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Was ist Product Lifecycle Management (PLM)?

Product Lifecycle Management (PLM) ist der Prozess der Verwaltung des Lebenszyklus eines Produkts von der Entwicklung über die Konstruktion und Fertigung bis hin zum Verkauf, Service und schließlich Abgang.

 

Als Technologie hilft PLM-Software Unternehmen bei der Entwicklung neuer Produkte und deren Markteinführung. Die Software erleichtert die Nachverfolgung und den Austausch von Daten entlang der gesamten Produktwertschöpfungskette, vom ersten Entwurf über die Fertigung, das Supply Chain Management und den Betrieb bis hin zur Anlageninstandhaltung.

PLM-Grundlagen

In einer Zeit, in der Innovation der Schlüssel für das Überleben und den Erfolg eines Unternehmens ist, spielt PLM eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der nächsten Produktgeneration zu geringeren Kosten und mit einer kürzeren Markteinführungszeit. PLM kann zwar auch als Geschäftsstrategie verstanden werden, aber drei grundlegende Faktoren beeinflussen die Arbeitsweise von Teams und die Fähigkeit von Unternehmen, zu wachsen und erfolgreich zu sein:

 

  • Einheitlicher, sicherer, verwalteter Zugriff auf und Verwendung von Produktdefinitionsinformationen
  • Wahrung der Integrität dieser Produktdefinition und der zugehörigen Informationen während der gesamten Lebensdauer des Produkts
  • Verwaltung und Pflege der Geschäftsprozesse zur Erstellung, Verwaltung, Verbreitung, Weitergabe und Nutzung der Informationen

Die fünf Phasen der Produktentwicklung

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, die Phasen der Produktentwicklung zu beschreiben – aber keinen einheitlichen Industriestandard. Die folgenden Phasen stellen jedoch einen typischen Entwicklungszyklus dar.
Grafik, die die fünf Phasen der Produktentwicklung darstellt
 
  1. Konzept und Design: Die Ideenfindungsphase, in der die Anforderungen an ein Produkt auf der Grundlage von Faktoren wie der Analyse von Wettbewerbern, Marktlücken oder Kundenbedürfnissen definiert werden.
  2. Entwicklung: Der detaillierte Entwurf des Produkts wird zusammen mit den erforderlichen Werkzeugentwürfen erstellt. Diese Phase umfasst die Validierung und Analyse des geplanten Produkts sowie die Entwicklung von Prototypen und die Erprobung in der Praxis. Auf diese Weise erhält man wichtige Rückmeldungen darüber, wie das Produkt genutzt wird und welche weiteren Verbesserungen erforderlich sind.
  3. Produktion und Markteinführung: Die Rückmeldungen aus dem Pilotprojekt werden genutzt, um das Design und andere Komponenten anzupassen und eine marktreife Version zu erstellen. Die Produktion des neuen Produkts wird skaliert – gefolgt von der Markteinführung und dem Vertrieb auf dem Markt.
  4. Service und Support: Der Zeitraum, in dem nach der Einführung des neuen Produkts Service und Support angeboten werden.
  5. Abgang: Am Ende des Produktlebenszyklus muss die Rücknahme des Produkts vom Markt geregelt werden, ebenso wie die eventuelle Wiedereinführung oder Übernahme in neue Konzeptideen.

 

Wie funktioniert ein PLM-System?

Ein PLM-System ermöglicht Entwicklern und Konstrukteuren den Zugriff auf die kritischen Daten, die sie in Echtzeit benötigen. Das System rationalisiert das Projektmanagement durch die Verknüpfung von CAD-Daten (computergestütztes Design) mit einer Stückliste und anderen Unternehmensdatenquellen, z. B. die Integration mit einem ERP-System, und verwaltet diese Produktdaten in allen Phasen des Produktentwicklungszyklus.

 

PLM verhindert auch, dass Entwickler und Konstrukteure in einem isolierten Vakuum arbeiten, indem es ihnen Einblick in externe Informationsquellen wie Kunden- und Analystenfeedback zu aktuellen Produkten, Leistungsdaten zu Produkten in der Praxis und Transparenz über die Restriktionen von nachgelagerten Prozessen wie der Fertigung gibt.

 

Von einem PLM-System profitieren auch andere Teams als nur Entwickler und Konstrukteure. Es kann den Beteiligten und/oder Lieferanten eine zentrale Datenquelle für mehr Transparenz bieten, damit sie bereits in einem frühen Stadium des Produktentwicklungsprozesses Feedback geben können.

Entwicklung des Product Lifecycle Management

In den 1980er-Jahren war die American Motors Corporation (AMC) ein kleiner Akteur in der Automobilindustrie. Das Unternehmen verfügte nicht über die riesigen Budgets der größeren Wettbewerber auf dem Markt, was die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens beeinträchtigte. Die AMC-Führung hatte daher die Idee, Produkte von der Entstehung bis zum Ende ihrer Lebensdauer zu verfolgen, um Prozesse zu verbessern und effizienter zu werden – die erste Iteration des Product Lifecycle Management.

 

Die gesammelten Daten wurden genutzt, um bessere Entscheidungen zu treffen, von der Ideenfindung über die Beschaffung bis hin zum Produktionsprozess. AMC vergrößerte seinen Marktanteil und wurde später von Chrysler aufgekauft. Mitte der 1990er-Jahre war das Unternehmen der kostengünstigste Hersteller in der Automobilindustrie.

 

Heute wird PLM in der gesamten Fertigung eingesetzt, um die Zusammenarbeit zu fördern, die Innovation voranzutreiben und das Wachstum durch kundenorientiertes Design und Produktindividualisierung effizient zu unterstützen.

 

Und in einer Zeit der digitalen Transformation und des beschleunigten Wandels – Forbes prognostiziert, dass die Fertigung aufgrund von COVID-19 in den nächsten 18 Monaten die Innovationen von fünf Jahren durchlaufen wird – spielt PLM eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung von Unternehmen bei der schnelleren Markteinführung von Produkten.

70

%

der Kunden erwarten mehr maßgeschneiderte oder personalisierte Produkte als noch vor drei Jahren
– Oxford Economics

68

%

der Kunden erwarten die gleiche Qualität von Produkten und Services wie vor drei Jahren – nur schneller
– Oxford Economics

Fünf Vorteile von PLM

Im Folgenden werden fünf Hauptgründe aufgeführt, warum sich Unternehmen für die Investition in PLM-Lösungen entscheiden.

  1. Höhere Effizienz und Effektivität in Entwicklung und Konstruktion: Die Ergebnisse der Umfrage von Industry Week zeigen, dass Silos die größte Herausforderung für die Leistung von Entwicklungs- und Konstruktionsteams darstellen. PLM ermöglicht den bidirektionalen Fluss von Echtzeitdaten zur Unterstützung eines besseren Wissensaustauschs und einer besseren Zusammenarbeit.
  2. Vermeidung von Fehlern im Entwicklungsprozess: Es ist viel einfacher – und billiger –, Produktprobleme zu beheben, die frühzeitig erkannt werden. PLM trägt zur Kostensenkung bei und bietet den zusätzlichen Umweltvorteil der Reduzierung von Fertigungsabfällen.
  3. Verkürzte Markteinführungszeit: PLM bietet eine zentrale Datenquelle mit aktuellen Informationen in jeder Phase des Produktlebenszyklus und versetzt Projektmanager in die Lage, sich überschneidende Zeitpläne zu kontrollieren und Produkte schneller auf den Markt zu bringen.
  4. Bessere Projektabwicklung: Eine unternehmensübergreifende, digitale PLM-Lösung unterstützt ein fortschrittliches Workflow-Management. In diesem Anwendungsfall ermöglicht PLM einem Team, die Produktkosten genau zu berechnen und die Übergabe neuer Entwürfe an die Fertigung effektiver zu gestalten.
  5. Hochwertigere Designs: PLM bietet Entwicklern und Konstrukteuren einen tieferen Einblick in die Produktanforderungen. Ein PLM-System mit integriertem maschinellem Lernen verarbeitet Daten aus vielen verschiedenen internen und externen Quellen und kann Leistungsdaten und Kundenfeedback in Vorschläge für neue Funktionen umwandeln.

Beispiele für Product Lifecycle Management

PLM-Systeme sind in der gesamten Fertigung weit verbreitet. Zu den Schlüsselbranchen gehören die Luft- und Raumfahrt, die Automobilindustrie und die Verteidigungsindustrie. Die folgenden drei Unternehmen nutzen PLM auf innovative Weise:

 

  • Humboldt Wedag, ein führendes Unternehmen der Zementindustrie, hat eine reaktionsfähige, zukunftssichere PLM-Lösung entwickelt, die es den Mitarbeitern ermöglicht, in einer Vielzahl von Sprachen und über drei Kontinente hinweg an Konstruktionsprozessen zusammenzuarbeiten.
  • Kaeser Kompressoren, ein führender Hersteller und Lieferant von Druckluftlösungen, hat den Konstruktionsprozess für neue Produkte mit einer zentralisierten Lösung rationalisiert, die die Zusammenarbeit und Produktivität unterstützt.
  • Sartorius, ein internationaler Partner der biopharmazeutischen Forschung und der Life-Sciences-Branche, optimierte die Produktentwicklung mit einer einheitlichen Sicht auf alle Produktdaten, um Qualitätsmanagement und Effizienz zu verbessern.

Bewältigung der PLM-Herausforderungen

Derzeit geben weniger als die Hälfte der F&E-Führungskräfte an, dass sie Transparenz über den gesamten Prozess von der Entwicklung bis zur Auslieferung haben. Dies zeigt, dass PLM in vielen Unternehmen sein Potenzial als zentrale Datenquelle für Produktinformationen noch nicht ausgeschöpft hat.

 

Darüber hinaus hat die zunehmende Einführung von Industrie-4.0-Praktiken in der Fertigung zu einem exponentiellen Anstieg der Menge an verfügbaren Produkt- und Kundendaten geführt, was eine größere Transparenz über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg ermöglicht. Die gemeinsame Nutzung von Daten zwischen PLM-Entitäten könnte das Product Lifecycle Management optimieren, allerdings nur dann, wenn die Daten korrekt erfasst, analysiert und sicher verbreitet werden. Dies rückt den Bedarf an integrierter KI, maschinellem Lernen und Datenverschlüsselung verstärkt in den Fokus.

 

Schließlich fällt es vielen PLM-Befürwortern schwer, die Relevanz der Software über das Engineering hinaus zu vermitteln. In allen oben genannten Fällen wird die Investition in eine Lösung, die sich in bestehende Unternehmenssysteme integrieren lässt und über integrierte künstliche Intelligenz verfügt, den Nutzen und den Wert für das gesamte Unternehmen erhöhen.

Zukunft von PLM und Technologie

Für Unternehmen wird es immer wichtiger, schneller als ihre Konkurrenten auf den Markt zu kommen, Spitzenkräfte zu gewinnen und Produkte in höchster Qualität und unter Einsatz nachhaltiger Verfahren herzustellen. PLM kann dazu beitragen, diese Anforderungen mit kürzeren, sorgfältigeren Design- und Produktentwicklungszyklen zu erfüllen – aber nur, wenn Unternehmen in die dafür erforderlichen Technologien investieren.

  • Mit dem Internet der Dinge (IoT) sind immer mehr Objekte online. Entwickler und Konstrukteure erhalten so eine weitaus größere Transparenz über die Produkte vor Ort sowie die Möglichkeit, Produkte zu aktualisieren, die sich bereits in den Händen der Verbraucher befinden. Wie McKinsey hervorhebt, ermöglicht dies den Herstellern, während des gesamten Produktlebenszyklus immer wieder neuen Kundenwert zu schaffen.
  • Da das Thema Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung gewinnt, werden Unternehmen versuchen, ihre Produktentwicklungsprozesse durch mehr Umweltfreundlichkeit bei Design, Herstellung und Logistik zu modernisieren, um eine vollständige Nachhaltigkeit der Lieferkette zu erreichen. 
  • Wie andere Arten von Unternehmenssoftware werden auch PLM-Systeme zunehmend in der Cloud als Software-as-a-Service (SaaS) angeboten. Dadurch wird PLM für kleinere Unternehmen leichter zugänglich. Außerdem wird die Zusammenarbeit, die effektive Produktentwicklungsteams benötigen, weiter gefördert, obwohl die Belegschaft immer stärker verteilt ist. 
  • Digitale Zwillinge sind virtuelle Modelle eines Produkts, die über das Internet der Dinge mit ihrem physischen „Zwilling“ verbunden sind und in PLM-Systemen verwaltet werden. Das Konzept ist noch neu, aber digitale Zwillinge dürften den Herstellern in den kommenden Jahren erhebliche Kosteneinsparungen bringen. Laut IDC „werden bis 2023 65 % der globalen Hersteller Einsparungen von 10 % bei den Betriebskosten durch digitale Zwillinge in Prozessen, die durch IoT und maschinelles Lernen gesteuert werden, erzielen.“
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Häufig gestellte Fragen zu PLM

Unter Product Life Cycle versteht man den Produktlebenszyklus. Der Produktlebenszyklus bezieht sich auf jede Phase, die ein Produkt vom ersten Konzept bis zum Abgang durchläuft. Dazu gehören Ideenfindung, Design, Prototyping, Fertigung, Service und End-of-Life-Management. 

Ein PLM-Softwaresystem wird in der Fertigung verwendet, um ein Produkt und die zugehörigen Daten über alle Phasen des Produktlebenszyklus hinweg zu verwalten. Ein PLM-System wird zwar in erster Linie von Entwicklungs- und Konstruktionsteams genutzt, die mit CAD-Daten arbeiten, kann aber auch allen anderen Beteiligten Transparenz über den Produktentwicklungsprozess verschaffen.

PDM konzentriert sich nur auf die Erfassung und Pflege von Informationen über Produkte während ihrer Entwicklung und Nutzungsdauer, während PLM alle Aspekte des Produkts während seines Lebenszyklus verwalten kann.

Unter Produktentwicklungssoftware werden Lösungen verstanden, die bei der Entwicklung neuer Produkte helfen. Die Funktionen können Produkt-Roadmaps, Datenanalysen, Kommunikationstools, Aufgabenzuordnung und Fehlerverfolgung umfassen.

Product Lifecycle Management (PLM) ist der Prozess der Verwaltung des Lebenszyklus eines Produkts von der Entwicklung über die Konstruktion und Fertigung bis hin zum Verkauf, Service und schließlich Abgang. Als Technologie hilft PLM-Software Unternehmen bei der Entwicklung neuer Produkte und deren Markteinführung. Die Software erleichtert die Nachverfolgung und den Austausch von Daten entlang der gesamten Produktwertschöpfungskette, vom ersten Entwurf über die Fertigung, das Supply Chain Management und den Betrieb bis hin zur Anlageninstandhaltung.

Drei grundlegende Faktoren von PLM steuern die Arbeitsweise von Teams und die Vermögenswerte von Unternehmen, um zu wachsen und zu gedeihen: 

  1. Konsistenter, sicherer und kontrollierter Zugriff auf und Verwendung von Produktdefinitionsinformationen
  2. Umgang mit der Integrität der Produktdefinition und der während der Lebensdauer des Produkts bereitgestellten Informationen
  3. Management und Aufrechterhaltung der Geschäftsprozesse für die Erstellung, Verwaltung, Verbreitung, Türen und Nutzung der Informationen

Als Product Life Cycle Manager beschäftigen Sie sich mit den Herausforderungen der Supply Chain und sind in alle Aspekte des Lebenszyklus der Produkte eingebunden: vom Onboarding bis zur Verschrottung. Als Product Life Cycle Manager überwachen Sie die Kette und geben Einblick in die Verfügbarkeit und Bewegungen von Assets. Du behältst Trends im Auge und führst Analysen zu Asset Flow und Performance durch. 

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