Supply-Chain-Planung: Was ist sie und wie wird sie eingesetzt?
Die Supply-Chain-Planung optimiert die Herstellung und Lieferung von Waren – von den Rohstoffen bis zu den Fertigerzeugnissen und von den Lieferanten bis zu den Kunden. Im Prinzip handelt es sich um einen nachfragegesteuerten Balanceakt zwischen Knappheit und Überschuss.
Überblick über die Supply-Chain-Planung
In den letzten Jahren hat sich das Thema von Smalltalks geändert: Statt über das Wetter reden wir über Probleme in den Lieferketten. Natürlich war die Pandemie die Ursache für einen Großteil dieser Störungen – aber nicht die einzige. Mit dem Aufkommen der künstlichen Intelligenz, der Allgegenwart des Online- und Omnichannel-Shoppings und dem generell rasanten Tempo des sozialen und technologischen Wandels ist es kein Wunder, dass die Supply-Chain-Planung heute zu den am stärksten betroffenen und anfälligsten operativen Bereichen gehört.
Planungsfachkräfte moderner Lieferketten müssen reaktionsschnell, präzise und agil sein, wenn sie mit den sich schnell ändernden Kundenanforderungen, dem verschärften Wettbewerb und unvorhersehbaren globalen Ereignissen zurechtkommen wollen.
Was ist Supply-Chain-Planung?
Wenn man an Supply-Chain-Planung denkt, denkt man in der Regel an Lagerhaltung und Logistik. Aber natürlich geht es um viel mehr als das. Bei physischen Produkten und in der Fertigung fängt es schon bei der Verwaltung der Lieferanten an, die Rohstoffe anbauen bzw. abbauen, und geht bis zu dem Punkt, an dem ein Artikel in ein Ladenregal oder an die Haustür geliefert wird – und sogar darüber hinaus, bis hin zu Rücksendungen, Recycling und Retourenlogistik. Darüber hinaus wird die Supply-Chain-Planung in vielerlei Hinsicht von den Verbraucherinnen und Verbrauchern beeinflusst: ihren Einkaufsgewohnheiten, ihren Bewertungen und ihrem Feedback sowie den Änderungen in ihrem Einkaufsverhalten.
Komponenten des Supply-Chain-Planungsprozesses
Mit den besten integrierten Lösungen können Sie die wichtigsten Aspekte der Supply-Chain-Planung optimieren, koordinieren und zentralisieren. Nachfolgend sind die wichtigsten Funktionen aufgeführt, die als Einzellösungen verwendet werden können, aber in Kombination noch leistungsfähiger sind:
Bedarfsprognose
Es versteht sich von selbst, dass die Verbesserung der Bedarfsprognose und des Bedarfsmanagements der Schlüssel zu einer besseren integrierten Unternehmensplanung ist. Unternehmen verlassen sich auf genaue Bedarfsvorhersagen, um ihre gesamte Lieferkette zu steuern, von der Bezugsquellenfindung für Rohstoffe bis zur letzten Meile und der Auftragsabwicklung.
Als wesentlicher Bestandteil einer effektiven Supply-Chain-Planung hilft die Bedarfsprognose Unternehmen, kostspielige Überbestände zu vermeiden und Kundenbedürfnisse zu antizipieren, um den Gewinn zu maximieren.
Bestandsführung
Bestandsführung ermöglicht es Ihnen, Ihre Service-Level-Ziele zu erreichen, ohne mehr Bestände zu führen oder zu finanzieren, als Sie tatsächlich benötigen. Um ein komplexes Vertriebsnetz zu vereinfachen und auf Nachfrageschwankungen zu reagieren, müssen Unternehmen zunächst lernen, wie sie diese Bestandsherausforderungen meistern können. Integrierte, cloudbasierte Planungslösungen bieten Ihnen eine zentrale, einheitliche Sicht auf den Bestand und nutzen ergänzende Datensätze und erweiterte Analysen, um präzisere Vorhersagen zu machen.
Reaktions- und Beschaffungsplanung
Die Best Practices der Reaktions- und Beschaffungsplanung helfen Unternehmen bei der Bewältigung ihrer operativen Herausforderungen durch die von KI und Machine Learning bereitgestellten Informationen. Dadurch wird die Lieferkette eines Unternehmens resilienter, effizienter und anpassungsfähiger.
Sales and Operations Planning (S&OP)
Sales and Operations Planning bzw. die Absatz- und Vertriebsplanung bietet Ihnen die Möglichkeit, bessere Entscheidungen zu treffen, die sich an den wichtigsten Faktoren der Lieferkette orientieren, wie z. B. Absatz, Produktion, Bestand und Marketing. Zur Verbesserung der S&OP-Prozesse gehört die Nutzung besserer Daten, die stringente Definition Ihrer Leistungskennzahlen und die unternehmensweite Abstimmung von Zielen und Vorgaben. Das soll sicherstellen, dass klare Rollen und Erwartungen entwickelt, definiert und umgesetzt werden.
Bedarfsorientierte Materialbedarfsplanung (DDMRP)
Die Materialbeschaffung wurde traditionell durch die Analyse von Nachfragedaten aus der Vergangenheit gesteuert – ein Ansatz, der in Zeiten von Nachfrageschwankungen und Unsicherheiten offenkundig Grenzen hat. Die heutigen Lösungen beinhalten dagegen Prognosemodelle. Die bedarfsgesteuerte Materialbedarfsplanung (DDMRP) – eine Erweiterung der traditionellen Materialbedarfsplanung – hilft Unternehmen, flexibler und anpassungsfähiger zu werden, ohne die Qualität ihrer Produkte zu beeinträchtigen.
Logistiküberwachung
Im Zentrum Ihrer Lieferkette steht ein Daten-Dashboard, das auch als Supply-Chain-Kontrollturm bekannt ist und eine durchgängige Echtzeit-Transparenz für jede Komponente Ihrer Lieferkette bietet. Mit KI, Machine Learning und kollaborativem Informationsaustausch bietet die heutige Überwachung der Lieferkette Einblicke, die jede Phase Ihres Lieferketten- und Fertigungsprozesses verbessern können.
Von der Supply-Chain-Planung zur integrierten Unternehmensplanung
Herkömmliche Lieferkettentechnologien und manuelle Prozesse sind den modernen Anforderungen an Geschwindigkeit, Transparenz und Flexibilität einfach nicht mehr gewachsen. Die Lösungen für die Unternehmensplanung mussten weiterentwickelt werden, um damit Schritt zu halten. Dazu wurden leistungsstarke KI-gesteuerte Optimierungsalgorithmen, erweiterte Analysen und Echtzeit-Prognosefunktionen integriert, die es den Unternehmen ermöglichen, ihre Pläne dynamisch anzupassen und ihre Lieferkettenleistung bedarfsgerecht zu optimieren. Ebenso wichtig: Planungslösungen mussten wirklich integriert werden, um das volle Potenzial der Supply-Chain-Planungstechnologie ausschöpfen zu können.
Cloudbasierte Lösungen bieten Skalierbarkeit und Flexibilität, die es Unternehmen ermöglichen, das Unternehmenswachstum zu bewältigen und nahtlos mit Systemen von Drittanbietern zusammenzuarbeiten. Dies schafft eine ganzheitliche Sicht auf die Lieferkette, erleichtert die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Teams und Stakeholdern und baut Silos ab, die in der Vergangenheit effiziente Planungsprozesse behinderten.
Durch die Rationalisierung der Supply-Chain-Planungsprozesse tragen integrierte Planungslösungen dazu bei, die betriebliche Effizienz zu verbessern und die Komplexität der heutigen Supply-Chain-Landschaft zu bewältigen.
Beispiele für eine erfolgreiche Supply-Chain-Planung
Wenn man wissen möchte, wie die Nutzung neuer Technologielösungen zu einer besseren Supply-Chain-Planung beitragen kann, wirft man am besten einen Blick auf Unternehmen, die dies bereits umgesetzt haben. Hier finden Sie einige Fallstudien globaler Unternehmen, die neue Technologien und Ansätze zur Optimierung ihrer Strategien und Planungen für die Lieferkette erfolgreich integriert haben.
1. Microsoft
Es gibt wohl kaum jemanden, der noch nicht mit Microsoft-Software in Berührung gekommen ist. Aber ein weiterer großer Teil des Erfolgs des Unternehmens beruht auf dem Verkauf von Hardware. Dieses Hardware-Geschäft wird über die komplexe Lieferkette des Unternehmens mit mehr als 42.000 aktiven Lagereinheiten und 33 Produktions- und Vertriebszentren in 108 Ländern abgewickelt. Als Microsoft eine große Anzahl neuer Geräte auf den Markt bringen wollte, erkannte das Unternehmen, dass es die bisherigen manuellen Prozesse und Tabellenkalkulationen digitalisieren musste, um erhebliche Risiken für den Bestand und die Lieferkette im Zuge der Ausweitung des Geschäfts zu vermeiden. Ziel dieser Transformation war es, eine ganzheitliche Sicht auf die Geschäftsdaten zu erhalten, vorausschauender und weniger reaktiv zu handeln und den Planern bessere und schnellere Entscheidungen zu ermöglichen. Mit den integrierten Tools für die Unternehmensplanung und Zusammenarbeit von SAP und den Azure-Tools von Microsoft können Planende jetzt Echtzeitdaten aus dem gesamten Unternehmen erfassen, um verschiedene Szenarien zu erstellen und zu vergleichen sowie Simulationen und realistischere Pläne zu erstellen. Mithilfe von Big Data und KI-Funktionen hat das Unternehmen die Planungszyklen von fünf Tagen auf weniger als einen Tag verkürzt. Bessere Prognosefunktionen haben dem Unternehmen geholfen, Bestandsrisiken in Höhe von über 550 Millionen USD zu vermeiden. Zudem nutzt Microsoft bessere Einblicke und handlungsrelevante Informationen, um die Umsatzchancen seiner Kunden zu erhöhen, was zu einer Umsatzsteigerung von rund 50 Millionen USD führte.
Durch bessere Prognosemodelle können Unternehmen eine flexiblere integrierte Geschäftsplanung erreichen und damit ihre Resilienz und Agilität verbessern.
2. Zinus
Der südkoreanische Matratzenhersteller Zinus, Inc. hat es sich zur Aufgabe gemacht, seinen Kundinnen und Kunden schneller als jeder andere Wettbewerber Schlafkomfort zu bieten. Denn das Unternehmen weiß genau, dass die Lieferung einer neu gekauften Matratze nicht Wochen dauern sollte, sondern am besten innerhalb weniger Tage erfolgt. Deshalb suchte Zinus nach Möglichkeiten, eine besonders resiliente und transparente Lieferkette zu schaffen. Diese sollte dazu beitragen, das Wachstum zu beschleunigen, die Agilität des Unternehmens zu erhalten und gleichzeitig den Kunden den zuverlässigen Service zu bieten, den sie erwarten. Außerdem wollte Zinus die Transparenz nutzen, um die Lieferkette insgesamt zu optimieren und so flexibler auf Kundenanforderungen und Markttrends reagieren zu können. Der einfachste Weg für Zinus, diese zentralen Grundsätze der integrierten Unternehmensplanung umzusetzen, war die Nutzung von maßgeschneiderten Softwareanwendungen für die Lieferkette. Mithilfe ihrer Automatisierungs- und Integrationsfunktionen konnte das Unternehmen die manuelle Arbeit reduzieren und viele Aspekte der Bedarfsprognose, der Bestandsplanung und sogar der Absatz- und Produktionsplanung automatisieren. Die Lösungen wurden nativ in ein leistungsfähiges ERP integriert, sodass sie schnell bei der unternehmensweiten Entscheidungsfindung genutzt werden konnten. Nach der Anpassung an die neuen Anwendungen war Zinus in der Lage, seine Planung und Ausführung zu harmonisieren – dank einer verbesserten Prognosegenauigkeit und optimierter Planungsergebnisse durch reaktionsschnelle Prognosealgorithmen. Diese leistungsstarken Analysen für die Lieferkette ermöglichten es dem Team, fundiertere, proaktivere und transparentere Entscheidungen zu treffen.
3. Shutterfly
Wenn Sie schon einmal personalisierte Urlaubskarten oder Fotobücher online bestellt haben, wissen Sie, dass es hier besser nicht zu Fehlern oder Verzögerungen kommen sollte. Shutterfly hat sich im E-Commerce zu einem der führenden Anbieter von personalisierten Fotoprodukten und individuellen Designs entwickelt, indem es die Erwartungen der Kunden an hohe Qualität und schnelle Lieferzeiten konsequent erfüllt. Angesichts hochgradig konfigurierbarer Produkte und großer saisonaler Umsatzschwankungen stellen die Bedarfsprognose und die Supply-Chain-Planung erhebliche Herausforderungen dar. Diese muss Shutterfly meistern, um die Auftragsfristen kurz zu halten und die Kunden zufriedenzustellen. Um die mit manuellen, isolierten Prognose- und Planungsprozessen verbundenen Unwägbarkeiten zu vermeiden, setzte Shutterfly auf SAP Integrated Business Planning for Supply Chain. Diese Lösung bietet ein umfassendes, integriertes Supply-Chain-Management und Transparenz. KI-gestützte Analysen der Lieferkette und Was-wäre-wenn-Simulationen geben den Beteiligten die nötigen Einblicke, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Einheitliche Planungs- und Prognosefunktionen ermöglichen zudem eine schnellere und präzisere Bestandsplanung und ‑abwicklung. Dank der Möglichkeit, die Kundennachfrage genau vorherzusagen und Prognosen auf Ebene der verwendeten Komponenten in Echtzeit zu erstellen, maximiert Shutterfly jetzt die Effizienz seiner Lieferkette und zugleich die Kundenzufriedenheit und die Rentabilität.
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Perspektiven für die Supply-Chain-Planung
Informieren Sie sich in dieser Sammlung der wichtigsten Erkenntnisse darüber, wie die Supply-Chain-Planung zur Verbesserung der Abläufe und zur Bewältigung komplexer Sachverhalte beitragen kann.