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Interne Richtlinien und Verfahren zum Risikomanagement
Die SAP verfügt über ein Risikomanagement-System, das sowohl die frühzeitige Erkennung und Analyse von Risiken als auch die Ergreifung entsprechender Maßnahmen ermöglicht. Dieses System ist unternehmensweit implementiert und umfasst eine Vielzahl von Kontrollmechanismen, wie die Erfassung, Überwachung und Steuerung der internen Unternehmensprozesse und Geschäftsrisiken, diverse Management- und Kontrollsysteme sowie einen konzernweit einheitlichen Planungsprozess. SAP hat Standarddokumentationen über die zentralen Geschäftsprozesse der SAP AG und aller wichtigen Tochterunternehmen erstellt, die durch die Konzernrevision (Global Internal Audit Services) sowie von Prozessexperten fortwährend beurteilt und getestet werden. Dabei stehen Gesichtspunkte wie die Entschärfung typischer, solchen Prozessen inhärenter Risiken im Sinne der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen im Vordergrund. Auch der bereits 2003 formulierte, konzernweit gültige Verhaltenskodex für Mitarbeiter (Code of Business Conduct) sowie die Zusammenarbeit von Aufsichtsrat und Vorstand auf der Überwachungs- und Kontrollebene sind Bestandteil dieses Systems. Anfang 2003 wurde neben einem unternehmensweiten Expertennetzwerk zum Risikomanagement auch eine speziell für diesen Aufgabenbereich zuständige zentrale Abteilung für konzernweites Risikomanagement (Corporate Risk Management) ins Leben gerufen, deren Aufgabe darin besteht, die verschiedenen, im Unternehmen bereits vorhandenen Risikomanagement-Prozesse auf der Grundlage einer konzernweit einheitlichen Methodologie zu koordinieren, zu standardisieren und zu optimieren. Im Rahmen des Enterprise-Risk-Management-Programms der SAP werden verschiedene Geschäftsaktivitäten anhand der vordefinierten Risikokategorien eines konzernweit einheitlichen Risikokatalogs beurteilt: angefangen bei Softwareentwicklungsprogrammen, Kundenimplementierungsprojekten oder internen IT-Systemimplementierungen, bis hin zu verschiedenen Aktivitäten auf Konzernleitungsebene wie zum Beispiel anstehende Unternehmensakquisitionen. Durch das Enterprise-Risk-Management-Programm ermittelte und
verfolgte signifikante Unternehmensrisiken werden im Folgenden
unter der Risikokategorie aufgeführt, der sie der Struktur des internen Risikomanagement-Berichtssystems von SAP zufolge zuzuordnen sind.
Ökonomische Risiken
- Die Implementierung von SAP-Softwareprodukten ist für viele Kunden mit der Investition eines beträchtlichen Teils ihres Budgets verbunden. Bei einer längerfristig gesamtwirtschaftlich angespannten Situation kann sich sowohl die generelle Investitionsbereitschaft beim Kauf und bei der Implementierung von SAP-Produkten verringern als auch die zeitliche Planung solcher Investitionen verzögern. Eine zögerliche oder schwache Belebung der Wirtschaft und andere Schwierigkeiten auf den für SAP relevanten europäischen, amerikanischen und asiatischen Märkten können daher negative Auswirkungen auf die Geschäfte und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SAP haben.
- Auf eventuelle weitere Terrorangriffe, wie in den Vereinigten Staaten oder Spanien, oder Kriege, wie der Konflikt im Irak, können politische, ökonomische und sonstige Unsicherheiten folgen, die die Weltwirtschaft beeinträchtigen und die Investitionsentscheidungen der SAP sowie die Investitionsbereitschaft ihrer Kunden nachhaltig beeinträchtigen.
- Die Produkte und Dienstleistungen der SAP werden gegenwärtig weltweit in mehr als 120 Ländern vermarktet. Die Geschäftstätigkeit in diesen Ländern ist mit den für internationale Geschäfte üblichen Risiken verbunden. Dazu zählen insbesondere die allgemeine wirtschaftliche oder politische Situation der einzelnen Länder, das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Steuersysteme sowie gesetzliche Hürden wie Ein- und Ausfuhrbeschränkungen, Rechtsvorschriften für die Nutzung des Internets oder Richtlinien über die Entwicklung oder Bereitstellung von Software und/oder Dienstleistungen.
Marktrisiken
- Der gesamte IT-Sektor, einschließlich der Softwarebranche, durchlebt gegenwärtig infolge von Unternehmenszusammenschlüssen eine Phase der Konsolidierung. Hiervon sind auch größere Unternehmen betroffen, wie unlängst die Übernahme von PeopleSoft durch Oracle gezeigt hat. Großunternehmen wie IBM und Microsoft versuchen weiter, in den Kernmarkt der SAP vorzudringen, und stellen damit für die SAP eine wachsende Konkurrenz dar. Mögliche Folgen für SAP sind Umsatzverzögerungen auf Grund der Unsicherheit der Kunden und ein erheblich verschärfter Wettbewerb durch neue oder stärkere Mitbewerber.
- Konkurrenten der SAP arbeiten derzeit untereinander oder mit Drittanbietern zusammen oder könnten solche Kooperationsbeziehungen in Zukunft aufbauen, um ihre Produkte auf die Anforderungen der Kunden abzustimmen. Darüber hinaus ist die SAP der Überzeugung, dass der Wettbewerb sich infolge der Konsolidierung sowohl unter potenziellen SAP-Kunden als auch unter den Konkurrenten von SAP weiter verstärken wird. Möglicherweise werden hieraus neue Bündnisse zwischen Konkurrenten entstehen, die binnen kurzer Zeit Marktanteile zulasten der SAP gewinnen.
- Die aktuelle Tendenz zur Ausgliederung von Geschäftsprozessen (Business Process Outsourcing – BPO) und der damit verbundene Markteintritt von Systemintegratoren, Beratungsfirmen, Telekommunikationsfirmen, Anbietern von Computerhardware und anderen IT-Dienstleistern kann zu einer Verstärkung des Wettbewerbs führen. Möglicherweise gelingt es der SAP nicht, bei den Kunden den Wert der SAP-Lösungen herauszustellen und ein attraktives Geschäftsmodell zu entwickeln. Der Eindruck der Wertschöpfung durch SAP-Produkte kann bei den Endbenutzerkunden in dem Maße schwinden, in dem BPO-Anbieter ihre Dienstleistungen mit SAP-Anwendungen bündeln. Da der Großteil der durch SAP erzielten Erlöse gegenwärtig aus Lizenzverträgen stammt, die direkt mit Endbenutzerkunden abgeschlossen werden, kann sich ein verstärkter Trend zur Auslagerung von Geschäftsprozessen negativ auf die Umsatzerlöse, die Erträge und das Betriebsergebnis der SAP auswirken. Darüber hinaus kann die Bereitstellung von Anwendungen durch Application Service Provider zu einem Preisdruck bei SAP-Produkten führen oder den Verkauf von SAP-Produkten anderweitig negativ beeinflussen.
- Einen erheblichen Anteil ihrer Umsatzerlöse generiert die SAP aus ihrer großen Bestandskundenbasis. Wenn Bestandskunden sich entscheiden, ihre Wartungsverträge nicht zu verlängern, keine neuen Lizenz- oder sonstigen Verträge für weitere Produkte oder Dienstleistungen abschließen oder den Umfang ihrer Wartungsverträge herunterstufen, kann das Betriebsergebnis der SAP dadurch signifikant beeinträchtigt werden.
Risiken der strategischen Planung
- Die SAP hat mit zahlreichen führenden Anbietern von Computersoftware und
-hardware sowie Technologiedienstleistern Kooperationsabkommen abgeschlossen und auf diese Weise die Kompatibilität bestimmter Produkte dieser Hersteller mit den SAP-Produkten sichergestellt. Über Partnerschaften mit Drittanbietern von Hardware und Software, Systemintegratoren und Beratungsunternehmen hat die SAP auch ihr Dienstleistungsangebot ausgebaut. Die meisten dieser Vereinbarungen und Bündnisse sind relativ kurz befristet und nicht exklusiv. Außerdem hat die SAP Beziehungen für den Weiterverkauf bestimmter SAP-Softwareprodukte durch Drittanbieter aufgebaut. Diese Drittanbieter und Geschäftspartner unterhalten größtenteils ähnliche Vereinbarungen mit Konkurrenten der SAP und sind teilweise auch selbst Konkurrenten der SAP. Es kann nicht garantiert werden, dass sie die Zusammenarbeit mit der SAP bei Auslaufen der Vereinbarungen oder Partnerschaften fortsetzen. Darüber hinaus besteht trotz entsprechender Zertifizierungsmaßnahmen der SAP stets ein Restrisiko, dass diese Drittanbieter oder Partner keine qualitativ hochwertigen Produkte und Dienstleistungen liefern. Hierdurch kann die Nachfrage für SAP-Softwareprodukte beeinträchtigt werden.
Personalwirtschaftliche Risiken
- Wenn Führungskräfte oder andere qualifizierte Mitarbeiter die SAP verlassen und kein entsprechender Ersatz für diese Personen gefunden werden kann, können die Geschäfte der SAP beeinträchtigt werden. Vor allem im Rahmen der Zielsetzung, neue und innovative Technologien, wie die Technologieplattform SAP NetWeaver, für unseren Kundenstamm einzuführen, ist die SAP auf die Einstellung und den Erhalt einer qualifizierten Belegschaft mit umfassenden Kenntnissen im technologischen Bereich angewiesen. Die Arbeitsverträge der meisten Angestellten der SAP enthalten derzeit keine Wettbewerbsklausel für den Fall der Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit SAP und bieten den meisten Angestellten außerhalb Deutschlands relativ kurze Kündigungsfristen. Arbeitskräfte bilden die Grundlage für die Entwicklung und Vermarktung neuer und erweiterter Produkte, die Vermarktung und Bereitstellung von Dienstleistungen für vorhandene Produkte und die erfolgreiche Führung der Geschäftsabläufe der SAP. Vor dem Hintergrund einer langsamen Erholung der Weltwirtschaft und eines damit wieder einsetzenden verstärkten Wettbewerbs um hoch qualifizierte Arbeitskräfte in der IT-Branche kann es trotz der in verschiedenen Umfragen bestätigten Attraktivität der SAP als Arbeitgeber keine Garantie dafür geben, dass die SAP langfristig in der Lage sein wird, ihre entscheidenden Leistungsträger an sich zu binden.
- SAP blickt auf eine Geschichte rapiden Wachstums zurück. Ein weiteres Wachstum der SAP unter Einhaltung der selbst gesteckten Profitabilitätsziele wird in Zukunft nur auf der Grundlage eines effizienten Wachstumsmanagements gesichert werden können, das unter anderem einen beschleunigten Aufbau neuer Ressourcen in Niedriglohnländern wie Indien oder China vorsieht. Es gibt jedoch keine Gewähr dafür, dass dies nachhaltig gelingt, vor allem falls die SAP den Bedarf an Arbeitskräften in Niedriglohnländern auf Grund des dort zunehmenden Wettbewerbs um Arbeitskräfte nicht decken kann.
Organisations- und Governance-Risiken
- Als in Deutschland ansässige und an der US-amerikanischen Börse notierte Aktiengesellschaft unterliegt SAP den Rechtsvorschriften zur Unternehmensführung sowohl des deutschen als auch des US-amerikanischen Rechtssystems. Die beiden Rechtsordnungen setzen diesbezüglich international führende Maßstäbe; die geltenden Bestimmungen wurden in den vergangenen Jahren noch maßgeblich verschärft. SAP unterstützt die Ziele dieser Gesetze in vollem Maße und ist der Überzeugung, gründliche und detaillierte Maßnahmen zur Umsetzung der Vorschriften ergriffen zu haben. Da es sich dabei um komplexe und stark differenzierte Rechtsvorschriften handelt, kann es jedoch keine Gewähr dafür geben, dass es trotz größter Bemühungen von Seiten der SAP in keinem Fall, zum Beispiel durch betrügerisches oder nachlässiges Verhalten einzelner Angestellter, zu Mängeln bei der Einhaltung bestimmter Vorschriften kommt. Diesbezügliche berechtigte oder unberechtigte Anschuldigungen gegen SAP können sich in erheblichem Maße negativ auf das Ansehen der SAP auswirken.
Kommunikations- und Informationsrisiken
- SAP hat eine Reihe von Sicherheitsstandards eingeführt, mit deren Hilfe gewährleistet werden soll, dass interne, vertrauliche Mitteilungen und Informationen zu brisanten Themen, beispielsweise über künftige Strategien, Technologien und Produkte, nicht fälschlicherweise oder verfrüht an die Öffentlichkeit getragen werden. Dennoch gibt es keine Garantien dafür, dass die eingeführten Schutzmechanismen in jedem Fall greifen. Die Marktposition von SAP könnte beispielsweise durch die Veröffentlichung vertraulicher Informationen über die künftige Ausrichtung der Produktentwicklung maßgeblich gefährdet werden.
Finanzrisiken
- Die Erlöse der SAP im Allgemeinen und Softwareerlöse im Besonderen sind aus verschiedenen Gründen schwer zu prognostizieren. Gründe sind beispielsweise die relativ langen Vertriebszyklen für SAP-Produkte, die zeitliche Planung der Markteinführung neuer oder erweiterter Produkte der SAP oder ihrer Mitbewerber, eventuelle Verzögerungen bei Kundenimplementierungen von SAP-Softwareprodukten, Budgetänderungen beim Kunden, die Saisonabhängigkeit des Erwerbs von Technologieprodukten durch die Kunden und viele andere ökonomische oder marktspezifische Bedingungen. Da ein Großteil der Ausgaben der SAP kurzfristig relativ stabil bleibt, kann das Ausbleiben erwarteter Umsätze zu beträchtlichen quartalsweisen Schwankungen beim Betriebsergebnis führen.
- Seit dem 1. Januar 1999 ist der Euro die Bilanz- und Konzernwährung der SAP. Ein beträchtlicher Teil der Geschäfte wird jedoch in anderen Währungen abgewickelt. Infolgedessen können die periodischen Schwankungen des Durchschnittskurses einzelner Währungen sich erheblich auf die Umsatzerlöse und das Betriebsergebnis auswirken. Die Aufwertung des Euro im Verhältnis zu einer anderen Währung wirkt sich dabei im Allgemeinen negativ, eine Abwertung des Euro positiv aus. SAP überwacht potenzielle Währungsschwankungsrisiken kontinuierlich und verfolgt im Rahmen von Devisengeschäften eine konzernweite Risikomanagement-Strategie. SAP konnte sich in der Vergangenheit mithilfe entsprechender Finanzinstrumente gegen diese Risiken in gewissem Umfang absichern und geht davon aus, die Absicherung auch künftig zumindest teilweise gewährleisten zu können. Für das Greifen der bestehenden Absicherungsmaßnahmen kann es jedoch keine vollständige Garantie geben.
- Schwankungen und Rückgänge im Lizenzgeschäft können sich in der Gegenwart und Zukunft auf Service- und Wartungserlöse auswirken, die in der Regel der Entwicklung der Lizenzumsätze in zeitlichem Abstand folgen. Jedes Absinken des prozentualen Anteils der Softwarelizenzumsätze am Gesamterlös kann sich daher negativ auf die Geschäfte und damit auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SAP auswirken.
- Zum Ausgleich der Aufwendungen des aktienbasierten Vergütungsprogramms STAR setzt die SAP derivative Instrumente ein. Es ist jedoch nicht garantiert, dass die Vorteile, die aus der Absicherung des STAR-Plans resultieren, größer sind als die anfallenden Kosten.
Projektrisiken
- Die Implementierung von SAP-Software ist häufig mit der Bereitstellung beträchtlicher Ressourcen seitens des Kunden verbunden und unterliegt einer Vielzahl von Risiken, auf die SAP teilweise keinen Einfluss hat. Langwierige Installationsprozesse, Engpässe bei der Verfügbarkeit qualifizierter Berater oder über vereinbarte Festpreise für die Installation hinaus anfallende Projektkosten und damit verbundene Kundenregressforderungen und Imageschäden für die SAP können nicht ausgeschlossen werden.
Produktrisiken
- Um neue und erweiterte Produkte zur vollen Zufriedenheit der Kunden zu entwickeln, sind teilweise lange Entwicklungs- und Testzeiten erforderlich. Diese können die geplante Markteinführung verzögern. Die ersten Lizenzen für ein Release werden im Allgemeinen erst nach Abschluss einer umfangreichen internen Validierung verkauft. Neue Produkte oder Produkterweiterungen können beim ersten Release dennoch nicht erkannte Fehler enthalten. Deshalb unternimmt SAP im ersten Jahr nach der Markteinführung neuer Software-Releases Anstrengungen, die aufgetretenen Mängel in enger Kooperation mit den ersten Käufern des Produkts zu beheben. Es besteht dennoch keine Gewähr, dass alle Mängel stets zur Zufriedenheit des Kunden behoben werden können. Aus diesem Grund können Kunden in einigen Fällen Ansprüche auf Rückerstattung geleisteter Beträge, Schadenersatz, Austausch des Softwareprodukts oder sonstige Zugeständnisse erheben. Das Risiko möglicher Fehler und ihrer negativenFolgeerscheinungen erhöht sich naturgemäß, wenn SAP wie derzeit mit der Markteinführung diverser neuer Softwareprodukte zur selben Zeit befasst ist. Solche Vorfälle können sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf das Ansehen der SAP auswirken.
- SAP-Softwareprodukte werden zunehmend in einem Umfeld von Software und Hardware verschiedener anderer Hersteller sowie im Rahmen von Anwendungen und Prozessen eingesetzt, die für die Geschäftsabläufe beim Kunden von zentraler Bedeutung sind. Hierdurch sowie durch die zunehmende Komplexität der SAP-Softwareprodukte erhöht sich das Risiko für Haftungs- oder Erfüllungsansprüche und sonstige Forderungen gegenüber SAP bei tatsächlichen oder angeblichen Mängeln von SAP-Softwareprodukten und
-Dienstleistungen.
- Darüber hinaus sind im Lieferumfang von SAP-Produkten Funktionen enthalten, die den Schutz und die Sicherheit der Kundendaten gewährleisten sollen. Ungeachtet dieser Sicherheitsfunktionen können der unbefugte Zugriff auf SAP-Produkte und andere durch Internetbenutzer verursachte Probleme, wie der Missbrauch vertraulicher Informationen durch Hacker, denen es gelingt, die Kunden-Firewall zu umgehen, nicht ausgeschlossen werden. Angriffe dieser Art und ähnliche Störungen können die Sicherheit der von SAP-Kunden gespeicherten und übertragenen Daten gefährden und im Schadensfall zu Regressforderungen gegenüber SAP führen.
- Die Vertragstexte der SAP enthalten in der Regel Bestimmungen, die darauf ausgerichtet sind, Gewährleistungsrisiken für SAP zu begrenzen. Diese Bestimmungen können jedoch weder alle Eventualitäten abdecken noch kann ihre Gültigkeit im Rahmen der jeweils geltenden Rechtsordnung stets zweifelsfrei sichergestellt werden. Die Abwehr entsprechender Forderungen kann unabhängig von ihrer Berechtigung beträchtliche Kosten verursachen. Darüber hinaus beeinflussen begründete ebenso wie unbegründete Klagen auch die Meinung der Öffentlichkeit und können sich auf diese Weise negativ auf die Nachfrage nach SAP-Softwareprodukten auswirken.
- Die SAP hat zahlreiche Drittanbieter-Technologien lizenziert und in Produkte ihres Portfolios integriert. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Lizenzen für einzelne dieser Drittanbieter-Technologien nicht entgegen den Interessen der SAP beendet werden oder dass die SAP auch künftig in der Lage ist, die für ihre Produkte erforderlichen Lizenzen für Drittanbieter-Software zu erhalten. Dies könnte zu kurzfristigen Substitutionsproblemen und zu erhöhten Entwicklungsaufwendungen der SAP führen.
- 2003 kündigte die SAP die Einführung ihrer neuen internetbasierten Technologieplattform SAP NetWeaver an. Ein wesentlicher Bestandteil der SAP-Strategie, die SAP NetWeaver auf dem Markt zum Durchbruch verhelfen soll, besteht darin, die Plattform zertifizierten Drittanbietern als Entwicklungsgrundlage für eigene Anwendungen anzubieten. Wenn dies nicht gelingt, könnte der angestrebte Durchbruch von SAP NetWeaver auf dem Markt verhindert werden. Es besteht auch das Risiko, dass die Mängel minderwertiger von Drittanbietern entwickelter Lösungen auf die SAP zurückfallen, das Ansehen der SAP schädigen und sich auf indirektem Wege negativ auf ihre Geschäfte auswirken. Außerdem können bei SAP NetWeaver wie bei der Einführung jedes anderen neuen Produkts Fehler auftreten, zu deren Behebung beträchtliche Ressourcen erforderlich werden. Darüber hinaus kann die erhöhte Flexibilität von SAP NetWeaver, die die Verwendung von Daten ohne Bezug zu SAP-Software ermöglichen soll, genau wie bei anderen offenen Plattformen eine rückläufige Entwicklung der Kundennachfrage für bestimmte andere SAP-Softwareprodukte nach sich ziehen.
Sonstige Betriebsrisiken
- Die SAP schützt ihr geistiges Eigentum mit zahlreichen Maßnahmen. Dazu gehören die Abmahnung von Urheberrechts- und Markenverletzungen, die Anmeldung von Patenten und Marken, der Abschluss von Lizenz- und Vertraulichkeitsvereinbarungen sowie technische Vorkehrungen gegen Missbrauch Dritter. Es lässt sich jedoch nicht garantieren, dass diese Maßnahmen vollständigen Schutz bieten. So gewährleisten beispielsweise die Rechtsordnungen einer Reihe von Ländern, in denen die SAP ihre Softwareprodukte vertreibt, kein Schutzniveau, das mit dem Urheberrechtsschutz in den USA bzw. in Deutschland vergleichbar ist.
- Die SAP ist im Rahmen ihres Patentprogramms bereits im Besitz von Patenten und hat diverse Patente für Erfindungen, die sie für sich beansprucht, angemeldet. Dennoch gibt es keine Garantie dafür, dass die SAP künftig nicht durch die Patente Dritter von der Nutzung bestimmter Technologien für ihre Produkte ausgeschlossen wird bzw. dass die SAP zur Nutzung dieser Technologien ungünstige Lizenzvereinbarungen eingehen oder hohe Lizenzgebühren zahlen muss. Obwohl SAP sich keiner Verletzung der Urheberrechte Dritter bewusst ist, können Dritte SAP auf die Verletzung von Rechten an geistigem Eigentum verklagen. Die SAP geht
davon aus, zunehmend solchen Klagen ausgesetzt zu werden.
Darüber hinaus bettet die SAP in bestimmten Fällen „Open Source“-Softwarekomponenten in ihre Lösungen ein. Der Einsatz solcher Komponenten wurde von SAP durch die Implementierung strikter Genehmigungsprozesse, die unter anderem die eingehende Prüfung entsprechender Lizenzbedingungen umfassen, abgesichert. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass ein Drittanbieter im Zuge der Geltendmachung von Patentrechten, Urheberrechten oder Geschäftsgeheimnissen behauptet, dass Produkte der SAP oder der Einsatz von Drittanbietersoftware, wie „Open Source“-Software, im Rahmen von SAP-Produkten eine Verletzung dieser Rechte darstellen. Die rechtliche Auseinandersetzung mit begründeten oder unbegründeten Ansprüchen dieser Art kann für SAP zu einem hohen Zeitaufwand, kostenintensiven Gerichtsverfahren oder Verzögerungen bei der Auslieferung von Produkten führen; sie kann auch zur Folge haben, dass der Vertrieb von SAP-Produkten einer gerichtlichen einstweiligen Verfügung ausgesetzt wird, wichtige Produkte umfassend oder teilweise neu entwickelt werden müssen oder dass SAP Lizenzvereinbarungen eingehen und entsprechende Lizenzgebühren zahlen muss. Es kann sogar sein, dass solche Lizenzvereinbarungen nicht zu Bedingungen abgeschlossen werden können, die für SAP akzeptabel sind.
- Zur Absicherung des Versands vertraulicher Informationen über das Internet verwendet SAP Verschlüsselungs- und Authentifizierungstechnologien und Firewalls. Bei Umgehung dieser Sicherheitsmaßnahmen besteht die Gefahr, dass vertrauliche Informationen widerrechtlich verwendet werden oder Geschäftsprozesse von SAP unterbrochen werden. Die Systeme der SAP sowie ihrer Kunden oder Lieferanten können von Computerviren befallen werden. Dadurch kann das SAP-Netzwerk oder der Zugriff auf dieses Netzwerk für Kunden oder Lieferanten unterbrochen werden. Infolge solcher Sicherheitsverletzungen kann SAP umfassend geschädigt werden. Darüber hinaus kann die SAP zur Verhinderung von Sicherheitsverletzungen, bei Problemen durch Sicherheitsverletzungen oder bei sonstigen außerplanmäßigen Ausfällen des IT-Systems der SAP zu hohen Investitionen gezwungen sein.
- Zum Ausbau ihres Geschäfts hat die SAP in der Vergangenheit sowohl Unternehmen als auch Produkte und Technologien zugekauft. Derartige Erwerbe sind auch für die Zukunft geplant. Hierbei setzt SAP insbesondere auf die Übernahme kleiner bis mittelgroßer Unternehmen. Zu den für derartige Transaktionen typischen Risiken gehören Probleme bei der Integration des übernommenen Unternehmens und der betreffenden Technologien oder Produkte in vorhandene
Technologien und Produkte der SAP, eine mögliche Unterbrechung der laufenden Geschäftstätigkeit, Probleme beim Erhalt wichtiger Fach- und Führungskräfte, die unwissentliche Übernahme wesentlicher Verpflichtungen des übernommenen Unternehmens, mögliche negative Auswirkungen auf die Beziehungen zu Partnerunternehmen, Drittanbietern von Produkten oder Technologien oder zu Kunden sowie gesetzliche und hier insbesondere kartellrechtliche Beschränkungen. SAP ist unter Umständen nicht in der Lage, diesen Risiken oder anderen bei solchen Transaktionen auftretenden Problemen zu begegnen. Aus diesem Grund ist es möglich, dass sich der beabsichtigte Nutzen der abgeschlossenen Übernahmen nicht einstellt.
- SAP hat sich in der Vergangenheit an Technologieunternehmen beteiligt, und plant diese Aktivitäten auch in der Zukunft fortzusetzen. Gegenwärtig arbeiten viele dieser Unternehmen noch mit Verlusten und benötigen Kapitalzuführungen durch ihre Investoren. Änderungen des geplanten Geschäftsverlaufs dieser Beteiligungsunternehmen können sich daher bei notwendigen Nachfinanzierungen durch SAP negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SAP auswirken oder die Möglichkeiten eines späteren lukrativen Verkaufs der Beteiligungen beeinträchtigen. Darüber hinaus sind Verluste aus Unternehmensbeteiligungen nach deutschem Steuerrecht nicht steuerlich absetzbar, woraus sich negative Auswirkungen auf die Steuerquote der SAP ergeben können.
- Die SAP hat Versicherungsprogramme zum Schutz gegen diverse Haftungsrisiken abgeschlossen. Der Umfang des Versicherungsschutzes wird fortwährend überprüft und bei Bedarf modifiziert. Durch die Aufrechterhaltung dieses Versicherungsschutzes sollen die finanziellen Auswirkungen von versicherbaren Risiken ausgeschlossen oder eingegrenzt werden. Trotz der ergriffenen Versicherungsmaßnahmen können gegenüber SAP erhobene Ansprüche im Einzelfall nicht durch den Versicherungsschutz abgedeckt sein und damit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der SAP beeinträchtigen. Darüber hinaus kann ein adäquater Versicherungsschutz je nach Lage am Versicherungsmarkt nicht verfügbar sein.
Nach Überzeugung der SAP weisen die vorstehend identifizierten Risiken weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit bestandsgefährdenden Charakter auf. Die SAP ist vielmehr zuversichtlich, den sich aus ihnen ergebenden Herausforderungen auf Grundlage ihrer führenden Stellung im Markt, ihrer technologischen Innovationskraft, ihrer engagierten Mitarbeiter sowie ihrer strukturierten Prozesse zur Risikofrüherkennung auch im Jahr 2005 erfolgreich begegnen zu können.
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