Zum Inhalt

Was ist ERP?

ERP steht für Enterprise Resource Planning, aber was bedeutet das? Enterprise Resource Planning (ERP) umfasst alle Kernprozesse, die zur Führung eines Unternehmens notwendig sind: Finanzen, Personalwesen, Fertigung, Logistik, Services, Beschaffung und andere. Bereits einfache ERP-Software hilft, all diese Prozesse in einem integrierten System zu verwalten. ERP wird oft auch als das Aufzeichnungssystem des Unternehmens bezeichnet.


Die heutigen ERP-Systeme sind jedoch alles andere als einfach und stimmen mit den ERP-Systemen von vor Jahrzehnten kaum noch überein. Sie werden inzwischen über die Cloud bereitgestellt und nutzen die neuesten Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen, um intelligente Automatisierung, größere Effizienz und unmittelbaren Einblick in das gesamte Unternehmen zu gewähren Moderne ERP-Software verknüpft auch interne Prozesse mit Geschäftspartnern und Netzwerken auf der ganzen Welt und bietet Unternehmen die nötige Zusammenarbeit, Agilität und Geschwindigkeit, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

ERP ist ein Softwaresystem, mit dem Sie Ihr gesamtes Unternehmen führen können, einschließlich der Prozesse in den Bereichen Finanzen, Personalwesen, Fertigung, Lieferkette, Services, Beschaffung und mehr.

Ein ERP-System wird manchmal als „zentrales Nervensystem eines Unternehmens“ bezeichnet, da es die Automatisierung, Integration und Intelligenz liefert, die für die effiziente Abwicklung aller täglichen Geschäftsvorgänge unerlässlich sind. Die meisten oder alle Daten eines Unternehmens sollten sich im ERP-System befinden, um über eine zentrale Datenquelle für das gesamte Unternehmen zu verfügen.

 

Das Finanzwesen benötigt ein ERP zum schnellen Abschluss der Bücher. Der Vertrieb braucht ERP, um die gesamten Kundenaufträge zu verwalten. Die Logistik ist auf eine gut funktionierende ERP-Software angewiesen, um die richtigen Produkte und Services pünktlich an die Kunden zu liefern. Die Kreditorenbuchhaltung setzt auf ERP, um Lieferanten korrekt und pünktlich zu bezahlen. Die Geschäftsleitung braucht einen sofortigen Überblick über die Leistung des Unternehmens, um rechtzeitig Entscheidungen treffen zu können. Und schließlich benötigen Banken und Aktionäre genaue Finanzunterlagen und verlassen sich daher auf zuverlässige Daten und Analysen – bereitgestellt vom ERP-System.

 

Die Bedeutung von ERP-Software für Unternehmen wird durch die wachsende Verbreitung verdeutlicht. Laut G2 „wird der globale ERP-Softwaremarkt bis zum Jahr 2026 voraussichtlich auf 78,40 Milliarden US-Dollar anwachsen, mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 10,2 % zwischen den Jahren 2019 und 2026.“

Ein ERP-System – auch ERP-Suite genannt – besteht aus integrierten Modulen oder Geschäftsanwendungen, die miteinander kommunizieren und eine gemeinsame Datenbank nutzen.

 

Jedes ERP-Modul ist üblicherweise auf einen Geschäftsbereich ausgerichtet. Sie greifen aber ineinander und nutzen dieselben Daten, um die Anforderungen des Unternehmens zu erfüllen. Finanzen, Buchhaltung, Personalwesen, Vertrieb, Beschaffung, Logistik und Lieferkette sind häufige Ausgangspunkte. Unternehmen können die gewünschten Module auswählen und je nach Bedarf weitere hinzufügen und sie skalieren.

 

ERP-Systeme decken auch branchenspezifische Anforderungen ab, entweder als Teil der Kernfunktionalität des Systems oder durch Anwendungserweiterungen, die sich nahtlos in die Suite einfügen.

 

ERP-Software kann über ein Cloud-Abonnementmodell (Software-as-a-Service) oder ein Lizenzierungsmodell (On-Premise) erworben werden.

ERP-Systeme umfassen eine Vielzahl unterschiedlicher Module. Jedes Modul unterstützt bestimmte Geschäftsprozesse – wie Finanzen, Beschaffung oder Fertigung – und versorgt die Mitarbeiter der jeweiligen Abteilung mit den Transaktionen und Informationen, die sie für ihre Arbeit benötigen. Jedes Modul ist mit dem ERP-System verbunden, das eine zentrale Datenquelle darstellt und genaue, gemeinsame Daten für alle Abteilungen liefert.

 

Zu den am häufigsten verwendeten ERP-Modulen gehören:

  1. Finanzwesen: Das Finanz- und Buchhaltungsmodul ist das Rückgrat der meisten ERP-Systeme. Es verwaltet nicht nur das Hauptbuch und automatisiert wichtige Finanzaufgaben, sondern unterstützt Unternehmen auch bei der Führung der Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung, beim effizienten Abschluss der Bücher, bei der Erstellung von Finanzberichten, bei der Einhaltung von Standards für die Umsatzrealisierung, bei der Minderung von Finanzrisiken und vielem mehr.
  2. Personalverwaltung: Die meisten ERP-Systeme verfügen über ein HR-Modul, das Kernfunktionen wie Zeiterfassung und Gehaltsabrechnung bereitstellt. Add-ons oder sogar ganze HCM-Suiten (Human Capital Management) können mit dem ERP-System verbunden werden und bieten robustere HR-Funktionen – von Personalanalysen bis hin zum Employee Experience Management.
  3. Einkauf und Beschaffung: Mit dem Modul für Einkauf und Beschaffung können Unternehmen die Materialien und Services beschaffen, die sie zur Herstellung ihrer Waren benötigen – oder die Artikel, die sie weiterverkaufen möchten. Das Modul zentralisiert und automatisiert den Einkauf, einschließlich Angebotsanfragen, Vertragserstellung und Genehmigungen. Es kann Unter- und Überkäufe minimieren, Verhandlungen mit Lieferanten durch KI-gestützte Analysen verbessern und sich sogar nahtlos mit Käufernetzwerken verbinden.
  4. Vertrieb: Das Vertriebsmodul zeichnet die Kommunikation mit Interessenten und Kunden auf und hilft den Mitarbeitern mit datengestützten Erkenntnissen, den Umsatz zu steigern und Leads mit den richtigen Werbeaktionen und Upsell-Möglichkeiten anzusprechen. Es umfasst Funktionen für den Auftragsabwicklungsprozess, einschließlich Auftragsverwaltung, Verträge, Fakturierung, Steuerung der Vertriebsleistung und Vertriebsunterstützung.
  5. Fertigung: Das Fertigungsmodul ist eine wichtige Planungs- und Ausführungskomponente der ERP-Software. Sie hilft Unternehmen, komplexe Fertigungsprozesse zu vereinfachen und eine bedarfsgerechte Produktion sicherzustellen. In der Regel bietet dieses Modul Funktionen für die Materialbedarfsplanung (MRP), die Produktionsplanung, die Fertigungssteuerung, das Qualitätsmanagement und mehr.
  6. Logistik und Supply Chain Management: Eine weitere Schlüsselkomponente von ERP-Systemen, das Lieferkettenmodul, verfolgt die Bewegung von Waren und Lieferungen in der gesamten Lieferkette eines Unternehmens. Das Modul stellt Tools für Bestandsverwaltung in Echtzeit, Lagerhaltung, Transport und Logistik bereit und kann dazu beitragen, die Transparenz und Resilienz in der Lieferkette zu erhöhen.
  7. Service: Das Servicemodul in einem ERP-System hilft Unternehmen dabei, den zuverlässigen, personalisierten Service zu bieten, den die Kunden erwarten. Das Modul kann Tools für interne Reparaturen, Ersatzteile, Außendienststeuerung und servicebasierte Einnahmequellen enthalten. Darüber hinaus bietet es Analysen, mit denen Servicemitarbeiter und Techniker Kundenprobleme schnell lösen und die Kundenbindung verbessern können.
  8. F&E und Konstruktion: ERP-Systeme mit vielen Funktionen besitzen ein Modul für Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Konstruktion. Dieses Modul bietet Tools für Produktdesign und ‑entwicklung, Product Lifecycle Management (PLM), Produktkonformität und vieles mehr, damit Unternehmen schnell und kostengünstig neue Innovationen vorantreiben können.
  9. Verwaltung von Unternehmensanlagen: Robuste ERP-Systeme können ein EAM-Modul (Enterprise Asset Management) umfassen, das anlagenintensive Unternehmen dabei unterstützt, Ausfallzeiten zu minimieren und ihre Maschinen und Geräte mit höchster Effizienz zu betreiben. Dieses Modul enthält Funktionen für vorausschauende Wartung, Terminierung, Anlagenbetrieb und ‑planung, Umwelt, Gesundheit und Arbeitsschutz (Environment, Health and Safety, EHS) und mehr.

    Heutige ERP-Systeme bieten eine enorme Bandbreite an Geschäftsfunktionen. Sie müssen aber dennoch mit anderen Anwendungen und Datenquellen verbunden und synchronisiert werden – beispielsweise mit CRM- und HCM-Software, E-Commerce-Plattformen, branchenspezifischen Lösungen und sogar mit anderen ERP-Systemen. Dank ERP-Integration können Unternehmen eine einheitliche Sicht auf Informationen aus verschiedenen Systemen gewinnen, die Effizienz von Geschäftsprozessen steigern, die Kundenerfahrung verbessern und die Zusammenarbeit zwischen Teams und Geschäftspartnern erleichtern.

     

    Moderne ERP-Systeme sind offen und flexibel. Sie lassen sich über Konnektoren oder maßgeschneiderte Adapter, beispielsweise Programmierschnittstellen (Application Programming Interfaces, APIs), problemlos in eine Vielzahl von Softwareprodukten integrieren. Andere Methoden für die ERP-Integration sind ESB (Enterprise Service Bus) und iPaaS (Integration-Platform-as-a-Service). iPaaS, das einen cloudbasierten Ansatz bietet, ist eine sehr beliebte Option für moderne Unternehmen. iPaaS-Plattformen können On-Premise- oder cloudbasiertes ERP schnell mit SaaS-Anwendungen desselben Anbieters oder mit denen von Drittanbietern synchronisieren. Sie erfordern normalerweise wenig bis gar keinen Programmieraufwand, sind flexibel und relativ kostengünstig und bieten umfangreiche weitere Einsatzmöglichkeiten, wie z. B. automatische API-Generierung, Integration von Daten des maschinellen Lernens, Integration von IoT-Netzwerken, vorgefertigte Inhalte und vieles mehr.

    Ein gutes ERP-System bietet eine Vielzahl von Vorteilen. Hier sind die sechs wichtigsten:

    1. Höhere Produktivität: Sie optimieren und automatisieren Ihre Kerngeschäftsprozesse, damit alle Mitarbeiter Ihres Unternehmens mit weniger Ressourcen ein besseres Ergebnis erzielen.
    2. Mehr Transparenz: Sie beseitigen Informationssilos, schaffen eine einheitliche, zentrale Datenbasis und erhalten schnelle Antworten auf entscheidende geschäftliche Fragen.
    3. Schnelleres Reporting: Sie stützen Ihr Vorgehen auf Echtzeiterkenntnisse, steigern die Leistung und beschleunigen die Geschäfts- und Finanzberichterstattung, deren Ergebnisse Sie ganz einfach teilen.
    4. Geringeres Risiko: Sie maximieren die Transparenz und Kontrolle im Unternehmen, stellen die Einhaltung von Vorschriften sicher und vermeiden Risiken dank Prognosen.
    5. Einfachere IT: Die Verwendung integrierter ERP-Software mit einer gemeinsamen Datenbank vereinfacht Ihre IT und erleichtert Ihren Mitarbeitern die Arbeit.
    6. Höhere Agilität: Mit effizienten Abläufen und dem einfachen Zugriff auf Echtzeitdaten erkennen Sie neue Chancen schneller und können sie zügig für sich nutzen.

    Unternehmen in jeder Branche – von der Automobilindustrie bis zum Großhandel – benötigen genaue Echtzeitinformationen und effektive Geschäftsprozesse, um sich im Wettbewerb zu behaupten und zu wachsen. Verschiedene Branchen setzen jedoch aus ganz unterschiedlichen Gründen auf ERP-Software. Hier einige Beispiele:

    • Versorgungsunternehmen müssen ihr Anlagevermögen ständig überprüfen, nicht nur um die Nachfrage nach zukünftigen Services zu befriedigen, sondern auch um alternde Anlagen zu ersetzen. Ohne ERP wäre es schwierig und fehleranfällig, Prioritäten bei diesen wichtigen Investitionen zu setzen. ERP hilft auch bei der Lösung eines anderen entscheidenden Aspekts von Versorgungsunternehmen: der Prognose der Ersatzteilversorgung. Wenn während eines Ausfalls nicht die richtigen Teile zur Verfügung stehen, kann dies zu erheblichen Problemen beim Kundenservice führen. Andererseits bedeutet eine zu große Anzahl von Ersatzteilen übermäßige Kosten und veraltete Bestände.
    • Für Großhändler, Importeure, Direktlieferanten und 3PL/4PL-Unternehmen ist eine pünktliche Lieferung entscheidend. Alle diese Unternehmen möchten die Vertriebskosten senken, den Lagerumschlag erhöhen und die Zeit für die Auftragsabwicklung verkürzen. Zur Erreichung dieser Ziele benötigen sie eine Integration von Bestandsmanagement-, Einkaufs- und Logistikfunktionen sowie automatisierte Prozesse – zugeschnitten auf ihre Bedürfnisse.
    • Alle Hersteller mit diskreten, chargenweisen und kontinuierlichen Prozessen verlassen sich auf ERP- und Lieferkettensysteme, um Qualitätsziele für ihre Produkte zu verwirklichen, die Anlagenauslastung zu optimieren, Überstundenkosten zu kontrollieren, Kundenretouren abzuwickeln und vieles mehr. Außerdem können Hersteller ihre Bestände durchgängig kontrollieren, indem sie Lagerbewegungen überwachen, Produkte mit hoher und niedriger Leistung ermitteln und die Beschaffung effizienter gestalten.
    • Dienstleistungsunternehmen – darunter Dienstleister in den Bereichen Buchhaltung, Steuern, Konstruktion, IT und Recht – benötigen eine leistungsstarke, mobile ERP-Technologie in Echtzeit, um ihre Dienstleistungen zu einem vertretbaren finanziellen Aufwand zu erbringen. Der Schlüssel zum Erfolg solcher Dienstleistungen liegt in der Fähigkeit, den Zeitplan einzuhalten und gleichzeitig die Rentabilität von Projekten, die Ressourcennutzung, die Umsatzrealisierung, wiederkehrende Umsatzziele und Wachstumschancen zu meistern.
    • Der Einzelhandel hat einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen, nachdem der E-Commerce mit anderen Verkaufskanälen sowie dem stationären Handel verschmolzen ist. Die Fähigkeit, Selfservice-Optionen für die Identifizierung, Konfiguration, den Einkauf und den Versand von Produkten anzubieten, hängt von integrierten Daten ab. Mit einem modernen ERP können Einzelhändler die Zahl der abgebrochenen Bestellungen reduzieren, die Konversionsrate im Internet verbessern, den durchschnittlichen Bestellwert erhöhen und den Kundenwert steigern.

    Moderne ERP-Systeme können auf verschiedene Arten implementiert werden: in einer Public Cloud oder Private Cloud, On-Premise oder in hybriden Szenarios mit einer Kombination aus unterschiedlichen Umgebungen. Informieren Sie sich über die jeweiligen Vorteile und wählen Sie die für Ihr Unternehmen passende ERP-Bereitstellungsoption.

     

    Cloud-ERP

    Bei Cloud-ERP wird die Software in der Cloud gehostet und über das Internet als Service auf Abonnementbasis bereitgestellt. Üblicherweise kümmert sich der Softwareanbieter für Sie um die regelmäßige Wartung, Aktualisierung und Sicherheit. Heute ist Cloud-ERP aus vielen Gründen die beliebteste Bereitstellungsmethode – unter anderem wegen der geringeren Vorabkosten, der größeren Skalierbarkeit und Flexibilität, der einfacheren Integration und vielem mehr.

     

    On-Premise-ERP

    Dies ist das klassische Modell für die Implementierung von ERP-Software. Dabei ist Ihr Unternehmen für die Steuerung verantwortlich. Die ERP-Software wird in der Regel in Ihrem Rechenzentrum an ausgewählten Standorten installiert. Ihre Mitarbeiter übernehmen die Installation und Wartung der Hardware und Software.

     

    Viele Unternehmen modernisieren ihre vor Ort installierten ERP-Systeme und stellen sie auf Cloud-Implementierungen um. Dies erfordert eine sorgfältige Planung Ihres ERP-Upgrades sowie einen durchdachten Prozess zur Bewertung der ERP-Software und der Bereitstellungsoptionen.

     

    Hybride ERP-Software

    Für Unternehmen, die eine Kombination aus beidem wünschen, um ihre Geschäftsanforderungen zu erfüllen, gibt es das hybride Cloud-ERP-Modell. Hier befinden sich einige Ihrer ERP-Anwendungen und ‑Daten in der Cloud und einige sind vor Ort installiert. Dies wird auch als zweistufiges ERP-Modell bezeichnet.

    Die Kosten eines ERP-Systems hängen vom Softwareanbieter, den ausgewählten Modulen und der Bereitstellungsmethode ab. Im Allgemeinen sind die Kosten für cloudbasiertes ERP niedriger als für On-Premise-ERP, da keine Hardware gekauft werden muss und keine teuren internen IT-Experten eingestellt werden müssen. Der Anbieter kümmert sich um die Wartung und berechnet dem Kunden eine jährliche oder monatliche Abonnementgebühr, die meistens auf der Anzahl der Nutzer basiert.

     

    Bei der Berechnung der Investitionsrendite (Return on Investment, ROI) und der Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) einer neuen ERP-Implementierung sind die anfänglichen und laufenden Personalkosten ebenso wichtig wie die Kosten für die Softwareauswahl und ‑bereitstellung. Mit Cloud- und Hybridoptionen müssen neue Faktoren in die Bewertung einbezogen werden. So sind beispielsweise die Kosten für Softwarewartung, Räumlichkeiten, Computerkapazität, Ausfallzeiten, Wiederherstellung, Sicherheit, Datenschutz und IT-Personal wichtige Überlegungen. Wie bereits erwähnt, werden durch Cloud-Optionen sowohl die Investitions- als auch die Betriebskosten erheblich gesenkt, was sowohl den ROI als auch die TCO verbessert.

    Computergestützte Unternehmensanwendungen wurden in der Buchhaltungs- und Finanzwelt in den 1960er-Jahren mithilfe von Großrechnern entwickelt. Diese bahnbrechenden Anwendungen waren schneller und genauer als manuelle Prozesse – aber sie waren teuer, in ihrer Funktionalität eingeschränkt und immer noch langsam. Schon bald führten diese Anwendungen zur Entwicklung spezieller, eigenständiger Lösungen wie der Kundenauftragsabwicklung und der Fertigungsbedarfsplanung (Manufacturing Requirements Planning, MRP).

     

    Mitte der 1980er-Jahre nahm der Wettbewerb im verarbeitenden Gewerbe explosionsartig zu, und es wurden neue Instrumente benötigt. Die neue MRP-II-Software verknüpfte Buchhaltung und Finanzen, Vertrieb, Einkauf, Lagerhaltung sowie Fertigungsplanung und ‑terminierung und bot den Herstellern damit ein integriertes System.

     

    Gegen Ende der 1990er-Jahre wurde ERP eingeführt. ERP führte zu einem Wandel im Technologiesektor. Es bediente ein breiteres Spektrum von Branchen und kombinierte MRP II, Personalwesen, Projektcontrolling und Endbenutzer-Reporting miteinander.

     

    In der kurzen Zeitspanne des 21. Jahrhunderts haben schnellere Internetgeschwindigkeiten und neue Entwicklungswerkzeuge die ERP-Suiten erneut revolutioniert. Die Einführung von browserbasierter Software ebnete den Weg für Cloud-ERP-Software – ein Durchbruch, der sowohl die Reichweite als auch die Funktionalität von ERP-Lösungen verbesserte.

     

    Heute – im Zeitalter der digitalen Transformation – nutzen moderne ERP-Systeme zunehmend neue intelligente Technologien wie KI, maschinelles Lernen, robotergestützte Prozessautomatisierung (RPA), das IoT, natürliche Sprachverarbeitung (NLP) und In-Memory-Datenbanken. Damit können Unternehmen ihre Prozesse noch effizienter gestalten, von aktuellen Erkenntnissen aus Transaktions- und unstrukturierten Daten profitieren und letztlich in einer Zeit beispielloser Veränderungen im Wettbewerb bestehen.

    Die digitale Transformation nimmt Fahrt auf – und dabei kommt ERP eine zentrale Rolle zu. Mit der Einführung digitaler Technologien in allen Bereichen verändern Unternehmen ihre Arbeitsweise grundlegend.

     

    Laut Gartner besteht einer der wichtigsten Beschleunigungsfaktoren für das digitale Unternehmen darin, Hemmnisse zu beseitigen – mit anderen Worten, alle negativen Kräfte zu eliminieren, die das Unternehmen verlangsamen, einschließlich veralteter Prozesse und Systeme. Es verwundert daher nicht, dass die Unternehmen bereits nach robusteren ERP-Systemen verlangen.

     

    Im Folgenden werden drei wichtige Trends vorgestellt, die auf der heutigen Dynamik aufbauen:

     

    1. Cloud, Cloud, Cloud: Die Vorliebe für Cloud-ERP wird sich weiter verstärken, da immer mehr Unternehmen die Vorteile entdecken – einschließlich des Zugriffs von jedem beliebigen Ort aus, geringerer Kosten für Hardware und technischen Support, größerer Sicherheit und der Integration mit anderen Systemen, um nur einige zu nennen. Laut dem ERP-Bericht 2020 von Panorama Research „entscheidet sich mehr als die Hälfte der Unternehmen für Cloud-Software (63 %) anstelle von On-Premise-Software (37 %).“ Da sich die Geschwindigkeit der Geschäftsabläufe weiter beschleunigt, wird die Cloud immer wichtiger.
    2. Vertikale Integration: Das Kräftemessen zwischen Best-of-Breed-Lösungen und integriertem ERP ist endgültig Geschichte. Wir sind davon überzeugt, dass Unternehmen in Zukunft das Beste aus beiden Welten verlangen werden – ein vollständig integriertes ERP-System mit vertikalen Erweiterungen. So können Unternehmen die nötigen spezifischen Funktionen erhalten, ohne mühsame Integrationsprobleme oder Daten, die in Informationssilos eingeschlossen sind. Außerdem sehen wir einen Trend zu immer größerer Flexibilität, da die Geschäftsprozesse auf die individuellen Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten werden.
    3. Personalisierung der Nutzer: Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten wünschen sich Inhalte und Funktionen, die ihren spezifischen Bedürfnissen oder Interessen entsprechen und sie produktiver machen. Der demografische Wandel in der Belegschaft, insbesondere in Branchen wie der Fertigung, fördert auch das Interesse an Low-Code- und No-Code-Plattformen. Mit diesen Plattformen können die Anwender die von ihnen gewünschte Erfahrung machen, anstatt sich an die Software anpassen zu müssen. Außerdem können sie individuelle Dashboards, KI-gesteuerte Suche, personalisierte Chats und individualisierte Workflows über verschiedene Geräte hinweg nutzen.

     

    Lernen Sie weitere Trends in der ERP-Technologie kennen – und erfahren Sie, wie Sie Ihre Optionen systematisch bewerten, Fallstricke vermeiden und mit den richtigen Innovationen für Ihr Unternehmen beginnen können.

    Jedes moderne ERP-System verfügt über eine lange Liste von Funktionen – abhängig von der jeweiligen Branche und den angebotenen Modulen. Es gibt jedoch zehn grundlegende Funktionen, die alle Enterprise-Resource-Management-Systeme haben sollten:

     

    1. Eine gemeinsame Datenbank: zentralisierte Informationen und eine einheitliche Datenbasis – für konsistente, gemeinsame Daten und eine funktionsübergreifende Sicht auf das Unternehmen
    2. Eingebettete Analysen: integrierte Analysen, Selfservice-BI, Berichte und Compliance-Tools, die intelligente Einblicke für jeden Geschäftsbereich bereitstellen können
    3. Datenvisualisierung: visuelle Darstellung von Schlüsselinformationen mit Dashboards, KPIs und Point-and-Click-Analysen zur Unterstützung einer schnellen und fundierten Entscheidungsfindung
    4. Automatisierung: Automatisierung von Routineaufgaben sowie erweiterte robotergestützte Prozessautomatisierung (Robotic Process Automation, RPA) auf der Grundlage von KI und maschinellem Lernen
    5. Einheitliche UI/UX: ein einheitliches Erscheinungsbild in allen Modulen sowie benutzerfreundliche Konfigurations- und Personalisierungswerkzeuge für Prozesse, Nutzer (einschließlich Kunden und Lieferanten), Geschäftsbereiche, Standorte und Produktlinien
    6. Integration: nahtlose Integration von Geschäftsprozessen und Workflows sowie offene und einfache Integration mit anderen Softwarelösungen und Datenquellen, auch von Drittanbietern
    7. Neue Technologien: Unterstützung für KI und maschinelles Lernen, digitale Assistenten, IoT, RPA, Sicherheit und Datenschutz sowie mobile Lösungen
    8. Technologieplattform: ein schneller, bewährter und stabiler Technologie-Stack für diese langfristige Investition – darunter eine Low-Code-/No-Code-Plattform, iPaaS, Datenmanagement und vieles mehr
    9. Multinationaler Support: einschließlich für Sprachen, Währungen und lokale Geschäftspraktiken und Vorschriften sowie technischen Support für Cloud-Services, Schulungen, Helpdesk und Implementierung
    10. Freie Wahl des Bereitstellungsmodells: Cloud, On-Premise oder hybrid

    Nicht nur globale Großunternehmen profitieren von ERP-Software. Damit Ihre individuellen Geschäftsanforderungen erfüllt werden, bieten wir unterschiedliche ERP-Systeme für kleine, mittelständische und große Unternehmen ebenso wie dazugehörige branchen- und unternehmensspezifische Funktionen. Unabhängig von der Branche und Größe Ihres Unternehmens sollten Sie Ihr ERP-Implementierungsprojekt sorgfältig planen und dabei Best Practices befolgen.

     

    ERP-Software für kleine Unternehmen

    Unsere ERP-Software für kleine Unternehmen ersetzt Ihre Tabellenkalkulation und bringt mehr Effizienz in jeden Bereich Ihres Unternehmens – vom Vertrieb und CRM bis zum Finanzwesen und Betrieb. ERP-Software für kleine Unternehmen ist normalerweise cloudbasiert, schnell zu installieren und skalierbar.

     

    ERP-Software für den Mittelstand

    ERP-Software für mittelständische Unternehmen und Tochtergesellschaften beinhaltet integrierte Analysefunktionen und lässt sich schnell einführen. Sie bietet Best Practices für Dutzende verschiedener Geschäftsprozesse, unter anderem in den Bereichen Finanzwesen, Personalwesen und Supply Chain Management. ERP-Tools für den Mittelstand unterstützen wachsende Unternehmen bei der Skalierung und Wettbewerbsfähigkeit, selbst bei begrenzten Ressourcen. Modulare, cloudbasierte Unternehmens-ERP-Systeme sind auch eine beliebte Wahl für mittelständische Unternehmen mit komplexen Prozessen oder Plänen für schnelles Wachstum.

     

    ERP-Software für Großunternehmen

    Große Unternehmen, die global tätig sind oder Tochterunternehmen haben, benötigen zuverlässige marktführende ERP-Software mit integrierter KI, maschinellem Lernen und Analyselösungen – sowie intelligenter Automatisierung für eine Transformation ihrer Geschäftsmodelle und Prozesse. ERP-Systeme können abhängig von den spezifischen Geschäftsanforderungen vor Ort, in der Cloud oder in einem Hybridszenario implementiert werden. Sie können in bestehende Datenbanken integriert oder – im Idealfall – auf neueren, leistungsstarken In-Memory-Datenbanken ausgeführt werden.

     

    Viele Unternehmen modernisieren ihre On-Premise-ERP-Systeme und stellen sie auf Cloud-Implementierungen um. Dies erfordert eine sorgfältige Planung Ihres ERP-Upgrades sowie eine ERP-Evaluierung und Überprüfung Ihrer Bereitstellungsoptionen.

    Mehr aus dieser Reihe

    Häufig gestellte Fragen zu ERP

    Zum Seitenanfang