Was ist ein zweistufiges ERP?

Verschaffen Sie sich einen umfassenden Überblick über die Zweistufenstrategie, ihre Anwendungsfälle und Geschäftsvorteile sowie die Implementierungsansätze.

Zweistufiges und hybrides ERP im Vergleich

Für ein zweistufiges ERP-Modell entscheiden sich Unternehmen häufig bei einer Fusion oder Übernahme. Das ERP der Stufe 1 bezieht sich auf das System der Muttergesellschaft, das zentrale Funktionen verwaltet. Das ERP der Stufe 2 ist das System der Tochtergesellschaft oder der regionalen Niederlassung, das lokale oder spezialisierte Funktionen steuert.

 

Ein hybrides ERP ist eine Art zweistufiges ERP. Es kombiniert Elemente von On-Premise- und Cloud-ERP-Lösungen. Für viele Unternehmen ist die Einführung eines hybriden ERP-Systems nicht das Endziel, sondern eher ein Schritt in Richtung eines reinen zweistufigen Cloud-ERP-Modells.

Zweistufiges ERP für eine moderne, flexible und skalierbare Architektur

Typische geschäftliche Gründe für die Einführung eines zweistufigen ERP-Systems

Unternehmen beschäftigen sich in der Regel mit zweistufigen ERP-Lösungen, wenn sie vor großen Veränderungen bei ihrer bisherigen Arbeitsweise stehen, z. B. der Erweiterung ihres Geschäftsangebots oder der Einführung eines neuen Geschäftsmodells.

Fusionen, Übernahmen und Veräußerungen erfolgen oft plötzlich, und die Einführung einer zweistufigen ERP-Strategie kann eine effiziente Möglichkeit sein, ein neues ERP innerhalb kurzer Zeit zu starten.

Die Änderung von Geschäftsmodellen kann erhebliche Änderungen an einem bestehenden ERP-System erfordern. Mitunter ist es dann einfacher, ein neues ERP-System zu übernehmen und es in das ursprüngliche System zu integrieren.

Globale Expansion, einschließlich Wachstum durch strategische Allianzen und Joint Ventures, erfordert ein ERP-System, das diesen Erfordernissen Rechnung trägt.

Warum Unternehmen sich für eine zweistufige ERP-Strategie entscheiden

Alle Geschäftsbereiche eines Unternehmens in einer globalen, zentral verwalteten ERP-Instanz zusammenzuführen, hat Vorteile, die auf der Hand liegen, ist aber aus verschiedenen Gründen manchmal nicht praktikabel.

Dringlichkeit

Die Tochtergesellschaft benötigt innerhalb kurzer Zeit eine Lösung und die IT-Abteilung verfügt nicht über die Kapazität, eine neue Betriebseinheit in ihre bestehende Infrastruktur zu integrieren.

Eignung

Das ERP-System der Muttergesellschaft ist möglicherweise zu komplex oder für die funktionalen, regulatorischen oder Berichtsanforderungen der Tochtergesellschaft ungeeignet.

Unabhängigkeit

Rechtliche Besitzstrukturen wie Joint Ventures oder teilweise staatliche Unternehmen können ein Ausschlusskriterium für die gemeinsame Nutzung eines einzigen ERP-Systems sein.

Unternehmenskultur

Ein eigenes ERP-System kann das Gefühl der Eigenverantwortung, Autonomie und Rechenschaftspflicht einer Tochtergesellschaft fördern.

Geopolitik und gesetzliche Regelungen

Unternehmen müssen möglicherweise die Distanz zwischen bestimmten Einheiten wahren oder komplexe Regeln zur Datenspeicherung einhalten.

Systemvielfalt durch Übernahme

Unternehmen, die durch Übernahmen wachsen, erben eine Vielzahl von Systemen, verfügen jedoch nicht über die Ressourcen, um diese zu konsolidieren.

Typische Anwendungsfälle für zweistufige ERP-Systeme

Lassen Sie uns die beiden gängigsten ERP-Szenarien und ihre Vorteile für Tochtergesellschaften näher betrachten:

  • Übernahmen
    Unternehmen, die ihr Portfolio oder ihre geografische Reichweite durch Übernahmen erweitern, sind in der Regel wachstumsstark oder gehören Branchen an, in denen Fusionen und Übernahmen üblich sind. In der Regel muss das übernehmende Unternehmen die Übernahme schnell aus der IT-Infrastruktur des Verkäufers herauslösen oder hohe Gebühren zahlen, sodass ein zweistufiges ERP-System eine gute Option für einen schnellen Übergang darstellt. Wie der Bereich Health & Wellness von Mars Inc. die Übernahme von KIND Snacks bewältigte, ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie ein zweistufiges ERP-System diese Herausforderung löst.

  • Inkubatoren und Joint Ventures
    Zweistufige ERP-Systeme sind ideal für neue Unternehmen, da sie schnell implementiert werden können und auf eine agile, aber kontrollierte Weise Kreativität und Risikobereitschaft fördern. Für Inkubatoren besteht das Ziel darin, ein Umfeld zu schaffen, in dem die neue Einheit sich selbst verwalten, experimentieren und wachsen kann und die Investitionskosten minimiert werden. Die Eigentumsverhältnisse bei Joint Ventures können sich ändern. Daher vereinfacht die Beibehaltung separater Systeme auch mögliche Ausstiegsstrategien. Topcon ist ein gutes Beispiel für Unternehmen, die die Flexibilität der verschiedenen Einheiten beibehalten und zugleich durch eine zweistufige Cloud-Lösung als Standard einführen möchten.

  • Regionale Niederlassungen
    Unternehmen mit regionalen Tochtergesellschaften verwenden oft unterschiedliche ERP-Lösungen. Die Herausforderung besteht darin, die Kosten für die Verwaltung mehrerer ERPs zu senken und gleichzeitig eine bessere Transparenz aller Daten zu erreichen. Hitachi High-Tech ist ein gutes Beispiel: Das Unternehmen führte ein ERP der Stufe 1 für seine japanische Zentrale und ein ERP der Stufe 2 für seine regionalen Niederlassungen ein und integrierte diese, um eine vollständige Transparenz über alle seine Systeme hinweg zu erreichen.

  • Autonome Unternehmensbereiche
    Wenn die Abteilungen eines Unternehmens nicht unbedingt separate juristische Einheiten sind, aber separate Prozesse oder Geschäftsmodelle haben, ermöglicht ein zweistufiges ERP den Tochtergesellschaften die Nutzung separater Prozesse, die nicht vom Mutterunternehmen kontrolliert werden – die Schaeffler Group setzt mit Yitixi, ihrer E-Commerce-Plattform für die Automobilbranche, auf diese Strategie.

  • Veräußerungen
    Bei Veräußerungen werden in der Regel zweistufige ERP-Systeme als Strategie eingesetzt, beispielsweise bei der Veräußerung von Accelleron Industries durch seine Muttergesellschaft. Unternehmen, die einen Unternehmensbereich abspalten möchten, stellen diesen manchmal auf ein eigenes ERP um, um ihn zu einem attraktiveren Übernahmeziel zu machen, weil dies die Bewertung des Unternehmensbereichs erhöht, die Bedingungen der Vereinbarung über den Übergang von Services vereinfacht und die Geschäftskontinuität für alle Parteien sicherstellt.

  • Wechsel in die Cloud
    Das zweistufige ERP-Modell spielt eine entscheidende Rolle bei Cloud-Migrationen, da es Unternehmen einen schrittweisen und kontrollierten Wechsel in die Cloud ermöglicht. Piller Blowers & Compressors ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Unternehmen durch den Einsatz einer zweistufigen ERP-Strategie ihre Geschäftsanforderungen mit einem pragmatischen und zugleich zukunftsorientierten Ansatz bei der Einführung von Cloud ERP in Einklang bringen können.

 

Vorteile von Cloud ERP für Stufe-2-Systeme

Cloud-ERP-Systeme bieten im Vergleich zu On-Premises-ERP-Systemen deutliche Vorteile:

  • Einfachere Implementierung und Skalierbarkeit
    Die Cloud-ERP-Infrastruktur kann nach Bedarf eingerichtet und skaliert werden, was die Inbetriebnahme, die globale Bereitstellung und die Anpassung an sich ändernde Anforderungen beschleunigt.

  • Autonomie
    Tochtergesellschaften können ihre eigenen Cloud-ERP-Services einfach verwalten und ändern, ohne dass die Zentrale stark involviert ist oder die Kontrolle übernimmt.

  • Kontinuierliche Innovation
    Cloud-ERP-Systeme bieten sofortigen Zugang zu neuen Technologien wie KI und helfen Unternehmen so, Prozesse zu automatisieren, zukunftsweisende Erkenntnisse zu erhalten und mit sich ändernden regulatorischen Anforderungen Schritt zu halten.

  • Einfach, zuverlässig und sicher
    Cloud-ERP-Systeme sind einfacher zu konfigurieren und zu verwenden, und Sicherheitsupdates auf Plattformebene werden automatisch angewendet.

  • Niedrigere Gesamtbetriebskosten
    Cloud-ERP-Systeme sind abonnementbasiert, sodass die Kosten vorhersehbarer und flexibler sind als die traditionellen Investitionsausgaben für eine On-Premises-Infrastruktur.

 

Vorteile eines zweistufigen Cloud ERP für Tochtergesellschaften

Aus der Sicht einer Tochtergesellschaft bietet die Verwendung eines ERP der Stufe 2, das speziell für die einfache Integration mit dem primären ERP der Stufe 1 entwickelt wurde, mehrere Vorteile, insbesondere wenn beide Systeme cloudbasiert sind.

Standardisierte Abläufe und Compliance

Die Gemeinkosten sind niedriger und die Konsolidierung der Finanz- und Betriebsberichterstattung ist einfacher, wenn die Prozesse und Technologien der ERP-Systeme standardisiert sind. Die Verwendung derselben Richtlinien, Analysetools und Unternehmenstechnologieplattformen in allen Einheiten vereinfacht die Compliance und Schulung und ermöglicht die Wiederverwendung von Entwicklungsarbeit.

Vereinfachte Integration und schnellere Implementierung

Cloud-ERP-Systeme sind so konzipiert, dass sie sich mit primären ERP-Systemen integrieren lassen. Dies ermöglicht reibungslosen Datenaustausch, Prozessintegration und konsolidierte Berichterstattung im gesamten Unternehmen und bietet eine einheitliche Sicht auf die Betriebsabläufe.

Change-Management-Vorteil

Wenn sich ERP-Systeme der Stufen 1 und 2 ergänzen, haben alle Einheiten ein ähnliches Verständnis von der Funktionalität, den Prozessen und der Terminologie des Gesamtsystems.

Niedrigere Gesamtbetriebskosten

Cloud-ERP-Systeme arbeiten mit abonnementbasierten Preismodellen, die Software, Infrastruktur und Support abdecken, und haben im Vergleich zu On-Premises-ERP-Systemen niedrigere Gesamtbetriebskosten. Geringere Vorabinvestitionen, besser vorhersehbare laufende Kosten, weniger Ausfallzeiten und eine flexiblere Budgetverwaltung tragen zu den niedrigeren Gesamtbetriebskosten bei.

SAP-Ansatz zur Zukunftssicherheit mit zweistufigem ERP

Oft lässt sich nicht vorhersagen, welche Funktionen die Tochtergesellschaften in ihren ERP-Systemen der Stufe 2 künftig benötigen werden. Die Möglichkeit, Funktionen schnell anzupassen und zu erweitern, ist daher ein Eckpfeiler des SAP-Ansatzes für zweistufige ERP-Systeme.

Umfassender Funktionsumfang

Wir bieten einen breiten Funktionsumfang, der es unseren Kunden ermöglicht, sich vertikal zu integrieren, in neue Branchen zu expandieren und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, indem sie die Kernfunktionen von Cloud ERP nutzen und die Funktionen durch Geschäftsbereichs- und Industry-Cloud-Lösungen erweitern.

Geografische Reichweite

Wir wissen, dass die Einführung eines zweistufigen ERP-Systems für viele Unternehmen auch eine Erweiterung der geografischen Reichweite bedeutet. Daher bieten wir über 60 lokale Versionen in 34 Sprachen – mit der Option, diese für weitere 160 Länder und Regionen mit von SAP bereitgestellten Tools zu lokalisieren.

Umfangreiche Integrationsmöglichkeiten

Wir bieten eine umfangreiche Palette an Tools und Beschleunigern, die Unternehmen dabei helfen, Datentransparenz zu erlangen und ihre Prozesse durch die Integration von ERP-Lösungen zu vernetzen. Auch wenn die Integration zwischen ERP-Systemen nicht unbedingt am ersten Tag oberste Priorität hat, können Kunden jederzeit auf unser Portfolio an Tools und Inhalten zugreifen, die für die Unterstützung Dutzender Integrationsanwendungsfälle konzipiert wurden.

Typische zweistufige ERP-Integrationsansätze

Je nach primärem Ziel werden bei zweistufigen ERP-Integrationen in der Regel bei der Ersteinrichtung Analysen, Stammdaten oder Prozesse priorisiert. Die Tools und Ressourcen von SAP sind so ausgelegt, dass sie Dutzende von Integrationsvarianten unterstützen.

Analysen

Wenn die Datenstrukturen in den ERP-Systemen kompatibel sind, ist die Integration von Analysen in den ERP-Systemen sehr einfach. Mit SAP Business Data Cloud können Sie analytische, operative und finanzielle Daten aus SAP- und Drittanbieterquellen aggregieren, ohne sie replizieren zu müssen

Stammdaten

Die Umsetzung einer einheitlichen Daten-Governance ist eine Priorität, wenn alle Ebenen eine zentrale Datenquelle gemeinsam nutzen müssen, z. B. für Kundendatensätze. SAP Business Suite ermöglicht den Datenaustausch und die Synchronisierung zwischen Stufe-1- und Stufe-2-ERP-Systemen ohne großen Aufwand.

Prozesse

Für Unternehmen, deren ERP-Systeme für bestimmte Geschäftsprozesse ineinandergreifen, z. B. wenn Produktionsniederlassungen ihre Rohstoffe von der Zentrale beziehen, besteht das Hauptziel einer zweistufigen ERP-Strategie darin, ihre Prozesse und Workflows zu integrieren.

Mehrwert einer Integration

Unternehmen können das Angebot RISE with SAP in Kombination mit SAP Cloud ERP Private nutzen, um bestehende Stufe-1-ERP-Systeme zu modernisieren und einen Clean-Core-Ansatz einzuführen, der Agilität, Innovationskraft und Effizienz verspricht. Zudem können die SAP-Cloud-ERP-Funktionen zur Umsetzung von Wachstumsstrategien durch Tochtergesellschaften und Unternehmensbereiche eingesetzt werden. Dieser Ansatz bietet folgende Vorteile:

  1. Genaue Leistungsmessung von Geschäftsbereichen, Lieferketten, Kundenbeziehungen und Finanzdaten unter Verwendung eines konsistenten Satzes von KPIs.
  2. Verbesserung der Datengenauigkeit durch Beseitigung doppelter Dateneingaben, Inkonsistenzen und fehleranfälliger manueller Prozesse, um eine bessere Entscheidungsfindung zu ermöglichen und die Kundenzufriedenheit zu verbessern.
  3. Optimierung der Zusammenarbeit und Kommunikation durch Echtzeitzugriff auf gemeinsam genutzte Daten, Dokumente und Workflows.
  4. Optimierung der Lieferkette durch Reduzierung der Latenz manueller Prozesse und Verbesserung der Transparenz in den Bereichen Bedarfsplanung, Bestandsverwaltung und Logistik.

SAP Business Suite für Tochtergesellschaften

SAP Business Suite ist ein Angebot von Einführungsservices und Lernressourcen, die Ihnen bei der erfolgreichen Implementierung eines zweistufigen Cloud ERP helfen. Das Herzstück ist die Lösung SAP Cloud ERP, die viele Funktionen und Vorteile bietet:

  • Eine cloudbasierte Bereitstellung ermöglicht es Tochtergesellschaften, über das Internet auf die Software zuzugreifen und sie zu nutzen sowie neue Services, einschließlich KI-Angebote, schnell zu übernehmen.

  • Das abonnementbasierte Modell basiert auf der Nutzung und Anzahl der Benutzer. Dies sorgt für eine bessere finanzielle Planbarkeit und reduziert die Vorabkosten.

  • Regelmäßige Updates und Wartungsmaßnahmen (einschließlich Sicherheitsupdates und Patches) werden automatisch von SAP durchgeführt. Die Tochtergesellschaften arbeiten so immer mit dem neuesten Release.

  • Eine moderne, einheitliche und intuitive Benutzererfahrung für alle Geräte beschleunigt die Benutzerakzeptanz, optimiert die Abläufe und steigert so die Produktivität.

  • Mithilfe von KI-gestützten Erkenntnissen und Analysen in Echtzeit können Tochtergesellschaften ihre eigenen datengestützten Entscheidungen treffen.

  • Integrierte Geschäftsprozesse über alle Abteilungen und Funktionen hinweg sorgen für einen nahtlosen Datenfluss, verbessern die Konsistenz und Effizienz und fördern die Zusammenarbeit.

  • Best Practices sind in vorkonfigurierte Prozesse eingebettet, und die gesamte Prozessdokumentation ist Teil des Angebots.

  • Integrierte Tools unterstützen die Verwaltung des Anwendungslebenszyklus, des Implementierungsprozesses, der Testautomatisierung und der Datenmigration.

  • Ein Extensibility Toolkit umfasst Low-Code-/No-Code-Tools, In-App-Codierungsumgebungen und die gesamte SAP Business Technology Platform, um bei Bedarf Erweiterungen zu entwickeln.

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