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Die Hand eines Kindes, das ein buntes Windrad in den Himmel hält

Was ist das CBAM der EU?

Das CO2-Grenzausgleichssystem der EU (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) soll verhindern, dass Emissionen ins Ausland verlagert werden, und die weltweite Dekarbonisierung im Handel fördern.

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Warum die EU das CBAM eingeführt hat

Das CBAM der EU ist Teil der umfassenderen Klimainitiative und des Green Deal der EU. Durch die CO2-Bepreisung von Einfuhren bestimmter energieintensiver Güter soll das CBAM sicherstellen, dass für importierte Produkte dieselben CO2-Kosten anfallen wie Produkte, die innerhalb der EU hergestellt werden und der CO2-Bepreisung im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (EU-EHS) unterliegen. Das schafft gleiche Wettbewerbsbedingungen für Hersteller inner- und außerhalb der EU und fördert weltweit sauberere Produktionsverfahren.

Ziel des CBAM ist primär die Verhinderung der Verlagerung von CO2-Emissionen, zu der es dann kommt, wenn Unternehmen ihre Produktion in Länder mit weniger strengen Umweltvorschriften verlagern und damit die globalen Klimaziele untergraben. Durch den Ausgleich der CO2-Kosten zwischen in der EU produzierten und in die EU importierten Waren soll das CBAM weltweit Anreize für umweltfreundlichere Herstellungsverfahren schaffen, die ehrgeizigen Klimaziele der EU unterstützen und Wettbewerbsnachteile für europäische Unternehmen verhindern.

So funktioniert das CBAM der EU

CBAM funktioniert so, dass Importeure die mit ihren importierten CBAM-Gütern verknüpften Emissionen melden und dann CO2-Zertifikate in Höhe dieser Emissionen erwerben und abgeben müssen. Der Preis dieser Zertifikate entspricht dem CO2-Preis, der gezahlt worden wäre, wenn die Waren im Geltungsbereich des EU-Emissionshandelssystems hergestellt worden wären. Dieser Mechanismus stellt sicher, dass importierte Produkte mit vergleichbaren CO2-Kosten belastet werden wie Produkte, die innerhalb der EU hergestellt werden. Das fördert einen fairen Wettbewerb und schafft Anreize zur Emissionsminderung.

In der Praxis erlegt CBAM beiden am Handel beteiligten Parteien Pflichten auf:

Wenn keine verifizierten Emissionen verfügbar sind, müssen die Meldenden die von der EU bereitgestellten Standardwerte verwenden, die konservativ angesetzt wurden, um Anreize für eine genaue Berichterstattung zu schaffen.

Wer ist vom EU-CBAM betroffen?

Primär betroffene Gruppen:

Betroffene Sektoren:

Diese Sektoren wurden aufgrund ihrer hohen Emissionsintensität und des Risikos einer Verlagerung von CO2-Emissionen ausgewählt. Bis 2034 werden weitere Sektoren hinzukommen.

CBAM – Endgültige Phase

Wir befinden uns nun in der endgültigen Phase, die am 1. Januar 2026 begonnen hat. CBAM-Zertifikate müssen jährlich erworben und abgegeben werden, um die überprüften, in importierten Waren enthaltenen Emissionen widerzuspiegeln. Allerdings haben mehrere wichtige Updates Einfluss auf Zeitplan und Umfang:

Diese Änderungen unterstreichen die Notwendigkeit zuverlässiger Emissionsdaten, einer proaktiven Einbindung der Lieferanten und integrierter Systeme zur Unterstützung der Verifizierung, Nachverfolgung und finanziellen Compliance.

Wie können sich Unternehmen auf die CBAM-Compliance vorbereiten?

Die Vorbereitung auf CBAM geht über das reine Abhaken von Vorgaben hinaus – es ist eine Chance, durch bessere Daten, stärkere Lieferantenbeziehungen und eine beschleunigte Dekarbonisierung langfristigen Wert zu schaffen.

1. Umfang und Relevanz verstehen

Stellen Sie zunächst fest, ob Ihr Unternehmen Waren importiert, die unter die derzeitige CBAM-Regelung fallen – Zement, Eisen und Stahl, Aluminium, Düngemittel, Strom und Wasserstoff – und ob im Laufe der Zeit weitere sektorspezifische Fertigerzeugnisse, wie z. B. Waschmaschinen, hinzukommen werden. Wenn ja, überprüfen Sie, ob Sie den Importgrenzwert von 50 Tonnen kumulierter CBAM-Güter (außer Strom und Wasserstoff) pro Jahr und Importeur überschreiten.

2. Regulatorische Datenbasis aufbauen

Die CBAM-Compliance hängt von genauen, standardisierten und überprüfbaren Emissionsdaten ab. Die meisten Unternehmen fangen nicht bei Null an – aber nur wenige verfügen über durchgängige Transparenz oder Konsistenz über alle Systeme und Lieferketten hinweg. Erstellen Sie eine Datenbasis, die auf ERP-, Beschaffungs-, Logistik- und Nachhaltigkeitssystemen basiert, um sicherzustellen, dass Emissionen auf Produkt- und Lieferungsebene nachverfolgt und gemeldet werden können. Einen umfassenderen Rahmen für die Aufbereitung von Nachhaltigkeitsdaten finden Sie im Leitfaden zur ESG-Berichterstattung.

3. Lieferanten einbinden und sensibilisieren

Arbeiten Sie mit Lieferanten zusammen, um genaue Daten zu eingebetteten Emissionen zu sammeln und die Einführung saubererer Technologien zu fördern.​ Lieferanten außerhalb der EU müssen in der Lage sein, verifizierte, eingebettete Emissionen gemäß der EU-Methode zu berechnen und offenzulegen. Das bedeutet:

4. Investieren Sie in Tools für Automatisierung, Nachvollziehbarkeit und finanzielle Integration

Eine manuelle Berichterstattung mag kurzfristig ausreichen, ist jedoch nicht nachhaltig – insbesondere dann, wenn Sie es mit komplexen Vorgängen und Lieferketten, hohen Transaktionsvolumina und aufsichtsrechtlichen Vorgaben in wachsendem Umfang zu tun haben. Automatisierung hilft, zu skalieren, Fehler zu minimieren, Kosten zu senken und die Bereitschaft für Audits sicherzustellen. Die finanzielle Integration verbessert die Transparenz hinsichtlich der mit dem CBAM verbundenen Kostenauswirkungen und ermöglicht so genauere Prognosen, die Planung des Liquiditätsbedarfs sowie die Einbeziehung in die Produktkalkulation. Halten Sie Ausschau nach Tools, die Folgendes bieten:

5. Die Einhaltung der Vorschriften mit der Dekarbonisierungsstrategie in Einklang bringen

CBAM ist nicht nur eine Reporting-Herausforderung, sondern auch eine Chance für die Dekarbonisierung. Unternehmen, die die in ihre Produkte eingebetteten Emissionen reduzieren, können ihre Zertifikatskosten senken und sich einen Wettbewerbsvorteil auf dem EU-Markt verschaffen.

Dies ist besonders wichtig für Nicht-EU-Wirtschaftsteilnehmer, die Gefahr laufen, den Marktzugang zu verlieren, wenn sie keine Nachweise für niedrige CO2-Emissionen vorlegen können. Der Nachweis von Emissionsminderungen kann zu einem Alleinstellungsmerkmal werden und Türen zu neuen Kundenbeziehungen öffnen.

6. Agil und informiert bleiben

Bleiben Sie über Änderungen und Aktualisierungen bei den CBAM-Vorschriften auf dem Laufenden und passen Sie Ihre Compliance-Strategien entsprechend an. Die Einhaltung der Compliance erfordert, sich über Aktualisierungen der Richtlinien auf dem Laufenden zu halten und Systeme, Prozesse und Datenstrategien schnell anpassen zu können.

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Umsetzung der CO<sub>2</sub>-Bilanzierung und des CO<sub>2</sub>-Managements

SAP wurde im IDC MarketScape 2026 für weltweite Anwendungen zu CO2-Bilanzierung und ‑Management zum zweiten Mal in Folge als führend eingestuft.

Auszug lesen

Wie SAP die CBAM-Compliance unterstützt

Bei der Umsetzung von CBAM geht es nicht nur darum, regulatorische Anforderungen zu erfüllen, sondern auch um die Schaffung einer Grundlage für langfristige Nachhaltigkeit, finanzielle Verantwortlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt. Die SAP-Suite mit Tools für Nachhaltigkeit wurde entwickelt, um Unternehmen dabei zu unterstützen, alle drei Ziele zu erreichen.

Ganz gleich, ob Sie als Anmelder für die Emissionsberichterstattung verantwortlich sind oder als Wirtschaftsteilnehmer mit kohlenstoffarmen Produkten einen Wettbewerbsvorteil erzielen möchten – SAP-Lösungen vereinfachen komplexe Prozesse und erschließen in jeder Phase neue Wertpotenziale.

Vorteile für SAP-Kunden

SAP bietet eine integrierte, durchgängige CBAM-Lösung, die CO2-Daten mit Finanzprozessen innerhalb der zentralen ERP-Workflows verknüpft. Dieser Ansatz basiert auf SAP Sustainability Footprint Management und SAP Green Ledger und ermöglicht es Unternehmen, fragmentierte Tools hinter sich zu lassen und CBAM als kontinuierlichen, überprüfbaren Prozess zu verwalten.

SAP unterstützt CBAM über den gesamten Lebenszyklus:

  1. Datengrundlage und Emissionsberechnung
    SAP Sustainability Footprint Management stärkt die zugrunde liegende Datenbasis durch Zolldaten, darunter Importdaten und KN-Code-Klassifizierungen aus SAP Global Trade Services und anderen Handelssystemen. Anschließend werden anhand von ERP- und Lieferantenemissionsdaten die eingebetteten Emissionen berechnet und die Zertifikatsanforderungen ermittelt.
  2. Optimierte Berichterstattung durch den Anmelder
    SAP Sustainability Footprint Management ermöglicht standardisierte, prüfbare Workflows für die CBAM-Berichterstattung und unterstützt Unternehmen bei der Erstellung konformer Erklärungen.
  3. CO2- und Finanzbuchhaltung für CBAM-Zertifikate
    SAP Green Ledger verbindet CO2- und Finanzbuchhaltung, indem es CBAM-Zertifikate gemäß den internationalen Rechnungslegungsstandards als Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfasst und auditfähige Berichterstattung, Bewertung sowie Finanzbuchungen ermöglicht.
  4. Planung, Prognose und Kostenmanagement
    Durch die Verknüpfung von CO2-Daten mit Finanzprozessen ermöglicht SAP Unternehmen, CBAM-Kosten zu prognostizieren, finanzielle Auswirkungen zu modellieren und das Risiko auf Produktebene zu steuern.
  5. Dekarbonisierung für Compliance und Wettbewerbsfähigkeit
    SAP-Nachhaltigkeitslösungen wie SAP Sustainability Control Tower, Sustainability Footprint Management, SAP Sustainability Data Exchange und SAP Green Ledger ermöglichen es Unternehmen, Emissionen und CBAM-Verbindlichkeiten zu reduzieren, Compliance-Kosten zu senken und ihre Position gegenüber EU-Kunden zu stärken.

Ein Autonomous Enterprise integriert nachhaltigkeitsspezifisches regulatorisches Wissen, Datenmodelle und Prozesslogik direkt in die Kerngeschäftsprozesse. Nachhaltigkeit ist nicht länger eine separate Berichterstattungsaktivität, sondern vielmehr eine fest integrierte Rahmenbedingung und ein Treiber für Entscheidungen in den Bereichen Finanzen, Lieferkette, Beschaffung, Produktentwicklung und Betrieb.

Das CBAM ist ein eindrucksvolles Beispiel für diesen Wandel. Unternehmen reagieren nicht erst im Nachhinein. Sie berechnen kontinuierlich ihr Risiko, steuern finanzielle Auswirkungen und optimieren ihre Betriebsabläufe in Echtzeit. Dadurch wird Compliance zu einer Quelle finanzieller Widerstandsfähigkeit und eines Wettbewerbsvorteils, wobei eine vertrauenswürdige Governance fest integriert ist.

Häufig gestellte Fragen

Was ist CBAM?
Das CO2-Grenzausgleichssystem (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) ist ein politisches Instrument der EU, das einen CO2-Preis auf Einfuhren bestimmter Waren erhebt, um weltweit faire Klimaschutzmaßnahmen zu fördern.
Gilt CBAM für Fertigerzeugnisse?
Derzeit gilt es vor allem für Rohstoffe und Grundgüter. Die CBAM-Verordnung listet explizit die KN-Codes auf, die für CBAM relevant sind. Das können „einfache Güter“ wie Zementklinker oder Rohaluminium sein, aber auch „komplexe Güter“ wie Schrauben oder Eisenbahnschienen aus Eisen oder Stahl. Der Umfang wird sich im Laufe der Zeit erweitern.
Wie wird CBAM berechnet?

Die CBAM-Berechnungen umfassen zwei wichtige Schritte – einen, der vom Nicht-EU-Wirtschaftsteilnehmer durchgeführt wird, und einen, der vom EU-Anmelder durchgeführt wird –, die jeweils spezifische Anforderungen gemäß EU-Recht erfüllen müssen.

  1. Berechnung der eingebetteten Emissionen durch den Wirtschaftsteilnehmer: Nicht-EU-Hersteller (Wirtschaftsteilnehmer) sind für die Berechnung der eingebetteten Treibhausgasemissionen (THG) in ihren exportierten CBAM-Gütern verantwortlich. Dies muss nach der EU-Methode erfolgen, die sich von internationalen Rahmenwerken wie dem GHG Protocol unterscheidet. Das GHG Protocol wird häufig von anderen Nachhaltigkeitsvorschriften, einschließlich der CSRD der EU, zur Berechnung und Offenlegung von Emissionen verwendet.

  2. Berechnung der Zertifikate durch den Anmelder: EU-Importeure (Anmelder) müssen berechnen, wie viele CBAM-Zertifikate sie pro Jahr erwerben und abgeben müssen. Dies wird bestimmt durch:

    • Gesamte eingebettete Emissionen in den importierten Gütern
    • Bereits außerhalb der EU gezahlte CO2-Preise (z. B. Steuern oder Emissionsabgaben), die abgezogen werden können
    • Kostenlose Zuteilungen im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems (EU-EHS) an EU-Hersteller derselben Güter, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten

Zusammen sorgen diese Schritte dafür, dass importierte Waren vergleichbare CO2-Kosten haben wie in der EU hergestellte Waren – was die Transparenz der Emissionen und einen fairen grenzüberschreitenden Wettbewerb fördert.

Ist CBAM eine Steuer?
CBAM ist technisch gesehen keine Steuer, sondern ein Mechanismus, der den Kauf von Emissionszertifikaten (1 Zertifikat entspricht 1 Tonne CO2e) erfordert und in seiner Funktion einer CO2-Steuer ähnelt.
Wann beginnt CBAM?

CBAM wird in zwei Phasen eingeführt:

1. Die Übergangsphase begann am 1. Oktober 2023 und verpflichtet Importeure dazu, vierteljährliche Emissionsberichte einzureichen, ohne dass Geldstrafen verhängt werden. Diese Phase läuft bis zum 31. Dezember 2025.

2. Mit der endgültigen Phase hält die finanzielle Komponente Einzug – Kauf und Abgabe von CBAM-Zertifikaten.

  • Trotz Verabschiedung der EU-Omnibus-Vereinfachungsverordnung treten die Verpflichtungen am 1. Januar 2026 in Kraft: Gemäß Rechnungslegungsstandards müssen Importeure die Verbindlichkeiten – die Emissionen – bei ihrem Anfallen verfolgen und ausweisen. Auf Basis dieser erfassten Emissionsmengen müssen sie dann ab Februar 2027 Zertifikate für die in 2026 angefallenen Emissionen erwerben und bis zum 30. September 2027 mit der Abgabe von CBAM-Zertifikaten beginnen.

Das bedeutet, dass sich zwar der Starttermin für den Kauf von Zertifikaten verschieben kann, die Meldepflichten und finanzielle Rechenschaftspflicht für 2026 jedoch in beiden Szenarien bestehen bleiben.

Wer muss die CBAM-Verordnung einhalten?
In der EU ansässige Importeure, die jährlich mehr als 50 Tonnen unter die CBAM-Verordnung fallende Waren einführen, fallen in der Regel in den Anwendungsbereich der CBAM-Verordnung. Dazu gehören Einfuhren von Waren aus Sektoren, die derzeit unter die CBAM-Verordnung fallen, wie beispielsweise Eisen und Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Wasserstoff und Strom. Die Importeure sind dafür verantwortlich, die in den Waren enthaltenen Emissionen zu melden sowie CBAM-Zertifikate zu erwerben und abzugeben, die den Emissionen der unter die Verordnung fallenden Waren entsprechen.
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