Entwicklung der Finanzlage
Cashflow-Entwicklung und Liquiditätslage
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit steigt um 5%
Die gesunde Ertragsentwicklung der SAP im Geschäftsjahr 2007 wirkte sich auch positiv auf den Cashflow aus fortgeführten Geschäftstätigkeiten aus. Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit erhöhte sich vor allem aufgrund der mit dem Konzernergebnis verbundenen gestiegenen Nettoeinzahlungen um 5% auf 1.950 Mio. € (2006: 1.855 Mio. €; 2005: 1.612 Mio. €).
Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich im Berichtsjahr auf 1.392 Mio. € und lag wesentlich über dem Vorjahreswert (2006: 132 Mio. €; 2005: 574 Mio. €). Einerseits wurden im Jahr 2007 in Zusammenhang mit der Akquisitionsfinanzierung für Business Objects Zahlungsmittel in Höhe von 550 Mio. € in verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel der SAP AG umgeschichtet und als Mittelabfluss ausgewiesen. Andererseits fiel im Berichtsjahr der Mittelzufluss aus der Nettoposition der Wertpapiere und sonstigen Finanz- und Geldanlagen gegenüber dem Jahr 2006 deutlich geringer aus, da im Jahr 2006 diese Anlagen in größerem Umfang aufgelöst und umgeschichtet wurden. Ferner fielen die Mittelabflüsse für Akquisitionen etwas höher als im Vorjahr aus.
Aus Finanzierungstätigkeit flossen im Berichtsjahr 1.287 Mio. € (2006: 1.375 Mio. €; 2005: 555 Mio. €) ab und damit rund 6% weniger als im Vorjahr. Die gegenüber dem Jahr 2006 um 24% erhöhte Dividendenzahlung von insgesamt 556 Mio. € (2006: 447 Mio. €; 2005: 340 Mio. €) wurde durch die um 13% gesunkenen Mittelabflüsse für den Rückkauf eigener Aktien in Höhe von insgesamt 1.005 Mio. € (2006: 1.149 Mio. €; 2005: 454 Mio. €) kompensiert.
Konzernliquidität sinkt um 17%
Der Zahlungsmittelbestand betrug am Ende des Geschäftsjahres 1.608 Mio. € (2006: 2.399 Mio. €; 2005: 2.064 Mio. €) und sank somit um 33%. Zu dem Rückgang hat die Umschichtung aus der Position Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in die Position Verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel in Höhe von 550 Mio. € beigetragen. Bei den Verfügungsbeschränkten Zahlungsmitteln handelt es sich um den Teil der Akquisitionsfinanzierung für Business Objects, der zum Jahresende 2007 im Rahmen des Übernahmeangebots zur Finanzierung aus unseren eigenen Mitteln vorgesehen war. Addiert man zum Zahlungsmittelbestand noch Verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel sowie Kurzfristige Wertpapiere und sonstige Geldanlagen, ergibt sich eine Konzernliquidität in Höhe von 2.756 Mio. € (2006: 3.330 Mio. €; 2005: 3.846 Mio. €). Die so ermittelte Konzernliquidität ist, bedingt durch die Auszahlungen für Aktienrückkauf, Dividenden und Akquisitionen, geringer als im Vorjahr.
Um finanziell flexibler zu sein, haben wir im November 2004 eine syndizierte Kreditfazilität in Höhe von 1 Mrd. € mit einer internationalen Bankengruppe aufgelegt. Diese Kreditlinie vereinbarten wir ergänzend zu den bestehenden bilateralen Kreditlinien und erweiterten somit unseren Finanzierungsspielraum. Im Berichtsjahr nahmen wir die Kreditlinie nicht in Anspruch.
Neben dieser Kreditfazilität verfügte die SAP AG zum Bilanzstichtag 2007 über bilaterale Kreditlinien in Höhe von etwa 599 Mio. € (2006: 599 Mio. €; 2005: 553 Mio. €). Eine Inanspruchnahme lag zum 31. Dezember 2007, 2006 und 2005 jeweils nicht vor. Mehrere Tochterunternehmen im SAP-Konzern verfügen über Kreditlinien in lokaler Währung mit einem Gesamtvolumen von 44 Mio. € (2006: 109 Mio. €; 2005: 218 Mio. €), die durch Garantien der SAP AG abgesichert sind. Die Kreditlinien dieser Tochterunternehmen wurden zum Bilanzstichtag mit 27 Mio. € (2006: 26 Mio. €; 2005: 24 Mio. €) in Anspruch genommen.
Des Weiteren verfügten wir zum Bilanzstichtag 2007 über eine Kreditfazilität in Höhe von 4,45 Mrd. €, die als Garantie bezüglich des öffentlichen Kaufangebots für Business Objects diente. Im Berichtsjahr nahmen wir die Kreditlinie nicht in Anspruch.
SAP verfügt derzeit über kein Kreditrating durch Rating- Agenturen. Aufgrund der geringen Fremdkapitalquote des Konzerns in Höhe von 37% (2006: 35%; 2005: 36%) hätte eine durch ein offizielles Rating erzielbare Änderung der Kreditkonditionen voraussichtlich keine wesentliche Auswirkung auf die Finanzlage des Konzerns. Das Fremdkapital der SAP besteht zu 83% aus kurzfristigen Verbindlichkeiten (2006: 83%; 2005: 84%) und zu 17% aus langfristigen Verbindlichkeiten (2006: 17%; 2005: 16%). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten bestehen zu 46% aus der Position Sonstige Verbindlichkeiten (2006: 47%; 2005: 47%), zu 22% aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (2006: 22%; 2005: 20%) und zu 15% aus der Position Passive Rechnungsabgrenzung (2006: 15%; 2005: 13%). Die Sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten zu 73% Sonstige mitarbeiterbezogene Verbindlichkeiten (2006: 73%; 2005: 70%) und zu 18% Verbindlichkeiten aus Steuern (2006: 17%; 2005: 18%).
Finanzmanagement
Globales Finanzmanagement wird zentral gesteuert
Wir verfügen über ein zentrales Finanzmanagement für die globale Liquiditätssteuerung sowie für das Zins- und Währungsmanagement.
Wichtigstes Ziel ist es, eine Konzernmindestliquidität sicherzustellen. Hierzu nehmen die meisten SAP-Gesellschaften an einem zentralen Cash Management teil. Die liquiden Mittel werden konzernweit zusammengefasst, überwacht und nach einheitlichen Grundsätzen investiert. Mit einem hohen Bestand an liquiden Mitteln und Wertpapieren als strategischer Liquiditätsreserve verbessern wir unsere Flexibilität, Sicherheit und Unabhängigkeit. Über eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 1 Mrd. € sowie weitere bilaterale Kreditlinien können wir im Bedarfsfall zusätzliche Liquiditätspotenziale nutzen.
Ein liquiditäts- und risikoorientiertes Zinsmanagement in Verbindung mit einer konservativen Anlagestrategie steht im Vordergrund des globalen Finanzmanagements. Die Liquiditätsreserve steht uns überwiegend kurzfristig zur Verfügung. Geld- und kapitalmarktbedingte Schwankungen der Zinssätze beeinflussen unser Zinsergebnis.
Auch das Währungsmanagement erfolgt zentral, wobei wir das Währungsexposure (offene, das heißt nicht kursgesicherte Positionen) auf der Basis von Bilanzpositionen und erwarteten Zahlungsströmen in unterschiedlichen Währungen wöchentlich ermitteln und bei Bedarf durch geeignete derivative Finanzinstrumente absichern. Wir setzen derivative Finanzinstrumente nicht zu spekulativen Zwecken ein.
Risikominimierung durch Finanzinstrumente
Unsere Vertriebsgesellschaften entrichten monatlich an den Lizenzgeber, das Mutterunternehmen SAP AG, eine Lizenzgebühr, die sich nach den erwirtschafteten Software-, Wartungs- und Subskriptionsumsätzen bemisst. Um Währungsschwankungen dieser meist in lokaler Währung erfolgenden Zahlungen zu kompensieren, schließen wir Devisentermingeschäfte ab, die in der Regel eine Laufzeit von bis zu 15 Monaten haben. Alle von uns abgeschlossenen Währungssicherungsgeschäfte beziehen sich ausnahmslos auf entsprechende Grundgeschäfte.
Das Vergütungssystem der SAP sieht neben dem Festgehalt auch variable, am Aktienkurs orientierte Vergütungsbestandteile vor. In diesem Zusammenhang bieten wir unter anderem das Stock-Appreciation-Rights-(STAR-) Programm an, das den über einen definierten Zeitraum erzielten Gegenwert von Kurssteigerungen an unsere Mitarbeiter weitergibt. Um das entsprechende Kursrisiko teilweise abzusichern, bedienen wir uns derivativer Finanzinstrumente, die von unabhängigen Kreditinstituten zur Verfügung gestellt werden. Dabei unterliegen sämtliche Vertragsabschlüsse mit Kreditinstituten intern festgelegten Anforderungen an die Bonität der jeweiligen Kreditinstitute. Detaillierte Informationen zum Einsatz von Sicherungsinstrumenten befinden sich im Anhang zum Konzernabschluss.
Vorschriften für den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten sowie weitere Regelungen und Prozesse im Bereich des Finanzrisikomanagements haben wir in einer weltweit für alle Konzerngesellschaften der SAP-Gruppe gültigen Treasury-Richtlinie zusammengefasst.
Geringer Verschuldungsgrad
Unser Verschuldungsgrad, also der Quotient aus Fremdkapital und Bilanzsumme, stieg im Jahr 2007 von 35% im Vorjahr auf 37% (2005: 36%). Unsere überwiegend eigenkapitalbasierte Finanzierung schlägt sich unter anderem darin nieder, dass die Bankverbindlichkeiten zum Ende des Berichtsjahres lediglich 0,26% der Bilanzsumme betrugen (2006: 0,28%; 2005: 0,27%). Die Eigenkapitalkosten des Konzerns sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.
Der durchschnittliche Zinssatz für verschiedene Bankkredite mit Festzinsvereinbarungen betrug zum 31. Dezember 2007 8,03% (2006: 8,08%; 2005: 7,22%). Hierbei handelt es sich überwiegend um kurzfristige Darlehen, die Tochterunternehmen in verschiedenen Fremdwährungen aufgenommen haben, in denen ein anderes Zinsniveau herrscht.