(10) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
Der Ertragsteueraufwand der jeweiligen Geschäftsjahre setzte sich wie folgt zusammen:
| Mio. € | 2007 | 2006 | 2005 |
| Laufende Steuern – Inland | 498 | 426 | 515 |
| Laufende Steuern – Ausland | 416 | 381 | 319 |
| 914 | 807 | 834 | |
| Latente Steuern – Inland | 33 | 0 | 15 |
| Latente Steuern – Ausland | – 26 | – 2 | – 31 |
| 7 | – 2 | – 16 | |
| Ertragsteueraufwand | 921 | 805 | 818 |
In den Jahren 2007, 2006 und 2005 verabschiedete der deutsche Gesetzgeber mehrere neue Steuergesetze. Im Jahr 2007 gehörte hierzu unter anderem die Unternehmenssteuerreform 2008, die erhebliche Auswirkungen auf die Besteuerung von Kapitalgesellschaften hat. Der für uns wichtigste Effekt resultiert aus der Senkung des deutschen Körperschaftsteuersatzes von 25% auf 15%, die ab 1. Januar 2008 gültig ist. Diese Senkung des deutschen Körperschaftsteuersatzes hatte im Jahr 2007 Auswirkungen auf die Berechnung der latenten Steuern, die mit dem Steuersatz zu berechnen sind, der in dem Geschäftsjahr gilt, in dem sich die den latenten Steuern zugrunde liegenden Effekte voraussichtlich umkehren oder ausgleichen. Die Auswirkungen der in den Jahren 2007 sowie 2006 und 2005 verabschiedeten Änderungen der Steuergesetze auf den Konzernabschluss der Geschäftsjahre 2007, 2006 und 2005 waren nicht wesentlich.
Das Einkommen aus fortgeführten Geschäftsaktivitäten vor Ertragsteuern und Minderheitenanteilen teilt sich wie folgt auf das In- und Ausland auf:
| Mio. € | 2007 | 2006 | 2005 |
| Inland | 1.639 | 1.519 | 1.455 |
| Ausland | 1.218 | 1.169 | 868 |
| 2.857 | 2.688 | 2.323 |
Der effektive Ertragsteuersatz beträgt im Berichtsjahr
2007 32,2% (2006: 29,9%; 2005: 35,2%). In der folgenden
Tabelle wird eine Überleitung der erwarteten Steuerbelastung,
ausgehend vom deutschen kombinierten Ertragsteuersatz
der Gesellschaft von derzeit 35,49% (2006:
35,66%; 2004: 36,32%), zur tatsächlichen Steuerbelastung
vorgenommen. Dieser kombinierte Ertragsteuersatz
setzt sich zusammen aus Körperschaftsteuer (nach Berücksichtigung
der Abzugsfähigkeit der Gewerbesteuer) in Höhe von 21,91% (2006: 21,85%; 2005: 21,62%) zuzüglich
5,5% Solidaritätszuschlag hierauf sowie Gewerbesteuer in Höhe von 12,38% (2006: 12,61% und 2005:
13,51%).
| Mio. € | 2007 | 2006 | 2005 |
| Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsaktivitäten vor Ertragsteuern |
2.857 | 2.688 | 2.323 |
| Erwartete Ertragsteuern 35,49% im Jahr 2007 (35,66% im Jahr 2006, 36,32% im Jahr 2005) |
1.014 | 958 | 844 |
| Abweichung zu ausländischen Steuersätzen |
– 47 | – 26 | – 6 |
| Steuer auf nicht abziehbare Aufwendungen |
49 | 23 | 19 |
| Ertragsteueraufwand für Vorjahre | – 18 | – 80 | – 6 |
| Effekt auf steuerfreie Einkünfte | – 77 | – 72 | – 40 |
| Sonstiges | 0 | 2 | 7 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag |
921 | 805 | 818 |
Die folgende Tabelle zeigt die aktiven und passiven latenten Steuern für die einzelnen Bilanzpositionen jeweils zum 31. Dezember:
| Mio. € | 2007 | 2006 |
| Aktive latente Steuern | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 58 | 15 |
| Sachanlagen | 7 | 8 |
| Finanzanlagen | 39 | 24 |
| Forderungen | 15 | 12 |
| Verlustvorträge | 18 | 9 |
| Pensionsrückstellungen | 39 | 45 |
| Mitarbeiterbeteiligungsprogramme | 23 | 34 |
| Sonstige Rückstellungen | 109 | 122 |
| Passive Rechnungsabgrenzungsposten | 31 | 33 |
| Sonstige | 29 | 4 |
| 368 | 306 | |
| Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern | – 8 | – 10 |
| Aktive latente Steuern | 360 | 296 |
| Passive latente Steuern | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 55 |
37 |
| Sachanlagen | 31 | 24 |
| Finanzanlagen | 54 | 23 |
| Forderungen | 14 | 34 |
| Pensionsrückstellungen | 27 | 17 |
| Mitarbeiterbeteiligungsprogramme | 2 | 7 |
| Sonstige Rückstellungen | 6 | 5 |
| Passive Rechnungsabgrenzungsposten | 3 | 5 |
| Sonstige | 17 | 19 |
| Passive latente Steuern | 209 | 171 |
| Latente Steuern, netto | 151 | 125 |
Die Beurteilung der Werthaltigkeit der aktiven latenten Steuern durch das Management erfolgt anhand der Einschätzung, ob es wahrscheinlich („more-likely-than-not“) ist, dass eine aktive latente Steuer zukünftig realisiert werden kann. Letztendlich ist diese Werthaltigkeit davon abhängig, ob in den Zeiträumen, in denen sich die entsprechenden temporären Differenzen umkehren, ausreichend zu versteuerndes Einkommen erzielt wird. Unter Zugrundelegung der in der Vergangenheit erzielten zu versteuernden Einkommen und der zukünftigen Planungen gehen wir davon aus, dass die aktiven latenten Steuern, die nach Berücksichtigung der zum 31. Dezember 2007 gebildeten Wertberichtigungen verbleiben, werthaltig sind. Sollte sich das erwartete, zu versteuernde Einkommen für den Vortragszeitraum in Zukunft mindern, würde dies zu einer entsprechenden Minderung der aktiven latenten Steuern führen.
Zum 31. Dezember 2007 bestehen bei ausländischen Konzerngesellschaften steuerliche Verlustvorträge in Höhe von insgesamt 114 Mio. € (2006: 48 Mio. €), die gegen zukünftiges zu versteuerndes Einkommen verrechnet werden können. Davon sind 73 Mio. € Verlustvorträge für US-State-Tax-Zwecke, von denen 43 Mio. € zwischen 2023 und 2027 und der verbleibende Betrag innerhalb der nächsten 15 Jahre verfallen werden, wenn sie bis zu diesem Zeitpunkt nicht genutzt werden. Weitere 9 Mio. € verfallen, wenn sie nicht innerhalb von ein bis sieben Jahren genutzt werden. Von diesem Betrag verfallen 1 Mio. € innerhalb von ein bis zwei Jahren und 8 Mio. € innerhalb von drei bis sieben Jahren. Die verbleibenden 32 Mio. € können zeitlich unbegrenzt genutzt werden.
Auf die aktiven latenten Steuern wurden zum 31. Dezember 2007 bzw. 2006 Wertberichtigungen in Höhe von 8 Mio. € bzw. 10 Mio. € erfasst, um die aktiven latenten Steuern entsprechend den Erwartungen der Realisierbarkeit zu bewerten.
Für zukünftige Steuerbelastungen aus geplanten Gewinnausschüttungen von ausländischen Tochtergesellschaften bestehen passive latente Steuern in Höhe von 17 Mio. € (2006: 9 Mio. €). Diese basieren auf geplanten Ausschüttungen in Höhe von 1.335 Mio. € (2006: 297 Mio. €). Zum 31. Dezember 2007 verfügen wir über weitere in ausländischen Tochtergesellschaften thesaurierte Gewinne in Höhe von ca. 2.249 Mio. € (2006: 2.938 Mio. €), die dauerhaft im Ausland investiert bleiben sollen und für die deshalb keine passiven latenten Steuern gebildet wurden. Aus Praktikabilitätsgründen wurde auf die mit Unsicherheiten behaftete Berechnung von Steuereffekten hierauf verzichtet.
Unter Berücksichtigung der Steuern, die wir gegen bestimmte Eigenkapitalpositionen verrechnet haben, setzten sich die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für die Geschäftsjahre 2007, 2006 und 2005 wie folgt zusammen:
| Mio. € | 2007 | 2006 | 2005 |
| Ertragsteueraufwand aus laufender Geschäftstätigkeit |
921 | 805 | 818 |
| Ertragsteueraufwand aus nicht fortgeführten Geschäftsaktivitäten |
– 7 | – 4 | – 1 |
| In der Kapitalrücklage erfasste Ertragsteuern für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme |
0 | – 11 | – 23 |
| Im übrigen comprehensive income/loss erfasste Ertragsteuern |
– 5 | – 16 | 7 |
| 909 | 774 | 801 |
Angaben zu den Steuereffekten auf die einzelnen Komponenten des Kumulierten übrigen comprehensive income/loss machen wir unter Textziffer (20).
Zum 1. Januar 2007 beliefen sich die unsicheren Ertragsteuerpositionen, die in den Steuerrückstellungen berücksichtigt wurden, auf 72 Mio. €. Zum 31. Dezember 2007 haben sich die unsicheren Ertragsteuerpositionen um 24 Mio. € auf insgesamt 96 Mio. € erhöht.
Die unsicheren Ertragsteuerpositionen, die sich bei ihrer Erfassung auf den effektiven Steuersatz auswirken würden, sind nachfolgend aufgeführt.
| Mio. € | 2007 |
| Unsichere Ertragsteuerpositionen zum 1.1.2007 | 72 |
| Zuführungen für das laufende Geschäftjahr | 8 |
| Zuführungen für das Vorjahr | 18 |
| Einigungen mit Steuerbehörden | 0 |
| Wechselkurseffekte | – 2 |
| Unsichere Ertragsteuerpositionen zum 31.12.2007 | 96 |
Zum 31. Dezember 2007 ist der Betrag an Nachzahlungszinsen und Verspätungszuschlägen nicht wesentlich. Für die aus steuerlicher Sicht wichtigsten Standorte sind in Deutschland die Geschäftsjahre 2003 bis 2007 und in den USA die Geschäftsjahre 2002 bis 2007 noch Gegenstand von Prüfungen der Finanzbehörden. Es ist durchaus möglich, dass sich der Gesamtbetrag an unsicheren Ertragsteuerpositionen in den kommenden zwölf Monaten ändern kann. Wir rechnen jedoch nicht damit, dass sich die unsicheren Ertragsteuerpositionen innerhalb der nächsten zwölf Monate signifikant verändern werden.
