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Strategische Ziele
SAP sieht sich zu Beginn des Jahres 2005 gut positioniert. Gründe hierfür sind insbesondere die Rückkehr zu einem zweistelligen Wachstum im Softwareumsatz, der Ausbau der Marktstellung im Geschäftsjahr 2004 sowie die klare mittelfristige Lösungsstrategie.
Von besonderer Bedeutung für die mittelfristige Entwicklung der SAP ist die Umsetzung ihres Konzepts für künftige Unternehmensanwendungen, der Enterprise Services Architecture. Hier gilt es vor allem, SAP NetWeaver von einer Technologieplattform zu einer Geschäftsprozessplattform (Business Process Platform) weiterzuentwickeln. Eine solche Plattform kombiniert Infrastrukturtechnologie mit einem Portfolio von vorkonfigurierten Prozessbausteinen, die der Kunde an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann. So entsteht eine enge Verbindung zwischen Anwendungssoftware und technologischer Basis, die von Analysten von Forrester Research auch als „Applistructure“ bezeichnet wird.
Die Etablierung der Business Process Platform sowie von Anwendungen, die auf dieser Plattform basieren, eröffnet den SAP-Kunden die Möglichkeit, Prozesse und Arbeitsplätze einfacher umzugestalten und sogar um eigene Aspekte erweitern zu können. Für SAP bedeutet die Geschäftsprozessplattform zudem, dass sie durch intelligente Kombination und Konfiguration wieder verwendbarer Services schnell und effizient innovative Geschäftslösungen bauen kann. Außerdem kann das SAP-eigene Lösungsportfolio leichter um Produkte ergänzt werden, die andere unabhängige Softwareanbieter auf der Business Process Platform entwickeln. All diese Aspekte eröffnen für SAP die Chance auf neue Umsatzpotenziale und eine zunehmende Profitabilität.
Hierauf aufbauend hat SAP für 2005 vier strategische Prioritäten formuliert:
- das Wachstum des Unternehmens und hier insbesondere die Steigerung des Softwareumsatzes
- die Etablierung der SAP als ein führendes Unternehmen im Bereich Applistructure
- der Ausbau der derzeitigen Position als einer der führenden Anbieter von Lösungen für den Mittelstand
- die weitere Verbesserung der Effektivität und Effizienz der SAP-internen Abläufe, um zusätzlichen Spielraum für Investitionen zu eröffnen
SAP hat sich das Ziel gesetzt, die Enterprise Services Architecture bis 2007 vollständig umgesetzt zu haben. Bis dahin sollen alle SAP-Anwendungen auf die Business Process Platform umgestellt sein, wobei mySAP All-in-One bereits 2006 den Anfang machen soll. Auf dem Weg dahin ist das Jahr 2005 aus zwei Gründen sehr wichtig. Zum einen sollen die mySAP Business Suite und fast alle Branchenlösungen auf SAP NetWeaver ausgeliefert werden. Zum anderen soll die letzte Vorstufe der Business Process Platform für einige unabhängige Softwareanbieter als Betaversion freigegeben werden. Damit
will SAP testen, ob die Plattform für andere Softwarehersteller attraktiv ist, und Erfahrungen für die weitere Entwicklung sammeln. Es wird zudem darum gehen, die Kunden zu überzeugen, wie sie gerade bei Standardprozessen von der Plattform profitieren.
Operative Ziele: Wachstum und Investitionen
SAP hat sich für das Jahr 2005 das Ziel gesetzt, das zweistellige Wachstum des Vorjahrs im Softwarelizenzumsatz zu wiederholen und damit erneut Marktanteile zu gewinnen sowie stärker zu wachsen als der IT-Gesamtmarkt. Gleichzeitig soll 2005 ein Jahr der Investitionen werden. Hierdurch soll vor allem die Entwicklung der Business Process Platform und des Produktportfolios vorangetrieben, die Ausrichtung auf das Volumengeschäft fortgesetzt und der Vertrieb ausgebaut werden. Diese Investitionen sollen jedoch nicht zu einem Rückgang der Pro-forma-operativen-Marge führen. Konkret hat SAP zu Jahresbeginn folgenden Ausblick auf das Geschäftsjahr 2005 gegeben:
- SAP erwartet eine Steigerung des Softwarelizenzumsatzes in der Spanne von 10 bis 12 % gegenüber dem Vorjahr. Wachstumstreiber sollen dabei vor allem die Regionen Amerika und Asien/Pazifik sein.
- SAP geht von einem Anstieg der Pro-forma-operativen-Marge (vor aktienorientierten Vergütungen und akquisitionsbedingten Aufwendungen) in der Spanne von 0 bis 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr aus.
- SAP erwartet, dass das Pro-forma-Ergebnis je Aktie (vor aktienorientierten Vergütungen und akquisitionsbedingten Aufwendungen und Wertminderungen auf Minderheitsbeteiligungen) in der Spanne von 4,70 € und 4,80 € je Aktie liegen wird. Hierbei geht SAP von einer Steuerquote unter 36 % aus.
Der Ausblick basiert auf einem angenommenen US-Dollar/Euro-Wechselkurs von 1,30 US$ je 1 €. Zu den weiteren Prämissen dieser operativen Ziele gehören die Erwartung einer stabilen Konjunktur sowie die Annahme, dass das Kaufverhalten der Kunden im Rahmen der gewöhnlichen Saisonalität bleibt und somit das vierte Quartal wieder am umsatzstärksten wird.
Die für das Jahr 2005 geplanten Investitionen werden wie in den Vorjahren vor allem in einem Ausbau der Belegschaft bestehen, der entsprechend dem tatsächlichen Geschäftsverlauf erfolgen soll. Entwickelt sich das Jahr wie erwartet, soll die Gesamtmitarbeiterzahl um etwa 3.000 Vollzeitbeschäftigte steigen. Hiervon sollen etwa 20 % auf Deutschland entfallen, womit die SAP ihr Bekenntnis zum Standort Deutschland unterstreicht. Erneut will SAP einen signifikanten Teil der neuen Arbeitsplätze in Indien und China aufbauen, ohne jedoch dafür im Gegenzug an anderen Standorten Personal abzubauen.
Die Liquidität soll gestärkt werden, um für höhere Investitionen, Akquisitionen und Aktienrückkäufe gewappnet zu sein.
Auch mittelfristig erwartet die SAP eine positive Geschäftsentwicklung, wobei sie nach wie vor auf organisches Wachstum setzt, das durch ausgewählte kleinere Akquisitionen ergänzt werden soll. Durch neue Anwender und neue Lösungen, Lizenzzahlungen von Kunden und Partnern, die die Business Process Platform einsetzen, sowie durch die Integration von ergänzenden Akquisitionen soll in den kommenden drei Jahren zusätzlicher Umsatz generiert werden. Dieser Umsatzzuwachs sowie eine höhere Produktivität in der Softwareentwicklung und -wartung sollen dazu beitragen, dass die Proforma- operative-Marge weiter wächst und im Jahr 2007 über 30 % liegt. |