware entsteht.

Optimierung der Effizienz in unseren Rechenzentren

Unsere Rechenzentren sind die zentrale Infrastruktur, über die wir Kunden unsere Lösungen bereitstellen. Ein erheblicher Teil unserer gesamten Treibhausgasemissionen fällt dort an. Zugleich bilden unsere Rechenzentren einen Schwerpunkt unserer Maßnahmen zur Emissionsverringerung, da durch die Verlagerung unseres Geschäfts in die Cloud unser Energieverbrauch angestiegen ist. Zudem steigen unsere Kunden immer mehr auf unsere technologischen Innovationen und Lösungen um. Im Zusammenhang mit unseren Gebäuden, dem Betrieb unserer Rechenzentren und unserer Infrastruktur haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Energieeffizienz weiter zu verbessern und Innovation voranzutreiben. So hat der TÜV Rheinland für eines unserer größten Rechenzentren in St. Leon-Rot das Zertifikat „Energieeffizientes Rechenzentrum“ ausgestellt und im dazugehörigen Energieaudit eine Energieeffizienz von 98,7 % bescheinigt. Der Strom für den Betrieb unserer internen und externen Server stammt zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen. Der Stromverbrauch in den Rechenzentren an unseren eigenen Standorten und in den von uns genutzten externen Rechenzentren ist insgesamt von 179 GWh im Vorjahr auf 249 GWh im Jahr 2015 angestiegen. Unsere Bemühungen zur Verbesserung der Energieeffizienz in unseren Rechenzentren wurden 2015 durch die Auszeichnung mit dem European Datacentre Sustainability Award gewürdigt.

Erneutes Bekenntnis zu erneuerbarem Strom


Mit unserer vollständigen Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen in unseren internen und externen Rechenzentren sowie unseren Gebäuden haben wir den bislang wichtigsten Schritt unternommen, unsere Abläufe nachhaltiger zu gestalten. 2015 konzentrierten wir uns vorwiegend auf Energie aus Windkraft und in geringerem Umfang auch auf Energie aus Biomasse. An einigen Standorten erzeugen wir einen kleinen Anteil des benötigten Stroms über Fotovoltaikanlagen, doch setzen wir in erster Linie auf den Erwerb von Grünstromzertifikaten, um bei unserem Stromverbrauch den Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien zu vergrößern. Hierbei halten wir hohe Qualitätsstandards ein, die an die Empfehlungen von zwei Nichtregierungsorganisationen angelehnt sind. Damit möchten wir den Wandel im Energiemarkt unterstützen und ausschließlich hochwertige regionale Zertifikate erwerben, die die Grundlagen für langfristige Nachhaltigkeit schaffen. So gilt für Strom aus Biomasse beispielsweise die Voraussetzung, dass zu seiner Erzeugung keine mit Kohle oder anderen fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerke eingesetzt und keine Wälder abgeholzt werden dürfen. Ein weiteres Kriterium besteht darin, dass der Strom nicht in Anlagen erzeugt werden darf, die älter als zehn Jahre sind. Mit diesen Standards möchten wir Innovation bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen gezielt fördern. Darüber hinaus erwirbt die SAP keine Grünstromzertifikate staatlich geförderter Kraftwerke. Für das Jahr der Erzeugung gilt, dass der Strom aus erneuerbaren Energien im Jahr oder Vorjahr des Berichtszeitraums erzeugt worden sein muss.

2015 ist die SAP der Grünstrom-Initiative RE100 beigetreten und ist nun eines der globalen Großunternehmen, die diese Initiative unterstützen. Sie wurde von der Organisation The Climate Group gemeinsam mit dem CDP (vormals Carbon Disclosure Project) ins Leben gerufen und verfolgt das Ziel, bis zum Jahr 2020 einhundert der einflussreichsten Unternehmen weltweit zu Mitstreitern zu machen, die zu 100 % auf Strom aus erneuerbaren Energien setzen.

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