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Projektrisiken

  • Die Implementierung von SAP-Software ist häufig mit einem beträchtlichen Einsatz von Ressourcen seitens des Kunden verbunden und unterliegt einer Vielzahl von Risiken, auf die wir oftmals keinen Einfluss haben. Darüber hinaus werden einige Projekte von Dritten geleitet, so dass wir nur eine eingeschränkte Übersicht über bestimmte Faktoren wie Implementierungspläne, Kosten und projektspezifische Problemstellungen haben. Es kann nicht immer mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden, dass sich Installationsprozesse hinauszögern, Engpässe bei der Verfügbarkeit qualifizierter Berater auftreten oder Projektkosten über die Festpreise hinausgehen, die wir bei einigen Kundenprojekten vereinbaren. Erfolglose Implementierungsprojekte können zu Kundenregressforderungen führen, Imageschäden nach sich ziehen oder zukünftige Einnahmeverluste verursachen. In dieser Risikokategorie verzeichnen wir jedoch bereits seit einigen Jahren aus unterschiedlichsten Gründen einen positiven Trend. Eine signifikante Beeinträchtigung der erwarteten Geschäfts- und Ergebnisentwicklung durch Kundenprojektrisiken ist daher unwahrscheinlich. Einerseits setzen unsere Kunden mittlerweile verstärkt auf einen modularen Projektansatz zur Optimierung ihrer IT-Landschaft. Hierbei treten sequenziell integrierte Einzelprojekte mit vergleichsweise niedrigem Risikoprofil zur Abdeckung spezifischer Verbesserungspotenziale an die Stelle von hochkomplexen und dadurch risikobehafteten umfangreichen Projekten zur Implementierung flächendeckender IT-Lösungen „auf einen Schlag“. Andererseits nutzen wir für die Projekte ein nahtlos in die SAP-Projektmanagementmethode integriertes Risikomanagement und sichern durch abgestimmte Risiko- und Qualitätsmanagementprogramme die erfolgreiche Implementierung. Die Risikosteuerung und Risikominimierung in Kundenprojekten ist somit optimal in unser gesamtes Risikomanagement-System integriert. Die Aufwendungen für Kundeneskalationen sind nach wie vor gering, auch wenn sie im Vergleich zur Geschäftsentwicklung gegenüber dem äußerst niedrigen Vorjahresniveau leicht angestiegen sind. Die Zahl der gegen uns gerichteten Klageverfahren aus dem operativen Geschäft blieb im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen konstant. Unserer Überzeugung nach sind die verbliebenen Einzelrisiken durch entsprechende Aufnahme in unsere Finanzplanung ausreichend berücksichtigt. Zusätzlich haben wir uns gegen eine Reihe typischer Haftungsszenarien aus bekannten Projektrisiken in adäquater Höhe versichert. Risiken, die aus der Implementierung durch Partner herrühren, begegnen wir mit Safeguarding Services, der Entsendung von Fachexperten in die betreffenden Projekte und der Pflege enger Beziehungen zu den Unternehmen, die unseren Partnerprogrammen wie SAP Alliance angehören.

Produktrisiken

  • Um neue und erweiterte Produkte zur vollen Zufriedenheit der Kunden zu entwickeln, sind teilweise lange Entwicklungs- und Testzeiten erforderlich. Dabei unterliegen wir verschiedenen Risiken: Beispielsweise können sich geplante Markteinführungen verzögern, Marktanforderungen nicht komplett erfüllt oder Produkte unseren hohen Qualitätsanforderungen nicht vollkommen gerecht werden. Auch könnten neue Produkte oder Produkterweiterungen beim ersten Release noch nicht erkannte Fehler enthalten. Um solchen Risiken vorzubeugen, haben wir bereits vor einigen Jahren einen speziellen Prozess für Produktinnovationen (Product Innovation Life-Cycle Process) eingeführt, der an mehreren Stellen strenge Qualitätskontrollen vorsieht. Zusätzlich ergreifen wir im ersten Jahr nach Markteinführung einer neuen Softwareversion Maßnahmen, um etwaige Mängel in enger Kooperation mit den ersten Käufern des Produkts umgehend zu beheben. Es besteht dennoch keine Gewähr, dass stets alle Mängel zur vollen Zufriedenheit unserer Kunden behoben werden können. Aus diesem Grund ist es denkbar, dass Kunden in einigen Fällen die Rückerstattung geleisteter Beträge, Schadenersatz, Austausch der SAP-Software oder sonstige Zugeständnisse verlangen. SAP-Software wird vorrangig im Rahmen von Anwendungen und Prozessen eingesetzt, die für die Geschäftsabläufe beim Kunden von zentraler Bedeutung sind. Hierdurch erhöht sich das beschriebene Risiko bei tatsächlichen oder angeblichen Mängeln unserer Produkte und Dienstleistungen. Unsere Vertragstexte enthalten in der Regel Bestimmungen, die darauf ausgerichtet sind, Gewährleistungsrisiken zu begrenzen. Diese Bestimmungen können jedoch weder alle Eventualitäten abdecken, noch können wir ihre Gültigkeit im Rahmen der jeweils geltenden Rechtsordnung stets zweifelsfrei sicherstellen. Solche Vorfälle können sich negativ auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf unser Ansehen auswirken. Wir wirken den beschriebenen Risiken jedoch durch ein umfangreiches Projektmanagement und Projektmonitoring, strenge und regelmäßige, nach ISO 9001 zertifizierte Qualitätssicherungsmaßnahmen sowie Programm-Risikobeurteilungen im Rahmen unserer Produktentwicklung entgegen. Die hierdurch im Allgemeinen erzielte hohe Qualität unserer Produkte wird durch den bereits unter der Risikokategorie „Projektrisiken“ beschriebenen geringen Umfang an Aufwendungen für Kundeneskalationen und Klageansprüche aus dem operativen Geschäft sowie konstant hohe Kundenzufriedenheitswerte in den von uns regelmäßig durchgeführten Kundenbefragungen bestätigt. Eine signifikante Beeinträchtigung der geplanten Ergebnisentwicklung durch Produktmängelansprüche von unseren Kunden schätzen wir daher als unwahrscheinlich ein.
  • Im Lieferumfang unserer Produkte sind Funktionen enthalten, die den Schutz und die Sicherheit der Kundendaten gewährleisten sollen. Jedoch lässt sich ein Trend verzeichnen, nach dem zunehmend Informationssysteme und Softwareanwendungen mit krimineller Absicht und persönlicher Bereicherungsabsicht angegriffen werden. Gleichzeitig werden immer mehr Anwendungen zur Vereinfachung von unternehmensübergreifenden Prozessen über das Internet bereitgestellt. Ungeachtet unserer Sicherheitsfunktionen könnten ein unbefugter Zugriff auf SAP-Produkte und andere durch Angreifer verursachte Probleme vorkommen, wie der Missbrauch vertraulicher Informationen durch Hacker, denen es gelingt, die Sicherheitsvorkehrungen unserer Kunden zu umgehen. Angriffe durch kriminell motivierte Hacker und ähnliche Störungen können die Sicherheit der von unseren Kunden gespeicherten und übertragenen Daten gefährden und im Schadensfall zu bedeutsamen Regressforderungen gegenüber SAP führen. Wir begegnen diesem Risiko mit einem mehrstufigen Ansatz. Zum einen beinhaltet unser Entwicklungsprozess Maßnahmen zur Vermeidung von Sicherheitsproblemen, die bis zur Auslieferung mehrmals überprüft werden. Zum anderen liefern wir alle unsere Anwendungen mit einer Sicherheitsrichtlinie aus, die eine bestmögliche Integration in die Sicherheitsarchitektur des Kunden unter Ausnutzung der von SAP mit gelieferten Sicherheitsfunktionen ermöglichen soll. Dies wird durch eine eigene Abteilung, die für Produktsicherheit zuständig ist, gewährleistet. Sollte dennoch wider Erwarten ein Sicherheitsproblem innerhalb der SAP-Software bekannt werden, so helfen wir dem Kunden, den Mangel schnellstmöglich zu beheben. Obwohl SAP umfangreiche Sicherheitstests durchführt und bislang keinen wesentlichen Sicherheitsangriffen ausgesetzt war, können Letztere nicht ausgeschlossen werden.
  • Wir haben zahlreiche Technologien von Drittanbietern lizenziert und sie in unser Produktportfolio integriert. Es lässt sich nicht ausschließen, dass die Lizenzen für einzelne dieser Technologien entgegen unserem Interesse beendet werden oder wir im Einzelfall nicht in der Lage sind, für unsere Produkte vorteilhafte Lizenzen für Drittanbietersoftware zu erhalten. Dies kann zu kurzfristigen Substitutionsproblemen und zu wesentlich höheren Entwicklungsaufwendungen der SAP führen. Dieses Risiko erhöht sich, wenn wir ein Unternehmen oder geistiges Eigentum erwerben, dessen Stand an Drittanbieterlizenzen oder Produktstandards nicht dem SAP-Standard entsprechen. Insgesamt schätzen wir das Risiko als gering ein. Dennoch kann eine speziell durch Produkte von akquirierten Unternehmen verursachte Beeinträchtigung unseres Ergebnisses nicht ausgeschlossen werden.
  • Ein wesentlicher Bestandteil unserer Strategie besteht darin, unsere Technologieplattform SAP NetWeaver zertifizierten Drittanbietern (Independent Software Vendors, ISVs) als Entwicklungsgrundlage für eigene Anwendungen anzubieten. Wenn es SAP nicht gelingt, eine ausreichende Anzahl an qualifizierten ISVs für die Lösungsentwicklung auf Basis unserer Plattform zu gewinnen, könnte der angestrebte Durchbruch von SAP NetWeaver auf dem Markt verhindert werden. Es besteht auch das Risiko, dass die Mängel minderwertiger Lösungen von ISVs auf uns zurückfallen, unser Ansehen schädigen und sich indirekt negativ auf unsere Geschäfte auswirken. Darüber hinaus könnte die erhöhte Flexibilität von SAP NetWeaver, die die Verwendung von Daten ohne Bezug zu SAP-Software ermöglichen soll, genau wie bei anderen offenen Plattformen eine rückläufige Entwicklung der Kundennachfrage für bestimmte andere SAP-Software nach sich ziehen. Diesem Risiko begegnen wir durch einen ausführlichen, von jedem Drittanbieter zu durchlaufenden Zertifizierungsprozess, der eine gleichbleibend hohe Qualität zertifizierter Drittanbieter sichern soll. Da wir bereits in der Vergangenheit erfolgreich über 2.000 Lösungen von Drittanbietern für SAP NetWeaver zertifizieren konnten, schätzen wir das Risiko einer Beeinträchtigung unserer Geschäftsentwicklung derzeit als gering ein.
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