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Was ist Anwendungsentwicklung?

Anwendungsentwicklung ist der Prozess der Planung, Konzeption, Entwicklung und des Testens von Softwareanwendungen. Ziel dessen ist es, Unternehmensanforderungen zu erfüllen und eine bessere Customer Experience zu bieten.

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Anwendungsentwicklung im Überblick

Unternehmen hatten lange zwei Hauptoptionen für die Anwendungsentwicklung: Sie konnten Standardsoftware von externen Anbietern kaufen oder benutzerdefinierte Anwendungen mit qualifizierten Entwicklungs- und Programmierteams komplett neu entwickeln. Doch die Technologie hat sich weiterentwickelt – ebenso wie die Anwendungsentwicklung.

Heute können Unternehmen auf eine breite Palette von Anwendungsentwicklungsmethoden zugreifen, die auf unterschiedliche Anforderungen, Plattformen und Komplexitätsgrade zugeschnitten sind. Sie reichen von herkömmlichen Programmierungsverfahren („Pro-Code“) bis zu optimierten Ansätzen wie der Low-Code-Anwendungsentwicklung. Infolgedessen haben Unternehmen mehr Optionen, um Anwendungen zu deutlich niedrigeren Kosten zu entwickeln.

Arten der Anwendungsentwicklung

Die meisten Personen denken bei dem Wort „App“ wahrscheinlich an Anwendungen für mobile Geräte. Schließlich finden sich mobile Apps so gut wie überall. Tatsächlich wurde der weltweite Markt für mobile Anwendungen im Jahr 2023 auf ein Volumen von 228,98 Milliarden US-Dollar geschätzt – bei einem prognostizierten jährlichen Wachstum von 14,3 % für den Zeitraum von 2024 bis 2030.

Die Anwendungsentwicklung umfasst aber mehr als diesen Bereich. Viele Entwicklerinnen und Entwickler arbeiten vor allem an der Entwicklung mobiler Apps für Smartphones und Tablets, während andere Anwendungen für Webbrowser oder Desktops entwickeln. Jeder dieser Ansätze hat seine Vorteile. Welchen Sie wählen, hängt von Ihrer Zielgruppe, Ihrem Budget, Ihrer Strategie und der gewählten Plattform ab.

Entwicklung nativer mobiler Anwendungen

Native Anwendungen werden für eine bestimmte Plattform wie iOS oder Android entwickelt. Dies erfolgt mithilfe der bevorzugten Programmiersprachen und Tools für die Plattform, sodass deren integrierte Funktionen voll ausgeschöpft werden können. Die häufigsten Programmiersprachen für iOS-Anwendungen sind Swift oder Objective-C, während bei der Entwicklung für Android in der Regel Java oder Kotlin verwendet wird.

Low-Code-Anwendungsentwicklung

Nach Schätzungen von Gartner werden im Jahr 2025 70 % der neuen Anwendungen mit Low-Code-Technologien erstellt. „Low-Code“ bezeichnet Tools mit benutzerfreundlichen visuellen Oberflächen, Drag&Drop-Komponenten und vorkonfigurierten Vorlagen, die die Anwendungsentwicklung schneller, einfacher und kostengünstiger machen. Einige dieser Lösungen nutzen generative KI, um Code automatisch zu generieren. Dadurch wird die Notwendigkeit manueller Codeerstellung reduziert und das Risiko menschlicher Fehler minimiert. Erfahrene Entwicklerinnen und Entwickler können diese Tools nutzen, um einfachere Programmieraufgaben zu beschleunigen oder zu automatisieren und die dadurch gewonnene Zeit und Energie in komplexere, strategische Projekte stecken.

Entwicklung von Webanwendungen

Webanwendungen sind nicht auf Ihrem Gerät installiert, sondern werden über einen Webbrowser aufgerufen. Im Wesentlichen sind dies Websites, die viel mit mobilen Anwendungen gemeinsam haben, aber auf jedem Gerät mit Internetzugang funktionieren. Webanwendungen haben eine hohe Reichweite und Kompatibilität, bieten aber möglicherweise nicht alle Funktionen einer nativen Anwendung.

Entwicklung von hybriden Anwendungen

Hybride Anwendungen verbinden Elemente von nativen Anwendungen und Webanwendungen. Sie werden mit Webtechnologien wie HTML, CSS und JavaScript entwickelt, aber in eine native App-Shell eingebettet. Das bedeutet, dass sie auf einem Gerät installiert werden können und Zugriff auf einige der integrierten Funktionen des Geräts haben. Hybride Anwendungen können ein guter Mittelweg sein, um die Balance zwischen Leistung und Kosteneffizienz zu finden.

Entwicklung plattformübergreifender Anwendungen

Plattformübergreifende Anwendungen sind so konzipiert, dass sie mit einer Codebasis auf unterschiedlichen Plattformen funktionieren. Tools wie React Native und Flutter ermöglichen es Entwicklungsteams, Code einmal zu schreiben und dann auf Plattformen wie iOS und Android bereitzustellen. Dieser Ansatz kann Zeit und Ressourcen sparen und gleichzeitig eine native Nutzung ermöglichen.

Entwicklung von Unternehmensanwendungen

Unternehmensanwendungen sind auf die spezifischen Anforderungen von Unternehmen und Organisationen zugeschnitten. Diese Anwendungen werden meist in vorhandene Systeme integriert und bieten Funktionen wie Datenmanagement, Customer Relationship Management (CRM) und Enterprise Resource Planning (ERP). Unternehmensanwendungen sind in der Regel komplex und erfordern ein hohes Maß an Sicherheit, Skalierbarkeit und Erweiterbarkeit. Das bedeutet, dass neue Funktionen einfach ergänzt werden können und die Anpassung an veränderte Unternehmensanforderungen keine Neuentwicklung erfordert.

Die Entwicklung von Unternehmensanwendungen erfolgt in der Regel entweder „Side-by-Side“ oder „On-Stack“. Das bedeutet Folgendes:

Phasen der Anwendungsentwicklung

Der Lebenszyklus der Anwendungsentwicklung ist ein kontinuierlicher Prozess, der mehr als die Erstellung der Anwendung beinhaltet. Er umfasst Planung, Entwicklung, Einführung und kontinuierliche Verbesserungen. Hier die einzelnen Phasen im Detail:

Planung

Jede gute Anwendung beginnt mit guter Planung. In dieser Phase werden der Zweck der Anwendung, die Zielgruppe und die wichtigsten Funktionen definiert. Zudem sollten der Umfang, der Zeitplan und das Budget des Projekts festgelegt werden.

Konzeption

In der Konzeptionsphase liegt der Schwerpunkt auf der Gestaltung einer benutzerfreundlichen Oberfläche und einer nahtlosen Benutzererfahrung. Designteams erstellen Wireframes und Prototypen, um Layout und Funktionalität der Anwendung zu visualisieren.

Entwicklung

In dieser Phase entsteht die eigentliche Anwendung. Entwicklungsteams schreiben den Code, entwickeln Funktionen und nehmen Anpassungen und Korrekturen vor. Diese Phase wird häufig in Frontend- und Backend-Entwicklung unterteilt und umfasst alles von der Benutzungsoberfläche (UI) bis zur serverseitigen Logik. (Im nächsten Abschnitt finden Sie mehr zur Frontend- und Backend-Entwicklung.)

Testen

In der Testphase werden mögliche Fehler in der Anwendung behoben. Qualitätssicherungsteams führen sorgfältige Tests ihrer Funktionen, Leistung und Sicherheit durch.

Bereitstellung

Die Bereitstellung ist der Prozess, in dessen Rahmen den Benutzern Anwendungen, Updates und Patches auf einem System zur Verfügung gestellt werden. Dies kann entweder manuell oder automatisiert erfolgen.

Wartung und Updates

Nach der Markteinführung ist eine kontinuierliche Wartung unverzichtbar, damit die Anwendung reibungslos funktioniert. In dieser Phase werden Fehler behoben, die nach der Einführung aufgetreten sind, die Leistung wird verbessert und anhand des Benutzerfeedbacks werden neue Funktionen hinzugefügt.

Frontend- und Backend-Entwicklung

Wenn eine Anwendung entwickelt wird, geschieht dies aus zwei verschiedenen Perspektiven – Frontend und Backend. Erfahren Sie, was das in der Praxis bedeutet.

Frontend-Anwendungsentwicklung

Das Frontend ist das, was Nutzende sehen. Bei der Frontend-Entwicklung werden Programmiersprachen wie HTML, CSS und JavaScript verwendet, um das Layout und Design der Anwendung und interaktive Elemente zu erstellen. Wichtige Aspekte sind dabei:

Backend-Anwendungsentwicklung

Das Backend bezeichnet das, was Nutzende nicht sehen – den serverseitigen Teil der Anwendung. Bei der Backend-Entwicklung werden Programmiersprachen wie Python, Ruby, Java und PHP verwendet, um eine solide Grundlage für die sichere, zuverlässige und kostengünstige Performance der Anwendung zu erstellen. Wichtige Aspekte sind dabei:

Die wichtigsten Methoden der Anwendungsentwicklung

Der Ansatz, der für die Anwendungsentwicklung gewählt wird, kann erhebliche Auswirkungen auf den Zeitplan, die Kosten und die Qualität haben. Die Auswahl der Methode richtet sich oft nach den jeweiligen Anforderungen und Beschränkungen eines Projekts.

Methodik
Funktionsweise
Vorteile
Nachteile
Wasserfall
Ein linearer und sequenzieller Ansatz mit aufeinander folgenden Phasen. Jede Phase muss abgeschlossen sein, bevor die nächste Phase beginnt.
  • Klare Struktur
  • Einfache Handhabung
  • Gut für Projekte mit klar definierten Anforderungen geeignet
  • Unflexibel
  • Kann langsam und kostspielig sein, wenn sich Anforderungen ändern
Agiler Ansatz
Ein iterativer, inkrementeller Ansatz, bei dem die Anwendungsentwicklung oft in kleine, überschaubare Einheiten („Sprints“) unterteilt wird.
  • Flexibel
  • Schnellere Bereitstellung funktionaler Komponenten
  • Erfordert enge Abstimmung und Zusammenarbeit
  • Konkretisierung von Zeitplänen und Budgets kann schwierig sein
Kanban
Ein verbreiteter Ansatz im Rahmen der agilen Methodik. Das Kanban-Board ist ein Visualisierungstool zur Verfolgung des Arbeitsfortschritts.
  • Visuelle Aufgabenverwaltung
  • Flexibler Umgang mit Änderungen
  • Kontinuierliche Bereitstellung
  • Es kann schwierig sein, Fristen zu verwalten und vorherzusagen, wann Projekte abgeschlossen werden
  • Kann bei schlechter Steuerung zu einer schleichenden Aufblähung des Projektumfangs führen
Lean
Dieser Ansatz wird häufig in die agile Methodik integriert und minimiert Ausschuss, weil nur das Nötige und so effizient wie möglich geliefert wird.
  • Höhere Effizienz
  • Kontinuierliche Prozessverbesserung
  • Erfordert ein detailliertes Verständnis der Lean-Prinzipien
  • Implementierung kann mit einem unerfahrenen Team schwierig sein
DevOps
Die Kombination aus Softwareentwicklung (Dev) und IT-Abläufen (Ops) zielt darauf ab, die Entwicklungszeiten für Anwendungen zu verkürzen.
  • Schnellere Bereitstellung
  • Bessere Zusammenarbeit
  • Höhere Qualität durch Automatisierung und kontinuierliches Feedback
  • Erfordert erhebliche kulturelle und organisatorische Änderungen
  • Einrichtung kann komplex sein
Rapid Application Development (RAD)
Der Schwerpunkt der Methode liegt auf der iterativen Bereitstellung und schnellen Entwicklung von Prototypen. Teams nutzen diese, um Benutzerfeedback zu erhalten und kontinuierlich einzuarbeiten
  • Schnelle Entwicklung
  • Hohe Benutzerbeteiligung
  • Flexibilität
  • Erfordert eine starke Benutzerinteraktion
  • Weniger geeignet für große, komplexe Projekte

Wie unterscheidet sich die Entwicklung mobiler Apps von der Softwareentwicklung?

Die Begriffe „Entwicklung mobiler Apps“ und „Softwareentwicklung“ werden manchmal synonym verwendet, bezeichnen aber nicht dasselbe. In beiden Fällen wird Software erstellt, aber für unterschiedliche Nutzungsarten, Zielgeräte und User Experiences.

Entwicklung mobiler Anwendungen
Softwareentwicklung
Zielplattformen und -geräte
Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Anwendungen für Smartphones und Tablets.
Umfasst ein breiteres Anwendungsspektrum, darunter Desktop-Software, Webanwendungen und serverbasierte Systeme.
Benutzungsoberfläche und User Experience
Im Vordergrund steht eine benutzerfreundliche und intuitive Oberfläche für kleinere Bildschirme und Touchscreens.
Die Benutzungsoberflächen können komplexer sein und sind für größere Bildschirme und Eingabemethoden wie Tastatur und Maus konzipiert.
Leistung und Ressourcenbeschränkungen
Berücksichtigt die begrenzte Verarbeitungsleistung, Akkulaufzeit und den begrenzten Speicherplatz von Mobilgeräten.
In der Regel sind Ressourcenbeschränkungen geringer, da Desktop-Computer und Server generell mehr Verarbeitungsleistung und Speicherplatz bieten.
Entwicklungstools und Programmiersprachen
Nutzung spezifischer Entwicklungsumgebungen und -sprachen für die Entwicklung mobiler Anwendungen
Nutzung unterschiedlicher Programmiersprachen und Entwicklungsumgebungen, je nach Zielplattform und Anwendungsart
Vertrieb und Bereitstellung
Der Vertrieb erfolgt häufig über Storefronts wie Apple App Store und Google Play Store.
Es gibt unterschiedliche Vertriebsmethoden wie direkte Downloads, physische Medien oder unternehmenseigene Bereitstellungssysteme.
Wartung und Updates
Häufige Aktualisierungen, die Änderungen am Betriebssystem, Sicherheitspatches und Benutzerfeedback berücksichtigen
Hängt von der Art der Software und der Benutzerbasis ab – Desktop-Software wird im Vergleich zu Webanwendungen meist weniger häufig aktualisiert
Benutzerinteraktion und Konnektivität
Der Schwerpunkt liegt häufig auf mobilen Konnektivitätsfunktionen wie Push-Benachrichtigungen, Echtzeit-Updates und Social-Media-Integration.
Die Konnektivitätsfunktionen variieren, weil manche Software eine permanente Internetverbindung erfordert und andere vollständig offline funktioniert.

Häufige Herausforderungen bei der Anwendungsentwicklung und Möglichkeiten, sie zu meistern

Die Anwendungsentwicklung ist spannend, hat jedoch ihre Tücken. Unabhängig davon, ob Sie als Startup-Unternehmen Ihr erstes Produkt auf den Markt bringen oder als etabliertes Unternehmen Ihr digitales Angebot erweitern – Sie werden wahrscheinlich mit typischen Herausforderungen konfrontiert, die für den Erfolg Ihrer Anwendung entscheidend sind.

Sicherheit

Compliance

Skalierbarkeit

Interoperabilität

Der Blick in die Zukunft zeigt, dass neueste Technologien die Anwendungsentwicklung und -nutzung neu definieren werden. Erfahren Sie mehr über einige wichtige Trends:

KI und maschinelles Lernen

Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen werden vorausschauender, personalisierter und autonomer. In Zukunft können Entwicklerinnen und Entwickler diese Technologien einsetzen, um die Bedürfnisse der Nutzenden zu antizipieren, hochgradig personalisierte Experiences zu bieten und zunehmend komplexere Aufgaben ohne menschliches Eingreifen auszuführen.

Extended Reality (XR)

XR – eine Kombination aus Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR) und Mixed Reality (MR) – wird zum Mainstream. Halten Sie Ausschau nach Anwendungen, mit denen Sie mittels XR eindrückliche Experiences in den Bereichen Schulung, Unterhaltung, Einkaufen und Fernarbeit integrieren können.

Dezentrale Anwendungen

Die Blockchain-Technologie ist ein Motor bei der Entwicklung von dezentralen Anwendungen (DApps), die zugunsten von mehr Sicherheit, Transparenz und Nutzerkontrolle in Peer-to-Peer-Netzwerken ausgeführt werden.

Edge-Computing

Anders als beim traditionellen Cloud-Computing, bei dem die Daten zur Verarbeitung an einen zentralen Server gesendet werden, erfolgt die Verarbeitung der Daten beim Edge-Computing näher an ihrer Quelle – auf lokalen Geräten oder Servern in der Nähe. Dadurch werden die Anforderungen an Latenz und Bandbreite reduziert, Reaktionszeiten beschleunigt und die Datenverarbeitung effizienter. In Zukunft werden Anwendungen verstärkt Edge-Computing nutzen, um Services schneller und effizienter bereitzustellen.

Quantencomputing

Das Quantencomputing steckt zwar noch in den Kinderschuhen, aber es könnte die Anwendungsentwicklung grundlegend verändern, weil es komplexe Probleme viel schneller löst als herkömmliche Computer. Künftige Anwendungen könnten das Quantencomputing für Aufgaben wie Kryptographie und komplexe Simulationen nutzen.

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