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Was ist ein Rating? Besitzt die SAP ein Rating?
Ein Rating ist die Bewertung der Kreditwürdigkeit von Unternehmen - deren so genannte Bonität. Diese beschreibt die Fähigkeit und Bereitschaft eines Unternehmens, zukünftig seine Zins- sowie Tilgungsverbindlichkeiten termingerecht zu erfüllen. Ein Rating ist in erster Linie für Firmen interessant, die sich über Unternehmensanleihen zusätzliches Kapital in Form von Fremdkapital beschaffen. Dazu werden festverzinsliche Wertpapiere am Kapitalmarkt ausgegeben. Die SAP hat auf Grund ihrer guten Liquiditätssituation sowie sehr geringer Finanzverschuldung kein Rating von bekannten Rating-Agenturen wie Standard & Poor's oder Moody's.
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Warum verfügt die SAP über kein offizielles Rating? Ist ein solches geplant?
Auf Grund des sehr starken Finanzprofils des Konzerns (u.a. hohe Eigenkapitalquote von 53% zum 31.12.2012, sowie ein starker und sehr stabiler Free Cash Flow) bliebe eine durch ein offizielles Rating erzielbare Verbesserung der Finanzierungskonditionen voraussichtlich ohne wesentliche Auswirkungen auf die Finanzlage des Konzerns.
Die in den letzten Jahren platzierten Unternehmensanleihen konnten mit dem angestrebten Volumen auch ohne externes Rating mit sehr guten Konditionen im internationalen Kapitalmarkt platziert werden.
Aktuell gibt es keine konkrete Planung für ein externes Rating. Wir werden unsere Finanzierungssituation im Zusammenhang mit dem Thema Rating aber weiterhin genau beobachten.
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Können Sie kurz Ihre Vorgehensweise bei der Finanzierung Ihrer Geschäftsbereiche bzw. Tochtergesellschaften beschreiben?
Wir verfügen über ein zentrales Finanzmanagement, d.h. Finanzmittel sollen soweit wie möglich zentral beschafft und angelegt werden. Deshalb werden Tochtergesellschaften entsprechend ihrem Bedarf über konzerninterne Darlehen und/oder Cash Pooling Vereinbarungen finanziert.
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Haben Sie einen Zielverschuldungsgrad („Financial Leverage Target”) für SAP definiert? Wie stellen Sie sicher, dass sich Ihre wichtigsten bonitätsbezogenen Finanzkennzahlen im Falle größerer Akquisitionen nicht wesentlich verschlechtern?
Fundamental für den Erfolg des Geschäftsmodells von SAP ist eine langfristige und beidseitig vorteilhafte Geschäftsbeziehung mit unseren Kunden. Es ist für uns zwingend notwendig, jederzeit ein starkes Finanzprofil mit einem geringen Verschuldungsgrad aufrecht zu erhalten. Damit wollen wir das Vertrauen bei unseren Kunden sicherstellen in Bezug auf die langfristige Verfügbarkeit unserer Produkte und Dienstleistungen und in Bezug auf unsere Fähigkeit, den Kundennutzen kontinuierlich durch Weiterentwicklungen zu steigern. Zudem sind wir als Unternehmen, welches in einem Wachstumsmarkt tätig ist, darauf angewiesen, jederzeit Zugang zu dem Fremdkapitalmarkt zu haben, um aufkommende Wachstumschancen wahrnehmen zu können.
Deshalb streben wir stets die Aufrechterhaltung eines impliziten, stabilen „Investment Grade Rating“ an. Im Falle einer größeren Akquisition werden wir versuchen, deren Einfluss auf die wichtigsten bonitätsbezogenen Finanzkennzahlen zu limitieren und diese weiterhin im Bereich der „Investment Grade“ Kriterien zu halten. Des Weiteren achten wir sehr darauf, dass sich unsere Kreditwürdigkeit auf dem gleichen Niveau wie die unserer größten Mitbewerber bewegt.
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Welche Rolle spielen Kapitalstrukturüberlegungen / - optimierungen bei Ihrer künftigen Finanzierungsstrategie?
Für SAP hat Liquidität immer höchste Priorität. Wir sind uns darüber bewusst, dass eine optimierte Kapitalstruktur mit einer etwas höheren Verschuldung möglicherweise eine leichte Reduzierung der Kapitalkosten bedeuten würde. Gerade im aktuellen Umfeld ist uns eine angemessene Liquiditätsausstattung bei einer moderaten Brutto-Verschuldung allerdings wichtiger.
Zudem sind wir als Unternehmen, welches in einem Wachstumsmarkt tätig ist, darauf angewiesen, jederzeit Zugang zu dem Fremdkapitalmarkt zu haben, um aufkommende Wachstumschancen wahrnehmen zu können.
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Können Sie uns etwas zu Ihrem Bank Relationship Management sagen?
Die Bankenpolitik der SAP zielt auf eine langfristige und beidseitig vorteilhafte Geschäftsbeziehung. Bankpartner, die uns mit signifikanten Kreditbeträgen zur Verfügung stehen, bilden unsere Kernbankengruppe. Innerhalb dieser Gruppe verteilen wir das Treasury-relevante Bankgeschäft auf einer kompetitiven Basis. Wir berücksichtigen dabei auch die jeweiligen Kernkompetenzen und –fähigkeiten der einzelnen Banken.
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Wie überwachen Sie die Bonität Ihrer Geschäftspartner im Bankenbereich?
Neben der Ratingeinstufung sehen wir uns täglich die Entwicklung der CDS (Credit Default Swap) Spreads sowie der Aktienkurse unserer Banken an. Außerdem haben wir für jeden Geschäftspartner ein Kontrahentenlimit vergeben. Des Weiteren haben wir einen klar definierten Notfallplan, welcher im Falle plötzlicher und signifikanter Verschlechterungen der Kreditwürdigkeit unserer Geschäftspartner spezifische Maßnahmen vorschreibt.
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In welcher Höhe bestehen Kreditlinien?
Wir verfügen derzeit über eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 1,5 Mrd. €, die bis Dezember 2015 läuft. Mit dieser Kreditlinie stärken wir unsere finanzielle Flexibilität. Die Kreditlinie kann für allgemeine Unternehmenszwecke genutzt werden und ergänzt unsere bestehenden bilateralen Kreditlinien. Wir haben die Kreditlinie bisher nicht in Anspruch genommen und beabsichtigen dies aktuell auch nicht. Zusätzlich verfügte die SAP AG zum 31.12.2012 über bilaterale Kreditlinien in Höhe von 489 Mio. € (31.12.2011: 490 Mio. €). Zum 31. Dezember 2012 lag keine Inanspruchnahme der Kreditlinien der SAP AG oder einer ihrer Tochtergesellschaften vor.
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Wie hoch sind die jährlichen Kosten für die syndizierte Kreditlinie?
Die Bereitstellungsgebühr (Commitment Fee) beträgt 0,1575% p.a., sofern der Kreditrahmen nicht ausgenutzt wird (d.h. 2,4 Mio. € p.a.).
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Wie haben Sie die Übernahme von SuccessFactors finanziert?
Wir haben zur Finanzierung der Akquisition von SuccessFactors neben vorhandener Liquidität Anfang Dezember 2011 ein Akquisitionsdarlehen mit J.P. Morgan (Mandated Lead Arranger) über 1 Mrd. € vereinbart. Das Darlehen wurde im Januar 2012 mit 10 weiteren Banken erfolgreich syndiziert. Im Februar haben wir die vereinbarte Kreditlinie komplett in Anspruch genommen und im November 2012 komplett zurückgezahlt.
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Wie haben Sie die Übernahme von Ariba finanziert?
Neben vorhandener Liquidität haben wir im Mai 2012 zusätzlich ein EUR 2.4 Mrd. Akquisitionsdarlehen mit der Deutschen Bank AG und J.P. Morgan (Mandated Lead Arrangers) aufgenommen. Das Akquisitionsdarlehen wurde mit vier weiteren Banken im Juni 2012 erfolgreich syndiziert. Aufgrund des günstigen Kapitalmarktumfeldes, gaben wir zwei Tranchen Eurobonds (EUR 1.3 Mrd.) und ein U.S. Private Placement (Privatplatzierung, USD 1.4 Mrd.) mit unterschiedlichen Laufzeiten zwischen drei und 15 Jahren heraus um unser Fälligkeiten Profil zu erweitern und zu optimieren. Mit den Erlösen der erfolgreichen Anleiheplatzierung zahlten wir den Ariba Akquisitionskredit im Dezember 2012 komplett zurück.
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Wird SAP die in 2013 fälligen Anleihen zurückbezahlen?
Bezüglich unserer Finanzierungsaktivitäten in 2013 planen wir eine EUR 600m Anleihe, fällig in August 2013, vollständig zurück zu bezahlen. Derzeit planen wir keine Prolongierung der in 2013 fälligen Anleihe.
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Was bedeuten die Turbulenzen an den Finanzmärkten (z.B. Euro-Krise) für die Liquiditätssteuerung von SAP?
Wir haben unsere Liquidität zu sehr großen Teilen bei der SAP AG zentralisiert. Die Liquidität ist auf eine große Anzahl von Geschäftspartnern verteilt und fast vollständig im kurzfristigen Bereich angelegt. Die Liquiditätsreserve besitzt für SAP eine hohe Priorität. Wir verfügen über eine tagesaktuelle Übersicht der Konzernliquidität und verfolgen einen sehr konservativen Ansatz auf der Geldanlageseite, durch ausschließlichen Einsatz von „Standard Instruments“ und kurzen Laufzeiten.
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