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Fahrzeugmontage am Fließband

Umweltfreundliche Logistik: Was ist das und warum ist es wichtig?

Erfahren Sie, wie Unternehmen mit nachhaltigen Logistikstrategien CO2-Emissionen reduzieren, Kosten senken und die Effizienz der Lieferkette steigern.

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Eine umweltfreundliche Logistik umfasst alle Geschäftspraktiken, die die Umweltauswirkungen des Logistiknetzes und des Lieferprozesses minimieren. Nachhaltige Logistik bzw. umweltfreundliche Logistik sichert Unternehmen ein gutes Ergebnis, ohne die Kundenzufriedenheit oder das Wohlergehen des Planeten zu beeinträchtigen. Intelligente Unternehmen sind bestrebt, ein nachhaltiges Logistikmanagement zu betreiben, unterstützt durch leistungsstarke Technologien wie künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und modernste Analyselösungen.

Unternehmen, die die Umstellung auf eine umweltfreundlichere Logistik wagen, profitieren von den Vorteilen, die sich daraus für das gesamte Unternehmen ergeben, wie z. B. eine höhere Rentabilität und eine bessere Corporate Citizenship. Ein Haupttreiber sind jedoch die Kundenanforderungen. Da die Kunden (sowohl Unternehmen als auch Verbrauchende) die realen Folgen des Klimawandels täglich in den Nachrichten und auf Streaming-Kanälen verfolgen können, entscheiden sie sich eher für Unternehmen, die Nachhaltigkeit konsequent und langfristig unterstützen und dies auch entsprechend kommunizieren. Immer mehr Kunden (und Stakeholder) setzen sich für eine kreislauforientierte Lieferkette mit Retourenlogistik ein und geben sich nicht mit „Greenwashing“ zufrieden.

Retourenlogistik und kreislauforientierte Lieferketten

Traditionell sind Lieferketten linear und unidirektional: Rohstoffe werden zu Produkten verarbeitet, die an Kunden gehen und von ihnen später entsorgt werden. Durch zwei Praktiken ist dies mittlerweile jedoch anders: die Retourenlogistik und kreislauforientierte Lieferketten. Diese schaffen einen Mehrwert für Lieferketten und verringern gleichzeitig die Umweltbelastung.

Umweltfreundlicher Transport und der wachsende Einsatz von Elektrofahrzeugen

Auf dem Höhepunkt der Coronapandemie erreichte der Online-Einkauf ein Allzeithoch, wobei das Paketvolumen allein in den USA von 2019 bis 2020 um 37 % auf 55 Millionen Lieferungen pro Tag anstieg. Der Amazon-Effekt hat die Logistikabläufe zusätzlich unter Druck gesetzt: Kunden erwarten Lieferungen innerhalb eines Tages – und manchmal sogar innerhalb weniger Stunden. Das bedeutet, dass Waren nicht mehr an einem einzigen Ort gelagert und von dort landesweit verteilt werden können. Um solche extremen Liefergeschwindigkeiten zu erreichen, müssen die Artikel in lokalen Verteilzentren gelagert und dann in kleineren Chargen zu den Kunden befördert werden. Dies erfordert einen größeren Fuhrpark mit kleineren Fahrzeugen.

Auch wenn die während der Corona-Pandemie geltenden Beschränkungen längst aufgehoben wurden, gibt es keine Anzeichen dafür, dass diese Trends nachlassen. Nach Angaben des Weltwirtschaftsforums ist damit zu rechnen, dass die Nachfrage nach Last-Mile-Logistik in den Städten bis zum Jahr 2030 um 78 % steigen wird und in den 100 größten Städten der Welt bis zu 36 % mehr Lieferfahrzeuge zum Einsatz kommen werden.

Um auf diesen dynamischen Trend zu reagieren, stellen Unternehmen ihre Flotten zunehmend auf Elektrofahrzeuge um. Bei weniger als der Hälfte der Kosten für Strom pro Kilometer im Vergleich zu Gas- oder Dieselfahrzeugen und durch Wegfall von Inspektionen oder Ölwechseln verursachen E-Fahrzeugflotten geringere Betriebskosten und kürzere Ausfallzeiten. Ein weiterer Vorteil von E-Fahrzeugen für Unternehmen besteht darin, dass sie sich leicht in ein größeres, mit der Cloud verbundenes Lieferkettennetzwerk integrieren lassen. Dies bedeutet, dass Unternehmen KI-gestützte Technologien nutzen können, um sowohl historische als auch Echtzeit-Betriebsdaten zu analysieren, und so aussagekräftige (und handlungsrelevante) Einblicke erhalten, wie sie Geld sparen, den Kraftstoffverbrauch senken und ihre Abläufe insgesamt optimieren können.

Die Kapazität und Größe moderner Elektrofahrzeuge wird zudem immer vielfältiger. Mittlerweile gibt es nicht nur leichte Nutzfahrzeuge wie Lastkraftwagen, sondern auch eine wachsende Zahl elektrischer Sattelschlepper und Langstreckentransporter.

Wenn es um umweltfreundlichere Transportmöglichkeiten geht, müssen wir auch berücksichtigen, dass etwa 80–90 % der weltweiten Güter auf dem Seeweg transportiert werden. Pro Jahr stoßen Containerschiffe rund 1 Milliarde Tonnen Kohlendioxid in die Luft aus – etwa drei Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen – und hinterlassen tonnenweise Giftmüll in den Ozeanen. Aus diesem Grund hat die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (International Maritime Organization, IMO), die 150 führende Unternehmen der Branche vertritt, im September 2021 das Dekarbonisierungsziel festgelegt, die Emissionen bis 2050 um 50 % gegenüber dem Niveau von 2008 zu senken.

Die dänische Reederei Maersk (deren Schiffe im Jahr 2020 33 Millionen Tonnen CO2 ausstießen) bestellte acht neue Schiffe, die mit kohlenstoffneutralem Methanol betrieben werden, um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen. Seefrachtunternehmen in Japan und Norwegen bringen ebenfalls bedeutende Innovationen in den Sektor ein, indem sie vollelektrische Tankschiffe und sogar das weltweit erste autonome elektrische Frachtschiff vorstellen, das (mithilfe von Radar-, Infrarot- und weiteren integrierten Kameras) vollständig ferngesteuert betrieben werden kann, inklusive Anlegevorgang.

Ein vernetztes Logistiksystem trägt dazu bei, die Rentabilität und Markenwahrnehmung zu verbessern und gleichzeitig die Umweltauswirkungen zu reduzieren.

Alternative Distributionsnetzwerke und umweltfreundliche Logistiklösungen

Natürlich bewirkt der Umstieg auf Elektrofahrzeuge und alternative Kraftstoffe wahrscheinlich am meisten, wenn es um eine umweltfreundlichere Logistik geht. Bernd Heid von McKinsey weist jedoch darauf hin, dass „in einem ‚Netzwerk-Szenario‘, in dem sowohl öffentliche als auch private Akteure effektiv zusammenarbeiten, die Emissionen und Staus bei der Auslieferung im Vergleich zu einem 'Wir-unternehmen-nichts'-Szenario um 30 % reduziert werden könnten.“ Um maximale Kosteneffizienz, schnellere Liefergeschwindigkeiten und eine deutliche Verringerung von Emissionen und Abfällen zu erreichen, müssen die Unternehmen mehr kollaborative Logistikmethoden und verschiedene ausgefeiltere Möglichkeiten zur Optimierung in Betracht ziehen.

Weitere Optimierungsstrategien sind z. B.:

Vorteile umweltfreundlicher Logistik

Von den Vorteilen umweltfreundlicher Logistik profitieren Unternehmen, Lieferanten und Partner, Kunden und die Gesellschaft als Ganzes. Hier einige Beispiele:

Strategien für eine umweltfreundliche Logistik

Unternehmen, die eine cloudbasierte intelligente Lieferkette mit mobilen Technologien kombinieren, erhalten einen umfassenden Überblick über ihren gesamten Logistikprozess, von der Herstellung über die Lieferung bis hin zu Rücksendungen. Doch eine umweltfreundliche Logistik lässt sich nicht im Alleingang erreichen. Eine erfolgreiche Umsetzung erfordert Planung und die Einbeziehung der verschiedenen Beteiligten. Wir haben folgende Tipps für Sie:

Umweltfreundliche Logistik und die Zukunft von Vertriebsnetzen

Robuste, KI-gestützte, cloudbasierte Logistiklösungen sind das Herzstück der Lieferkette der Zukunft. Sie helfen Unternehmen unter anderem dabei, Ladungen zu bündeln, den Versand und die Nachverfolgung zu automatisieren, Strecken zu optimieren, zu bestimmen, wann und wo die Fahrzeuge geladen werden müssen, Liefertermine zu berechnen und die Fahrzeugwartung zu kontrollieren. Mithilfe von Datenmodellierung und Simulationen können Routen und Flottenkapazitäten getestet werden, und integrierte Technologien helfen bei der Einbeziehung und Analyse von Supply-Chain- und Lieferdaten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg. Jeder Schritt hin zu einer reibungsloseren und schnelleren Beförderung und Lieferung von Waren ist ein Gewinn für beide Seiten: Die Kundenzufriedenheit und -bindung steigen, und die Unternehmen können sowohl ihr Nachhaltigkeitsprofil als auch ihren Gewinn optimieren.

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