Zurück zu: Startseite arrow Unsere Ergebnisse arrow Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

Weltwirtschaftliche Entwicklung

Die Entwicklung der Weltwirtschaft im Verlauf des Jahres 2008 war geprägt von der globalen Finanzmarktkrise. Deren Auswirkungen auf den gesamten monetären Sektor und die Realwirtschaft zeigten sich in einem spürbaren Preisdruck bei Rohstoffen und zahlreichen Investitionsgütern, einem scharfen Kursrückgang bei den meisten Wertpapieren, einem – teils sehr deutlichen – Verfall der Immobilienpreise, einer wachsenden Unsicherheit bei den Marktteilnehmern und schließlich einem spürbaren Nachfragerückgang, besonders ausgeprägt im Automobilsektor. All dies führte in der Konsequenz zu einer signifikanten Eintrübung der Konjunkturaussichten und einer entsprechenden Erwartungskorrektur bei Unternehmen und Konsumenten. Auch zum Jahresende 2008 wieder sinkende Rohstoffpreise konnten die Stimmung an den Märkten insgesamt nicht entscheidend verbessern.

Vor diesem Hintergrund ging der Internationale Währungsfonds (IWF) im Januar 2009 davon aus, dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP), also der Wert aller weltweit erstellten Güter und Dienstleistungen, im Jahr 2008 nur um 3,4% gegenüber dem Vorjahr angestiegen sein dürfte. Noch im Januar 2008 war der IWF von 4,2% ausgegangen. Der Welthandel (Güter und Dienste) sollte nur noch um 4,1% statt der ursprünglich erwarteten 5,6% zugenommen haben.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sah im zweiten Halbjahr 2008 eine Verschärfung des wirtschaftlichen Abschwungtrends. Zwar habe zum Jahresausklang der globale Inflationsdruck nachgelassen, doch gleichzeitig hätten sich die Finanzmarktturbulenzen zunehmend auf die gesamte Welt ausgewirkt. Die Schwellenländer – in den vergangenen Jahren eine wichtige Stütze des Weltwirtschaftswachstums – wurden anscheinend von sich verschlechternden konjunkturellen Bedingungen beeinflusst; so ging auch der IWF im Januar 2009 hier nur noch von einem BIP-Anstieg von 6,3% im Jahr 2008 aus.

In diesem Umfeld entwickelte sich nach Einschätzung der EZB die Konjunktur in den USA und Westeuropa während der Berichtsperiode zunehmend verhalten. In Nordamerika war die deutliche Wachstumsverlangsamung vor allem zurückzuführen auf die stark rückläufigen privaten Konsumausgaben, die anhaltende Korrektur am Markt für Wohnimmobilien und die Investitionsschwäche in den Bereichen Betriebs- und Geschäftsausstattung und Software. In den Volkswirtschaften der Eurozone machten sich im Jahresverlauf 2008 zunehmend eine Verschärfung der Kreditbedingungen für Unternehmen und ein schwächeres Wachstum der Kreditvergabe an den privaten Sektor bemerkbar. Auch die deutsche Wirtschaft wurde im zweiten Halbjahr 2008, so die Deutsche Bundesbank, von der konjunkturellen Eintrübung der Weltwirtschaft signifikant in Mitleidenschaft gezogen. Das Konsum- und Investitionsklima wurde nachhaltig gestört und spiegelt sich nicht zuletzt in einem deutlichen Anstieg der Sparquote bis zum Jahresende 2008 wider.

Gleichlaufend verschlechterte sich in Japan laut EZB die konjunkturelle Lage im zweiten Halbjahr 2008 in der Folge einer schleppenden Inlandsnachfrage und einer anhaltenden Abschwächung der Exporttätigkeit. Die Kreditbedingungen verschärften sich jedoch nicht so signifikant wie in anderen Industriestaaten. Gleichwohl ist davon auszugehen, dass sich die japanische Konjunktur im Schlussquartal 2008 nochmals zögerlicher entwickelte, weil die privaten Konsumausgaben angesichts der sich verschlechternden Beschäftigungslage schwach blieben und die Exporte aufgrund der geringen Auslandsnachfrage erneut zurückgingen.

In den aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens, insbesondere den kleinen Ländern der Region, verringerte sich das konjunkturelle Tempo ab dem dritten Quartal 2008 nach Analyse der EZB nochmals deutlich. Auch wenn die weltweite wirtschaftliche Abkühlung in der zweiten Jahreshälfte 2008 an Breite und Intensität gewann, wurde das Exportwachstum in den Schwellenländern Asiens insgesamt doch nur geringfügig in Mitleidenschaft gezogen; so war die allgemeine konjunkturelle Verlangsamung vorwiegend auf eine schwächere Inlandsnachfrage zurückzuführen, die aus einem schwindenden Verbraucher- und Unternehmervertrauen resultierte.

Wirtschaftliche Entwicklung – BIP-Wachstum gegenüber Vorjahr
%

2007 2008s 2009p
Weltweit 5,2 3,4 0,5
Industrieländer 2,7 1,0 -2,0
USA 2,0 1,1 -1,6
Eurozone 2,6 1,0 -2,0
Deutschland 2,5 1,3 -2,5
Asien (Schwellen- und Entwicklungsländer) 10,6 7,8 5,5
Japan 2,4 –0,3 -2,6
Haben Sie Fragen oder Anmerkungen zur Website?
Schreiben Sie uns an webmaster@sap.com.