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Zwei Kartons mit Nachhaltigkeitsaufklebern auf der Seite

Nachhaltige Logistik auf dem Vormarsch

Lieferung und Logistik sind naheliegende Wege zur Umsetzung grüner Maßnahmen. Technologie wird helfen, aber es stehen noch einige Hindernisse bevor.

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Sonnenkollektoren auf Kühl-Lkws. Das papierlose Lager. Nutzung präziser Echtzeitdaten, um die Umweltkosten der Zustellung aufgeschlüsselt nach Produkt und Fahrzeugroute zu ermitteln. Diese und andere Maßnahmen stehen im Mittelpunkt der Bemühungen von Supply-Chain-Verantwortlichen weltweit, die daran arbeiten, die Logistik nachhaltiger zu gestalten und die Umwelt weniger zu belasten.

Der Grund, warum diese Maßnahmen ganz oben auf der Agenda der Logistiker stehen: Nachhaltigkeit ist eine riesige Herausforderung. Die vom wachsenden Güterverkehr verursachten CO₂-Emissionen werden bis 2050 um 16 % zunehmen – trotz Verpflichtung seitens der Länder, sie zu senken (laut International Transport Forum). Wird hier nicht gegengesteuert, werden in den nächsten zehn Jahren weltweit Millionen von Liefer- und Paketzustellfahrzeugen in den Städten unterwegs sein, was zu Überlastung der Verkehrsinfrastruktur und einem entsprechenden Anstieg der Treibhausgasemissionen führen wird, wie das Weltwirtschaftsforum berichtet.

Das bedeutet: Die Suche nach Möglichkeiten, Logistik und Zustellung in der Lieferkette umweltverträglicher zu gestalten, drängt sich geradezu auf.

„Unternehmen interessieren sich zunehmend für die Nachhaltigkeit der Logistik“, sagt Josué Velázquez Martínez, Direktor des Labors für nachhaltige Lieferketten am MIT Center for Transportation and Logistics. Der Druck durch Vorschriften und Verbraucher ist größer geworden. „Die Unternehmen versuchen gerade, verschiedene Teile der Lieferkette genauer zu betrachten.“

Und die Unternehmen könnten vor der Notwendigkeit stehen, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Im Rahmen der geltenden Vorschriften geben viele Unternehmen zu wenig an oder nehmen die Emissionen aus ihren Lieferketten nicht in ihre Nachhaltigkeitsberichte auf, schreibt die New York Times. Bald könnten sie jedoch dazu gezwungen sein, weil die Logistik immer stärker ins Visier der Regulierungsbehörden rückt. In den Vereinigten Staaten erwägen die Regulierungsbehörden, börsennotierte Unternehmen zu verpflichten, Rechenschaft über die Emissionen entlang ihrer Lieferketten abzulegen. Auch die EU hat einen Richtlinienentwurf vorgelegt, der eine Verschärfung der Vorschriften für Nachhaltigkeitsberichte vorsieht.

Unternehmen legen immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit in der Logistik. Der Druck durch Vorschriften und Verbraucher ist größer geworden.
Josué Velázquez Martínez
MIT Center for Transportation and Logistics

Die Erwartungen der Verbraucher, gesetzliche Vorschriften und die Anforderungen des Marktes setzen die Unternehmensverantwortlichen unter Druck, ihren Einsatz für Nachhaltigkeit zu forcieren. Die Logistik- und Vertriebssysteme in der gesamten Lieferkette bieten sich für die Einführung neuer Standards an. Diese werden wesentlich dazu beitragen, Wettbewerbsvorteile zu schaffen, da die Unternehmen geringere Lieferkosten haben, weniger Energie und andere Ressourcen verbrauchen, eine bessere Kapitalrendite für ihre Investitionen (z. B. Lkw-Flotten) erzielen und bessere Liefermöglichkeiten finden. Hinzu kommt das wachsende Bewusstsein der Verbraucher für die Umweltbelastung von Warenlieferungen und ihre Bereitschaft, zum Schutz der Umwelt eine spätere Zustellung in Kauf zu nehmen.

Doch um eine nachhaltige Logistik zu erreichen, müssen wir die Transportwege optimieren, effizientere Lager bauen sowie Daten regelmäßiger und effektiver nutzen. Das sind keine leichten Aufgaben. Die Messung der Nachhaltigkeit erfolgt in mehreren Schritten, um den tatsächlichen CO2-Fußabdruck des Produkts zu ermitteln.

Der Bericht „The Sustainable Supply Chain Paradox“ von SAP und Oxford Economics ergab, dass Führungskräfte noch nicht genug über ihre Lieferketten wissen und Schwierigkeiten haben, sie nachhaltiger zu gestalten. Sie befinden sich noch in der Phase der Zielsetzung, nicht in der Phase der Zielumsetzung. Fast die Hälfte der Befragten gab an, dass Komplexität und Kosten die beiden größten Hindernisse sind, um ihre Unternehmen nachhaltiger zu machen.

Aber der zunehmende Druck motiviert Unternehmen, ihre gesamte Lieferkette transparenter zu gestalten und Null-Emissionen oder CO2-Neutralität zu erreichen, so Shimon Gowda, Manager für Supply Chain Design bei Chainalytics. „Immer mehr Unternehmen versuchen, ihren CO2-Fußabdruck in ihrem aktuellen Netzwerk zu messen“, sagt Gowda. „Die führenden Unternehmen der Branche versuchen, geeignete und präzise Kennzahlen zu entwickeln, mit denen sie Ihr aktuelles Szenario vergleichen können.“

Hand hält ein Tablet mit AR-Anwendung zur Überprüfung der Kommissionierzeit in einem Warenlager einer intelligenten Fabrik

Warum die Logistik ein wichtiges Ziel für die Nachhaltigkeit ist

Logistik ist ein komplexer Prozess. Sie umfasst den weltweiten Transport von Rohstoffen, Zwischenprodukten und Verpackungen in Produktionswerke sowie die Distribution der Produkte von ihrem Herstellungsort dorthin, wo sie verwendet werden. Das Transportwesen ist einer der Bereiche, in denen ein wichtiges Ziel darin besteht, die Emissionen auf null zu senken. Das schließt kürzere Wege und eine effizientere Nutzung der Transportmittel ein. So kommt es beispielsweise häufig vor, dass Lkws nach erfolgter Lieferung leer zurückfahren. (Solche Fahrten werden als „Leerfahrten“ oder „Leerkilometer“ bezeichnet.)

Nehmen wir den Transport in der Kühlkette: Für den Transport von Arzneimitteln, Obst und Gemüse, Molkereiprodukten, Fleischwaren und Getränken werden Kühltransporter benötigt. Das bedeutet, dass die Frachträume auf einer bestimmten Temperatur gehalten werden müssen – aber das kostet viel Energie und diese Energie wurde bisher mit Kraftstoff erzeugt.

Es gibt Unternehmen, die dazu beitragen, Kühlguttransporte per Lkw nachhaltiger zu gestalten, indem sie die Kühlung mit alternativen Energiequellen betreiben. eNow bringt beispielsweise Solarmodule auf den Dächern von Kühlaufliegern an. Und Coldtainer stellt tragbare Kühlboxen her.

Unternehmen arbeiten daran, Kühlguttransporte per Lkw nachhaltiger zu machen, indem sie für die Kühlung alternative Energiequellen nutzen.

Etablierte Unternehmen wie FedEx und DHL investieren in Flotten und Ausrüstung (wie z. B. E-Fahrzeuge), wie NPR berichtet. Aber wer sich nur auf neue Fahrzeuge konzentriert, verpasst wichtige Chancen, so Martínez.

„Ich stelle fest, dass der Schwerpunkt sehr stark auf der Fahrzeugtechnik liegt, was auf lange Sicht auch zielführend ist“, sagt er. „Aber bis dahin gibt es viel Potenzial, das die Unternehmen im Moment noch zu wenig ausschöpfen.“

LKW mit überdimensionalem Windkraftanlagenflügel

Für jeden Transportauftrag das richtige Fahrzeug

Dieses Potenzial umfasst Bereiche, die Martínez und andere untersuchen, wie z. B. Transportplanungssysteme, die Routen optimieren, Streckenlängen und Emissionen reduzieren und die Auswirkungen der Topografie auf die Lkw-Leistung analysieren.

Nicht, dass neue Fuhrparks per se eine schlechte Wahl wären, aber ein neuer Lkw ist ökologisch gesehen nicht unbedingt ein besserer Lkw. Untersuchungen des Sustainable Supply Chains Lab haben ergeben, dass die Kilometerleistung in der Praxis nur etwa die Hälfte der auf den Websites der Fahrzeughersteller angepriesenen Leistung beträgt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass sie ihre Lkws unter anderen Bedingungen getestet haben.

„Wahrscheinlich wird unter Bedingungen getestet, die stark vom Praxisbetrieb des Lkws abweichen, insbesondere was die letzte Meile angeht“, sagt Martínez.

Vergleichen Sie die Leistung eines Lkw, der mit 65 bis 80 km/h auf der Autobahn fährt und drei Lieferstopps einlegt, mit der Leistung desselben Lkw, wenn er in einer hügeligen Gegend mit 8 bis 16 km/h unterwegs ist und 20 Lieferstopps hat. Je nach Fahrzeug fällt die Leistung sehr unterschiedlich aus. Ältere Lkw schneiden auf Autobahnen in der Regel deutlich besser ab als neuere: Die Gruppe von Martínez fand in einer Studie mit dem mexikanischen Logistikunternehmen Coppel Beispiele für eine bis zu 15 % effizientere Kraftstoffnutzung. Darauf stießen sie, als sie die Durchschnittsgeschwindigkeit, die Längen der Streckenabschnitte (die Anzahl der Stopps auf einer bestimmten Strecke) und das topografische Profil heranzogen und die Regionen mittels maschinellem Lernen anhand dieser Merkmale klassifizierten – manche sind eher Wohngebiete, manche eher städtisch, wieder andere sind gemischt.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten [zu einem Kunden] sagen: „Wenn Sie bereit sind, zwei, drei, vier Tage länger zu warten, können Sie den ökologischen Fußabdruck um einen bestimmten Prozentsatz verringern.“
Josué Velázquez Martínez
MIT Center for Transportation and Logistics

Anhand der Analyse modellierte Martínez' Gruppe eine neue Einsatzverteilung der Fahrzeuge, sodass jedes Fahrzeug dort eingesetzt wurde, wo es am besten geeignet war. Daraus ergab sich eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs um 3 % – nicht wenig für Unternehmen, die jedes Jahr Millionen für Kraftstoff ausgeben. Ein auf derselben Studie basierendes Pilotprojekt, das einem Monat lang mit 10 Fahrzeugen lief, ergab eine Kraftstoffersparnis von 8 %.

„Man muss nicht gleich in neue Fahrzeuge investieren, sondern kann auch einfach deren Einsatz optimieren“, so Martínez. „Will man aber seinen Fuhrpark erneuern, muss man sicherstellen, dass die neuen Fahrzeuge in den erwarteten Gegenden eingesetzt werden, und dann die Fahrzeuge, die man im Betrieb behält, neu verteilen.“

Diese Ergebnisse zeigen, wie sich durch Kombination von Daten, Rechenkapazität und Algorithmen Transportabläufe verbessern lassen. Die Topografie ist wichtig, wird aber in der Regel nicht in die Umweltverträglichkeitsprüfung einbezogen, weil in der Regel die kürzesten und schnellsten Strecken priorisiert werden und eine solche Prüfung laut Martínez komplex ist. Aber sie ist sinnvoll, weil man unterschiedlich viel Energie braucht, wenn man bergauf oder bergab fährt.

„Die Verarbeitung dieser Daten bietet die große Gelegenheit, die GPS-Aufzeichnungen zu nutzen, um die Fakten genau zu erfassen und bessere Entscheidungen zu treffen“, sagt er. „Das verstehe ich unter dem Einbeziehen der Lieferkette, um sicherzustellen, dass Sie die Emissionen wirklich so weit wie möglich reduzieren und dennoch die Erwartungen Ihrer Kunden sowie Ihre Geschäftsziele erfüllen.“

Die Zustellung am selben Tag ist eine Herausforderung, weil sie zu vielen Fahrten in dieselben Stadtteile mit nicht immer voll beladenen Fahrzeugen führt, was die Emissionen steigen lässt. Das Sustainable Supply Chains Lab hat ein Experiment durchgeführt, um zu untersuchen, ob Verbraucher je nachdem, wie umweltbewusst sie sind und ob sie bereit sind zu warten, unterschiedliche Lieferoptionen wählen.

Das Experiment mit dem „grünen Knopf“ ergab, dass 52 % der Kunden ihre Lieferentscheidungen tatsächlich änderten, um die Umweltbelastung zu minimieren. Das Labor versuchte, dies dem Kunden auf unterschiedliche Weise zu verdeutlichen, beispielsweise durch die Reduzierung von CO2 und die Anzahl der geretteten Bäume. Als die Forscher das Beispiel von Bäumen heranzogen, stellten sie fest, dass die Menschen im Durchschnitt bereit waren, bis zu vier Tage länger auf ihre Lieferung zu warten – obwohl 70 % angaben , dies zu tun, taten es tatsächlich nur 52 %. Aber das ist immer noch mehr als die Hälfte, die diese Wahl getroffen haben.

„Es besteht die Möglichkeit, die Lieferkette für die Kunden transparent zu machen, sodass sie diese Informationen zum Zeitpunkt des Kaufs berücksichtigen können“, sagt Martínez. Aber das ist nicht so einfach. „Dies erfordert für jede Bestellung spezifische Emissionsdaten, die angezeigt werden, wenn ein Kunde einen Kauf tätigt, damit er genaue Informationen erhält und die Auswirkungen seiner Entscheidung nachvollziehen kann“, so Martínez. Dies erfordert umfangreiche Analysen und möglicherweise sogar eine Bestätigung durch Dritte, um die Informationen zu legitimieren – die Bereitstellung dieser Informationen wäre jedoch ein bedeutender Vorteil für Marken und ihre Umweltglaubwürdigkeit.

„Stellen Sie sich vor, Sie könnten [einem Kunden] mitteilen: ‚Wenn Sie bereit sind, zwei, drei, vier Tage länger zu warten, können Sie den ökologischen Fußabdruck um einen bestimmten Prozentsatz verringern. Damit leisten Sie einen konkreten Beitrag zum Umweltschutz‘“, sagt er.

Der Nutzen lokaler Lager für die Nachhaltigkeit

Die Lokalisierung von Lieferketten durch ein ausgewogenes Verhältnis von lokaler und entfernter Beschaffung und Fertigung ist eine weitere Möglichkeit zur Verbesserung der Nachhaltigkeit der Lieferkette. Die Lagerhaltung ist ein wichtiger Bestandteil davon – der Bau kleinerer Lager in der Nähe der Nachfrage würde Fahrtzeiten und Emissionen reduzieren. Lagerhäuser sind laut der U.S. Energy Information Administration heute der größte gewerbliche Gebäudetyp in den USA, und ihre Zahl nimmt weiter zu.

Für Lagerhäuser könnte vorgeschrieben werden, dass sie energieautark und CO2-neutral sein müssen. Alternative Energieerzeugung – wie eine Solaranlage auf dem Dach einer Lagerhalle – liegt nahe und wird in einigen Gegenden vorgeschrieben oder subventioniert. In Deutschland beispielsweise wird der Ausbau der Solarinfrastruktur finanziell gefördert. In den USA gibt es eine Vielzahl von Bundes- und staatlichen Fördermaßnahmen.

East Coast Warehouse in Elizabeth, New Jersey, betreibt auf seinem Lagerhaus eine der größten Solaranlagen im Nordosten der USA. Laut Kevin Daly, Chief Commercial Officer, hat das Unternehmen kürzlich weitere 4.900 Solarmodule mit hohem Wirkungsgrad installiert, die im Jahr 2020 mehr als zweieinhalb Gigawatt Solarstrom erzeugt haben. „Unsere Solaranlage hat unsere Erwartungen wirklich übertroffen“, sagt er.

Das Unternehmen expandiert nach Maryland und Georgia und prüft den Einsatz von Solartechnik in seinen dortigen Lagern. Daly meint, dass dies für diejenigen, die selbst Eigentümer der Gebäude sind, einfacher ist, zum einen, weil die Bauherren sich Sorgen um die Haftung machen, und zum anderen wegen des zusätzlichen Gewichts, das die Module für die Gebäude bedeuten. Abgesehen davon sei es eine Entscheidung, die vom ROI bestimmt wird – und der hängt oft von Subventionen ab, erklärt er weiter.

Wenn die wichtigsten und am schnellsten drehenden Artikel in den Lagern dort gelagert werden, wo sie schnell und einfach zugänglich sind, bedeutet dies, dass die Gabelstapler weniger Energie verbrauchen.

Daly erwartet, dass immer mehr Lager Solaranlagen und andere Formen regenerativer Energie nutzen werden. „Ich bin davon überzeugt, dass die Technologie mit der zunehmenden Optimierung noch effizienter und nutzbringender für alle werden wird“, ergänzt er.

Auch die internen Abläufe in den Lagern und bei der Auslieferung sind nachhaltiger geworden. East Coast Warehouse ist bei der Disposition auf Tablets und mobile Geräte umgestiegen und will so viel Papier wie möglich einsparen – und das in einer Branche mit einem traditionell hohen Papierverbrauch.

Durch die digitalen Lösungen können die Lkw-Fahrer im Fahrzeug bleiben und mit Tablets den ganzen Papierkram erledigen, einschließlich der Frachtbriefe, die direkt digital an die Empfänger gesendet werden können. Das spart nicht nur Papier, sondern erhöht auch die Transparenz. Die Zustellnachweise – mit Ort, Datum und Unterschrift – können in ein Transportmanagementsystem eingegeben und automatisch archiviert werden.

„Dieser Prozess, der viele Arbeitsstunden, manuelle Tätigkeiten wie Scannen und viel Papier erforderte, ist nun wesentlich einfacher geworden, wenn man es richtig angeht“, erklärt Daly.

Die Optimierung der Betriebsabläufe durch ein Lagerdesign ist laut Shimon Gowda von Chainalytics ein Thema, an dem immer mehr Unternehmen interessiert sind. Wenn man die grundlegenden Organisationsprinzipien beachtet und z. B. die wichtigsten und am schnellsten drehenden Artikel dort lagert, wo sie schnell und einfach zugänglich sind, hat das den Effekt, dass die Gabelstapler weniger Energie verbrauchen.

„Allein der Versuch, dies zu optimieren, kann wirklich viel bewirken, sogar in Bezug auf die Treibhausgase, weil Sie Ihre Abläufe wirklich straffen, d. h. versuchen, die vorhandenen Ressourcen bestmöglich zu nutzen“, so Gowda.

Erweiterung des Lagers um einen Recycling-Bereich

Shimon Gowda, Manager für Lieferketten-Design bei Chainalytics, sagt, dass es eine wachsende Zahl von Unternehmen gibt, die über Recyclinganlagen für Wellpappe in ihren Lagern verfügen, um Abfall zu reduzieren und Kartons aus den Abfallsystemen fernzuhalten. Verfügt ein Lagerhaus beispielsweise über eine Wellpappenanlage, kann Karton zu Schachteln recycelt werden, die den für bestimmte Produkte benötigten Größen und Formen entsprechen.

„Das regt wirklich dazu an, Verpackungsmaterialien wiederzuverwenden und zu versuchen, weniger zu verbrauchen“, sagt sie.

Ingenieure, die in einer Fabrik der Schwerindustrie an einem Computer arbeiten

Nachhaltige Logistik erfordert Daten

Wie immer lautet auch hier die Frage: „Wie gut sind Ihre Daten?“ Denn die Art und Weise, wie man bisher – gestützt auf historische Informationen und Annahmen – an Themen wie Lkw-Emissionen heranging, ist nicht mehr zeitgemäß.

Inzwischen gibt es Drittanbieter, die Tools zur Ermittlung der tatsächlichen CO2-Emissionen eines Lkw anhand realer Daten auf Betriebsebene anbieten. Diese Tools können Informationen über Dashboards bereitstellen, um ein strategischeres Denken und Handeln zu ermöglichen und so eine ganzheitlichere Lieferkette zu etablieren.

Ein weiteres großes Ziel für viele Marken und Hersteller ist die Fähigkeit, Emissionen nach Produkten aufzuschlüsseln – von der Entwicklung bis zur Außerbetriebnahme. Die Verbraucher wünschen diese Informationen, die ein wichtiges Differenzierungsmerkmal für die Marke sein können, wenn sie plausibel sind und gut kommuniziert werden (d. h. ohne unbelegte Behauptungen oder „Greenwashing“).

Gegenwärtig rückt zunehmend die Retourenlogistik in den Fokus, wie Gowda feststellt, weil Unternehmen jetzt mehr Analysen und Transparenz wollen, um die Umweltkosten des gesamten Produktlebenszyklus zu verstehen. Die Kunden von Chainalytics wollen jetzt Szenarien durchspielen, in denen statt der Kosten die Treibhausgase im Vordergrund stehen – ein Bereich, in dem ein digitaler Zwilling hilfreich ist.

„Ohne eine ausgereifte Plattform für digitale Zwillinge ist die Beantwortung solcher Fragen schwierig“, erklärt Gowda. „Aber wir sind auf jeden Fall weiter als noch vor zehn Jahren, denn wir sind jetzt wirklich in der Lage, die Auswirkungen unseres Handelns zu verstehen und mehr Lösungen zu entwickeln, um umweltfreundlichere Lieferketten zu schaffen.“

Wir sind wirklich in der Lage, die Auswirkungen unseres Handelns zu verstehen und mehr Lösungen zu entwickeln, um umweltfreundlichere Lieferketten zu schaffen.
Shimon Gowda, Managerin für Supply Chain Design bei Chainalytics

Die Optimierung von Angebots- und Bedarfsprognosen kann auch die Nachhaltigkeit verbessern, so Gowda. Entlang der gesamten Lieferkette hat jedes Unternehmen seine eigene Prognosemetrik. Aber wenn es einen Fehler in einem vorgelagerten Bereich gibt, wird dieser in nachgelagerten Bereichen wiederholt und verstärkt, sagt sie. Dies kann zu Überproduktion bei jedem Unternehmen in dieser Kette führen, und Überproduktion kann Abfall oder überschüssige Produkte bedeuten, die in Lagern liegen, nachdem sie um den Globus transportiert wurden. „Dies ist genau die Art von Szenario, die wir wirklich vermeiden wollen, wenn wir versuchen, uns auf eine nachhaltigere, klimaneutrale Umgebung zuzubewegen“, sagt sie.

Das Lieferkettenkonzept „gemeinsame Planung und Prognose des Nachschubs“ gewinnt zunehmend an Bedeutung. Es ist ein weiteres Beispiel, bei dem ein digitaler Zwilling eine Schlüsselrolle spielt, weil jeder in der Lieferkette die Datenübertragungen des anderen sehen kann. Ein Hersteller kann beispielsweise die Prognose des Endhändlers drei Monate im Voraus einsehen. Wenn es ein Problem gibt, wird es wahrscheinlich früher erkannt und behoben. „Das kann wirklich in Richtung Circular Economy führen, weil Sie mit Ihrem Konsum, Ihren Transfers und allem minimalistisch sind“, sagt sie.

In dem Maße, in dem sich die Unternehmen stärker auf die Ermittlung der tatsächlichen Umweltauswirkungen ihrer Lieferketten und Logistik konzentrieren, werden die Lieferprozesse schlanker und abfallärmer sein und weniger Emissionen verursachen. Und das schont die Umwelt und sorgt für zufriedene Kunden.

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