Entwicklung des IT-Markts: Ausblick auf das Jahr 2008
Das US-amerikanische Analysehaus IDC sieht für den Sektor Informationstechnologie das Jahr 2008 als Phase einer gravierenden Trendumkehr. So rechnet IDC mit einem merklichen Rückgang der Zuwachsraten im IT-Geschäft, insbesondere in den USA. Diese Entwicklung werde die Anbieter veranlassen, verstärkt auf Märkten mit noch nicht ausgeschöpftem Potenzial aktiv zu werden.
Große Anbieter werden sich nach Einschätzung von IDC zudem auf serviceintensive Angebote ausdehnen. Darüber hinaus werde es verstärkt zu Akquisitionen kommen, um die Position in den sogenannten Zielmärkten abzusichern. Dazu gehören neben den Schwellenmärkten und dem Mittelstand vor allem auch Marktsegmente wie „Software on Demand“, Informationsmanagement, Analysesoftware und spezialisierte Dienstleistungen.
In der Folge sieht IDC im Jahresverlauf 2008 einen Zuwachs im IT-Geschäft von nur noch 5,5 bis 6%, nach 6,9% in der Berichtsperiode. Am oberen Ende dieses Bandes sieht das US-Marktforschungsinstitut Gartner den Zuwachs im IT-Geschäft (ohne Telekommunikation) im Jahr 2008, den es mit 6,0% prognostiziert, nach 9,0% im Jahr 2007. IDC sieht Gefahren für den IT-Markt vor allem in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in den USA und insbesondere in der Entwicklung auf dem dortigen Immobilienmarkt. Einbrüche dort könnten zu einer nennenswerten Kürzung der IT-Budgets der Unternehmen führen.
In der regionalen Betrachtung prognostiziert IDC vor diesem Hintergrund für das Jahr 2008 ein Umsatzplus im nordamerikanischen IT-Geschäft (ohne Telekommunikation) von 5,5%; Gartner geht vom gleichen Zuwachs aus.
Entsprechend größere Dynamik im IT-Geschäft im Jahr 2008 sieht IDC in den Regionen Asien-Pazifik (plus 6,7%), Osteuropa (plus 12,4%) und Lateinamerika (plus 12,9%), wenngleich auch hier gegenüber 2007 meist eine weniger ausgeprägte Expansion zu verzeichnen ist. Die gleiche Tendenz prognostiziert auch Gartner; beide Institute sehen allerdings eine weitere Beschleunigung der Expansion in den lateinamerikanischen Ländern. In Westeuropa rechnet IDC mit einem Anstieg der IT-Verkäufe von 5,9%, in Deutschland von 5,2%. Der deutsche Branchenverband BITKOM prognostiziert nach einer Befragung seiner Mitglieder eine sehr erfreuliche Geschäftsentwicklung in Deutschland. Gartner rechnet in Westeuropa mit einem Plus von 4,7% im Jahr 2008 für den IT-Markt (ohne Telekommunikation).
IDC unterstellt im Segment Mittelstand einen Anstieg der Umsätze mit Informationstechnologie von 8 bis 10% im Jahr 2008. Bislang bestand das Produktangebot für mittelständische Betriebe meist nur in Standardsoftware für Großunternehmen, die entweder geringfügig angepasst oder mit einem Preisnachlass versehen wurde. Nun aber seien die Softwareanbieter verstärkt dazu übergegangen, spezielle, maßgeschneiderte Angebote und Lösungen für dieses Unternehmenssegment zu konzipieren. Diese Strategie verspreche erhebliches Umsatzpotenzial.
Weltweit geht IDC von einem Zuwachs im Geschäft mit Hardware von 5,7% im Jahr 2008 aus, bei Dienstleistungen (Services) soll dieses Plus 6,3% betragen. Die Prognose für Standardsoftware (Packaged Software) sieht einen Anstieg der entsprechenden Ausgaben um 8,5% vor. Spezialisierte Anwendungen (Applications) sollen im Jahr 2008 dagegen nur um 7,5% zulegen; Gartner hält in diesem Segment allerdings ein Plus von 8,7% für realistisch. Insgesamt wird aber nach Einschätzung der beiden im IT-Markt führenden Analysehäuser die Dynamik bei Informationstechnologie mittelfristig insgesamt nachlassen. Die Wachstumspotenziale bei Standardprodukten sind nach ihrer Ansicht weitgehend ausgereizt. Nunmehr müssten sich die Segmente für spezialisierte Anwendungen (Software) und spezialisierte Einsatzmöglichkeiten (Hardware) entwickeln.
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