|
Die vorstehend dargestellten Umsatz-, Ergebnis-
und Margenerwartungen der SAP für das Geschäftsjahr
2004 sind einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt,
die das Unternehmen teilweise, kaum oder gar nicht
beeinflussen kann. Die SAP setzt jedoch zahlreiche
Maßnahmen des Risikomanagements ein. Hierzu gehört
auch ein umfangreiches System zur Risikoklassifizierung.
Dieses enthält für das Unternehmen relevante Risikokategorien.
Dabei hat die SAP insbesondere die folgenden wesentlichen
Risiken für ihre Geschäftstätigkeit ermittelt.
Ökonomische und regulatorische Risiken
- Auch wenn sich die Konjunktur derzeit weltweit
aufheitert, ist die Nachhaltigkeit dieser Erholung
noch unsicher. Vor allem die Konjunktur in Europa,
dem größten Absatzmarkt der SAP, entwickelt
sich verhalten. Ebenfalls können weitere weltpolitische
Ereignisse wie kriegerische Auseinandersetzungen
und terroristische Akte auch im Geschäftsjahr
2004 nicht ausgeschlossen werden. Diese könnten
sich negativ auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung
auswirken. Die SAP ist ein globaler Lösungsanbieter
mit einem diversifizierten Kundenportfolio für
eine Vielzahl von Branchen. Damit kann sich
die SAP auch in einem schwierigen Marktumfeld
stärker behaupten als viele ihrer Mitbewerber.
Dennoch bleiben globale oder regionale Konjunktureinbrüche
nicht ohne Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf
der SAP. Eine negative Konjunkturentwicklung
könnte Umsatz und Ergebnis der SAP in einzelnen
Ländern, aber auch konzernweit belasten.
- Die SAP muss ihre Softwareprodukte einer Vielzahl
von nationalen Rechtsordnungen anpassen, um
ihre Vertriebsfähigkeit in allen Absatzmärkten
sicherzustellen. Es lässt sich nicht ausschließen,
dass Änderungen oder Verschärfungen der rechtlichen
Rahmenbedingungen in bestimmten Absatzmärkten
zeitweise die Fähigkeit der SAP beeinträchtigen
könnten, auf diesen Märkten effizient mit lokalen
Wettbewerbern zu konkurrieren.
- Der gesamte IT-Sektor inklusive der Softwarebranche
befindet sich in einer Phase der Konsolidierung:
Die Anzahl der Akquisitionen, vor allem bei
größeren Marktteilnehmern, steigt. Weiterhin
treten große Unternehmen verwandter Branchen
in den Markt ein. Auf Grund ihrer Marktführerschaft
bei Unternehmenssoftware sieht sich die SAP
sehr gut positioniert, um sich in diesem schwierigen
Umfeld zu behaupten und ihre Marktposition weiter
zu stärken. Dennoch ist nicht auszuschließen,
dass sich Unternehmensübernahmen und -zusammenschlüsse
von Mitbewerbern negativ auf die Geschäftsentwicklung
der SAP auswirken. Dies könnte beispielsweise
kurzfristig zu einer Verunsicherung des Marktes
führen oder langfristig Unternehmensgruppen
hervorbringen, die den Konkurrenzdruck erhöhen.
Risiken der strategischen Planung
- Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der SAP in
dem dynamischen Umfeld der Unternehmenssoftware
ist die Fähigkeit, in der Entwicklung rasch
auf fundamentale technologische Neuentwicklungen
zu reagieren und diese zeitnah und einheitlich
in das Produktportfolio zu integrieren. Um eine
vorausschauende Produktplanung zu gewährleisten,
hat die SAP eine Reihe von Prozessen im Rahmen
ihrer Produktplanungsmethodik implementiert.
Es lässt sich jedoch nicht ausschließen, dass
Wettbewerber zukunftsweisende technologische
Entwicklungen im Einzelfall früher als die SAP
erkennen und sich zu Nutze machen. Dies könnte
für die SAP zu Wettbewerbsnachteilen und dem
Verlust von Marktanteilen führen.
- Um ihre Wettbewerbsposition nachhaltig zu
sichern und weiter zu verbessern, ist die SAP
auf den Erhalt und den Ausbau ihrer hoch qualifizierten
Belegschaft angewiesen. Die SAP versucht, ihren
Status als weltweit attraktiver Arbeitgeber
auszubauen und die hohe Motivation ihrer Mitarbeiter
an allen Geschäftsstandorten durch verschiedene
Leistungspakete zu fördern. Dazu zählen attraktive
Vergütungssysteme, freiwillige soziale Sicherungsleistungen,
Beteiligungs-, Qualifizierungs- und Weiterbildungsprogramme
sowie verschiedene sportliche und kulturelle
Angebote. Angesichts der derzeitigen Lage auf
den Arbeitsmärkten ist die SAP zuversichtlich,
ihren Bedarf an Fach- und Führungskräften angemessen
decken zu können. An den Standorten Indien und
China plant die SAP einen überdurchschnittlichen
Ausbau der Zahl der Mitarbeiter. Sollte es dort
beispielsweise auf Grund verstärkter Konkurrenz
durch andere attraktive Arbeitgeber der IT-Branche
zu einem Engpass bei den Personalressourcen
kommen, könnte dies den Gesamt-Personalaufwand
erhöhen. Dies könnte die Unternehmensentwicklung
beeinträchtigen.
Organisations- und Unternehmensführungsrisiken
- Die SAP hat über die letzten Jahre hinweg
ein umfangreiches Maßnahmenpaket implementiert,
um den Risiken entgegenzusteuern, die aus unternehmensinternen
Prozessen entstehen. Hierzu zählen beispielsweise
die Corporate-Governance-Grundsätze, die unter
anderem die Grundlagen der Zusammenarbeit von
SAP-Vorstand und SAP-Aufsichtsrat regeln. Weiterhin
sind hier die im Geschäftsjahr 2003 verabschiedeten
Geschäftsgrundsätze für Mitarbeiter zu nennen,
die das Verhalten im Umgang mit Kunden, Lieferanten,
Wettbewerbern und Partnern definieren. Im Zuge
der Umsetzung des Sarbanes-Oxley Act wurde der
im Vorjahr eingerichtete und unternehmensweit
angelegte Prozess zur fortlaufenden Dokumentation
und Effektivitätsbewertung interner Kontrollen
ausgebaut. Hierzu wurde in den Jahren 2002 und
2003 für die SAP AG sowie ihre größten Tochtergesellschaften
eine unternehmensweit einheitliche Dokumentation
der wesentlichen Geschäftsprozesse erstellt,
die im Laufe des Geschäftsjahres 2004 auf alle
Tochtergesellschaften der SAP erweitert werden
soll. Diese Dokumentation konzentriert sich
auf die Prozessabläufe und deren interne Kontrollsysteme.
Zugleich führte die SAP unternehmensweit eine
fortlaufende Bewertung der Effektivität und
Effizienz der internen Kontrollsysteme ein.
Außerdem sollen sich so die Prozessdokumentationen
fortlaufend anpassen lassen, zum Beispiel an
Veränderungen, die auf Grund von Verbesserungsmaßnahmen
erfolgen. Trotz dieser Schritte lässt sich nicht
vollständig ausschließen, dass gesetzliche oder
unternehmensintern festgelegte Prozessanforderungen
im Einzelfall fahrlässig oder vorsätzlich unbeachtet
bleiben und der SAP hierdurch materielle Schäden
oder Imageverluste entstehen.
- Die Integration von neuen Unternehmen in die
eigene Konzernstruktur sowie die Einbindung
von strategischen Allianzen und Joint Ventures
in die Unternehmensstrategie stellt besonders
IT-Unternehmen mit komplexen Lösungsangeboten
vor erhebliche Herausforderungen. Die SAP prüft
daher vor dem Abschluss entsprechender Vereinbarungen
mit Hilfe eines weitgehend standardisierten
Investmentprozesses die damit einhergehenden
Risiken. Die SAP verfügt über einen umfangreichen
Maßnahmenkatalog zur Integration von Personal,
Technologien, Betriebsabläufen und Produkten.
Auf Grund der außergewöhnlichen Dynamik des
IT-Markt-Umfelds verbleiben jedoch für die Akquisitionen
und andere Formen der Kooperation stets Restrisiken
hinsichtlich der künftigen Entwicklung und des
Erfolgspotenzials.
Kommunikations- und Informationsrisiken
- Die SAP hat verschiedene Sicherheitsrichtlinien
sowie technische und organisatorische Schutzmechanismen
etabliert. Damit werden externe Hacker- oder
Virenangriffe auf die IT-Systeme und Informationsbestände
der SAP eingedämmt. Außerdem tragen diese Maßnahmen
dazu bei, dass interne vertrauliche Kommunikation
nicht nach außen dringt. Es besteht jedoch keine
Garantie, dass die etablierten Schutzmechanismen
in jedem Fall greifen. Eine erfolgreiche Attacke
auf die SAP-eigenen IT-Systeme, die zum Beispiel
zu einem längeren Ausfall führen würde, könnte
eine wesentliche Ertragsschädigung der SAP zur
Folge haben. Die Wettbewerbsstellung der SAP
wäre außerdem erheblich beeinträchtigt, wenn
beispielsweise vertrauliche Informationen über
die zukünftige Ausrichtung der Produktentwicklung
der SAP an die Öffentlichkeit gelangten.
Finanzrisiken
- Die SAP wirkt mit aktivem Devisenmanagement
und derivativen Finanzinstrumenten den Währungsrisiken
entgegen, denen sie als global tätiges Unternehmen
ausgesetzt ist. Die entsprechenden Handlungsstrategien
legt die SAP in einem straffen und transparenten
Kontrollprozess fest, den sie regelmäßig überprüft.
Damit wird die fortdauernde Effektivität gewährleistet
und der Einsatz derivativer Finanzinstrumente
zu spekulativen Zwecken verhindert. Trotz dieser
Vorkehrungen können erhebliche Währungsschwankungen
des Euro gegenüber den lokalen Währungen wichtiger
SAP-Absatzmärkte die Geschäfte und damit das
in Euro ausgewiesene Gruppenergebnis der SAP
negativ beeinflussen. Auswirkungen von Währungskursänderungen
auf die Finanzdaten der SAP ergeben sich unvermeidlich
dadurch, dass Fremdwährungsabschlüsse von Tochterunternehmen
zur Einbeziehung in den Konzernabschluss der
SAP in Euro umgerechnet werden müssen.
Produkt- und Projektrisiken
- Die Auslieferung qualitativ hochwertiger und
fehlerfreier Softwareprodukte und Produktversionen
innerhalb der geplanten Entwicklungszeiträume
ist eine Kernanforderung an die Produktentwicklung
der SAP. Die SAP hat umfangreiche Maßnahmen
und Prozesse etabliert, um dieser Anforderung
gerecht zu werden. Diese werden regelmäßigen
internen und externen Qualitätssicherungsmaßnahmen
und Überprüfungen unterzogen. Das Risiko einer
fehlerbehafteten oder verspäteten Produktauslieferung
im Einzelfall lässt sich dennoch nicht vollständig
ausschließen. Dies könnte zu Schadenersatzansprüchen,
erhöhten Produktionskosten sowie verspäteten
Markteinführungen und damit verbundenen Umsatzeinbußen
führen.
- Die SAP betätigt sich bei einer Vielzahl komplexer
IT-Projekte. Als Gesamtlösungsangebot implementiert
die SAP in enger Zusammenarbeit mit ihren Kunden
und Partnern SAP-Standardprodukte und entwickelt
diese Standardprodukte weiter. Die in diesen
Projekten entwickelten Lösungen sind entweder
kundenspezifisch oder finden Eingang in das
SAP-Standardproduktportfolio. Obwohl die SAP
über eine einzigartige Erfahrung und eine bewährte
Methodik zur Durchführung umfangreicher IT-Projekte
verfügt, besteht die Möglichkeit, dass einzelne
Projekte nicht zu einem erfolgreichen Abschluss
gelangen. Dies könnte Schadenersatzansprüche
und gegebenenfalls einen Imageverlust der SAP
nach sich ziehen.
Risiken des geistigen Eigentums
- Die SAP verteidigt ihr geistiges Eigentum
mit zahlreichen Maßnahmen. Dazu gehören die
Abmahnung von Urheberrechtsverletzungen, die
Anmeldung von Patenten und Marken, der Abschluss
von Lizenz- und Vertraulichkeitsvereinbarungen
sowie technische Vorkehrungen gegen Missbrauch
Dritter. Es lässt sich jedoch nicht garantieren,
dass diese Maßnahmen vollständigen Schutz bieten.
So gewährleisten beispielsweise die Rechtsordnungen
einer Reihe von Ländern, in denen die SAP ihre
Softwareprodukte vertreibt, kein Schutzniveau,
das mit dem Urheberrechtsschutz in den USA bzw.
in Deutschland vergleichbar ist.
Die SAP verfügt unternehmensweit über zahlreiche Kontrollmechanismen. Diese
sollen der Unternehmensleitung eine rechtzeitige
Erkennung und Steuerung des Gesamtrisikoportfolios
des Unternehmens sowie die Entwicklung effektiver
Risikominimierungsmaßnahmen hinsichtlich verschiedener
der dargestellten Risikoquellen ermöglichen. Hierzu
zählt ein detailliertes und konzernweit einheitliches
Berichtswesen zu unternehmensrelevanten Kennzahlen.
Strukturierte Management- und Kontrollsysteme
sorgen für die Messung, Überwachung und Steuerung
dieser Kennzahlen. Weiterhin zu erwähnen ist die
an allen Standorten der SAP aktive Konzernrevision
sowie die intensive Tätigkeit des Aufsichtsrats.
Zusätzlich hat die SAP eine ihren Bedürfnissen entsprechende Methodik zum Risikomanagement
entwickelt. Diese wurde in konzernweit gültigen
Richtlinien für das Risikomanagement sowie in
einem für alle Geschäftsbereiche der SAP einheitlichen
Risikomanagement-Modell dokumentiert. Die Methodik
umfasst unter anderem ein spezifisches System
zur Risikoklassifizierung und Risikobewertung.
Das Modell definiert aktivitätsabhängig die Zyklen
für die Risikoberichte der einzelnen Geschäftsbereiche
an die Geschäftsleitung. Die Methodik wird in
allen Geschäftsbereichen implementiert und durch
organisatorische Maßnahmen ergänzt. Dazu gehören
beispielsweise eine zentrale Abteilung für Risikomanagement
sowie Risikomanagement-Funktionen für alle operativen
Bereiche der SAP-Gruppe. Außerdem führt die SAP
unternehmensweit eine selbst entwickelte Anwendung
für das Risikomanagement ein. Diese sorgt dafür,
dass das Risikoberichtswesen an die Unternehmensleitung
jederzeit aktuell ist.
Das Risikomanagement-System der SAP wird in regelmäßigen Abständen von der
Konzernrevision auf seine Effizienz überprüft.
Dies dient einer kontinuierlichen Weiterentwicklung
und Verbesserung im Sinne von Best Practices.
Zu den Aufgaben des zentralen Risikomanagements der SAP gehört auch die fortlaufende
Definition, Anpassung und Umsetzung einer unternehmensweiten
Versicherungsstrategie. Deren Ziel ist es, die
SAP gegen eine Reihe versicherbarer Risiken und
Schadenfälle abzusichern.
Als börsennotiertes Unternehmen unterliegt die
SAP sowohl in ihrem Heimatmarkt Deutschland als
auch in den USA einigen der weltweit anspruchsvollsten
legislativen Anforderungen an Risikomanagement-Systeme.
Dazu gehören zum Beispiel der Sarbanes-Oxley Act
in den USA und das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz
im Unternehmensbereich (KonTraG) in Deutschland.
Die SAP hat weitreichende Maßnahmen ergriffen,
um der Verantwortung, die aus diesen legislativen
Rahmenbedingungen resultiert, gerecht zu werden.
Deshalb ist das Unternehmen zuversichtlich, den
Risiken im Zusammenhang mit der Erreichung ihrer
Umsatz- und Ergebnisziele für das Geschäftsjahr
2004 effektiv entgegenwirken zu können. Dazu tragen
auch die Marktführerschaft des Unternehmens und
die hohe Motivation und Qualifikation der Mitarbeiter
bei.
|