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Was ist Anwendungsintegration?

Anwendungsintegration oder Enterprise Application Integration (EAI) ist der Prozess der Verbindung unabhängig voneinander entwickelter Softwareanwendungen zu einer funktionierenden Einheit. Unternehmen setzen auf Anwendungsintegration, um die Effizienz zu steigern, Arbeitsabläufe zu automatisieren und die Interoperabilität zwischen verschiedenen Abteilungen und Teams zu verbessern.

 

Der Schlüssel zur Realisierung dieser Vorteile ist die bidirektionale Echtzeit-Kommunikation und der operative Datenfluss zwischen unabhängigen Anwendungen – sei es vor Ort oder, in zunehmendem Maße, auch zwischen Cloud-Anwendungen. Mit vernetzten Prozessen und Datenaustausch können Unternehmen eine Vielzahl von Funktionen über alle Infrastrukturen und Anwendungen hinweg orchestrieren, oft über eine einzige Benutzungsoberfläche oder einen einzigen Service.

Diagramm der Anwendungsintegration

Die Anwendungsintegration verbindet alle Bereiche Ihres Unternehmens – Anwendungen, Prozesse, Daten und vieles mehr – und trägt so zu besseren Abläufen und Geschäftsentscheidungen bei.

Die wichtige Rolle der Anwendungsintegration bei der Unternehmenstransformation

Die Anwendungsintegration ist der Schlüssel zur Bewältigung von geschäftlichen Herausforderungen und zur Forcierung von Veränderungen in Ihrem Unternehmen. Sie hilft Ihnen bei folgenden Aufgaben:

  • Geschäftsprozesse optimieren und automatisieren. Bieten Sie Kunden und Mitarbeitern über mehrere digitale Interaktionspunkte hinweg ein personalisiertes Erlebnis.
  • IT-Landschaft zukunftssicher gestalten. Erweitern Sie bestehende Systeme, um neue Geschäftsmodelle zu unterstützen, und erschließen Sie den Wert bestehender Investitionen mit einem API-First-Ansatz.
  • E-Government- und Regulierungsanforderungen einhalten. Verringern Sie den Compliance-Aufwand und erfüllen Sie die gesetzlichen Anforderungen mit digitalen Strategien, die eine effiziente Registrierung und Zustellung von Dokumenten an Behörden ermöglichen.
  • E-Commerce voranbringen. Verschaffen Sie sich einen ganzheitlichen Überblick über die Kundeninteraktionen an verschiedenen Kontaktpunkten, um ein hervorragendes Online-Einkauferlebnis zu bieten.
  • API-Wirtschaft ermöglichen. Erschließen Sie einzigartige Services und schaffen Sie neue Geschäftsmodelle für einen Wettbewerbsvorteil.
  • Business-to-Business (B2B) vernetzen. Optimieren Sie die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern und erhöhen Sie die Marktpräsenz.
  • Aussagekräftige Kundeneinblicke schaffen. Machen Sie sich ein genaues Bild von Ihrem Unternehmen und Ihren Kunden. Nutzen Sie Daten aus unternehmensinternen und ‑externen Quellen, um Kundenanforderungen und ‑präferenzen zu antizipieren, die Kundenbindung zu erhöhen und Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

Die fünf wichtigsten Vorteile der Anwendungsintegration

Die Anwendungsintegration bietet Unternehmen unter anderem folgende wichtige Vorteile:

  1. Informationsaustausch: Schaffen Sie einen zentralen Zugriffspunkt über einzelne Systeme hinweg, um Zeit bei der Suche nach Informationen zu sparen. Benutzer aus verschiedenen Abteilungen können auf aktualisierte Daten zugreifen und so die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen verbessern. 
  2. Agilität und Effizienz: Geschäftsprozesse werden gestrafft und die Gesamteffizienz erhöht. Die Kommunikation ist einfacher, und die Arbeit erfordert weniger Zeit und Mühe bei besserer Funktionalität und Kontrolle. Unternehmen können schnell auf Marktveränderungen reagieren und die Auswirkungen unerwarteter Unterbrechungen auf das Geschäft minimieren.
  3. Benutzerfreundlichkeit: Die Integration von Unternehmensanwendungen ermöglicht den Zugriff auf mehrere Anwendungen über eine einzige, konsistente Schnittstelle, sodass die Benutzer nicht den Umgang mit verschiedenen Softwareanwendungen erlernen müssen. 
  4. Geringere IT-Investitionen und ‑Kosten: Durch die Verbindung von Prozessen über alle Kanäle und Anwendungen hinweg lassen sich neue und alte Softwaresysteme leicht integrieren, was die anfänglichen und laufenden Software-Investitionen reduziert. 
  5. Geschäftsprozessoptimierung: Mit dem Zugang zu nahezu Echtzeitdaten aus Anwendungen, die über einen einzigen Klick verfügbar sind, können Unternehmen robotergesteuerte Prozessautomatisierung und andere Technologien zur Prozessoptimierung leichter nutzen, um automatisierte Arbeitsabläufe zu fördern.

Die Entwicklung der Anwendungsintegration

Die Notwendigkeit, verschiedene Anwendungen zu integrieren, rückte erstmals in den 1980er-Jahren in den Blickpunkt, als die Unternehmen begannen, Technologien zur Vernetzung der vor Ort vorhandenen Geschäftsanwendungen einzusetzen. So wurden beispielsweise frühe ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning) in der Regel mit Buchhaltungs-, Personal-, Vertriebs- und Fertigungssystemen sowie anderen Backend-Systemen integriert. Die Integration zwischen diesen Anwendungen fand auf der Datenebene (zwischen Datenbanken) statt und wurde statt auf der Anwendungsebene größtenteils über Datenintegrationstools und ‑technologien realisiert. 

 

In den 1990er-Jahren kamen cloudbasierte Software-as-a-Service (SaaS)-Anwendungen auf. Dabei wurde immer deutlicher, dass eine andere Integrationsmethode erforderlich war, um die Kommunikation zwischen diesen neuen Cloud-Anwendungen und den vorhandenen lokalen Anwendungen zu optimieren. Schnell entwickelten sich Technologien zur Anwendungsintegration, um die Kommunikation und Harmonisierung in dieser neuen hybriden Landschaft zu bewältigen.

 

Zur Jahrtausendwende kamen die Application Programming Interfaces (APIs; Anwendungsprogrammschnittstellen) auf und boten Unternehmen die Möglichkeit, Daten über das Internet zu syndizieren, Unternehmenssilos zu überwinden und Informationen aus noch mehr Quellen zu nutzen, um tiefere und umfassendere Erkenntnisse zu gewinnen.

 

Heute nutzen Unternehmen jeder Größe und Branche die Anwendungsintegration, um Prozesse und Datenaustausch zu verbinden und die Effizienz des Unternehmens zu steigern: 

  • Delaware Consulting International CVBA ist ein globales Beratungsunternehmen, das in 12 Ländern tätig ist. Das Unternehmen integriert verschiedene Cloud-Systeme, um das Geschäft voranzutreiben und einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Nach dem Aufbau eines digitalen Integrations-Hubs wuchs das Geschäft des Unternehmens um 487 %.
  • Endress+Hauser senkt die Gesamtbetriebskosten mit einer stets aktuellen B2B-Cloud-Integrationsplattform ohne Ausfallzeiten und mit sofortigem Zugriff auf neue Funktionen, sobald diese verfügbar sind. Nach der Implementierung der Plattform konnte das Unternehmen die Projektgeschwindigkeit um das Fünffache steigern, die Kosten senken und durch die B2B-Cloud-Integration einen digitalen Nettoumsatz von 50 Millionen Euro erzielen.

Wie funktioniert die Anwendungsintegration?

Die Anwendungsintegration sorgt für die Synchronisierung zwischen Anwendungen, wenn sich Ereignisse oder Daten ändern. Sie unterscheidet sich von der Datenintegration insofern, als sie Daten nicht speichert, sondern den Austausch fördert. Die Anwendungsintegration verknüpft mehrere Anwendungen direkt auf funktionaler Ebene und unterstützt so die Entwicklung dynamischer und hochgradig anpassungsfähiger Anwendungen und Services. 

 

Der Daten- und Zeitaufwand ist überschaubar, da es bei der Anwendungsintegration in erster Linie um die Verbindung von Anwendungen auf Workflow-Ebene geht.

 

Die Anwendungsintegration kann cloudbasiert sein, z. B. bei einer SaaS-CRM-Anwendung, sie kann vor Ort hinter einer Firewall erfolgen, z. B. bei einem herkömmlichen ERP-System, oder sie kann in einer hybriden Umgebung realisiert werden, in der Cloud-Anwendungen auf privaten Servern gehostet werden. 

 

Die folgenden Komponenten helfen dabei, Anwendungen harmonisch zu verknüpfen:

  1. Application Programming Interfaces (APIs): APIs sind Prozeduren und Regeln, die das Zusammenspiel verschiedener Softwareteile definieren und es Anwendungen ermöglichen, miteinander zu kommunizieren. APIs greifen auf die spezifizierte Datenstruktur zu, um Entwicklern einen schnellen Zugriff auf die Funktionen anderer Anwendungen zu bieten. 
  2. Ereignisgesteuerte Aktionen: Eine ereignisgesteuerte Aktion findet statt, wenn ein Auslöser – ein Ereignis – einen Vorgang oder eine Reihe von Aktionen in Gang setzt. Beispiele für ereignisgesteuerte Aktionen sind die Fakturierung und Abrechnung eines Kunden nach der Auftragserteilung oder die Steuerung eines Workflows zur Konversion von Opportunitys vom ERP- zum CRM-System. 
  3. Datenzuordnung: Die Zuordnung von Daten in einem System zu einem anderen legt fest, wie die Daten ausgetauscht werden, damit sie später leichter exportiert, gruppiert oder analysiert werden können. Ein Beispiel: Ein Kunde gibt Informationen in ein Kontaktformular innerhalb einer Anwendung ein. Die Daten werden dann den entsprechenden Feldern in verbundenen Anwendungen zugeordnet.

Häufige Herausforderungen bei der Anwendungsintegration

Bei richtiger Umsetzung kann die Integration von Unternehmensanwendungen die Reaktionsfähigkeit und Agilität von Unternehmen verbessern. Sie sollten aber nicht die Komplexität eines solchen Vorhabens unterschätzen. 

 

Mit sorgfältiger Planung und den richtigen Tools kann die Anwendungsintegration dazu beitragen, dass Unternehmen in einem wettbewerbsorientierten Umfeld erfolgreich bestehen können. Bei der Umsetzung von Projekten zur Anwendungsintegration sehen sich Unternehmen häufig mit einigen der folgenden Herausforderungen konfrontiert:

  • Fehlende Unterstützung oder Strategie seitens der Geschäftsführung: Rechtzeitige Entscheidungen auf Führungsebene und eine detaillierte Strategie sind für den Erfolg einer Initiative zur Anwendungsintegration unabdingbar.
  • Mangelhafte Kommunikation und fehlende Zusammenarbeit: Die Umsetzung kann durch interne Probleme und ineffiziente Kommunikation erschwert werden. Erstellen Sie zu Beginn des Projekts einen tragfähigen Plan zur Konsensbildung und Unterstützung des Change Management. 
  • Unzureichende Tools: Ohne die richtigen Tools zur Umsetzung und Unterstützung des Rollouts kann das gesamte Projekt scheitern. Implementieren Sie Tools, die eine flexible und skalierbare Implementierung unterstützen.
  • Falsche Strategie: Viele Unternehmen betrachten EAI als ein Produkt, obwohl es sich in Wirklichkeit um eine Architektur handelt. Stimmen Sie sich zu Beginn der Umsetzung über die Strategie ab, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen.  
  • Eingeschränkter Fokus: Auch wenn der größte Zeitaufwand auf die Implementierung der Integrations-Workflows entfällt, sollten Sie die Bedeutung der Performance und Überwachung der Sicherheit nicht unterschätzen. 
  • Mangel an Arbeitskräften: Vor dem Projektstart muss sichergestellt werden, dass angemessene Ressourcen und Qualifikationen zur Unterstützung des Projekts vorhanden sind. Eventuell ist eine Ergänzung der vorhandenen Ressourcen erforderlich.  

 

Damit ein Unternehmen erfolgreich sein kann, benötigt es eine solide EAI-Strategie, einen Executive Sponsor und das Know-how und die Fähigkeiten, um die Strategie zu leiten, zu entwickeln und umzusetzen, unterstützt durch eine umfassende Palette von Tools für die Anwendungsintegration.

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Häufig gestellte Fragen

Ein Beispiel für die Anwendungsintegration ist ein E-Commerce-Anwendungsfall, bei dem die Frontend-Geschäftsprozesse (Kundeninteraktion, Online-Verkauf) mit Backend-Prozessen wie Bestandsverwaltung und Auftragsabwicklung integriert werden müssen. Das Unternehmen nutzt die Anwendungsintegration, um diese Workflows zu automatisieren und sicherzustellen, dass die Daten jeder Interaktion nahtlos über alle Anwendungen hinweg weitergeleitet werden.

Prozessintegration ist die gemeinsame Nutzung von Ereignissen, Daten und Transaktionen zwischen Geschäftsprozessen, die sich über mehrere Anwendungen und verschiedene Abteilungen in einem Unternehmen erstrecken – in der Regel in Echtzeit. Sie wird auch verwendet, um Prozesse über ein Unternehmen hinaus auf einen Kunden oder einen Partner auszuweiten.

 

In vielen Fällen werden Ereignisse oder Transaktionen verwendet, um einen Prozess auszulösen, z. B. eine Verkaufstransaktion, die den Prozess zum Einrichten eines Kontos in einem Abrechnungssystem anstößt.

API-Management ist der Prozess der Verteilung und Steuerung von APIs, die Anwendungen und Daten verbinden. Es ermöglicht Unternehmen, API-Aktivitäten zu veröffentlichen, zu überwachen und zu sichern, um Entwickler und Anwendungen zu unterstützen. Der Prozess setzt die Nutzungsrichtlinien durch, steuert den Zugriff, überwacht die Performance, veröffentlicht die Dokumentation und monetarisiert den Zugriff. 

 

Unternehmen nutzen das API-Management, um den sicheren Zugang zu Daten und Services zu demokratisieren. Sie können digitale Ressourcen und Prozesse gemeinsam nutzen, und Entwicklergemeinschaften können über neue Kanäle, Geräte und Benutzungsoberflächen problemlos auf Ressourcen zugreifen. 

IPaaS ist ein Managed Service in der Cloud, der die Anwendungsintegration für Cloud-to-Cloud-, Hybrid- und On-Premise-to-On-Premise-Szenarien unterstützt. Der Prozess hilft Unternehmen, digitale Lösungen schneller bereitzustellen und die Markteinführung zu beschleunigen. Es reduziert die Abhängigkeit von der IT, steigert die Produktivität der Entwickler und bietet ein einheitliches Kundenerlebnis. 

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